Zum guten Schluß

Was soll ich sagen? Es steht ja schon überall und etwas Nennenswertes habe ich nicht beizutragen. Aber nun ist er tot, der Dieter Hildebrandt und ein wichtiges Stück meiner persönlichen Geschichte ist nicht mehr. Die taz schreibt: Er ist entwischt.

Stimmt so nicht, wenn Ihr mich fragt. Er ist an Krebs gestorben. Gibt es eigentlich noch Menschen, die das mit Altersschwäche erledigen? Aber deswegen mußte es wohl Krebs sein. Undenkbar, daß Dieter Hildebrandt an Altersschwäche gestorben wäre. Weil er in diesen Jahren, in denen er das schlechte Gewissen Deutschlands darstellte, nicht zynisch wurde oder verbitterte, nahm man ihm sein Alter niemals wirklich ab. »Hildebrand – der ist doch erst…« lebendiger, klüger und unverbrauchter als die meisten, die nur halb so viele Jahre auf der Uhr hatten.

Er war aber schon 86, ein hohes Alter für einen Mann, der immer noch so präsent war. Und nun ist er nicht mehr. Unersetzbar. Nicht, weil man ihn schlecht mit anderen Kabarettisten vergleichen kann, sondern weil er einer anderen Generation angehörte, weil es Dieter Hildebrandt war.
Die Schlagzeilen rutschen nach unten, eine neue Nachricht steht weiter oben: »Die USA einigen sich mit Afghanistan«. Er hätte sicherlich etwas dazu anzumerken gehabt. Das müssen jetzt die anderen machen. Oder wir selber. Er hat ja lange genug versucht, es in uns hineinzuprügeln. Denkt nach! Und lacht! Auch wenn es schmerzt.

Ehre seinem Andenken.

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0 Kommentare zu Zum guten Schluß

  1. Hat dies auf Walter Friedmann rebloggt und kommentierte:
    Dieter Hildebrandt

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