WTCP-S

Guten Morgen, guten Morgen. Der Lötkolben läuft immer noch. Der mit der Spatenspitze fürs Grobe. Es ist früh geworden. Mal hören, ob es immer noch in Ordnung ist was man letzte Nacht geschraubt hat.

Aber ich konnte nicht aufhören – es hat einfach zuviel Spaß gemacht. Wie früher – also ganz früher – nur mit zeitgemäßem Meß-Equipment und dem großen Karton mit Spulen und Folienkondensatoren. Ist doch gelegentlich schön, wenn man nichts wegschmeißen kann.
Vor 4 Tagen überkam mich beim Musikhören im Wohnzimmer die Panik, als ich meinte, irgend welche Verzerrungen im oberen Mittenbereich hören zu können. Wo ich doch gerade alles überholt und neu eingemessen hatte. Der Panikmoment eines jeden notorischen Bastlers. Eine Nach darüber (unruhig) geschlafen und am nächsten Morgen nochmal gehört. Messknecht raus, Orchesteraufnahme mit bekannt guter Tonqualität (Arnold Schoenbergs Concerto for Violin and Orchestra op. 36, Hilary Hahn an der Violine, schwedisches Radio-Synfonieorchester unter Esa-Peka Salonen, deutsche Grammophon von 2008, man kann diese Aufnahme gar nicht genug empfehlen!)
Und was war? Nichts war! Alles wie immer! Gänsehaut bei der Violine und Klirrfaktor selten über 0,5% bei rund 75 dB/A an der Hörposition. Da komm erst mal hin!
Akustische Halluzinationen. Gelegentlich spinnt man einfach.

Das wäre jetzt alles nicht so bemerkenswert, wenn dabei nicht der Mangel im pantoufleschen Haushalt an einem billigen Küchenradio, der Mikroanlage aus dem Versandhandel oder irgend eine andere Wald – und Wiesenreferenz zutage getreten wäre (Nein! Keine NS10!!) Irgend etwas, deren Tonqualität nicht vom Zusammenspiel einer Handvoll Endstufen, Vorverstärker und digitaler Prozessorweiche abhängig ist. Einschalten – wohlfühlen! Irgend etwas ganz simples ohne das Gehör zu beschädigen. Nur: Wofür das Ganze? (außer dem Wunsch, es zu besitzen.) Eine kleine Berechtigung sollte schon sein. Da war doch… genau! In der Dunkelkammer ist keine Musik! Also da ist schon Musike drin, aber hauptsächlich zum Sehen und nicht zum hören.
Letzte Nacht also: Los geht’s! Eine Endstufenplatine mit einer handvoll Wattleistung und LM 3886 hatte ich mir letztes Jahr in weiser Voraussicht bereits hingelegt und dann fehlt eigentlich nur noch ein Satz Lautsprecher. Mal sehen, was da noch so rumfliegt. Da hätten wir… etwas Visaton, KEF, Sica, Dayton und Audax. Viel Feind,viel Ehr – wir nehmen die Audax mit den KEF-Kalotten. So richtig oldschool! Und passiv getrennt, das hatte ich schon seit Jahrzehnten nicht mehr! Audax MHD17B25R und KEF T33. Ein Satz Audax HD12x9D25 wäre auch da, aber das wäre ja zu einfach. Das kann ja jeder (der so etwas noch rumliegen hat). Also das Bextrene-Chassis mit KEF und ohne nennenswertem Wirkungsgrad. Bextrene war mal der Hoffnungsträger des englischen Lautsprecherbaus für verzerrungsarme, steife Membranen und die BBC hatte in den Siebzigern viel Zeit und Geld investiert, um ihre Studiomonitore mit solchen Chassis unschlagbar zu machen. Das war zur Zeit der Studio-Glaubenskriege zwischen dem Ami-Flavour mit einem tödlichen 6 kHz Hornbereich bis das Blut aus den Ohren tropft und den englischen brettharten Mitten, windelweichen Grundtönen und zurückhaltenden Höhen.
Genau meine Baustelle!

Ein paar Gehäuse finden sich noch auf dem Dachboden – mit etwa 15l etwas zu klein, aber auf geschlossen wird das gehen und echte Bässe kommen da sowieso nicht. Dafür gibt’s ja die Klipschörner im Wohnzimmer. Echte Bässe gibt’s bei großen Hörnern mit sehr großen Endstufen und Lautsprechern ab 15` Durchmesser. Vorher leider nicht. Da bin ich stur und ziemlich unbelehrbar (und die passen schlicht nicht in die Dunkelkammer).
Die T33 sind soweit ganz gut bis auf einen Peak bei 11kHz, der Luftigkeit und Transparenz vorgaukeln soll. Kann man so machen, nutzt aber wenig und nervt erfahrungsgemäß nach kurzer Zeit. Mal sehen, ob wir das so lassen.

Das Internet ist auch nicht mehr, was es einmal war. Zwischen Trølleburg und Corona mit einer Prise Trump – die Arschlöcher bestimmen die Themen. Also weitermachen. Es bastelt sich gerade so schön kurz nach Mitternacht. Die Nacht ist der Freund der Bastler. Alles keine Raketentechnik – 3.Ordnung und den Tiefpass leicht verstimmen. Das ist dann zwar kein Butterworth im klassischen Sinne mehr, aber die Flanke, die sich einstellt, ist verdammt dicht an der Mathematik. Hier ein wenig mehr, dort etwas weniger; seit einiger Zeit verwende ich verstärkt ARTA, wenigstens beim Entwickeln und beim Testen. Das habe ich mir im Sommer gekauft, nachdem ich ein Jahr lang mit der Demoversion herumgespielt habe. 80 € ist einem der Spass dann schon wert, wenn man das Prinzip dieses Baukastens erst mal begriffen hat. Smaart ist zwar schneller, zeigt auch ähnliche Ergebnisse, aber da sind dann noch 3D Zerfallsdiagramme und Klirrfaktormessungen, die ich vorher mühsam mit Spectralab gemacht habe. Das geht auch, aber dann ist der Zeitvorteil auch wieder perdu. Da ist ARTA schon sehr auf dem Punkt für alle gängigen Messungen.
Gegen 4:00 Uhr kann man dann mal probeweise Musik darüber laufen lassen und als ich endlich ordnungsgemäß die Phase am Hochtöner tausche, kommt sogar Musik aus den Lautsprechern und nicht nur über Cinch auf die Endstufe. Na ja – man kann nicht an alles denken!
Darauf erst mal ein Bier!
Ich sollte mir mal angewöhnen, die halbleeren Tabakpäckchen leerzumachen und nicht krümelnd in Armeslänge um mich zu verteilen.
Mit etwas Glück findet sich dann aber doch noch ein Platz für den leeren Teller mit (ohne) Mitternachtswürstchen. Irgendwie mag der Hochpass keinen ordnungsgemäßen Spannungsteiler am KEF; der Reihenwiderstand R3 sieht zwar scheiße aus, funktioniert aber. Nach Belieben zu dimensionieren. Irgendwo zwischen 1 -3,3 Ohm, je nach Geschmack und Aufstellung. Heute Morgen geht auch der Lehrbuch-Teiler, wenn man keine »induktionsarme«, sonder Metallschichtwiderstände nimmt. Dann waren sie wohl doch nicht so arm.

Wenn man am EQ im Laptop 50Hz um 3,4 dB nachschiebt, kann man beim Schreiben dieser Nachterfahrung Diana Krall sogar ziemlich glaubwürdig hören. Es hat sich gelohnt und von dem Haufen an »Nährstoff« im Regal haben ein paar Teile eine neue Verwendung gefunden!
Also was kommt dabei nun heraus? Englisch brettharte Mitten, windelweiche Grundtönen und zurückhaltende Höhen.
Ziel erreicht und eine angenehme Nacht verlebt.

Beim Testhören wurde keinen Tieren ein Leid zugefügt!

suche Trollfutter

Es wurde gehört:

Elvis Costello, the Juliet Letters (the Brodsky Quartet)
Diana Krall, Girl In The Other Room
Gregory Porter, Take me to the Alley
Hilary Hahn, schwedisches RSO, Salonen

und vieles andere mehr

Für diejenigen, die einen MHD17 rumliegen haben, aber keine TS-Parameter finden (und das könnte schwer werden!)

Loudspeaker parameters: Audax MHD17B25R

Fs = 52.86 Hz
Re = 6.12 ohms[dc]
Le = 282.69 uH
L2 = 274.44 uH
R2 = 6.04 ohms
Qt = 0.52
Qes = 0.63
Qms = 2.81
Mms = 11.33 grams
Rms = 1.356755 kg/s
Cms = 0.000800 m/N
Vas = 16.92 liters
Sd= 122.72 cm^2
Bl = 6.032028 Tm
ETA = 0.38 %
Lp(2.83V/1m) = 89.06 dB

Added Mass Method:
Added mass = 10.53 grams
Diameter= 12.50 cm

Die KEF-Kalotte ist faktisch nicht mehr zu bekommen, aber das Vorbild von Audax jibbet noch. Bei Audax. Mangels »Hi-End-Peak« könnte das sogar die bessere Wahl sein.

Edith:
Nach ein paar Stunden genüßlichem Musikhörens würde ich eine ziemliche Punktlandung attestieren. Die klingen so ein wenig wie eine LS3/5a. Auf eine gewisse Art brutal und sehr deutlich. Ein improvisierter Kragen aus Weichfaser um die Kalotte ist unbedingt empfehlenswert. Wie beim Original eben.
Die wussten schon, was sie machen!

Und wie es der Teufel so will,finde ich gerade den Frequenzplot von der Harwood :
Bevor da jemand Äpfel mit Birnen vergleicht: Die Auflösung ist 10dB im Gegensatz zu meinem 5dB Bild und bei 15 Hz ist das Böxlein auch mehr als 12dB abgefallen. 7cm Membranen liefern unterhalb von 50 Hz faktisch nichts mehr. Das muß wohl der LKW vor der Tür gewesen sein.

Und die originale Weiche aus den sechziger siebziger Jahren:

Na, wenn ich das vorher gewußt hätte…
dann hätte ich sie trotzdem noch einmal »erfunden«

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11 Antworten zu WTCP-S

  1. DasKleineTeilchen sagt:

    krasser scheiss! und mir anschliessend den bändchen-selbst-klöppeln-post auch noch komplett gegeben. alter, krasser scheiss!

    (was macht die maus inna werkstatt? auf tabak-suche?)

    • Pantoufle sagt:

      Moin Kleinesteilchen

      »Maus« war, soweit ich weiß, Nichtraucher. Meine ehemalige Werkstattmaus »Maus«.
      Bei alten Bauernhäusern auf dem Land nicht ungewöhnlich. Eigentlich haben wir damit kein Problem. Miezekatzen, Lebend- und Totschlagfallen und einmal öfter fegen und die Verhältnisse sind geklärt.
      Maus kraspelte jedenfalls vor zwei Jahren bei mir in der Werkstatt. Wenn man stundenlang am Rechner saß oder lötete oder las, konnte man sie hören. Kraspel hier und kraspel dort. Handlungsbedarf, dachte ich mir, und machte mich auf die Suche nach ihrem Nest. Wenn man meine Werkstatt kennt, weiß man, daß das ein ziemlicher Akt ist, da überhaupt was zu finden. Jedenfalls hatte sie sich unter dem Schränkchen der Uhrmacherdrehbank ihr Nest gebaut. Ich also platt auf den Boden und gecheckt, ob sie als Baumaterial irgend welche wichtigen Unterlagen verwendet hatte. Hatte sie nicht.
      Da krabbelte sie aus dem Mittagsschlaf geweckt heraus und sah mich.
      »Oh,ääähh … das ist jetzt blöd gelaufen! Ich kann das erklären, gib mir 5 Minuten und ich bringe das in Ordnung!«
      und was man in der Panik so sagt.
      Na ja – sie hatte mir nichts getan und wolle streng genommen nur ihre Ruhe haben (genau wie ich) und so beschloß ich, sie vorläufig zu ignorieren. Sie kraspelte halt, wenn ihr danach war und ich rief gelegentlich nach hinten, sie solle jetzt mal ruhig sein, sonst müßte ich sie leider vertilgen. Natürlich meinte ich das nicht so und nach einer Zeit merkte Maus auch, daß ich das nicht so meinte.
      Geraume Zeit später vergaß sie vollkommen, daß ich ja eigentlich der Feind war. Die Zangen auf dem Bild stehen 50cm von mir entfernt, aber sie kam auch durchaus näher.Wenn ich am Schreiben war, hielt sie zwar eine Sicherheitsdistanz von 1, 2 Handlängen von der Tastatur und der anderen Maus, aber man kann nicht behaupten, daß sie übertriebenen Respekt an den Tag legte. Eher Interesse an dem, was ich so treibe. Das war schon lustig, wenn Du am Löten bist und eine Maus guckt dir auf die Finger und findet das offenbar interessant.
      Jedenfalls ging das eine Weile und ich hatte meine Freude. Hin und wieder etwas in der Ecke fegen (wegen Geruch) und checken, ob sie sich am Baumaterial vertut. Tat sie aber nicht.
      Meine beste Ehefrau von allen teilte meine Sympathie für Maus jedenfalls nicht ganz so sehr. »Sie oder Ich« und was man in solchen Fällen zu sagen pflegt. Unfähig, den Unterschied zwischen einer Küchen – und einer Werkstattmaus zu erkennen, sah sie Handlungsbedarf. Nicht einmal Platz für einen Stuhl zum Draufklettern könnte man hinstellen wenn die Maus kommt, weil alles bei mir immer so unordentlich sei. Das hätte ich ja zu gerne gesehen: Irgendwelche Frauen auf Stühlen und die Maus davor am Boden, wie sie völlig verständnislos auf die kreischende Dame sieht. »Guck mal, was ich kann!«

      Na ja – was tut man nicht alles für den Hausfrieden! Also nahm ich mir eine Keksverpackung mit ordentlich was drin und stellte sie ihr hin. Nachdem sie erwartungsgemäß reinkletterte und sich über das vermeintliche Geschenk hermachte, drückte ich den Deckel zu und brachte sie in den Wald. Dicht an eine Scheune, damit sie sich was Neues suchen konnte und nicht verwirrt im Wald herumirren mußte. Deckel wieder auf und sie huschte weg.
      Das war das erste Mal, daß ich sie vermisste. Jetzt sitze ich gelegentlich immer noch da und horche, ob irgend etwas in der Ecke kraspelt. Kraspelt aber nix. Totenstille. Keine Maus, die mir beim Basteln zusieht. Das Ende einer Freundschaft und für was?
      Es gibt noch ein paar Bilder von ihr.

      Ja, das Projekt mit den Bändchenlautsprechern! 9.April 2016. So lange habe ich die schon. Wie die Zeit vergeht… Eines meiner »besseren« Projekte und es ist einer der Blogtexte, die bis heute noch viel gelesen werden. Es gibt sie noch, die Lautsprecherbastler, die mir dann schreiben und Tips haben wollen oder welche geben.
      Die Bändchen habe ich jedenfalls gerade überholt und verbessert. Ganz fertig bin ich noch nicht damit – man lernt ja dazu und ein paar Probleme sind keine mehr, weil einem während der Zeit vieles klarer wird. Es war, wie ich vor 4 Jahren bereits schrieb, ein proof of concept, allerdings eines mit hoher Alltagstauglichkeit. Wenn ich das jetzt noch mal… dann würde es sehr ähnlich aussehen, mit Detailänderungen in der Befestigung des Bändchens hauptsächlich. Damit man es von der Frontseite aus justieren kann und nicht immer dazu auf den Rücken legen muß. Außerdem hat es sich nicht bewährt,die sechs Mittentöner zusammenzuschalten, um auf eine artgerechte Impedanz zu kommen. Darunter leidet die Dämpfung durch die Endstufe doch sehr, wenn die vielen Spulen am zurückwippen sind. Ich hab gerade das Material zusammen, um eine Aktiveinheit auf den Rücken zu schrauben mit jeweils drei 70W Endstufen, die jeweils ein Pärchen Lautsprecher antreiben. Das sollte eine bessere Kontrolle im Mittenbereich ergeben.
      Das Bändchen selber leidet offenbar darunter, zu breit zu sein. In der alten Version war es 16mm breit, in der neuen sind es 20mm. Der Klirrfaktor nimmt dabei offenbar zu, weil die Faltung zur Stabilisierung weniger wirksam ist. Also entweder dickere Folie (was auch seine Nachteile hat) oder den Luftspalt verringern. Außerdem 2 L-Winkel an den Rändern des Bändchens anbringen, um den Weg des akustischen Kurzschlusses zu verlängern. Das bringt im Mittenbereich besseren Wirkungsgrad bei weniger Verzerrungen (und das Bändchen auf 14 oder besser 12mm Breite bringen). Weniger Masse bei höherer Stabilität.
      Ansonsten war das alles schon recht gut durchdacht, bis auf die Bassendstufe. Die hat mittlerweile deutlich mehr Wumms, was sich positiv bemerkbar macht.Aber 200W an 8 Ohm sollte sie schon haben – alles andere geht auch, nimmt aber Dynamik.
      Und Dynamik ist gut!

      • DasKleineTeilchen sagt:

        moinmoin, schatz. und gleich ma 2 aufbauende langkurzromane zum frühstück serviert; wie machst du dat nur?

        herrlisch 🙂

        • Pantoufle sagt:

          Na,Teilchen?

          Einer dieser Morgende, an denen ich Maus wieder einmal vermisst habe. Deswegen das völlig zusammenhanglose Bild – ein kleines Denkmal an ein sympathisches Tierchen/Werkstattmitnutzer.

          Ja, und die Lautsprecher-Aktion hat mir so viel Freude gemacht, daß ich mal wieder Lust hatte zu schreiben. Ein Blog zu unterhalten, hat ja viel mit Spass und Freude zu tun. Wenn nicht, kommt sowas dabei heraus wie bei Andre »golden shower« Huessy, wenn er das Ungeziefer in sich herausläßt 🙂

  2. Siewurdengelesen sagt:

    Moin

    Endlich eine geile Story, auch wenn ich nur die Hälfte und damit eher den elektrischen Teil so halbwegs mitgeschitten habe.

    Hast Du eine Lösung für so ein profanes Teil wie die Schneider SPP90.1?

    Da ist nämlich für meine Begriffe der Motor hinüber und/oder der Flachriemen zu lose. Die schweren Vinyls bekommt das Ding nicht mehr auf Touren und ausser einer halbgaren Lösung mittels Poti sehe ich da keinen Angriffspunkt. Die passenden Motoren von Sankyo sind faktisch nicht mehr erhältlich, die Riemen schon eher.

    Das es so kein Hypersuperdupersonstwasteil ist, weiss ich, aber ich will es auch nicht unversucht lassen und trage mich bereits mit dem Gedanken an einen AudioTechnica als adäquaten und hoffentlich langlebigen Ersatz.

    • Pantoufle sagt:

      Moin Siewurdengelesen

      Der analoge E-Motor ist eigentlich digital. Geht, geht nicht. Geht nur halb ist äußerst selten. Flachriemen »lose« (ausgeleiert) dagegen öfter. Bei solchen Anlagen meist damit verbunden, daß die Schmierung des Plattentellerlagers weg/ausgetrocknet/verdreckt oder alles zusammen ist. Also erst mal Teller runter und Lager saubermachen/frisches Nähmaschinenöl drauf. Sparsam ölen! Kein Fett nehmen. Nichtharzendes Öl! One Tropfen!

      2.) Alle Flächen, wo der Riemen drauf läuft peinlichst sauber machen. Ein neuer Riemen kostet, soweit ich das sehe, um die 7,8 €. Der wird eigentlich in jedem Falle fällig. Wie ich das im Netz sehe, ist die motorseitige Antriebsrolle und der Plattenteller aus Metall. Das ist schon mal gut. Das kann man prima reinigen ohne Angst zu haben, durch scharfe Reinigungsmittel irgend etwas kaputt zu machen. Durch die auf den Photos sichtbare Öffnung kann man außerdem den Antrieb bei der Arbeit sehen. Wenn ich das auf den Bildern richtig sehe, muß man dafür nur die Gummimatte der Plattenauflage herunternehmen. Noch besser: Wenn man den Teller beim Laufen festhält, schlabbert der Gummiriemen beim Durchdrehen gegen den Widerstand und man sieht, ob der lose ist oder nicht. Er wird es sein, bei dem Alter.

      3.) »…halbgaren Lösung mittels Poti« Die Lösung ist nicht halbgar, sondern bildlich gesprochen »Sushi«. Finger weg! Es sei denn, Du bist der Einstein am Lötkolben.

      4.) Der AT-Dreher könnte sogar etwas für Dich sein, wenn das alles nichts fruchtet. Hast Du denn einen Entzerrer (RIAA) -Eingang am Vorverstärker? AUX geht nicht und USB wird der Oldtimer nicht haben.

      Fragen, die das Leben an uns stellt! Versuch erst mal mit saubermachen, ölen und neuem Treibriemen. Das ist ein (finanziell und arbeitstechnisch) überschaubarer Einsatz!

      Edith
      Die Lager des Motors könnten natürlich auch trocken laufen. Kann man ölen, aber dann geht’s halt in die Eingeweide. Wenn man das schon mal gemacht hat, kein Problem. Wenn eher weniger, würde ich davon abraten.

      • Siewurdengelesen sagt:

        Motor geht und die Fett-/Öl-Orgie habe ich schon absolviert. Hat vor Jahren noch geholfen, aber inzwischen bringt das nichts mehr. Das ist also alles sauber. Motörlager müsste ich mal headen;-)

        Der Teller ist allerdings aus Kunststoff und den habe ich schon mit Iso entfettet.

        Der AT hat jedenfalls Cinch-Out und die Schneider Cinch-In, das wäre so mal nicht das Problem.

  3. Pantoufle sagt:

    Cinch in für RIAA ist erst mal Entwarnung. Dann geht das mit dem Austauschplayer problemlos (wird heutzutage leider selten gegeben).

    Wenn Du der Meinung bist, daß sonst alles gängig ist, bleibt leider nur der Motor und dessen Lager. Wenn die Photos irgend einen Zusammenhang mit der Realität haben, liegt der Treiber für den Motor (streichholzschachtel große Platine daneben) 3cm neben dem Motor oder wenigstens am Ende der Anschlußkabel. +/-/Hallsensor oder -/1+n Geschwindigkeiten/ Hallsensor . Läuft der nur auf 33 U/min oder bei allen Geschwindigkeiten nicht? Bei abgeschalteter Spannung müßte der Motor beim mechanischen Andrehen leicht (!) ein gutes Stück weiterlaufen. Wenn nicht: Lager (Öl, saubermachen). Wenn der Motor läuft (ohne Teller und Riemen) müßte sich die Steuerspannung ändern, wenn man den Motor mit dem Finger abbremst. Wenn nicht, Hallsensor oder Elektronik.

    Mehr fällt mir dazu im Moment ehrlich gesagt nicht ein.

    • Siewurdengelesen sagt:

      Motor dreht 33 und 45 U/min. Ohne Platte macht der das auch ganz manierlich, aber unter Last und erst recht mit schweren Platten. Riemen könnte es sein und die Sensoren gucke ich mir an – danke!

      • Pantoufle sagt:

        Also vermutlich Gleichspannungsregelung. S2 Endabschalter (oder Start), S1 Drehzahl. Wenn das bei Dir so aussieht wie auf der Zeichnung, ist die einzige Konstante für die Drehzahlregulierung Strom und Spannung der Speisung vom Netzteil. Das ist immerhin einfach mit einem Voltmeter zu überprüfen. Unter der Voraussetzung, daß die Kontakte von S2 richtig sauber sind, sollte das eigentlich funktionieren. Wäre das mein Projekt, würden ich mir während des Betriebs die Steuerspannung direkt am Motor ansehen, ob sich da was tut, wenn der eiert. Dann wäre der Fehler in der Versorgung des Motors zu finden (ausgetrocknete Elkos ect.).
        Deswegen Repair-Cafe, weil man da so etwas schnell und unkompliziert messen könnte.

        • Siewurdengelesen sagt:

          “Dann wäre der Fehler in der Versorgung des Motors zu finden (ausgetrocknete Elkos ect.).”

          Das ist dann mein nächster Ansatz, immerhin ist die Kiste ja schon 30 Jahre alt und auch wenn die Elkos gut aussehen, sind die innen wahrscheinlich bereits Sahara. Mal schauen, ob ich noch passende kameraden im Arsenal habe, aber sonst geht wieder diese sch…öne Bestellerei los, weil ja noch die Läden zu haben – uuuaaaargh.

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