Wasserstandsmeldungen 2

Da flattert Post ins Haus.

„#AlarmstufeRot
Liebe Unternehmer*innen, Geschäftsführer*innen, liebe Kolleg*innen in der Veranstaltungswirtschaft,

wir wenden uns heute an Sie, um Sie um Ihre dringend benötigte Unterstützung für unsere Initiative zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft in Deutschland zu bitten.“

Pantoufle soll auch zur Demo am 9.9. nach Berlin kommen. Wird er aber nicht – wenn nicht noch irgend etwas sehr eigenartiges geschieht. Und was sollte geschehen? Demos sind bis auf Weiteres so kontraproduktiv wie ein Urlaub auf Malle oder das Ende der Sommerferien.

Marek Lieberberg versucht den Befreiungsschlag in Düsseldorf mit einem Konzert mit 13.000 Besuchern.
Das Projekt in Düsseldorf sieht er als “allerersten großen Schritt zur Rückkehr der Livemusik, ohne die das Herz der gesamten modernen Kultur stillsteht“.
Warum Lieberberg das macht, ist mir nicht klar. Eine Rückkehr ist das eben nicht. Eher ein allerletztes Aufbäumen.
Seit Mitte März keinerlei Umsätze mehr, keine Hilfen, die der Rede wert gewesen wären und ein Ende davon ist nicht im Ansatz in Sicht. Statt dessen Dialoge mit der N-Bank, die in Pantoufles Fall zuständig ist, die man nur mit „höhnisch“ und völlig unfähig umschreiben kann – auf der einen Seite die Nachfrage, ob es zu einer Auszahlung gekommen sei, gefolgt von der Aufforderung, zuviel gezahlte Gelder umgehend zurück zu zahlen. Ja, was denn nun? Der Eingang mehrerer dieser dadaesken Mails bewog mich dazu, wegen ihrer „Echtheit“ nachzufragen – sie sind es tatsächlich.
Die Veranstaltungsbranche ist in Deutschland die sechstgrößte Wirtschaftsbranche. Hier sind etwa 1,5 Millionen Mitarbeiter beschäftigt und es werden knapp 130 Milliarden Euro direkt umgesetzt.
Wurden umgesetzt. Vergangenheitsform bitte.
Wir freuen uns, dass wir für unsere Branche in der neuen Normalität den Weg mitebnen können, auf dem auch größere Konzerte wieder möglich werden.
Michael Brill (give Live a chance)
Bullshit! Völliger Bullshit! „Unsere“ Branche ist erledigt, am Arsch – aus und vorbei! Ein Vorzeigekonzert ändert daran überhaupt nichts und schon gar nichts an der Situation all derjenigen, deren täglich Brot keine 13.000 Zuschauer sind, sondern die kleinen Krauter-Veranstaltungen mit 300, 400 Leutchen. Kleinvieh. Clubs, Stadtteilfeste, ganz zu schweigen von Messen, Kongressen und dergleichen mehr.
Deswegen ist das in Düsseldorf ein falsches Zeichen – Brian Adams und Sarah Connor stehen dem Ausfall von Hunderten Tourneen gegenüber, Tausenden von Clubgigs, dem Ende einer Kultur, die sich nach Ende des zweiten Weltkriegs gebildet hat. Das mag man vorläufig noch durch dümmliche Youtube-Videos abfedern oder „Autokino-Konzerten“, damit einige sagen können, es wäre doch alles wie immer. Aber davon wird in einem halben Jahr niemand mehr reden, außer denjenigen, die sich das eiserne Kreuz ans Reverts heften „seht nur, was wir für die Kultur getan haben“.
Ersatzweise dessen der verbrecherische Unsinn einiger vollkommen durchgeknallter, die ihre Spaziergänge auf sogenannten „Hygiene-Demos“ verbringen und sich damit auch noch öffentlich brüsten. Statt Open-Air-Konzerten oder einem Kammerkonzertabend, nehme ich mal an – jedem die Kultur, die er verdient, „Querdenker 4711“ oder wie immer man sich nennt.
Der Rest guckt dann eben in den Mond…

Nur keine Angst – das wird keine neue Bastelarbeit! Oder kaum. Praktisch gar nicht!

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37 Antworten zu Wasserstandsmeldungen 2

  1. DasKleineTeilchen sagt:

    alter. is das? seh ich da links nen fang- und rechts nen hauptspiegel? geringste entfernung zum mars ist am 10 september…und dann erst wieda in 45 jahren.

    • Pantoufle sagt:

      Moin, kleines Teilchen

      Das ist ein Schiefspiegler nach Kutter von Lichtenkneker. Also ein Newton ohne Sekundärspiegel u.Ä. im Strahlengang. Oder Löcher im Primärspiegel.
      “geringste entfernung zum mars ist am…” und mit dem Kutter sogar noch etwas weniger.

      • DasKleineTeilchen sagt:

        ja sehr nettes teil; sieht ja nach ner ordentlich-absurd langen brennweite aus…gross isn der hauptspiegel?

        warste eigentlich auch auf kometenjagd?

        • Pantoufle sagt:

          Moin kleines Teilchen

          Kometenjagd? Ne, die sind mir zu schnell. Das Alter, der Rücken… Du weißt? Aber ich hab mir ein paar angesehen.

          125mm Durchmesser bei 3,5m Brennweite. Das geht eben hin und zurück und wieder hin – das läppert sich.

          • DasKleineTeilchen sagt:

            ick meente latürnich komet neuweise; jezz sach mir bitte nich, daß du bei deiner wohnlichen lage höchstwahrscheinlich kaum vorhandenen umgebungshelligkeit nich wenigstens mal durchs feldstecherokular geschielt hast…mein versuch bei grösster annäherung im lichtverseuchten berlin (und ja, ich war zu kaputt, um in die mark zu strampeln) war durchaus lohnend:

            https://imgur.com/a/EOcUgtN

            vollbild

            https://i.imgur.com/G7N4WZj.jpg

            ich bin durchaus freudig erstaunt ob der tatsache auch tatsächlich den extra langen, wohl ne 1/2 AU messenden iongastrail erwischt zu haben. bei den lichtverhältnissen in berlin ziemlicher knaller, selbst wenn dafür nen stack aus 60 shots nötig war.

            wirklich ein wunderschöner besucher aus den randbezirken, der da mal vorbeigeslingshottet ist.

            (dreieinhalb meter! alta! goil!)

          • Pantoufle sagt:

            Hihi… is ja witzig! Ja, den hab ich natürlich auch. Die Idee, das Rohr vom Schrank zu holen, kam mir natürlich drei Tage später.
            Ein wunderschönes Bild! Und das mitten in Berlin? Herzlichen Glückwunsch! Ich bin auch raus auf den (dunklen) Acker mit der D90 und und dem 180` ED – für soviel Komet brauchste keine Brennweite, aber da ist mir mal wieder aufgefallen, wie wunderschöne der Sternenhimmel ist. Und seitdem bin ich wieder mit Rohr. Hab noch etwas Problem mit Montierung, aber das findet sich. Leider ist der Lichtenkneker ziemlich schwer und die aus dem Kaufhaus geht da nicht. Aber das ist ein mechanisches Problem – also lösbar!
            Ne, ich hab 2 Nächte mit dem Feuerwerk der Perseiden verbracht, das war schon eine ziemliche Pracht und dafür genügt mein Sucher völlig (wenn überhaupt). Und im Moment ist sowieso Planeten.

          • R@iner sagt:

            @DKT: Ehre, wem Ehre gebührt. Tolles Foto!

          • Pantoufle sagt:

            ja, wirklich. Hab ich wohl auch noch nicht deutlich genug gesagt!

          • DasKleineTeilchen sagt:

            thnx ihr lieben; maximal verrauscht, rot rausgezogen und kontrast nahe overblown…nix gegen die richtigen freaks, die dann mal eben mit sowas hier abkrassen, DAS ist ja wohl mal der oberburner!

            (direct link: https://spaceweathergallery.com/submissions/pics/m/Michael-Jaeger-2020F320200723rgb-1_3_1595679049_lg.jpg)

            Und das mitten in Berlin?

            nich grade alex, aber weit weg issa nich; pankow/wedding, genau hier.

            da hat ich die meiste stadt im rücken, trotzdem isses auch aufm nassen 3eck so schweinehell, dassde nach 10 minuten gewöhnung denkst, du stehst in gelben vollmondlicht..

        • Cooles foto. Des kometen wegen bin ich anfang juli zu nachtschlafender zeit durch den dunklen park gestolpert – nicht erfolglos, beweisfotos gibt es leider keine. So gut fotografieren kann ich dann auch wieder nicht.

          Planetengucken ist viel bequemer. Saturn kann ich sogar auch tagsüber sehen, wenn ich mich nur ein klein wenig bemühe. ^^

  2. M. Sobol sagt:

    ich bin mir nicht mehr so sicher, wer hier alles so durchknallt! In Deiner Situation ist zwar vieles verständlich, doch Menschen beleidigen, die nicht wie das Kaninchen auf die Schlange starren, da hätte ich Dir mehr zugetraut. Jedenfalls die Spaltung ist erreicht – Check, nun muss der Rest der politischen Pandemie noch nach Plan verlaufen… Ick wees, ich Aluhut oder war es Nazi – egal.

    • Pantoufle sagt:

      Was mich immer wieder fasziniert hat, ist der Teil der Masse, der sich (bzw. vorzugsweise anderen) ein Bein abhackt und das dann großspurig als Dienst an der Menschheit verkauft.
      „ich bin mir nicht mehr so sicher, wer hier alles so durchknallt!“
      Das ist ein erster Schritt!
      Denk noch mal gründlich nach.

  3. M. Sobol sagt:

    Das tue ich seit Monaten, mit etwas fachlichen Background und komme eben zu dem Ergebniss, es gab keinen (medizinischen) Grund Menschen ihre Existenz zu rauben, von einander zu distanzieren und Menschen mit wenig Restzeit den Kontakt zu den engsten Vertrauten zu entsagen!
    Das Du das trotz eigener Betroffenheit anders siehst, wäre völlig in Ordnung und wahrscheinlich völlig Rille – nur Zitat: “Ersatzweise dessen der verbrecherische Unsinn einiger vollkommen durchgeknallter, die ihre Spaziergänge auf sogenannten „Hygiene-Demos“ verbringen und sich damit auch noch öffentlich brüsten.” – Zitat Ende, ist dann eine solche Aussage diffamierend für die Andersdenkenden. Was gibt Dir das? Bist Du sicher, wir sollten alle Deiner Meinung sein? Wäre mir für mich gesprochen zu öde…
    Ich finde es wirklich Schade, dass Du ohne solchen Verbaldiarrhoe nicht auskommst.

  4. M. Sobol sagt:

    Was wenn Du Dich in Deinem schlauen Wirwarr verrannt hättest? Keine Überlegung wert? Definitiv bist Du ausdruckstechnisch oben falsch abgebogen. 😉

    • L´Andratté sagt:

      Demos auf denen Reichskriegsflaggen geschwungen werden, sind leider indiskutabel, egal was für schlaue Blicker da sonst noch mitlaufen. Die beste Suppe schmeckt nicht wenn da ne Kackwurst drinschwimmt.
      (;

      • Pantoufle sagt:

        Moin L´Andratté

        Das sind keine „Reichskriegsflaggen“, sondern indische Glückssymbole oder altgermanische Sonnenzeichen oder Sigrunen oder sonst irgend ein Scheiß. Das hat überhaupt nix zu bedeuten und man ist ja nur wegen der Sache da. Sachlich sein heißt deutsch sein (Diederich Heßling).
        Außerdem ist das nur ein Zeichen dafür, mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung auf einer Seite zu stehen. Für Hygiene, Demokratie und Schnupfenfreiheit.

    • Pantoufle sagt:

      Also noch mal langsam und im Guten: Ausdruckstechnisch handelt es sich um die diplomatische Variante dessen, was ich tatsächlich denke. Was definitiv fehlt, wenn ich Dich und deinesgleichen auf dem Nachbarblog betrachte, ist das Wörtchen „ kriminell“. Kriminell und abgrundtief dämlich. Und falsch abghebogen, weil Du Dich sofort angesprochen fühlst? Das gab`s hier öfter schon. Kaum sagt man „ seht euch diesen Idioten an“, kommt exakt derjenige geloffen und besteht darauf, keiner zu sein.
      Was willst Du eigentlich von mir? Die Bestätigung, daß ich die letzte Mondfinsternuß für die Verschwörung von Bill Gates, dem RKI und Angela Merkel halte? Das hättest Du gerne schriftlich?
      Für wie bescheuert hältst Du mich eigentlich? Nein, nicht mich -das ist vollkommen nebensächlich. Aber den Rest der Welt, das wäre schon interessanter. Im Gegensatz zu Dir habe ich nachgedacht: Darüber, warum die mir den Hals umdrehen und ob ich das, was ich sage und denke (tun kann ich wenig) vor meinen Kindern verantworten kann. Da ich keinen „etwas fachlichen Background“ habe, weil ich mal aus eigenem Antrieb ein Alka Seltzer eingeworfen habe, sehen meine Antworten etwas anders aus als der Durchfall in den Kommentarspalten einiger Blogs. „Wir, die Wissenden!“ gegen die Schlafeschafe. Hast Du Dir eigentlich mal die Auswürfe dieser Freakshow bei Euch nüchtern angesehen? Kannst Du das überhaupt noch?

      Was mir zu Dir und deinesgleichen noch einfällt, ist ein Tucholsky-Zitat.
      Merkwürdig, was dieselben zweitausend Menschen zu gleicher Zeit sein können: unsere tapferen Krieger; Mob; Volksgenossen; verhetzte Kleinbürger. Wie man eine Masse anspricht, so fühlt sie sich.

      Ist (leider) nicht von mir. Und jetzt entschuldige mich bitte – ich hab da noch ein paar (mechanische) Probleme, die jetzt wichtiger sind.

  5. Waswegmuss sagt:

    Nach sehr langer Zeit wieder ein Kommentar von waswegmuss.

    Sorry, ich musste erst mein Sein wieder auf die Reihe kriegen. Demnächst wird auch wieder gebloggt. Ich muss nur endlich einmal den Arsch hochkriegen.
    Beef: Es ist nicht nur Corona, dass die Irgendwas-Szene und Sexarbeitsgeschichten lahmlegt. Es ist nebenher noch ein recht praktischer Hebel die Drogenszene und den illegalen Menschenhandel teilweise lahmzulegen. Teilweise.
    Wer waren noch einmal die besonders aggressiven Leute von Stuttgart und Frankfurt? Den Ameisen bricht auch der Umsatz weg und sie sind schlich einfach zu dumm zu kapieren, dass sie damit alles in den Orkus stürzen. Auch dieser einfach denkende Konzertveranstalter gehört dazu. Gerade diese Veranstalter hätten rechtzeitig das Heft in die Hand nehmen müssen, um kleinteilig anzufangen.
    So treten sie, wie Du zu Recht schreibst, den ganzen Rest in den Abgrund.
    Liebe Konzertveranstalter: Ihr seid nicht kreativ oder innovativ – ihr seid schlicht und einfach gierig.

    • Pantoufle sagt:

      Moin Waswegmuss

      Ach, daß ist ja schön, wieder von Dir zu hören!
      So, Du willst wieder bloggen? Mich persönlich würde das natürlich freuen. Auch wenn ich mir einen geschickteren Zeitpunkt dafür gewählt hätte. Es ist im Moment sehr… polarisiert.

      ihr seid schlicht und einfach gierig.
      Das war noch nie anders und warum sollen sie ausgerechnet jetzt damit beginnen, ihren Job aus Altruismus zu machen. Und wenn der Lieberberg „ausgerechnet jetzt“ seine Duftmarke setzt und mal wieder ein Konzert machen will… irgend einer macht natürlich den Anfang! Ich freue mich für die Kollegen, die dann wenigstens ein paar Tage was verdienen. Vielleicht reicht`s ja für die Krankenkasse und einen Monat Miete. Mehr ist es ja auch nicht. Es sind nicht nur die Konzertveranstalter, die da Geld verdienen. Es gibt ja nichts zu tun. Rein gar nichts, außer Füße stillhalten und auf den Knall warten. 5 Monate geht das jetzt schon und weitere 5 Monate werden folgen.
      Genug!
      Wie Du ja weiter oben lesen kannst, gehen die Analysen etwas auseinander. Aber so ist das nun mal, wenn man sich eine „progressive“ Weltanschauung für lau zu eigen machen kann. Zeitgeist – die einzige Art von Geist, die nicht wehtut (KT).

      Gerade diese Veranstalter hätten rechtzeitig das Heft in die Hand nehmen müssen, um kleinteilig anzufangen.

      Dann würden sie jetzt genau so dämlich dastehen wie die „Hygiene“-Spaziergänger! Solchen Unsinn hätte wenigstens ich nicht mitgemacht.

      • Waswegmuss sagt:

        Gerade jetzt muss man bloggen. Bloggen entschleunigt. Zumindest den Blogger. Twitter und Konsorten beschleunigen.

        Was die Kleinteiligkeit betrifft sind wir wohl verschiedener Meinung. Das ist erlaubt – schließlich stehen wir an der gegenüberliegenden Seite dieses Geschehens. Veranstalter, Messebauer, Schausteller und ähnliche Sparten hat es hart getroffen. Wieso stellt man nicht einfach eine Achterbahn mietfrei auf einen Festplatz und läßt das Ding laufen. Hygienepläne sind dort einfachste einzuhalten. Das gleiche gilt für Kirmesbuden. Da könnte man durchaus auch ein paar in eine Fußgängerzone streuen.
        Nur Clubs und Konzerte – echte keinen Plan.

  6. Siewurdengelesen sagt:

    Moin Pantoufle

    Es ist und bleibt eine Misere und Eure Ämter scheinen da “ganze Arbeit” zu leisten. Das Deppenspiel aus Textbausteinen in Endlosschleife und das Bäumchen-wechsle-Dich bei den Zuständigen hat ja System und ist bekannt. Welche Auswege es da gäbe ausser direkter Hilfe – dazu habe ich immer noch keinen Plan…

    …bei meiner Tochter war das ganz ähnlich, der wurde als Studentin ebenfalls wie erwartet erstmal pauschal der Antrag auf Hilfe abgelehnt, aber nach dem sofortigen Widerspruch ging es dann merkwürdigerweise?!

    Wenn man als Bedürftiger am Tropf hängt, ist man halt im Zugzwang und die Ämter sitzen dann mit der bewilligten Kohle irgendwie auf einer Art zinslosen Kredit, wenn sie das Auszahlen so lange als möglich verzögern und die Höhe nach gusto festlegen. Der Trottel, der es braucht, kommt schon wieder angebettelt und ist froh, dass er überhaupt etwas bekommt.

    Ein paar coolen Bands habe ich über den Shop und/oder Spenden geholfen, bei solchen Veranstaltern, wie es bei Dir der Fall ist, wird´s schwierig. Das sommerliche “Ersatz-Wacken” haben ja mit virtueller Bühne + Publikum auch wieder die Grossen unter sich abgemacht. In der hiesigen Gegend läuft das ebenfalls eher auf lokaler Ebene in der Form, dass sich Kleinkunstveranstalter im Park oder sonstwo treffen und dann viele Dinger eher mit Manpower als wirklichem Equipment abziehen. Ähnlich wie bei den Kneipen ist das eher ein über Wasser halten als Einkommen und sinnvolles Arbeiten.

    Derzeit bin ich noch in unserer Dienststelle bei einem Kollegen dran, der etwas “Pech” mit der Krankenkasse hatte und dem dadurch Geld gepfändet wurde usw. Ehe das über den Rechtsschutz der Gewerkschaft durch ist, braucht der erstmal anders Kohle und ich hoffe, dass da wenigstens etwas für seine Familie herum kommt. Jeden Tag ein neues Elend – sic!

    Was die Kontroversen innerhalb Kleinbloggershausen betrifft, so ist es eigentlich nur noch köstlich;-)

    Löckt man etwas wider den Stachel, weil die sachliche Argumentationsebene ohnehin längst verlassen wurde, dann ist man vom Salonbolschewiken bis zum Hygiene-Faschisten einmal alles durch den Gemüsegarten trotz eher “sachlicher” Argumentation. Wo ich mir die ganzen Orden so hinstecken soll, weiss ich schon gar nicht mehr.

    Klopft man dann auf Holz bei der quasi demnächst bevorstehenden Weltrevolution, dann will man völleischt doch lieber nur wieder die kleinbürgerlichen Verhältnisse der ollen BRD mit Kneipe, Kino und ohne Maske, soweit sich das aus dem ungeschriebenen Kontext erfassen lässt. Das trifft m.E. auf die meisten der Protestierenden ohne einen ideologischen Hintergrund zu.

    Am Ende sehnt man sich also trotz aller Lautheit nach genau dem System, welches diese Scheisse doch erst eingebrockt hat und welches auch für die jetzigen Begleitumstände “verantwortlich” ist.

    Dann noch zu erkennen, dass ausgerechnet die Vorwürfe wie das persönliche Angehen aus der selbstgewählten Opferecke und permanente Selbstbestätigen durch die immergleichen “Fakten” eher auf die Kommentatoren der eigenen Sichtweise zutrifft, ist schon nicht leicht. Die Mimimi-Bescheinigungen reichen schliesslich auch nicht ewig;-)

    In vielem liesse sich ja durchaus eine Art Konsens finden und das dieses Thema durchaus auch sachlich ausgewertet werden kann, sieht man z.B. am Beitrag Jens Happels auf Deliberation Daily.
    Wenn aber offensichtlich Tatsachen wie das Unterlaufen der Proteste durch Rechte bis zum Nonsens über Gates, Impfzwang und das auch nach wie vor bestehende Risiko eines erneuten Aufflammens der Epidemie schlicht negiert werden, hat es keinen Sinn.

    Und das dabei der eigene – selbstverständlich auch der meinige – und damit beschränkte Blick um sich selbst und auf vielleicht noch die Zustände in D nicht das ganze Bild zu Corona weltweit abdecken, wird ebenfalls ausgeblendet.

    PS. Falls Du eine Tankfüllung brauchst, sage Beschoiiiid;-)

    • Pantoufle sagt:

      Guter Link – auf der Basis kann man diskutieren.
      Und so geht der Gesinnungscheck, der als Faktencheck deklariert ist weiter und weiter.
      Und an dem Punkt klinke ich mich einfach aus. Ich habe, wie ich bereits an anderer Stelle anmerkte, ein paar mechanische Probleme (und elektronische und die Wäsche und die darbenden Rosen im Garten und und und).
      Wenn aber offensichtlich Tatsachen wie das Unterlaufen der Proteste durch Rechte bis zum Nonsens über Gates, Impfzwang und das auch nach wie vor bestehende Risiko eines erneuten Aufflammens der Epidemie schlicht negiert werden, hat es keinen Sinn.
      Genau so isses. Es ist Zeitverschwendung. Zeit, von der ich gerade im Übermaß habe und die ich gedenke, soweit wie möglich sinnvoll zu nutzen.

      Ich will dabei das Bemühen einiger weniger (10 Millionen am 29. August) nicht verkennen, sich sachlich mit der Rüsselpest auseinanderzusetzen, allein misstraue ich der Vernunft von Millionen, wenn es schon bei 5 Kommentatoren auf einem Blog nicht klappt, die Sperrfeuer gegen jeden noch so schüchternen Einwand schießen.

    • Moin Siewurdengelesen,

      sachlich sicherlich bis zu gewissem grad. Für einen corona-verharmloser fast gut. Nur leider auch voller halb- und unwahrheiten:

      Beispielsweise schreibt dieser Hampel am 13. august, daß man die »isolationshaft« in den pflegeheimen aufheben müsse. Davon, daß man die mündigen bürger in pflegeheimen nach einer kurzen sperre seit monaten wieder besuchen kann, hat dieser befreier der pflegebedürftigen offensichtlich noch nie etwas gehört.

      Dann behauptet er, daß die schulden, die Deutschland gemacht hat unvorteilhaft wären, weil sie in den konsum gingen und nicht in investition. Das ist ein neoliberales dogma aber kein naturgesetz. Wahrscheinlich wären dem Pantoufle ein kleines bißchen mehr staatsschulden für den konsum recht gewesen, wenn er davon drei öre und täglich smörrebröd bekommen hätte.

      Angeblich ist die maskenpflicht schuld, daß die läden in der innenstadt kaputtgehen. Das war vor coronazeiten schließlich noch nie ein thema. Wenn ich was brauche, ist die bappenwindel nun wirklich das letzte, das mich dran hindert, in einen laden zu gehen und es zu kaufen.

      Und nicht zu vergessen: der arme, unterdrückte Suchard Bacardi. Der hat gemeinsam mit seiner ehefrau ein buch zusammengeschmiert, es heißt bestseller oder so ähnlich, und bekommt in den leitmedien überhaupt keinen raum obgleich er doch ein ausgemachter experte für selbstvermarktung ist.

      Aus meiner sicht ist das eine verkehrte ausgewogenheit, ungefähr so, als ob ich homöopathen zur diskussion einlade, wo es doch da nichts zum diskutieren gibt.

      • Siewurdengelesen sagt:

        Moin zurück Mechthild

        Mir ging es nicht so sehr um den Tatsachengehalt, sondern um die Art des Diskutierens.

        Das vieles der beklagten Zustände nicht Corona, sondern System sind, ist doch völlig klar. Dabei dachte ich, das ist mit diesem Absatz ausreichend beschrieben:

        “Am Ende sehnt man sich also trotz aller Lautheit nach genau dem System, welches diese Scheisse doch erst eingebrockt hat und welches auch für die jetzigen Begleitumstände “verantwortlich” ist.”

        Die nächste schöne Nummer ist doch schon das von “Scholz – die Zukunft des Untergangs der SPD” angedachte Verlängern des Kurzarbeitergeldes, auf dass noch mehr Staatsknete in die Konzerne geblasen wird und die damit “Geretteten” für maximal 80% Gehalt weiter über 100% ihrer Arbeitskraft verkaufen können, solange sie es noch dürfen…

  7. flatter sagt:

    Eigentlich ist das mit der Sachlichkeit gar nicht so schwer. Du musst nur so moderieren, dass alle Beteilgten verpflichtet sind, die Kernaspekte der Sache und bereits hervorgerbachte Argumente zu berücksichtigen und Argumentationen nicht zu wiederholen. Dann ist es bald sehr ruhig und du kannst dir die Freakshow woanders angucken ohne mitmachen zu müssen.

    Ich hätte ja auch gern so ein Newtonschens Sternzählrohr, aber hier im Pott ist nie Nacht, dat lohnt nich.

    cheers

    • Pantoufle sagt:

      “Ich hätte ja auch gern so ein Newtonschens Sternzählrohr”
      Einfach einen Feldstecher. Es gibt da so ein (ziemlich kompaktes) Teil, das sehr empfehlenswert ist. Aus China, aber das hat ja nix zu bedeuten. Interessiert?

      Über das Moderieren: Ja, stimmt! Nur das mit dem ” beim Thema bleiben” hat bei mir keine großartige Tradition.

  8. flatter sagt:

    Interessiert bin ich. Aber Feldstecher? Ich hab ja auch ein Ding, mit dem man Sachen groß gucken kann, aber das wackelt auch nach dem dritten Bier noch im Takt meiner Pumpe. Nee, lieber was Rchtiges. Ist das aus China was Richtiges?

  9. Moin Pantoufle,

    was ist das vernünftigste, wenn man etwas gegen eine leicht übertragbare seuche tun möchte? Man trifft sich mit möglichst vielen, damit mehr leute etwas davon haben.

    Das engagement der coronalatscher scheint so langsam wirkung zu zeigen, denn freitag kam die meldung, daß Berlin-Mitte der bezirk mit den zweithöchsten neuinfektionen in den vergangenen sieben tagen in Deutschland ist. Das ist kein grund zur panik – aber ein zeichen, weiterhin umsichtig zu bleiben und nicht nachlässig zu werden.

    Ein konzert wie das in Düsseldorf zeigt meiner meinung nach eher, daß eben leider überhaupt nichts »normal« ist: ein großveranstalter ist imstande, ein relativ großes konzert mit ungefähr einem fünftel des potentiell möglichen publikums stattfinden zu lassen. Die vielen veranstalter, die schon immer ein eher kleines nieschenpublikum bedienten, können das nicht. Vielleicht bin ich fantasielos, aber ein punkkonzert mit sitzplatzpflicht kann ich mir nicht vorstellen.

    Am 29. august wird es hier richtig rund gehen, weil dann mit einem millionenmob zur abwechslung einmal wieder das system aus den angeln gehoben wird, gähn.

    • Pantoufle sagt:

      Ein konzert wie das in Düsseldorf zeigt…
      … leider gar nichts. Außer, daß man nach wie vor keine (musikalischen) (Groß)Veranstaltungen machen kann.
      Darum ging es mir ja primär in meinem Text: Wen interessiert schon Sarah Connor? Auch wenn es für mich persönlich nicht zutrifft – der überwiegende Teil meiner Kollegen verdient seine Kohle mit dem „Kleinvieh“. Clubgigs, Stadtteilfesten, kleines Openair hier, Messe da. Davon kommt zwar nichts in die Presse und das fällt auch nicht so auf wie Wacken oder das Hurricane-Festival, existiert aber eben doch. Und zwar 1000fach mehr als die Monsterveranstaltungen.
      Und genau darüber täuscht Lieberbergs Veranstaltung hinweg – darüber, was da tatsächlich fehlt. In unserem Dorf finden dieses Jahr 3 Veranstaltungen nicht statt. Gesamtmenge der Zuschauer <300-400 in total. Von dem sozialen Schaden, den das Fehlen auf Dauer anrichten würde, einmal abgesehen. Die umgekippten Obstkisten, auf denen irgend jemand zur Gitarre seinen Mangel an Talent darstellt, sind eben auch ein (bemerkenswert großer) Teil von Kultur.
      Ich sehe es vor mir, wenn ich der Tante im Arbeitsamt erzählen muß, was alles nicht geht – die erwidert mir doch „Ach sehen Sie , Herr Pantoufle, Sarah Connor, Brian Adams, Attila Hildmann… es gibt doch Veranstaltungen! Da muß es doch auch Arbeit für Sie geben! Nun seien Sie doch nicht so phantasielos“

      Am 29. august wird es hier richtig rund…
      Immer diese Kleinstveranstaltungen!

      Das engagement der coronalatscher scheint so langsam wirkung zu…
      Ja, ich reagiere zunehmend gereizt auf Coronalatscher.

  10. Publicviewer sagt:

    [Laber…]
    Es hat nie eine Pandemie gegeben.
    [die Sülz…]
    Ich hatte schon mehrfach in etlichen anderen Foren im Dezember 19 darauf hingewiesen.

    [dann wird es wohl stimmen! Wenn Publicviewer das im 19. Dezember gesagt hat… Also noch mal an alle, deren Kommentare ich von WordPress zur Moderation vorgelegt bekomme: Bermuda-Dreieck, Reichsbürger, das Brieselanger Licht, die Zombie-Apokalypse, Erdbebenmaschinen, Lichtnahrung, der Tod der Lady Di, Kornkreise, Aliens und Naziflugscheiben gibts hier nicht!
    Und wenn schon, dann doch bitte die Zombie-Apokalypse!
    Der Säzzer
    ]

  11. da]v[ax sagt:

    Ach pantoufle, es tut mir so leid, was im Moment alles abgeht. Sowohl im Netz als auch außerhalb davon. Drinnen lauter Trottel, draußen auch, dafür aber keine Konzerte mehr und mein Lieblingstonmischmann geht pleite. Es ist echt Apokalypse ey.

    Also verkrieche ich mich wieder in virtuellen Welten und wer mich da nervt, wird diskussionslos platt gemacht. Das hat zwar mit Leben® nix zu tun, vertreibt aber die Zeit. Ach ja, und ich klampfe weiterhin völlig talentfrei vor mich hin, vermeide dabei aber tunlichst umgestürzte Obstkisten 🙂

    Sollte es dich wider Erwarten doch mal in den Süden verschlagen: auf meinem Balkon kann man sozialdistanziert sowohl leckeres süddeutsches Bier trinken als auch Wein.

    Halt die Ohren steif, Digger!

    PS: Bloggen entschleunigt? Mich leider nicht. Kaum mache ich mal etwas lauter die Klappe auf, kommen genau die gleichen Tüpen wir hier angeflogen und führen derart sinnlose Diskussionen, dass meine Bloglaune direkt einen Herzinfarkt bekommt.

    • Pantoufle sagt:

      Moin da]v[ax

      »und mein Lieblingstonmischmann geht pleite.«
      Korrektur: „Sys-ing“ und „ist pleite“. Aber das ist eigentlich nebensächlich, weil das im Moment überall vorkommt. Also nicht apokalyptisch, sondern Mainstream.
      Diejenigen, denen es im Moment noch zu gut geht, scheinen ihren beliebtesten Zeitvertreib darin zu finden, Twitter, Facebook und eben die Kommentarspalten der Blogs vorzugsweise mit halb-religösem Spam vollzukleistern. »…sinnlose Diskussionen«? Eine Diskussion ist es erst, wenn man sich darauf einläßt. Läßt man es und beseitigt den Spam aus dem eigenen Blog, versammeln sie sich woanders – wo er dann so konzentriert aufläuft, daß man nicht mehr diskutieren muß, sonder das Elend selbsentlarvend auf dem Spiegel wie eine Koksline erscheint.
      »Ich kann nur hoffen, daß am 29.08.2020 viele Millionen Menschen nach Berlin kommen — fröhlich, frei, tolerant und aufgeklärt.«
      »Ich hatte an Hand der aktuellen Sterbedaten der letzten 5 Jahre versucht festzustellen, ob durch Corona irgendwelche Annormalitäten festzustellen sind — keine Abweichungen!«
      »Sehr schön zusammengefasst. Tatsächlich wurde Corona als „neues Reichstagsbrandereignis“ benutzt, um ein Ermächtigungsgesetz zu verabschieden.«
      Und besonders schön, weil die Grenze zum Wahnsinn selten mit mehr Pauken und noch mehr Trompeten übersprungen wurde:
      »HERZZERREISSENDE REDE EINER MUTTER AUF DEM ELTERNABEND«
      Darunter steht dann der weiterführende Link »Sie wollen eure Kinder töten und euer Genmaterial stehlen«. Ein wenig googeln reicht, um beim Kopp-Verlag und Campact zu landen – Qanon und AFD inklusive. Man muß nicht sehr tief bohren, um in einem Sumpf von Faschisten und anderen Gehirnamputierten zu versinken.
      Deswegen ruhig den Spam löschen – wir sind als Blogger nicht verpflichtet, den Zeugen Jehovas, „Klimaleugnern“ und anderen alternativen Wahrheiten eine Bühne zu geben.

      Sollte mich mein Weg mal wieder in Deine Richtung treiben, werden wir darauf ein großes Glas des nunmehr lokalen Bieres leeren!

      • R@iner sagt:

        Was mich an diesen Vollidioten fasziniert, ist die Penetranz, mit der sie andere von ihrer Weltsicht überzeugen wollen.
        Gehe ich etwa in ein Forum der spddcufdp oder sonst irgendeiner Partei und erzähle denen, wie scheiße ich sie finde?
        Oder will ich bei kath.net, pi.news oder tichyseinblicke jemanden davon überzeugen, für wie bescheuert ich sie halte?
        Bin ich etwa blöd?
        Was für eine grandiose Zeitverschwendung.
        Da fühle ich mich bei euch Systemlingen doch gleich viel besser aufgehoben.

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