Wasserstandsmeldungen

Am 04.03.20 um 11:49 schrieb Kurt:
Hallo Pantoufle,
die Fähre Puttgarden – Rødby kostet 158€ hin und Rückfahrt. Kannst Du das auslegen?

Ja, kann ich. Mit Grimmen, aber ja. Zumal ich das Geld ja bei Ankunft wahrscheinlich wiederbekommen hätte. Und außerdem: Für 3 Wochen Tournee mit einem obskuren Orchester durch Skandinavien muß man schon mal etwas Kleingeld auslegen. Vom Tourcatering hatte ich auch nicht viel Gutes gehört – das könnte sich also fortsetzen. Immerhin spült das rund 7000€ in die Kasse. Dafür kann man einiges.
Bevor ich am nächsten Tag den bestellten Mietwagen abholen kann, ist Dänemark wegen Rüsselpest vorübergehend gesperrt. Die Tournee schrumpft um eine Woche und – wenig überraschend -, wurden die Termine in Schweden und Finnland natürlich 2 Tage später ebenfalls abgesagt.
So fing das an.

Was bleibt, ist eine unbezahlt Fahrkarte nach Rostock HBF, zweiter Klasse ohne Reservierung. Die Konzertkarten behalten natürlich ihre Gültigkeit.
Und von der Agentur habe ich auch noch etwas gehört. Es scheint sie noch zu geben und im November soll die Tournee nachgeholt werden. November. Ob mit dieser Agentur, diesem Verleiher von Licht und Ton… ?

Eine telephonische Anfrage an einige Kollegen und Verleiher am Wochenende „was machen Eure Leute?“ 80, 90 % in Kurzarbeit, der Rest »Autokonzerte« und ähnlichen Unsinn. Stationäres Autoradio mit Parkplatz; an sich schon eine Perversität ohnegleichen. Gedämpfter Zweckoptimismus. »Dieses Jahr nichts mehr«. Ein Jahr Berufsverbot. Das ist eben Pech, wenn man sich als Selbständiger verdingt; die Festangestellten haben wenigstens noch ihr Kurzarbeitergeld.

»Schützenplatz Hannover. Die Band Revolverheld spielt ein ausverkauftes Konzert im Autokino. Vor der Bühne stehen etwa 1000 Autos. Dass der Sound aus den UKW Radios gut klingt, ist der Job von Ton-Techniker…«

Mit dem Kollegen (Mathias Scholl) würde ich mich gerne mal unterhalten. Am besten Abends bei einem Bier und ohne Geplärre aus dem »Autoradio« über eine Definition von Ausverkauf und gutem Sound aus Autoradios. Immerhin hat er mit dieser Parodie ja noch Glück gehabt. Autoradio statt Blumengießen.

Und dann fällt in dem NDR-Artikel auch der passende Satz:

»Der Ton-Techniker bedient das Mischpult, das ihm ein Veranstalter stellt. Angestellte, Miete für Büroräume oder Leasing für Equipment hat er nicht. Und damit auch keine Chance auf Geld aus dem Corona-Hilfsprogramm des Landes Schleswig-Holstein.«

In Niedersachsen wohl auch nicht. Nach Aussagen meiner Kollegen sieht es in NRW wohl ein klein wenig besser aus. In Schleswig Holstein anders als Hamburg… Jedes Bundesland hat sich einen eigenen Weg überlegt, einem den Hals umzudrehen.
Nicht nur den Technikern.

 

»Der Generalsekretär des Deutschen Musikrates, Christian Höppner, erklärt am Telefon, dass viele freie Musiker und Musikerinnen mit einem durchschnittlichen Jahresbruttoeinkommen von 13.000 Euro ohnehin am Rande des Existenzminimums leben«

Etwas mehr als 13.000€ Brutto waren es zum Glück schon, aber mit großer Familie zu wenig für »Rücklagen«, wie ich der herzerfrischenden Tante von der Agentur für Arbeit versichern mußte. Was meinen »Beruf« ausmacht und womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene, konnte ich ihr nicht erklären so wenig wie ein 9-Mlliarden Euro Sponsoring aus Steuergeldern an die Lufthansa.
Wessen größtes Problem ist, dieses Jahr nicht an irgend einen verlotterten Strand in irgend ein Urlaubs-KZ fliegen zu können, hat vermutlich wenig Einfühlungsvermögen für diese Art von Problemen: »Waren Sie schon mal mit jemand berühmten unterwegs?« Das ist dann genau die Art von Fragen bei denen man einfach nur noch zuschlagen möchte. Das hat schon seinen Grund, daß die für den Publikumsverkehr zur Zeit gesperrt sind.

Rund eine Million Licht- und Tontechniker, Rigger, Cateringpersonal, Produktion und verwandte Beschäftigungen (der »Veranstaltungswirtschaft«) gibt es hierzulande. Freunde, Kollegen, die es als erste erwischt hat und die am längsten davon betroffen sein werden.

Es fällt schwer die Einschätzung von Generalsekretär des Deutschen Musikrats, Christian Höppner, zu teilen:

»Dass also dieser Shutdown im Moment, diese künstliche Verpuppung ins Privatreich, ohne kulturelle Erfahrungen und Erlebnisse, dass das einen neuen Hunger erzeugen wird nach Livebegegnungen, das ist eigentlich die frohe Botschaft.«

Wenn mancherorts bereits über den Sinn und Unsinn von Umarmungen oder dem schlichten »die Hand geben« diskutiert wird (als würde es darüber auch nur das Geringste zu diskutieren geben), bleibt für die »frohe Botschaft von Livebegegnungen« wenig Raum. Folgt man den Nachrichten und Berichten der Betroffenen, steht Kultur gerade auf Hatz IV und an dieser Einstellung wird sich in Absehbarer Zeit wohl nichts ändern. Denn dann müßte seit geraumer Zeit eine Diskussion darüber stattfinden, was das Fehlen von Kultur anrichtet.

»Einmal rief ich an, um zu fragen, wie der Stand der Dinge ist. Da hieß es im übertragenen Sinne: Füße stillhalten, sonst verzögert sich die Auszahlung. Es ist ein ungleiches Verhältnis. Wenn ich dem Staat Steuern schulde, dann holt er sich das Geld, mit aller Macht. Wenn es sein muss, wird ja auch schnell gepfändet. Aber umgekehrt ist man machtlos. Ein vernünftiger Ansprechpartner würde schon reichen.«

Nein ich glaube an gar nichts mehr. Einen #Aufschrei gibt es erst, wenn die Flüge nach Malle ausfallen.

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19 Antworten zu Wasserstandsmeldungen

  1. Peinhart sagt:

    Eine immer noch einigermaßen Berühmte immerhin hat einigermaßen passende Worte gefunden – ich zitiere mal, weil passenderweise nicht frei zugänglich bzw verlinkbar:

    “Violinistin Anne-Sophie Mutter hat der Politik vorgeworfen, sich gern mit großen Orchestern und mit Musikern zu schmücken. Dies werde oft auch getan, um diplomatischen Boden zu bereiten, sagte die Star-Musikerin der “Süddeutschen Zeitung”. Die Präsenz deutscher Kulturträger, Musiker, Solisten, Orchester und Komponisten diene als freundlicher Türöffner und somit dem Aufbau von Handelsbeziehungen, etwa nach Asien. Doch wenn Kultur plötzlich Geld koste, “wird sie unangenehm”.

    Man bewege sich auf diesem Feld zwischen zwei Extremen, monierte die 56-Jährige. Auf der einen Seite gebe es die “völlig übertriebene Glorifizierung und Heilsbringung der Kunst und Musik”. Auf der anderen Seite seien nach dem Corona-Shutdown Baumärkte und Autohäuser vor Museen geöffnet worden. Mutter erinnerten daran, dass es immer die Kultur, die Musik, die Literatur, der Film, die bildende Kunst sei, “zu der wir uns wenden an Scheidepunkten im Leben”. Das gelte in schönen Momenten, aber auch in jenen, die emotional schwierig seien.”

    Man wird es aber allenfalls ‘interessiert zur Kenntnis nehmen”. Hier wird’s noch deutlicher, interessiert dann aber gleich auch noch um so weniger. Die unterschätzen offenbar aber auch eure Systemrelevanz, obwohl man doch schon mehr als deutlich genug sieht, auf was für Ideen die Leute sonst so kommen…

    • Pantoufle sagt:

      Moin Peinhart

      Oh, Mann…brummt mir der Schädel! Gestern zum ersten Mal seit Monaten in meinem Weinlokal wieder den Putz rieseln lassen. Nie wieder Hütchenspiel, nie wieder polnische Frauen,nie wieder Alkohol…

      Da hat die Anne-Sophie Mutter vollkommen recht. In der E-Musik ist das ja auch ungetrübt für jeden sichtbar.
      Aus meiner eigenen Erfahrung könnte ich noch Geschichten beitragen, die sich ereignen, wenn die Verhaltensmuster hochoffizieller VIP`s hinter der Bühne ins debile abgleiten. »Aus dieser Dose hat Campino gesoffen«, »Diesen Zigarettenstummel hat Willy Nelson berührt«, »Auf diesem Stuhl hat Dolly Parton gesessen«. Sturzbesoffen von der eigenen Ergriffenheit und gebettet in Senilität alles, aber auch wirklich alles tun, um vom vermeintliche Starruhm ein kleines Lichtlein abzubekommen.

      Mir fällt in dem Zusammenhang noch das Theater ein. Intendantenwechsel am einem Staatstheater: Auf einmal ist das Geld da, was für die einfachsten Dinge des tägliche Lebens immer fehlte. Erstens um den Hallodri einzukaufen, dann für seine ganze Bagage, die er mitbringt (»Ich kann ohne diese 20 hochqualifizierten Speichellecker nicht arbeiten!!!«) und natürlich für die Unordnung, die er für mindestens ein Jahr in der Maschinerie anrichtet.
      Pro-Tip: Diese grenzdebilen Idioten feuern und das dadurch freiwerdende Geld an die Schauspieler, Musiker und Bühnenarbeiter verteilen.

      Den TP-Artikel kann ich nach mehreren Wochen Behördenmarathon nur voll und ganz bestätigen. Ich würde mein Fazit allerdings anders formulieren: Es fehlt bereits der Wille, die Vorgaben aus der Politik umzusetzen, da sie den eingefahrenen Dienstablauf stören. Besonders schön sichtbar wurde das bei einem längeren Gespräch mit der IHK. Nachdem sich das Telephonat grundsätzlich auf Hartz IV konzentrierte und ich bockig auf alternative Lösungen bestand, endete dieser Zeitvertreib mit dem Hinweis, daß »die im Display angezeigte Vorwahl« Zweifel darüber aufkommen ließe, daß man überhaupt für mich zuständig sei. Ich solle mich mal schlau machen, welche IHK für meine Vorwahl der richtige Ansprechpartner ist. Eine Frage, die bei den übliche Rechnungen dieser Gesellschaft bislang keine Rolle spielte.

      War gar keine Polin. Spanierin. Ich kann mich nur an den Namen noch nicht erinnern. Engelsgleich, ätherisch, elfengleich… nur der Name ist irgendwie weg!

  2. DasKleineTeilchen sagt:

    @Peinhart: der TP-artikel macht halt deutlich, daß die AAs und JC immer noch nach dem alten schema f arbeiten; dieser bullshit mit “verkaufen sie erstmal ihr arbeitsmaterial und beenden ihre selbstständigkeit” ist *der* klassiker schlechthin. und alles unter einer gewissen, meistens sehr subjektiv festgelegten einkommensgrenze wird automatisch zum “hobby”.

    Das liegt wohl auch daran, dass viele Mitarbeiter dort noch nicht verstanden haben, wie die Unterstützung für Soloselbständige funktioniert, doch soweit wir wissen sollen sie nachgeschult werden, damit sowas nicht mehr vorkommt.

    3 monate. nach drei monaten wollen se angeblich “nachschulen”.

    • Pantoufle sagt:

      Moin DasKleineTeilchen

      Einem Musiker zu sagen, er solle erst mal seine Instrumente verkaufen, ist an Hohn durch nichts zu überbieten.
      Warum empfehlen sie der Tante (oder dem Onkel) vom Arbeitsamt, der so etwas absondert, nicht, man könne ja den eigenen kleinen Schreihals zu Hause zur Adoption freigeben, um die Lebenshaltungskosten dauerhaft zu senken.

  3. GrooveX sagt:

    in die falle bist du aber nicht getappt, oder? oder hast du die etwa für die “spanierin”, wie man heute sagt, aufgestellt?
    und wer ist auf dem ersten bild?

    • Pantoufle sagt:

      Moin GrooveX

      Erstes Bild: Pink. Funhouse-Tour 2009.
      Ich wage zu bezweifeln daß man bei Ihr mit Jim Beam weiter kommt.
      Nein, in Redneck-Falle bin ich nicht getappt. Babra Streisand 2005, 2006??

      • Peinhart sagt:

        Ich seh nur Jameson, keinen Jimm Bimm…?

        • Pantoufle sagt:

          Moin Peinhart

          Ich hab so wenig genau hingesehen wie die potentiellen Opfer dieser Redneck-Falle 🙂 ich bin gerade bei Roccanivo-Grappa und Wisk(e)y kommt mir eigentlich selten ins Haus.

      • GrooveX sagt:

        cool, thx.
        bohemian rhapsody(?), die tube spuckt alles aus. komisch, dass sich die bildersuche von google so wenig aufschlussreich erwiesen hatte.

        wieviele existenzen hängen wohl so an einer derart gigantischen bühnenshow?

        was machen die teenies nach dem konzert, um ihre stimmbänder wieder zu entrosten? erdbeereis?

        • Pantoufle sagt:

          Moin Groove

          Google kann nur ausspucken was es kennt. Den Inhalt meiner Festplatte /home/pantoufle/Bilder/Pink1/ offenbar noch nicht. Da liegt ein schöner Bilderbogen dieser Tour.

          Pink und ähnliche Größenordnungen? Ohne Wasserträger und Schleimscheißer (im Jargon auch „Fußpilz“ genannt)? Techniker Video/Licht/Ton/ Rigger, Catering, Produktion Garderobe/Trainer/Hofarzt/Runner, Fahrer Trucks und Busse u.Ä. ca. 200 Personen. Dazu kommen für Auf- und Abbau noch mal 80, 90 Helfer. Könnten insgesamt auch ein paar mehr sein. Die Produktion bleibt etwa eine Woche in der Stadt. Das sind …ähhhh… xxx + n Hotelbetten, Kneipen und Restaurants und Souveniershops, festangestelltes Hallenpersonal + Elektriker und natürlich der tägliche Publikumsverkehr, der Geld in die Kassen der Gegend spült. Da kommt ein ziemlicher Rattenschwanz zusammen.
          Wenn der mal nicht kommt…

          »was machen die teenies nach dem konzert«
          Das wird nicht so wild gewesen sein. Die standen mit angehaltenem Atem und offenen Mündern herum und haben es nicht geglaubt. Das war mehr Zirkus oder Theater als Rock`n`Roll.

  4. M. Sobol sagt:

    Aber alle spielen die Digitalkultur mit. Der Helge Schneider hat ein schönes Statement zu Künstlern ohne Kontakt zum Publikum abgegeben!
    Mir kreist hier ständig der Kafka durch die Erbse:
    “Übrigens sah der Verurteilte so hündisch ergeben aus, daß es den Anschein hatte, als könnte man ihn frei auf den Abhängen herumlaufen lassen und müsse bei Beginn der Exekution nur pfeifen, damit er käme.”
    Wie Surrealismus zu Realismus wird in ca. 100 Jahren… :'(

    • Pantoufle sagt:

      Moin M.Sobol

      Ich hab da mal einen Link reingepackt, in dem Schneider sich dazu geäußert hat. Wenns nicht der richtige war, setz den richtigen als Kommentar ab und ich füge ihn ein. Für mich der wichtigste Satz: »Wenn das so weitergeht, wars das«.

      »Aber alle spielen die Digitalkultur mit.«
      So, tun sie das? Ich bin alles andere als ein Fachmann in Kulturleben. Eben nur beruflich und am Rande bekommt man ein wenig von dem mit, was sonst noch so läuft. Und meiner völlig unmaßgeblichen Meinung nach findet Kultur seit Wochen und Monaten nicht mehr statt. Statt dessen sitzen die Jungs und Mädelz vor den Bildschirmen und reden graue Salbe – wiederum nach meiner unmaßgeblichen Einschätzung mehr Jungs als die Mädelz. Und die Art und Weise wie da welcher Unsinn in welcher Form verzapft wird, läßt einen an den Blüten der Kultur ganz allgemein, wie am bestehenden Bildungswesen im Besonderen verzweifeln.

      Zu dem Zitat: Sehe ich nicht. In meinem Dunstkreis sehe ich Leute, die z.T. verzweifelt um ihre Existenz kämpfen. Gar nicht hündisch, sondern mit viel Kraft und Optimismus. Und das, obwohl die mit dem Begriff »Exekution« momentan vermutlich viel mehr anfangen können, als die Krakeeler auf einigen Blogs und deren Kommentarspalten.

      • M. Sobol sagt:

        Genau den Link meinte ich, und der von Dir genannte Satz sagt alles!
        So unterschiedlich ist das wohl in den Branchen. Oder spielt auch ne regionale Komponente mit rein?! Hier sind alle ‘hündisch ergeben’, buhlen wer am längsten im HomeOffice online war oder schlucken wieder jede Kröte vom Verwurster – Hauptsache ich hab Orbeet.
        Musiker und deren Corona habe ich reichlich in Family und Freundeskreis, die sind aber alle zweigleisig unterwegs, eben noch Deutsch-/ Englisch-Lehrer, Musikschule, Friedhofskapelle (Waldhorn), neben der Combo. Sogar ein OBI-Hörnchen ist dabei… B-)
        Das geht beim reisenden Tontechniker schwerlich, is klar. Mit Deiner Rhetorik und Deinem Witz wäre nun ein Buch fällig! Aber mir wäre ein etwas kämpferischer Optimismus Deiner Kollegen etwas lieber… Hier hat schon dieser oder jener mal ne deutlichere Ansage zum Umgang mit Menschen verdient! Aber ich bleibe dabei, da lernt man wie sich einst der Fasch. durchsetzen konnte, mit Ausnahmezustand und den ‘Ich mache hier nur meinen Job’-Typen an den richtigen Stellen!

  5. Siewurdengelesen sagt:

    Das muss dieses “Unbürokratische” sein, mit dem bei den ganzen staatlichen Geschenken immer so geworben wird.

    Hast Du nicht noch ein paar Anteile an der Lufthansa im Keller oder einen Aktionärsausweis selbiger? Dann geht es vielleicht schneller wie beim Betteln in der IHK und auf dem Amt. Die sind auch nur dann weit vorne, wenn es um die Beiträge der Zwangsmitglieder geht, aber das ist ebenfalls behördenübergreifend.

    Ähnlich geil ist es bei den anderen Ämtern, die zwar beim Sanktionieren alles nullkommanichts hinbekommen, im Gegenzug dagegen die Abhängigen erstmal mit einer Handvoll Runden an Sprachbausteinen hinhalten.

    Es ist natürlich kein allgemeiner Zustand. Aber manchmal scheint es da nach Nase und Sachbearbeiter zu gehen und die Tendenz liegt da mehr auf Nehmen denn Geben. Soll ja auch schon “Wettbewerbe” gegeben haben, wer beim Existenzminimum der Beziehenden am meisten sanktioniert…

    …ist ja nicht so, dass diese Praxis genauso wie das unsägliche HartzIV-System selber in den Mülleimer gehört, statt dieses Unrechtssystem mit Worthülsen noch zu euphemisieren!

    Eine finanziell Bessergestellte hält diese natürlich für weiterhin notwendig, weil sonst das System HartzIV wirkungslos würde – ooooooh, sic und owT.

    Halt die Ohren steif, vielleicht gibt es doch bald wieder etwas “Kultur”!

    • Pantoufle sagt:

      Ach, Du meinst meine Aktien der Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft? Ja, an die hatte ich ja auch schon gedacht. Aber dann kam der Krieg und kurz danach der Russe und dann war alles weg!
      In den fuffzigern überkam mich dann auch kurz die schreckliche Vermutung, daß nichts wieder so schön werden würde wie unter unserer herrlichen Majestät, aber das gab sich dann um `59 herum.

      »…ist ja nicht so, dass diese Praxis genauso wie das unsägliche HartzIV-System…«
      Ja, das System. Das ist eben eine Denkweise, bei der jeder mittun kann. »bei den ganzen staatlichen Geschenken«. Es sind eben keine Geschenke, auch wenn jede Tante im Jobcenter einem vermittelt, gerade ihre eigene Rente unters Volk zu streuen. Ja, ja…Sprache ist ein garstiges Tierchen.

      »Halt die Ohren…«. Ja, mach ich! Es geht ja auch gerade so. Es wird zwar alles noch ein übles Nachspiel haben, aber zumindest nicht morgen.
      Und damit wollen wir uns bescheiden. Schönen Gruß und Pommesgabel hoch erhoben.

  6. BerndH60 sagt:

    Man muß sich nur die zum meisten Teil widerlichen Kommentare unter dem Heise Artikel ansehen, um zu begreifen, dass für die Politik überhaupt kein Anlass besteht etwas zu ändern.
    Kultur unterhalb der Ebene von Pink oder Elbphilharmonie fällt für die Masse unter den Bereich “Hättest halt was Anständiges lernen sollen”.

    • Pantoufle sagt:

      Moin BerndH60

      Stimmt: Bei Heise kommentieren sie ja immer. Auweiohwei.
      »Hitler wollte ja auch Künstler werden!«
      und mein persönlicher Liebling:
      »Shostakovich klingt auch von der CD mit Kopfhöhrer beeindruckend und teils erschüternd«
      Es lebe Copy + Plaste und bei uns kommt der Strom aus der Steckdose.

      Ja, da hast Du wohl recht. Spargel stechen, Skipisten glatttrampeln, Synchronsprecher für Formel-1 Rennen… es gibt so schöne Berufe. Das ist nicht nur zum Teil »teils erschüternd«.

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