Stalin, Freund, Genosse

Stalin führte uns zu Glück und Frieden –
Unbeirrbar wie der Sonne Flug.
Langes Leben sei dir noch beschieden,
Stalin, Freund, Genosse, treu und klug!

Der Song war monatelang in den Charts.

Da Totgesagte bekanntlich ein erheblich längeres Leben haben als vermutet.

»Ob Ramelow mit den Tweets die Verbrechen von Stalin relativiert hat – darüber gegen die Meinungen im Netz nun auseinander. So verweisen einige Nutzer darauf,…«

Der Witz ist so flach, daß nicht einmal der Nazi darüber lacht. Ob man die Opfer des Holocaust mit den 75-Jahrfeiern der Luftangriffe auf Dresden relativiert, darüber gehen die Meinungen im Netz weit weniger auseinander.

Nun soll es also Friedrich Merz werden. CDU sucht den Superstar. Sturm Sabine hat nicht nur Gartenstühle, Laub und Kandidaten der FDP in Thüringen verweht, sondern auch die CDU. Sie ist nun ganz Schiff ohne Steuer, ein Blatt im Wind und führerlos.
Merz soll die ehrwürdige Tante CDU wieder dorthin zurückbringen, wo das Leben noch schön war. Mit ohne Internet und zur bierselige Besoffenheit einer Partei, die Kanzler war.
Was dabei offensichtlich etwas im Rauschen untergeht: Das war die Ära Kohl! Was ebenfalls untergeht, ist das Thüringer Debakel; ein durchaus beabsichtigter Nebeneffekt.

Friedrich Merz, seit Monaten in den Startlöchern, hungrig machtgeil, jeder Talkshowauftritt eine gewonnene Schlacht, würde sich bereiterklären, Bundeskanzler zu werden. Der Form halber ziert er sich noch ein wenig und schwänzelt mit einem »Na, wenn ihr denn unbedingt wollt« vor den Kameras. Auf seiner Habenseite steht, daß sich die AFD eine neue Kernaussage ausdenken muß. »Merkel muß weg« wäre noch gestriger, als es die letzten Jahre schon war. Die Gefahren seiner Kandidatur könnten allerdings darin liegen, daß die 30 – 50% der Wähler der AFD, die er gedenkt durch seine Kandidatur wieder auf Seiten der CDU zu ziehen, ungefähr dem Prozentsatz entsprechen, die die CDU fluchtartig in Richtung Grüne und SPD verlassen könnten. Selbst die CDU ist im Jahre 2020 nicht mehr von der bleiartigen Konsistenz der Ära Kohl.

Aber was zählt das, wenn man im Gegenzug die Tatsache unter den Tisch kehren kann, daß die rechte Flanke der CDU vollends aufgeweicht ist, anschlußfähig an jede noch absurde völkisch-nationale-Hirnerweichung, die mal »in die Politik« möchte. Egal, ob das in Buchstaben die AFD ist, oder die AFD in den eigenen Reihen (Lies: Werteunion).

Das ist keine Politik, das ist ist ein weiteres Kaspertheater; das Spiel mit dem »Schockmoment«, daß »die Merkel« endlich weg ist.
An politischer Perspektive ist das durch nichts zu unterbieten.

edith

Lieblingsabsatz des Monats Januar

Agile Prozesse erfordern die Skalierbarkeit von Produkten der Digitalsierung. Diese Anpassungsfähigkeit ist ein wichtiges Kriterium, wenn der Cyber Innovation Hub nach neuen Methoden und Produkten der Digitalisierung bei den Start-ups recherchiert. Erst dann, wenn Anwendungen wirklich skalierbar sind, können sie in Unternehmen und somit auch der Bundeswehr zielführend eingesetzt werden. Die Bundeswehr kauft diese digitalen Errungenschaften den Existenzgründern bewusst ab, um die eigene Organisation modern und effizient gestalten zu können

Nachschlag

Die AFD hat Geld geerbt. Massig, unheimlich viel Geld, Gold- und Grundstücke. Sie sind alle ganz furchtbar reich!

Dann können sie ja mit ihrem Unsinn aufhören. Mehr wollten sie ja nicht. Mit den Grundstücken können sie sich ganz viele Vaterländer basteln, ihr eigenes Geld und Reisepässe drucken und am Eingangstor stehen und keine Ausländer reinlassen.
Perfekt!

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6 Antworten zu Stalin, Freund, Genosse

  1. Hagnum sagt:

    Moin,

    “…. nicht mehr von der bleihaltigen Konsistenz der Ära Kohl.”

    “Daß man mit 38 Jahren in der CDU noch als blutjung gilt, ist Teil des Problems.”
    Der regenbogenkonservative Pillenvertreter Jens Spahn.Auch er möchte jetzt Verantwortung übernehmen.

    Heißt wohl, daß er bisher keine Verantwortung übernommen hatte.

    Ich hatte mich jetzt mit Leuten unterhalten, die sehen in Spahn als Parteichef
    und Merz als Kanzler ein ideales Duo.CDUler, genauso spleenig wie SPDler.

    Beste Grüße

    • Pantoufle sagt:

      bleiartigen.
      Weiches,schweres Metall mit niedrigem Schmelzpunkt.

      Moin Hagnum
      Ja, ich weiß: Die haben noch andere Kandidaten. Laschet zum Beispiel (Fluchtbewegung mit umgekehrten Vorzeichen). Und natürlich Jens Spahn. Das ist könnte Ecke sein, die ich auf der Flucht in Richtung Grüne/SPD vermute.
      Also meiner völlig unmaßgeblichen Meinung nach reden wir aber über Merz und ausdrücklich nur über ihn. Bei dem Druck, unter dem die »führerlose« CDU gerade steht, wird man sich im Großen eine autoritäre Lenkung wünschen. Einen rechten Führer. Lies das wie Du denkst.

      LG,

      Pantoufle

      • Peinhart sagt:

        Einen ‘Macher’ wünscht die CDU-Parteibasis, so jedenfalls laut tagesmärchen. ‘Führer’ sagt man ja nicht mehr.

        Der Lieblingsabsatz ist sehr fein. Somit die Bundeswehr ein Unternehmen wäre. Schön versteckt in einem Haufen Schwürg.

        • Pantoufle sagt:

          Hmmm… ich bilde mir ein, etwas von »starker Führung« gelesen zu haben. Und wer führt?
          Genau!

          Moin Peinhart

          Da hat dann wohl der Azubi direkt von der Schule eine zündende Idee Gehabt, wie man den Satz »Wir luchsen den Deppen ihre Ideen ab, verkaufen sie als unsere eigenen und basteln sie so um, daß sie nicht mal der wahre Erfinder wiedererkennt!« so formuliert wie das (leider Gottes) die echten ITler machen.

          • Peinhart sagt:

            Moin der Herr,

            ‘starke Führung’ darf man sagen, klar, aber ‘Führer’ nimmermehr. Der Zusammenhang der Begriffe lappt in’s Ominöse.

            Und ITler sollte man in while-Schleifen gefangen halten.

  2. Pantoufle sagt:

    Moin Peinhart * schnief *

    Soso…ominös… und ich dachte, daß man das ja wohl noch sagen dürfte. So. Darf man nicht! Nur ich nicht *schnüff * oder die anderen auch nicht? * schnief*
    Jetzt hats mich doch noch erwischt * hust *, wir werden alle sterben, an Corona (was ich bei dem Gebräu ja schon immer vermutet hatte). Also starke Führung… ist mir auch recht.

    Was sagt die Frankfurter? »…will Verantwortung * schnüffel * übernehmen.« Etwas spät. Das beginnt dann doch in dem Augenblick, wenn ein »Finanzdienstleister« ankündigt, eine Partei zu übernehmen.
    * hust! *

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