Rechts, zwo, drei

Die Konfrontation mit christlich-abendländischen Werten trifft den ultrarechten Flügel mit unerwarteter Härte. Dabei hatte Ulf doch eine ganz andere Predigt bestellt:

»Liebe Gemeinde
Kein Zweifel, das muß ein starkes und reifes Volk sein. Das muß geschlossen dastehen und geführt werden von Männern, die des Geistes Gottes voll sind. In diesem Volk müssen sich Kräfte auswirken, die genau das Gegenteil sind von dem rücksichtslosen Geschäftssinn Englands, von den blinden Haß Frankreichs, von der unklaren Gewaltsamkeit Rußlands, von der infamen Treulosigkeit Italiens, von dem tierischen Beutehunger Rumaniens und von der hirnverbrannten Verlogenheit der amerikanischen Dollarkönige. Machen wir es uns nur klar ohne Selbstüberhebung und Eigendünkel würde man uns Deutsche so hassen, würde die Gemeinheit der ganzen Welt so einhellig sich gegen uns erheben, wenn man nicht den dringenden Verdacht und die unheimliche Befürchtung hegte: wir waren am Ende doch das Volk, das am ehesten vor allen anderen, wenn es seiner Gaben und Kräfte sich bewußt bleibt und sie in klarer Erkenntnis von dem Werte solches seines Besitzes noch weiter ausbaut, befähigt sein müsste, dem Recht auf Erden zum Siege zu verhelfen.«
Johannes Lepsius

Und wenn wir gerade dabei sind: Der AFD-Abgeordnete Jens Maier fliegt am heiligen Abend aus einem linken Kino. Nein, keine Angst – da gibt es überhaupt keine Fragen. Natürlich gehört so ein Schwein vor die Tür gesetzt. Mitsamt Anhang, der in in diesem Falle eine Reichsbürgerin war. Diskussion mit Andersdenkenden? Blödsinn! Da denkt niemand anders, sondern hat sich aus dem Diskussionsrahmen zivilisierter Menschen bereits vor langer Zeit mit allem Nachdruck rausgekegelt. Man diskutiert doch auch nicht mit Josef Mengele, ob das mit dem lebensunwerten Leben nicht auch seine positiven Seiten hat.
Nuff said.

Rechts, zwo, drei von Georg Seeßlen

 

Ein paar schöne Tage noch bis ins neue Jahr. Link zu Youtube. Beachten Sie Risiken und Nebenwirkungen!

 

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4 Kommentare zu Rechts, zwo, drei

  1. BerndH60 sagt:

    Das mit dem Maier war eine gezielte Provokation durch den “Herrn”, die er leider medial gewonnen hat, da er sich als “Opfer” darstellen konnte.
    Und selbstverständlich setzt man sich mit so einem Typen nicht ins Kino, weitaus besser wäre es gewesen, hätten alle Anderen das Kino verlassen.

    • Pantoufle sagt:

      Moin BerndH60

      »…die er leider medial gewonnen hat«
      Ja, das ist eben die Frage für mich. Wer hat hier gewonnen? Maier doch nicht; der wurde stumpf rausgeschmissen. Wenn aber Focus, Bild, SPIEGEL u.A. dort glauben, einen Diskussionsbedarf darüber feststellen zu müssen, dann gewinnen die doch stellvertretend ein Gefecht, das andere beginnen.
      Nazis wie Meier gewinnen überhaupt nichts. Sie lassen gewinnen, wie Seeßlen in seinem Artikel richtig feststellt. Für lange Jahre gab es einen gesellschaftlichen Konsens darüber, daß bestimmte Dinge nicht mehr diskussionsfähig sind und nun definiert man es als als intolerant, sich auf diesen Konsens zu berufen.
      Was Maier und seine Reichsbürger-Winselstute betrifft: 4 Mann, 4 Ecken und dann raus damit. »…hätten alle Anderen das Kino verlassen.« Wieso das denn? Soweit kommt das noch. Wenn da einer im Restaurant von der Tischplatte frisst und sich mit der Tischdecke das Maul abwischt, verlassen die anderen doch nicht das Lokal! Freiheitlich demokratische Toleranz: Das ist, solchen Ferkeln einen Platz einzuräumen an denen sie zusammen aus einem Trog fressen dürfen. Das muß nicht zwingend in den Räumen sein, in denen andere ihr Weihnachtsmahl mit Messer und Gabel einnehmen.

      • gnaddrig sagt:

        Sehe ich genauso. Wenn so Leute damit durchkommen, schicken die bald in jedes Lokal so einen, dann haben sie den öffentlichen Raum in Nullkommanix gekapert und die freiheitlich-demokratisch-toleranten Nichtnazis drängen sich draußen im Regen unter zu wenige Schirme. Da ist es doch besser, man schickt die Ferkel in die Schweineecke zum Fressen.

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