Presseschredder 9.6.2020

NIKON F-100 85mm f:1,8, Ilford FP 4 auf Agfa-Gevaert Portriga Rapid

Drei Pressemeldungen auf einer Seite:
»Lauterbach nennt Demos “Sargnagel” für Corona-Regeln«
»Tausende Deutsche dürfen schon ab 15. Juni auf die Balearen«
»Trump will Wahlkampfauftritte wieder aufnehmen – trotz Virus-Warnungen«
Womit die Wichtigkeit ja festgestellt wäre. In umgekehrter Reihenfolge.

Leser BerndH60 hat mich darauf aufmerksam gemacht, daß zu einem verlinkten Artikel auf Heise.de (“Musiker sollen ihre Instrumente verkaufen”) auch Kommentare abgesondert wurden. Die habe ich dann auch brav gelesen und ich muß gestehen, daß ich danach schlecht geschlafen habe. Was da an Kulturfeindlichkeit auf einem Haufen zusammenkam, hat durchaus faschistoide Züge.
Es fehlt mir an Lust und Zeit, den Unsinn in den Kommentaren im Einzelnen aufzuschlüsseln und irgend etwas davon zu analysieren. Wer das mag, kann das auf eigene Gefahr selber tun. Es steht da ja noch. Wenn ich das alles richtig verstehe: Helene Fischer vs. »entartete Kunst«. Es gibt richtig große Kunst (Brecht, Schostakowitsch, Bach, Helene Fischer), die ist deswegen groß, weil damit viel Geld verdient werden kann und es gibt Kleinkunst, die ihre Instrumente verkaufen, Spargel stechen gehen und außerhalb der Spargelsaison Hartz IV beantragen soll.



»…und merke gerade, daß der Mensch nicht nur vom Brot alleine lebt«, sondern es ab 48.20 auch erhaltenswerte Künstler gibt.

Nochmal Heise:
FBI: Keine Hinweise für Antifa-Gewalt.
Auch hier wieder die Leserkommentare. Nur daß ein Fazit an dieser Stelle leichter fällt.
»Kann gar nicht sein! Auf Twitter wurde es bereits bewiesen1!1einzelfzig«
»FBI-Fake-News! Das haben wir ja bei der Anti-G20-Demo in Hamburg gesehen
»Der in Halle war kein Nazi, der war einfach nur dumm.«
…und Penispumpen24.de meint »einfach bestellen und wohlfühlen!«

B.T.W. Wie heißt eigentlich der Antifa e.V.® auf englisch?

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18 Antworten zu Presseschredder 9.6.2020

  1. Umlei T'ung sagt:

    Bei Heise sind im Forum die Bots der NPD, der AFD und aller Kameradschaften seit Beginn vertreten. Kommentare dort lesen ist weitestgehend überflüssig. Die Zwei, die es wert sind, schaffen es auch sonst, viral zu gehen. Sie sind ein Spiegelbild durchschnittlicher, deutscher Drecksklitschen im IT- und kfm. Sektor. Sie entsprechen daher nur der üblichen Bourgeoisie. Das sollte man nicht überbewerten. Wenn Du das mit denen diskutieren willst, triff sie auf den Balearen.

    • Pantoufle sagt:

      Moin Umlei T’ung

      Ich kenne das Heise-Forum nur von früher. Als Freitags Pinguine gejagt wurden und es noch richtige Trolle gab, die nur die bewährte Software vom Marktführer verwendeten. Es wimmelte nur so von Entscheidern und wirklichen, echten Fachleuten bei absolut jedem Thema. Astro- und Teilchenphysikern, Systemprogrammierern (guck mal: Es blinkt, es blinkt!) und Spieleentwicklern. Jeder verdiente im Monat mindestens das Doppelte und deswegen hatten einige der Patienten auch 365 Tage im Jahr 24 Stunden Zeit fürs Forum.

      Wenn ich mich mit diesen Hirschkäfern unterhalten wollte, hätte ich eher auf »Hygiene-Demo« getippt.

      • Umlei T'ung sagt:

        @letzter Satz: Nein. Seit den 90ern ein Garant für deutsche Drecksklitschen. Heiseforen kenne ich seit ca. 1997. Die Arbeit von damals verrichten jetzt die Söhne (und Möchtegerntöchter) weiter. Daran erkennt man, das die Erziehung wirkt. Der Dauerhpyochondermodus ist inklusive, schon seit anno Dazemeier. Deren mathematische Kompetenz will ich gar nicht abstreiten. Das millionenfache Judenvergasen hatte ja auch einen Ursprung. Das ist auch der Grund, warum deutsche DrecksITklitschen niemals international erfolgreich sind und Gottseidank auch niemals werden. Musik indes ist eben mehr als nur Mathematik. Sie kennt weder Nationen, noch Farben und schließt den Spieltrieb mit ein. Das geht dem durchschnittlichen Drecksdeutschen natürlich zu weit, obwohl er selbst mit Helge Schneider zu seinen besten Jazzzeiten (anno 80er) über eine gelungene Antithese verfügt! Der Deutsche begreift das indes auch eher als Ansporn für eine Zeitreise in die lustigen Enddreißiger des letzten Jahrhunderts. Andere Länder sind da zum Glück weiter. Deutschland wird da niemals weiter sein.

  2. M. Sobol sagt:

    Moinsen Pantoufle.
    was muss ich einwerfen um mehr als 15 Kommentare ohne Regurgitation mit anschl. Aspirationspneumonie zu überstehen?
    Also weiter bin ich echt nicht gekommen, einen Lichtblick gab es da:
    https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Musiker-sollen-ihre-Instrumente-verkaufen/Last-man-standing-Gerhart-Baum/posting-36803470/show/
    Dein dezenter Hinweis mit der Hygienedemo ist denke ich unheimlich von der Region und der Stadt abhängig. Hab jetzt in drei Städten ganz vertretbare Eindrücke gehabt, Randerscheinungen gab es natürlich immer. Auch die Situation der genannten Kreativen kam bei 2/3 nicht zu kurz!
    Bleib schön bissig, unterm Bahndamm wächst immer ein Joint… 😉

  3. Pantoufle sagt:

    Moin, M.Sobol

    Wie sehr ich das hasse, wenn ich erst mal googeln muß um den Sinn eines Satzes zu erkennen.
    Ja, übelkeitserregend, in der Tat. Und die Tatsache, daß sich unter den 394 Beiträgen ein einziger befindet, der das Offensichtliche beschreibt, rettet nicht die anderen.

    Ich habe mich letzte Nacht gefragt, warum die das so schreiben (wir haben ja so viel Zeit!) Flatter hat bei sich drüben eine mögliche Lesart beschrieben, der ich mich allerdings nur teilweise anschließen mag.

    »Der Faschist, der alles weniger “Erfolgreiche” für seiner Existenz unwürdig befindet, empfindet sich in keinster Weise als solcher; nein, er sei “liberal”, wird er glauben und wiederum nicht ahnen, welch wertvollen Hinweis er damit gibt auf die Nähe vom Einen zum Anderen. Kein Mehrwert, kein Wert, keine Existenz – so einfach ist das.«

    Nehmen wir nur für einen Moment an, daß es ein Abkommen zwischen Künstler und seinem Publikum gibt (ich beziehe mich dabei in erster Linie auf öffentlich zum besten gegebene U-Musik, da ich dort genügend Zeit beim Beobachten verbracht habe.)
    Dieses Übereinkommen beruht also auf zwei Säulen: Neid und Mißgunst als Schlüsselgefühle für den gelungenen Besuch eines Konzertes. »Der Publikum« hat also eine Karte zum Zuhören gelöst und steht im Nieselregen. Er/Sie/Es ist außerstande, auch nur eine Note zu lesen, nur einen Ton einem beliebigen Instrument zu entlocken oder eine Verszeile zu schreiben. Und trotzdem steht er da. Es muß wohl ein tiefes inneres Bedürfnis sein, sonst hätte er weder einen absurd hohen Betrag für eine Karte hingelegt, sich von tumben Ordnern herumschubsen lassen und lauwarmes, wässeriges Bier zu saufen. Aufgrund seiner eigenen fachlichen Inkompetenz gäbe es keinen vernünftigen Grund, sich all das anzutun. Er sucht einen Stellvertreter, der weiß, wie ein menschlicher Organismus darauf reagiert, wenn man einem Grundton die große Terz und die Quinte hinzufügt oder nach dem vierten schlechten Bier, eine kleine Terz und die Quinte.
    Der Stellvertreter kann also Dinge sagen, zu dem »der Publikum« niemals imstande wäre und die trotzdem einen ungeheuer großen emotionalen Informationsgehalt besitzen (und sei es nur durch die Veränderung einer einzigen Note.) Dieser Informationsfluß ist allerdings einseitig. Nehmen wir weiterhin an, daß die Plattform des Informationsgebers aus optischen Gründen höher als die des Empfängers ist, also Information von oben nach unten. Eine Einbahnstraße. Der Informations-Empfänger kann nur reagieren, sei es durch Johlen, Trampeln oder Lautabsonderungen. Die Geschichte des Rock`n`Roll (der Musik ganz allgemein) zeigt allerdings, daß es nahezu unendliche Variationen an körperlich-biochemischen Reaktionen auf das Dargebotene gibt.
    Irgendwann reicht die Stellvertreter-Position nicht mehr. Einige sehr wenige greifen selber zu einem Instrument und lernen (meist mit der Erkenntnis, daß es harte Arbeit bedeutet), die anderen 99,9899% damit, mitzusingen oder (ein besonders finsteres Kapitel), mitzuklatschen. Eine Tätigkeit, die das tatsächliche Ausmaß der Inkompetenz aufzeigt, das fundamentale Unverständnis des Dargebotenen.
    Diese Fremdschamvariante überhaupt auszuführen, deutet darauf hin daß der Publikum damit glaubt, einen additiven Beitrag zur Botschaft beizutragen. Er will auch – und im Grunde seines Herzens nicht »auch« sondern als alleiniger Botschafter, als alleiniger Informationsgeber dort oben stehen. Das sagen oder behaupten zu können, das all die anderen scheinbar zu verstehen glauben.
    Das ist der »Neid-Teil«.

    Der Mißgunstteil besteht aus der durchaus richtigen Annahme, daß es dem Botschafter körperlich/seelisch besser geht als dem Empfänger. Er zahlt nicht, sondern wird bezahlt, sein Essen ist um Lichtjahre besser als das des Publikums wie auch das der Getränkeauswahl und sowieso dreht sich nur um ihn – das Publikum, um diese Seelenschau zu finanzieren. Das infantile »ich will aber Backstage!!!« als Akt, zu erfahren, daß es genau so ist (warum eigentlich?)
    Die infantile Darreichungsform dieser Gefühle trifft man konsequenterweise bei sogenannten Castings oder Wettbewerben an, bei denen ein »Star«, also Botschafter, erwählt wird, der konsequenterweise bar aller Fähigkeiten und Informationen ist. Im übertragenen Sinne: Chef sein ohne jemals gearbeitet u haben.
    Wer wünscht sich das nicht? (wieder außer einer mikroskopischen Minderheit).

    Und das fällt jetzt alles der Rüsselpest zum Opfer. Nicht die »Kunst«, das Bedürfnis, nicht die durchaus vorhandene kulturelle Note – nein, der Botschafter! Da liegt er nun und röchelt. Die Gelegenheit derjenigen, die Deutung der Botschaft zu übernehmen. Wie Dr. Hans Serverus Ziegler (NSDAP-Mitgliedsnummer 1317) auf dem Buchumschlag aus meinem Text. Das willenlose Klatschen und Mitgetrampel wird zur eigentlichen Musik erklärt. Überflüssig zu erwähnen, daß Ziegler niemals mit Musik in Berührung kam geschweige denn ein Instrument spielen konnte. So wenig wie Josef Goebbels etwas mit Schauspielerei zu tun gehabt hätte oder Alfred Rosenberg mit bildender Kunst. Das ist übrigens vom existierenden Nationalsozialismus der dreißiger Jahre ziemlich unabhängig; es ist Unbehagen darüber, keine Macht über das Unsagbare zu besitzen. Für dieses Unbehagen am Unsagbaren braucht man keine NSDAP, auch wenn es das Ringen um die Deutungshoheit erheblich erleichtert. Um die gesamte Kulturszene zur Disposition zu stellen, braucht man ja offensichtlich keine Massenemigration von Künstlern, sondern nur die Rüsselpest. Und wie man sich das Überleben der Reste vorstellt, steht auf den Kommentaren von Telepolis.
    Und jetzt alle mitklatschen!!

    • flatter sagt:

      Du kannst etwas, was er nicht kann“, schrieb mir mal einer angesichts der Güllepumpe des Alpenfaschos. Ich sah das aber weniger als Neid auf eine Fähigkeit denn den auf die Aufmerksamkeit, die andere bekommen (Hab ich viel viel mehr verdient!!1!), insofern bin ich noch bei dir.
      Die Hobbyscharfrichter im genannten Medium aber, denen kein Klischee zu billig ist, um den fetten Daumen zu senken, müssten ja für zwei Pfennig beachten, welche konkrete (Berufs-)Gruppe sie da gerade selektieren. Ich nehme nicht an, dass sie so weit differenzieren.
      Was den ‘Erfolg’ anbetrifft, da habe ich Ockhams Messer noch in der Hand. Andererseits ist das Argument auch austauschbar, Unentschieden.

      • Pantoufle sagt:

        Moin Flatter

        Wobei gerade dem Begriff »Erfolg« in diesem Zusammenhang eine so große Rolle zukommt. Weil man dazu aber fairerweise nicht nur den Publikum, sonder auch den Künstler wolfen müßte, was jetzt aber zu weit führen würde und ich in der Branche gerne noch arbeiten wollte, lassen wir das.

        Nur soviel: Die Lemuren bei Telepolis scheitern ja bereits an dieser winzigen Hürde. Bis auf den unter einem Prozent liegenden Anteil der Kommentatoren liegt die Bemessungsgrenze von Erfolg bei denen zwischen < Hartz IV bis > Hartz IV. Mehr noch: Streng genommen nimmt niemand von denen das Wort »Erfolg« in den Mund.
        Was mich erschaudern läßt, sind die ganzen großartigen Vorschläge, was die Künstler ihrer Meinung nach jetzt zu tun hätten. Von Spargelstechen, Bildhauerei als Hobby nach Feierabend bis zu »Hygienedemos« musikalisch begleiten. »mehr Schamhaare, mehr Muskeln, mehr buntes Bauernvolk!«

        »Dieses Reinemachen unserer Kultur hat sich auf fast alle Gebiete zu erstrecken. Theater, Kunst, Literatur, Kino, Presse, Plakat und Auslagen sind von den Erscheinungen einer verfaulenden Welt zu säubern und in den Dienst einer sittlichen Staats- und Kulturidee zu stellen … «

  4. M. Sobol sagt:

    @Pantoufle: Danke für die ausführliche Antwort! Das ist richtig schwere Kost… 🙂
    Aber Du bringst mich richtig zum grübeln, da sind Ansätze bei, die hab ich als der Publikum noch nie so bedacht. Allein was Kultur für Gefühle und Emotionen hervorrufen bzw. verändern kann, ist für mich schon Leistung genug um sie nicht missen zu wollen. Völlig richtig, dass sich die Mehrheit über die “Corona” von Caterern, Tontechnikern, Bühnenarbeitern überhaupt noch nie Gedanken machte. Das ist eben wie die Müllabfuhr, mir egal ob sie’s tun, nur wehe wenn nicht.
    Das hat erheblich mit dem Begriff Empathie zu tun, mit dem Ego sowieso.
    Ich danke Dir für den Text, werd noch ne Weile brauchen um alles (hoffentlich richtig) zu erfassen. Sind auch ne Menge Emotionen drin, was ja keinen verwundern dürfte.

  5. Fred sagt:

    Ich muss sagen bei Heise gucke ich schon lange nicht mehr in die Kommentarspalte, aber zum Thema “Kunst” brauchst Du nur in anderen bürgerlichen Medien nach schauen (z.B. tagesschau.de u. dgl.) und der Mob ist wie von der Kette gelassen.
    Ich denk mal, dass die Leute die da ihre Ergüsse auskübeln sowieso die Leute sind die es prinzipell geil finden wenn drauf geschlagen wird.
    Wir kennen die alle noch aus der Schulzeit, wenn auf dem Schulhof eine Klopperei war, umringten zig Schüler das Geschehen und feuerten es an.
    Armseelig!

    PS: Der Standardspruch bei so einer “Diskussion” ist immer der Klopper: “Kunst kommt von kõnnen und nicht von wollen. Denn sonst müsste es ja Wonst heissen”. Und schon weiss man sofort, dass da absolute Ahnungslosigkeit, gepaart mit Ignoranz, am Werke ist.

    • Pantoufle sagt:

      Moin Fred

      Ich hätte auch gar nicht in den Kommentaren geblättert, wenn nicht M.Sobol mich explizit darauf hingewiesen hätte. M.Sobol ist schuld, schuld, schuld!!!

      Der Artikel an sich und das Thema, was er aufgreift (und das in den Kommentaren so gut wie nicht behandelt wird) ist aber m.E. nach sehr wichtig. Selbst wenn man sich als Selbständiger freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern will, geht das nur innerhalb der ersten drei Monate innerhalb der Gründungsphase, ist an idiotische Bedingungen geknüpft und überdies blödsinnig teuer.

      »Und auch in der Gründungsphase gibt es weitere Voraussetzungen. So kann nur derjenige in die Versicherung kommen, der in den drei Jahren zuvor mindestens zwölf Monate einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen ist oder bereits Arbeitslosengeld I oder II bezogen hat. Das heißt: Wer sich direkt nach Schule oder Uni selbständig macht, wird nicht versichert.«

      Nachzulesen hier.

      Der Link taucht auch in dem fraglichen Artikel auf – hätte ihn jemand gelesen, hätte sich ohnehin jeder Kommentar, der sich dort mit Hartz IV beschäftigt (also ~95%), erledigt.

      Zugegeben – dazu müßte man lesen können und diese Fähigkeit hat im Heise-Forum nicht oberste Priorität. Das war aber schon immer so .

  6. Siewurdengelesen sagt:

    Kunst und Kultur lässt sich so schwer fassen, weil es sich der allgegenwärtigen Logik des Verwertens entzieht und dann auch noch Geschmackssache ist. Es lässt sich vielleicht abschätzen, was ein Album etwa abwerfen wird oder ein Konzert, eine Ausstellung, ein Buch etcpp. Vieles ist im Gegensatz zu Materiellen auch nicht gezielt und über Werbung zu vermarkten und es bleibt reiner Zufall, ob Top oder Flop.

    Dann soll es tatsächlich Kunst geben, die keinerlei finanziellem Interesse unterliegt und nur um ihrer selbst willen existiert, und das geht gar nicht.

    Nimm das zum persönlichen Geschmack und der Sichtweise, dass Künstler und deren Umfeld gerne etwas boheméhaft und abgehoben gesehen werden, das Ganze aber keinesfalls als “Arbeit” (an)erkannt wird, dann wundern mich solche Kommentare nicht mehr besonders. Der Spruch des “von Luft und der Liebe leben” speziell im “Milieu” kommt nicht von ungefähr.

    Und da sind wir bei Leben und davon leben. Was keine Arbeit ist, braucht ja auch nicht bezahlt zu werden oder so – keine Ahnung, was manche so für einen Plan dabei haben oder ob die wirklich nur so unterbelichtet herumtrollen. Oft hat man den Eindruck, dass sie ihre ganze verpfuschte Kindheit und andere Defizite auskübeln. Mir schwant aber, dass es ernst gemeint ist. Was sich da in Dauerschleife herumdrückt ähnlich wie in den SM, wurde vom User Umlei T´ung schon erwähnt. Von daher verzichte ich gerne auf das Lesen diverser Kommentarspalten.

    Das nächste Mal kommt noch etwas rein in die Sparbüchse oder ich komme in zwei Jahren ebenfalls mit einem Dichtsatz vorbei, dann bin ich hoffentlich auch in den 6-stelligen mit meinem Eisenhaufen…

    Zum Thema Grenzen auch im Kopf hätte ich noch etwas, um nicht das Wort Bretter zu gebrauchen.

  7. Peinhart sagt:

    Noch’n Text, ganz lesenswert und richtig. Bis auf die leichthingeworfne Forderung, nicht wieder ‘denen’ alles zu überlassen. Als würden ‘wir’ uns das nicht ständig fragen: ‘wie denn?’.

    • Pantoufle sagt:

      Moin Peinhart

      Sorry – ich war gerade woanders am tippen.

      Ja, grundsätzlich ein guter Text!
      »Nach zwanzig Jahren Fight um die Existenz ist dir auch wurscht, ob das Ganze nun Krise genannt wird. Krise war schon immer bei mir. Was soll da groß passieren? War ja schon immer prekär, im Gegenteil, wenn die Middle class erst mal ihre Jobs verliert, bekommt man vielleicht Druck hinter das Grundeinkommen. […] Nur, weil die Dinge jetzt sichtbarer werden, sind sie nicht neu.«
      Das sind so die Sätze, wo man beim Glas Wein bedächtig nickt.

      Ja, da hätte ich auch noch einen. Via fefe

      und unter dem Titel »unseriöse Berater« die Selbstbezichtigung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

  8. Peinhart sagt:

    Zusammengefasst: sie wollen nicht wirklich, und wenn sie dann doch mal was wollen, können sie es einfach nicht. Unwillen paart sich mit Inkompetenz. Soweit eigentlich nichts Neues, aber immer wieder bitter.

    • Pantoufle sagt:

      Hallo Peinhart

      Ich würde Dir ja Wort für Wort recht geben, habe mich aber von Stefan R. auf eine Gruseltour durch die Abgründe der menschlichen Seele schicken lassen. Daran kaue ich gerade. DANKE STEFAN !!!!!!!!!!!! (13!)

      Die Eliten die uns beherrschen, sind ja so listig und verschlagen – man glaubt es nicht! Das ist alles Teil ihres Plans. Also alles andere außer dem, wozu sie nicht im Stande sind. Ich kann nicht mehr. 2180 Worte, 14850 Zeichen. Ich habe es alles gelesen.

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