Presseschredder 9.10.2019

»Wenn eine Gesellschaft so unmoralisch handelt, wird Demokratie irrelevant«

Interessante Zeiten sind das, in denen wir leben. Gott (alt, weiß, Cis, Westen) sei Dank sprach der Mann, der vor ein paar Stunden in Limburg mit einem gestohlenen LKW einen Stau verursachte, ausländisch. Wer weiß was passiert wäre, hätte er akzentfrei Deutsch gesprochen. Allah hat er auch gesagt, aber dann war die Polizei schon vor Ort und führte ihn ab,ab bevor die lokale Ortsgruppe der AFD ihn lynchen konnte.

Na, dann war es wohl »Terror®« – war auf Twitter ja auch schon seit Stunden bewiesene Tatsache. Und was macht die Lügenpresse daraus: Sie berichtet unter »ferner liefen…«. Schlimmer noch: Haftbefehl wegen versuchten Mordes! Na ja… wir wissen schon – den mutmaßlichen Syrer mit Hundert multiplizieren und in die Nazistatistik einsortieren.
Es ist ja auch schwer für den gemeinen Pressefuzzi geworden, seit tausende Menschen ihre Zeit mit einem Ohr am Radio verbringen, um in Echtzeit festzustellen, ob irgend ein Unfall nun von einem Ausländer begangen oder doch rein arisch war. Nur gesetzt, der »ausländisch sprechende« LKW-Dieb wollte tatsächlich ein Fanal setzen und mit aller Gewalt in die Schlagzeilen – er hat sich einen sehr ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht. Liest der Mann keine Zeitung oder wenigstens soziale Medien?
Der wahre Terror tobt gerade in Berlin am Potsdamer Platz. »Extinction Rebellion gefährdet den Klima-Konsens« findet dann auch Selina Bettendorf, ihres Zeichens Volontärin beim Berliner Tagesspiegel. Niels Mustermann kommt zu spät zum Flughafen um in den Urlaub zu fliegen und Asta Musterfrau muß mit ihrem BMW-Schützenpanzer 4km Umweg fahren, um Schantalle Musterkind für 45 min zur Krabbelgruppe »Glücksbalg« zu bringen.

»Radikale Rebellen erreichen mit ihren Aktionen nur das Gegenteil. Sie spalten die Klimaschützer in verschiedene Gruppen und können ein Grund dafür sein, dass sich Menschen vom Klimaschutz abwenden.«

Der Geist der Rebellion verstört Selina. Und so ganz verstanden hat sie den Ernst der Lage auch nicht – die hätten ja auch einen hübschen Infostand in der Fußgängerzone errichten können! Oder wenn sie es ernst meinen, eine Partei gründen. Die lila Panther oder so. Davon hört man ja immer wieder.

»Doch in London hat eine Extinction-Rebellion-Gruppe versucht, mit Drohnen den Luftverkehr lahmzulegen. Auch mit den Straßensperrungen in Berlin stören sie die öffentliche Ordnung. […] Mit zivilem Ungehorsam erheben sie sich über das Gesetz.«

Shocking! Johann David Ludwig Yorck Graf von Wartenburg fällt einem sofort dazu ein! Oder auch nicht. Aber wenigstens Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg. Mit zivilem Ungehorsam tat sich der Deutsche schon immer schwer.
Die Mächte des Lichtes gegen die Finsternuß:

»Mit Augenmaß heißt, dass wir uns das anschauen werden – es wird dann solche Versammlungen geben, die wir durchaus eine Weile gewähren lassen«
Innensenator Andreas Geisel (sPD)

Niemand hatte sie vorher um Erlaubnis gefragt!!!

»Aber gefährliche Angriffe – etwa auf den Straßenverkehr – anzukündigen, das geht gar nicht.«
Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU)

»In keiner Demokratie darf man Veränderung durch Protest erzwingen – bei Drohnen am Flughafen gehen Proteste zu weit«
Sven Giegold, „Grüne“ ehemalige Protestpartei

»Träger des Fortschritts und der Verbesserung des menschlichen Lebens sind keine durch irgendein höheres Prinzip ermächtigten Kollektive, sondern ausschließlich selbstverantwortlich handelnde Subjekte, die jederzeit dem Irrtum ausgesetzt sind.«
R. Herzinger

Aber das nur nebenbei. Im Übrigen ist auch die Aussage Gigolds an Blödheit schwer zu überbieten. Um überflüssige Schreibarbeiten zu ersparen, verweise ich auf einen wie immer unvollständigen Artikel in der Wikipedia zum Thema ziviler Ungehorsam.
Technisch gesehen ist da ohnehin noch erheblich Luft nach oben. Man könnte auch soweit gehen zu sagen: Das ist Krabbelgruppe. Putzige Spielzeugdrohnen aus dem Versandhandel; Chinaplastik auf 27MHz-Basis – die benötigten 6 AAA-Batterien sind nicht im Lieferumfang enthalten.
Ohne jetzt an dieser Stelle Nachhilfe für Flughafenlahmlegungen zu geben, aber da gibt es auf dem Markt ganz andere Geräte. Richtig groß und mit Bauplan. Die leicht zu störende Fernsteuerung durch einen Arduino Nano ersetzen, ein GPS-Modul und ein wenig technische Phantasie. Das geht dann nicht nur zu weit, sondern ein gutes Stück darüber hinaus.

Das Ermüdende an diesen Protestbewegungen sind nicht ihre zum Teil naiven Thesen und ihre Einseitigkeit, sondern ihr vollständiger Mangel an technischer Phantasie. Brennende Kabelschächte bei der Berliner S-Bahn – da gähnt man doch nicht einmal mehr. Ich will einen Flughafen lahmlegen? 200 Demonstranten mit genügend Metallschrott in Koffern und Manteltaschen; vielleicht hat ein engagierter Medizinstudent noch etwas (schwach) radioaktivem Abfall aus der Klinik…
Einfach mal nachdenken! Die Vorzüge der Digitalisierung nutzen und nicht darüber schimpfen. Digital ist strunzdoof und das exakte Gegenteil von redundant. Und praktisch nie EMP-gehärtet. Als hätte der alte und so früh verstorbene Tesla das schon gewußt.
Jetzt höre ich besser mal auf, jeder darf jetzt selber weiterdenken.
Selbstgebackene Kekse verteilen und auf die Vorzüge veganer Ernährung aufmerksam machen statt mal zum Lötkolben zu greifen. KINDER!!!

Ach, und zum versönlichen Schluß noch was ganz und gar besonders Wunderbares. Für alle Vollpfosten: Es handelt sich dabei um einen Link zu Youtube!

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10 Antworten zu Presseschredder 9.10.2019

  1. UT sagt:

    Getze aber mal lecker Bohnenkaffee

    https://youtu.be/LgfbjJZXbSU

  2. UT sagt:

    Ach watt…Geld spielt keine Rolle

    https://youtu.be/utn6TnORINM

  3. Publicviewer sagt:

    Als wenn Tempolimit auch nur irgendetwas bringen würde.
    Schaut euch lieber mal die Containerschiffe an.

  4. Peinhart sagt:

    Dies FDP-Plakat – ist das eigentlich eine interne oder eine externe Satire…?

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