Presseschredder 8.1.2018

Benz, 1888, Traditionsfahrzeug

Dieses Fahrzeug muß mit ABS und Airbag nachgerüstet werden, wenn es auch weiterhin an Oldtimerausstellungen teilnehmen soll. Klingt vollkommen gehirnamputiert, ist aber so. Glaubt Ihr nicht? Fragt Alexander Dobrindt. Der Sepl spielt gerade Traditionsschiffe-Versenken in Nord- und Ostsee. Ach ja: Und der Fahrer braucht natürlich eine DMSB National A Rennfahrer-Lizenz

Aus »Sicherheitsgründen« müssen nach Vorgaben des Verkehrsministeriums ab 1.1.2018 etwa 90% der Traditionsschiffe umgebaut werden. Damit es ganz, ganz sicher wird, wie zum Beispiel Schiffe wie die »Ethel von Brixham«1. Sie soll unter anderem eine mehr als 100 Meter lange Ankerkette bekommen. Für ein Fahrwasser, was selten tiefer als 20 Meter ist. Aber auch diese Gebiete würde sie nicht mehr erreichen: Das Gewicht der Kette würde dafür sorgen, daß das Schiff seeuntauglich ist.
Holztreppen sollen mit Stahl unterlegt, Operationssäle eingerichtet und Kollisionsschotte eingezogen werden. Stahlschiffe über 25 Meter Länge ohne Besegelung sollen gar keine Traditionsschiffe mehr sein dürfen. Kein Dampf-Eisbrecher Stetin (Bj. 1932) oder die Hamburger Schaarnhörn (Bj. 1908) . Auf den meisten Holzschiffe ist der Einbau eines Kollisionsschotts allein technisch vollkommen unmöglich. Aber wenn’s doch der Sicherheit dient, dann bekommt der erste Benz auch einen Heckspoiler.

Das Hauptproblem aber ist die neue Verordnung, daß die Betreiber der alten Schiffe auf eine Stufe mit der modernen Berufsschifffahrt stellt. Vom Gesundheitszeugnis bis zur Seetauglichkeitsprüfung. Nach Schätzungen des Vereins Clipper – Deutsches Jugendwerk zur See, der mit vier Schiffen vor allem pädagogische Jugend- und Klassenreisen  anbietet, würde die zusätzliche Ausbildung aller 500 Crewmitglieder vom Kapitän bis zu den Bootsleuten rund 20.000 Euro kosten. Pro Jahr und Person.
»Allein durch diese Bestimmung wird ein Großteil der deutschen Traditionsschiffe nicht mehr existieren […] Unsere ‚Amphitrite‘, die jetzt 130 Jahre alt ist, läßt sich nach den neuen Bauvorschriften nicht umrüsten.« Nikolaus Kern, Vereinsvorstand Clipper.3

Eigner und Mannschaften auf Traditionsschiffen sind in aller Regel ehrenamtlich unterwegs. Die Schiffe werden als »non-profit« Hobby nach Feierabend und mit meist unbezahlter Eigenleistung am Leben erhalten. Die Städte und Kommunen aber profitieren am meisten davon – wer schmückt sich in den Seestädten nicht mit maritimen Flair und kassiert gerne das Geld der Touristen?

»Ich bin mein Leben lang zu See gefahren, habe Seeleute ausgebildet und war zuletzt Honorardozent für Schiffsicherheit an der Seemannsschule Travemünde. Ich verstehe ein paar Dinge von Sicherheit auf Schiffen, und mir ist sie wichtig. Was Dobrindt vorhat, ist Schwachsinn. Es ist nicht nachzuvollziehen, was er bezweckt. Traditionspflege scheint es für ihn nur zu geben, wenn er im Bierzelt einen Sepplhut aufhat und auf einer Schweinshaxe herumkauen kann. Es wird Zeit, dass jemand diesen Minister politisch aus dem Verkehr zieht.«

Kapitän Stefan Schmidt, Jahrgang 1941, Zuwanderungsbeauftragter Schleswig- Holstein2

Es ist ja nicht so, daß der C-Politiker aus den Bergen nur die Autobahnmaut verbrochen hat. Nein, er war ja auch Minister für digitale Infrastruktur (ohne das physikalische Prinzip eines Segelschiffes kapiert zu haben), setzte sich für ein Verbot der LINKS-Partei ein, immer eng am Strick der Autolobby, log sich in der CSU-Medienaffäre fast um Kopf und Kragen und ist selbstverständlich gegen Einwanderer. Ach, erwähnte ich, daß er natürlich höchst persönlich dafür sorgte, daß aus der Musterfeststellungsklage im VW Abgasskandal nichts wurde?
Ein CSU-Politiker, wie er im Buche steht. Alles in allem genommen: Genau so stelle ich mir ein karrieregeiles CSU-Arschloch vor, dem niemand rechtzeitig auf die Füße tritt. Wie gesagt: So stelle ich mir so jemanden vor.
Nur das mit den Schiffen, daß nehme ich jetzt mal persönlich.

 

Das ist genau der richtige Augenblick, wieder einmal um auf die DGzRS4 (est. 1865) hinzuweisen. Die Frauen und Männer, die bei wirklich jedem Wetter freiwillig auslaufen, um Menschen in Seenot zu helfen. Das ist, wie einige vielleicht nicht wissen, eine nichtstaatliche Seenotrettungsorganisation. Den größten Teil ihrer Kosten deckt die DGzRS durch freiwillige Zuwendungen, sie erhält keinelei staatlichen Gelder. Wer ein paar Mark überhat, der spende sie doch bitte. Diejenigen, die an der Küste wohnen, kennen ja die kleinen rot-weißen Boote. Für die anderen:

Spendenkonto
Sparkasse Bremen
IBAN: DE36 2905 0101 0001 0720 16
BIC: SBREDE22

1 ethel-von-brixham

2 Ankerherz

3 Nachrichten aus Schleswig Holstein und der Welt

4 Rausfahren, wenn andere reinkommen

 

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19 Kommentare zu Presseschredder 8.1.2018

  1. OldFart sagt:

    Man stelle sich mal eine Sekunde lang vor, was los wäre, wenn ein Hamburger als Landwirtschaftsminister für Bayern strenge Umweltschutz-, Lärm- und Tierschutzrichtlinien für die Almwirtschaft und Auf- und Abtrieb erlassen würde. Kein Herumtreiben der Tiere, keine Kuhglocken, vorgeschriebene Absturzsicherungen und qualitätsgesicherte Unterbringung fürs Vieh, tiermedizinische Fachprüfung fürs Hütepersonal, usw., so daß der ganze Alm-Trara im Ergebnis unmöglich würde. Die Anfeindungen aus Bayern würden die Republik erschüttern. Aber ein inkompetent-dogmatisches Diktat für den Rest der Welt aus einem korrupt-vernagelten CSU-Gemüt geht immer, egal in welcher Sachfrage. Diese Bagage ist in jedem nur denkbaren Aspekt echt der Maximalschaden. Strunzdoof, aber voller Tatendrang und erfüllt vom felsenfesten Glauben an die eigene überlegene Universalkompetenz.

    • Pantoufle sagt:

      Moin, OldFart
      Ich sehe gerade die lila Kuh in ihrer Absturzsicherung mit blauem Helm über der Klippe (oder wie das im Gebirge heißt) hängen. Almöhi und Heidi zerren an einem Ende, das aber leider 130 Meter lang ist… ne, lieber noch ein Bier!

    • OldFart sagt:

      Heidi darf nicht auf die Alm. Die ist noch minderjährig und hat nicht den nötigen Kuhbetreuungsschein. Das Buch von Johanna Spyri glorifiziert somit einen rechtswidrigen Vorgang. Herr Maas, ihr Auftritt bitte.

      • Pantoufle sagt:

        Heidi ist eine rüstige ältere Dame und einem ihrem Alter entsprechend guten Zustand. So gut, wie das mit 134 Jahren eben so ist. Im Zuge der Neuverfilmung ihrer Biographie und ihrer Grundüberholung bei Blohm und Voss hat sie laut Wikipedia sowohl ihr Patent für die kleiner Hochseefischerei wie auch ihre Kuh-Führerschein absolviert. Seither beschäftigt sie sich mit Design und Konstruktion von Kollisionsschotten für Trachtengruppen sowie Rettungsringen für U-Boote. Genau wie ihr Patenonkel Alexander.

        • gnaddrig sagt:

          134 schon? Dann darf sie aus Altersgründen nicht auf die Alm. Sie ist ja schon im gesetzlichen Rentenalter, und die Alm ist Arbeitsplatz, da haben Zivilisten keinen Zutritt. Ein Almbetreiber könnte sie allerdings als freiberufliche Was-auch-immer anheuern, dann dürfte sie doch auf die Alm. Allerdings müsste sie dazu neben den nötigen Einweisungen auch eine entsprechende Unfallversicherung nachweisen, und die ist für jemanden in dem Alter wohl unerschwinglich.

          • Pantoufle sagt:

            Ja, müßte ungefähr hinhauen. 1880 erschien der erste Roman – ich ging davon aus, daß Heidi da bereits den aufrechten Gang beherrschte. Meine investigative Ader ließ mich allerdings in dem Moment im Stich, als es darum ging, Heidis genaues Alter aus der Romanvorlage zu extrahieren. Bei den Lebensjahren und zwei Weltkriegen ist das eine akademische dimensionslose Zahl.
            Die Unfallversicherung wird in diesem Fall vom Bundesarbeitsministerium gesponsort. Rente mit 97 verlangt schon mal staatliche finanzielle Opfer.

  2. Der Duderich sagt:

    Diese ganze Idiotie, dieser leider ganz normale Wahnsinn, diese Menschenverachtung die sich da in Politikerköpfen manifestiert, dass ist dann wohl Ausdruck unser parlamentarischen (und natürlich wirtschaftskonformen) Demokratie.
    Und der Aufschrei, der wirklich relevante Aufschrei, bleibt aus.
    Weil wir mittlerweile durch den ganzen Bullshit rundgelutscht sind, wie ein verdammter Flusskiesel.
    Weil sich bspw. der Aufruf nach einer ‚konservativen Revolution‘ in den Zeitgeist geschmeidig einfügt. Nicht weil er Sinn macht, sondern weil es lediglich ein Tropfen im Tsunami der Idiotie, der neoliberalen Logik ist. Und die APO ertrinkt in dieser Sturzflut, weiß gar nicht mehr, wo sie anfangen und aufhören soll sich zu wehren. Und, um diese Metapher weiter zu reiten – man weiß war nicht mehr, wo man die Spundwände noch überall aufbauen soll.
    „Lausige Zeiten“ hat Marius Müller-Westernhagen mal ein Album genannt. Da war er aber schon ein lausiger Armani-Träger. Hat sich damals auch mit der Kampagne „Wir sind Deutschland“ gemein gemacht, dieser Stinker. Aber der Titel des Albums fasst den momentanen Zustand dieser Republik ziemlich gut zusammen.
    Apropos ‚Stinker‘. Das war noch ein Album, als er den Leuten in den Arsch getreten hat. Marius war ein Vorbild in meiner Jugend.
    Aber hey, Sekt oder Selters.

    Mittlerweile bin ich wohl gänzlich im Off Topic-Bereich abgedriftet…

    Schuld daran, sind Ton Steine Scherben.
    Ich arbeite mit Jugendlichen. Hab heute mit einem Stellvertreter dieser jungen Generation bei einer ‚pädagogischen Kippe‘ Musiktipps ausgetauscht.

    Mein Tipp an ihn war TSS. Und ich habe mir gerade nochmal das zeitlose Album „Keine Macht für Niemand“ reingezogen (um zu versuchen mich rein zu fühlen, wie das bei der heutigen Jugend ankommt).
    Und das Album (1972) atmet halt noch die Hoffnung, dass sich die Vernunft Bahn bricht; dass die Leute in ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit ihre Interessen gegen die Herrschaftsverhältnisse abringen.
    Heute, 46 Jahre später (hab ich mich verrechnet, oder ist das wirklich so lange her?) herrscht da (zumindest bei mir) eher Katerstimmung.

    Trotzdem heizt dieses Album immer noch Protestpotenzial an.

    Liebe Grüße

    Der Duderich

    https://www.youtube.com/watch?v=zOW6w-MFKNg

  3. Fluchtwagenfahrer sagt:

    Moin Pantoufle,
    vielen, vielen Dank für diesen Beitrag. Habe die alte Ethel sogar mal selber gesegelt.
    Nun ein Freund und ehemaliger Kamerad von mir ist Heizer auf der Alex,
    http://t1p.de/dxqy
    und auch er weiß nichts gutes von dieser Schaafscheiße zu berichten. Ich finds immer wieder lustig hier, im einzigen wahren Norden, graben sich mal wieder selbst das bisschen Wasser ab, bzw. lassen es sich vom Trottel in Prada abgraben.
    Aber wahrschau jetzt kommt es, rate mal wieviele Zigmillionen wir (Marine) schon in das Groschengrab Gorch Fock, aufgrund der Rechtsvorschriften (SOLAS) etc. gesteckt haben, Irre, davon hätten wir ne Seglerflotte an den Start gekriegt.
    Merke: Von der Bw und den 87b (GG) Mitarbeitern lernen, heißt siegen lernen.
    So zum Abschluss noch ein paar nette Euphemismen:
    Meine Favoriten:
    1.) Die Neuausrichtung der Bundeswehr und des Ministeriums gleichzeitig ähnelt einer Operation am offenen Herzen, während der Patient weiter auf der Straße spazieren geht.
    2.) Reparatur am laufenden Motor
    3.) Kognitiv herausgefordert

  4. Pentimento sagt:

    Trottel gibt es nicht nur in Bayern. In Kiel fielen in den Sechzigern mehr alte Häuser der Abrißbirne zum Opfer, als zuvor den Bomben. Schade um die schönen alten Dinge, in denen soviel Wissen und Liebe zu Material und Handwerk steckt. Der Michel mag es solide und ohne Schnörkel.

  5. Pantoufle sagt:

    @Fluchtwagenfahrer
    Lieblingseuphemismus? Da könnte ich mich gar nicht entscheiden. Extremen Bluthochdruck bekomme ich jedesmal, wenn das Wort »Benutzererlebnis« fällt.

    Was mich an dem behandelten Thema in Verbindung mit Dobrindt so aufgeregt hat, ist die abenteuerliche »konservative Revolution« in Verbindung mit diesem Flachhirn. Daß es seit Mitte der siebziger Jahre keine ernstzunehmenden konservativen Theoretiker und Intellektuelle mehr gibt, ist evident. Ihre Existenz wäre vielleicht die einzige Lösung, um den völkisch gesinnten irgend etwas entgegenzusetzen. Und ausgerechnet diese Flitzpiepe läßt man auf so ein Thema los.
    OldFart bringt das schon ziemlich auf den Punkt: Laß doch mal den Kieler Innensenator das Oktoberfest reglementieren: Keinen Grill (Feinstaub!), alkoholfreies Bier (Volksgesundheit) und um 20:00 Uhr geht alles nach Hause (Tagesschau). Dagegen wäre Katalonien aber ein gemütliches Stadtteilfest!

    @Pentimento
    Da sollte man fein unterscheiden. Der Michel wollte das sicherlich nicht so. Das waren seine sogenannten Volksvertreter. Und die Reihe der Bausünden war ja nicht auf die sechziger Jahre beschränkt (ZOB, Holstenstraße, Alter Markt, Germaniahafen), sondern wurden irgendwann System. Wenn schon falsch, dann richtig. Stadtplanung durch Baukonzerne.
    Ich habe das mit Bremerhaven mit erlitten. Als Ende der siebziger die Hochseefischerei in Deutschland abgeschafft wurde. Da wurde das Hafengebiet aber sowas von entschnörkelt! Was haben sie nicht alles getrieben, um Kultur und Erlebnis zu heucheln. Kennt einer dieses Raketenmuseum, was sie zeitweise hatten, noch? (Bremerhaven: Tor zum Weltraum! Naheliegend). Es gellt mir noch in den Ohre: »Papi, das ist total langweilig hier!« Der alte Fischereihafen: Eine Betonwüste mit Andenkenkiosk. Als Sternstunde deutscher Museumspädagogik das Auswandererhaus… ich könnte kotzen! Man sieht den Kutter vor lauter Leuchtürmen nicht. Die Menschen können gar nicht schnell genug wegziehen, wie die diese Stadt zugrunde gerichtet wird. Im Grunde könnte man das Elend auch komplett abreißen und auf der Basis von Budjardingen auf der anderen Weserseite neu aufbauen.

    @Duderich
    Ja, stimmt schon. Etwas OT, aber das macht ja nichts. Zum richtig relevanten Aufschrei wird es in Büsum oder Eckernförde wohl nicht kommen. Der Norddeutsche an sich schreit nicht so gerne auf.

    Wie ich heute Morgen gelesen habe, liegt aber durchaus revolutionäres Potential in der Luft. Apples innovativer Umgang mit der Akku-Kapazität ihrer Telephone und der daraus folgenden Verminderung des Benutzererlebnisses ist durchaus geeignet, die Massen auf die Barrikaden zu bringen. Protestpotenzial ist also durchaus vorhanden: »Nimm den Hammer! Und stellt Euch dann wieder in die Schlangen, wenn das iPhone 7b rauskommt. Jetzt mit nochmals erhöhter Akkuleistung und Benutzererlebnis 4.0!«

    Edit
    Lieblingseuphemismus: »Rekrutierung bei der Bundeswehr. Neue Rekordzahl an Minderjährigen« Wie wärs mit Kindersoldaten?

    • Fluchtwagenfahrer sagt:

      Moin Pantoufle,
      Kindersoldaten, are u kidding me?
      Dazu mal ein paar Fakten:
      UN-Kinderrechtskonvention Ar­ti­kel 38: Kin­der­sol­da­ten
      Der Wortlaut aus der UN-Kinderrechtskonvention
      Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die für sie verbindlichen Regeln des in bewaffneten Konflikten anwendbaren humanitären Völkerrechts, die für das Kind Bedeutung haben, zu beachten und für deren Beachtung zu sorgen.
      Die Vertragsstaaten treffen alle durchführbaren Maßnahmen, um sicherzustellen, daß Personen, die das fünfzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nicht unmittelbar an Feindseligkeiten teilnehmen.
      Die Vertragsstaaten nehmen davon Abstand, Personen, die das fünfzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, zu ihren Streitkräften einzuziehen. Werden Personen zu den Streitkräften eingezogen, die zwar das fünfzehnte, nicht aber das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben, so bemühen sich die Vertragsstaaten, vorrangig die jeweils ältesten einzuziehen.
      Im Einklang mit ihren Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht, die Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten zu schützen, treffen die Vertragsstaaten alle durchführbaren Maßnahmen, um sicherzustellen, daß von einem bewaffneten Konflikt betroffene Kinder geschützt und betreut werden.
      Dazu Germanski: CHAPTER IV HUMAN RIGHTS
      11. b Optional Protocol to the Convention on the Rights of the Child on the involvement of children in armed conflict
      New York, 25 May 2000 Rat. 12.02.2002
      Declaration:
      The Federal Republic of Germany declares that it considers a minimum age of 17 years to be binding for the voluntary recruitment of soldiers into its armed forces under the terms of Article 3 paragraph 2 of the Optional Protocol. Persons under the age of 18 years shall be recruited into the armed forces solely for the purpose of commencing military training.
      The protection of voluntary recruits under the age of 18 years in connection with their decision to join the armed forces is ensured by the need to obtain the consent of their legal guardian and the indispensable requirement that they present an identification card or passport as a reliable proof of their age.

      Also: Alles Suppi, vor dem 18en kein Knalllbummpeng in Einsätzen, aber nach dem 18en kanns dann ja endlich losgehen, jippieyjey Schweinebacke!

      p.s. war 20 wo ich die Ausbildung anfing, wie ein Kottlett (Kotelett) von beiden Seiten bekloppt.

      • Pantoufle sagt:

        © DFG-VK

        Ist doch interessant: In den letzten Tagen des 1000jährigen Reiches wurden Kinder in SS-Uniformen gesteckt, um ihnen 60 Jahre später den Vorwurf zu machen, Mitglieder der SS gewesen zu sein. Na ja – wenn’s der Sache dient? Die werden sich schon was dabei gedacht haben! Was ein Sechzehnjähriger eben so denkt.
        Kann heute ja nicht wieder passieren: Erstens sind wir ein Rechtsstaat, daß die Schwarte kracht, »Gewaltvideos« werden indiziert und was sollen die Jugendlichen denn machen, wenn sie mit 16 die Schule verlassen (irgendwo müssen HartzIV-Kinder ja hin)?

        Ganz abgesehen davon sorgt der herrschende politische braune Wind schon dafür, daß die Akzeptanzschwelle für Minderjährige an der Waffe stetig zunimmt. Hat dem Großvater schließlich auch nichts geschadet.

        • Fluchtwagenfahrer sagt:

          Na ja, wenn man den 38er der UN liest, sieht man deutlich den kleinsten gemeinsamen Nenner.
          Alles recht schwammig und interpretationsfähig.
          Weichziel: Niemand möchte Kinder für kriegerische Handlungen einsetzen.
          Erinnert mich an: Niemand will hier eine Mauer bauen.
          Aber du hast schon recht, H4 Kinder und Ossis haben zeitweise deutlich Überhang genommen. Scheiß Spiel aber auch nichts neues.
          Master & servant eben. Die Elitekinder der Elitepartner werden alle Offz.

  6. Pantoufle sagt:

    BTW: Seit gestern Abend höre ich einen alten Liebling von mir in Dauerschleife. In der Mediathek von 3Sat gips ein Konzert von Michael McDonald. Wer schlau ist, hat auf seinem Rechenknecht Mediathekview installiert, um sich dieses sensationelle Konzert von 2017 auf die Platte zu laden.

    36:30 Anspieltip Takin it to the street. Ein Hammer!

  7. Pentimento sagt:

    @Pantoufle,
    Da hast Du recht. Die meisten Bürger ärgern sich, wenn ein Alter Landeskeller einem Karstadthochhaus weichen muß. „Der Michel“ muß halt immer herhalten, wenn mir ob soviel Blödheit der Kragen platzt. Doch wer ist das genau? Vielleicht der Untertan, der sich alles gefallen läßt? Der bestechliche Volksvertreter? Sicher ist nur, dass es ihn gibt.

  8. OldFart sagt:

    Nochn Gedanke, der schon seit gestern in mir nagt, den ich aber jetzt erst mental ausformuliert habe:

    Wenn es gegen unsere kleinen Interessen geht, regiert man mit Anweisungen und Verboten. Keine Diskussion und die Kosten sind dann unser Problem. Wenn es um die Industrie geht, vertraut man hingegen auf Selbstregulation, die unsichtbare Hand des Marktes und „finanzielle Anreize“ – haut also verdeckte und offene Subventionen an die Unternehmen raus.

    Würden die Markt-Apologeten ihr eigenes interessengesteuertes Geschwätz ernst nehmen und ihre in letzteren Fällen praktizierte Vorgehensweise konsistent einsetzen, dann würden doch Selbstverpflichtungen der Schiffsführer („wir fahren ganz bestimmt nicht so weit raus und passen tüchtig auf, keinen zu rammen“) völlig reichen. Oder man führt einfach freiwillige Prüfsiegel pro Schiff ein (immer gerne konsultiert: TÜV Rheinland) und der eigenverantwortliche mündige Konsument kann selbst überlegen, ob er den Törn machen möchte. Oder man setzt „finanzielle Anreize“ – wie wäre es also damit, die angeordneten Schulungen des Schiffspersonals zu übernehmen? Am Ende genügten vielleicht gar Kollisionsschott- und Ankerketten-Softwareupdates, wie bei VW. Da kennt sich doch niemand besser aus als ebenjener Dobrindt, der jetzt bei den Traditionsschiffen den wilden Max gibt.

    • Pantoufle sagt:

      Moin, OldFart

      »Kollisionsschott- und Ankerketten-Softwareupdates«

      Eine Lösung von geradezu göttlicher Schönheit! Das ich da nicht selber…? Aber so ist das nun mal. Und für erprobt und gut befunden ist es ebenfalls. Ein paar Zeilen in – wie hieß das Betriebssystem der Analytical Engine doch gleich?

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