Presseschredder 7.4.2019

Zwei Meldungen nebeneinander: Die Staatsanwaltschaft in Gera ermittelt gegen das Zentrum für politische Schönheit wegen »Bildung einer kriminellen Vereinigung« und im Berliner Tagesspiegel sinniert Fabian Löhe darüber, daß man Harder-Kühnel (AFD) als Vize-Bundestagspräsidentin aushalten sollte. Sie wäre immerhin wählbar.

Das hat natürlich erst einmal nichts miteinander zu tun. Wenigstens solange man nicht unfruchtbare Gedankenspiele über den Begriff »kriminelle Vereinigung« beginnt.

3 Tage später. Upps! Zu spät. Der zuständige Staatsanwalt ist AFD-Spender. Oder Mitglied. Oder Sympathisant. Oder Nazi light. Jedenfalls genau das, was man sich unter einer unabhängigen Justiz vorstellt.

Da jubelt der Stürmer. „Die Thüringer Staatsanwaltschaft ermittelt seit 16 Monaten gegen das selbsternannte Künstlerkollektiv „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung.“

Wer hätte sie denn ernenne können und wozu? Zum Künstler, als Kollektiv oder gar kriminell? Jung und frei und der deutschen Sprache nur rudimentär mächtig.

Und da wundert sich der eine oder andere, warum man keine Lust mehr hat, das Zeitgeschehen zu kommentieren. Man kann ja auch kaum noch etwas lesen, das einen nicht an irgend etwas erinnert. Ob man will oder nicht. Spektrum.de läßt sich über die Plage der Bergsteiger-Exkremente aus, die der real existierende Klimawandel aus dem ewigen Eis an Tageslicht befördert. Als wenn sich nicht jeder einmal schon gefragt hätte, warum die Bergwelt eigentlich so weiß, rein und unschuldig aussieht. Nein! Zugeschissen braun seit Edmund Hillary selig gibt die globale Klimaerwärung nun das frei, was jeder wenigstens ahnte. Erst Ansätze einer Lösung liegen vor: In jeder Seilschaft muß nun einer mit einem Plastik-Beutel (demnächst Jute) hinterhertrotteln und … Was bei Hunden im Park funktioniert, das sollte auch am Achttausender klappen. Mit Beutel am Seil.

Original braune Scheiße anno 1938.

Lange nicht mehr gelacht? Einfach mal auf Twitter unter dem Stichwort »Enteignen« surfen. Noch eine kriminelle Vereinigung: Menschen, die Wohnungen und Mieter für eine Taktstraße bei VW halten.

»Und zu Kindesenteignungen, wenn die Eltern die Segnungen des Sozialismus nicht begreifen wollen.«

schreibt Dirk Hafermann. Das hat er sich ganz alleine ausgedacht!

Und das zählt schon zu den intelligenteren Kommentaren, unfassbar dämlich wie er ist. Da ist noch jede Menge Luft nach unten.

Katja Kipping will auch. Enteignen, den Sozialismus und natürlich die DDR zurück. Unter Stalin. Claus Kleber hilf! Da müssen Profis ran – der Markt wird’s schon richten.

Na schön: Dann vielleicht doch nicht Twitter, das Telephon für diejenigen, mit denen sonst niemand redet.

Also ich fahre dann mal los. Einen Tag Hamburg, Munster (zwei Tage) danach noch irgend etwas. Mein neuer Verstärker (18cm x 8,5cm x 7,5cm) mit eingebautem Player (SD-Card) ist fertig. Die Lage der Welt hatte ich nur im Augenwinkel. Sie interessiert mich wohl gerade nicht so sehr. Nicht so sehr wie die blühenden Obstbäume im Garten oder der Hund. Rumo ist groß geworden. Sehr groß. Aber er will nur spielen. Legen Sie sich einfach auf den Boden und wimmern Sie um Hilfe. Neulich habe ich ein Pony gesehen. Es war auch sehr niedlich. Nur etwas kleiner. Rumo wird jetzt nicht mehr größer, habe ich beschlossen. Nur noch klüger. Groß genug ist er jetzt. An dem anderen besteht ein gewisser Nachholbedarf. Aber das wird schon – er ist ja noch klein. Ein verdammtes Jahr ist er nun alt. Überall Hundehaare – in der Mauser; der Fröhling kommt. Aber ich wollte ja einen großen Hund. Mensch, bedenke deine Worte! Jetzt schnarcht er hinter mir. Eine ganz leise Sägemühle. So leise wie er mit seinen 75kg auf Samtpfoten zum Küchentisch tapst und hinter meinem Rücken ein Brötchen klaut. Eben war es noch da – jetzt ist es weg. Er kaut nicht einmal; sitzt nur da und sieht mich mit treuen Augen an. Wäre da nicht der Sabberfaden an seinem Maul. Welches Brötchen?

Habe ich einen großen Hund? Ich weiß es nicht mehr. Nur die anderen Hunde: Die sind alle geschrumpft. Die Maßstäbe gehen verloren. Genau wie in der Politik.

Als ich einmal glücklich war

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1 Antwort zu Presseschredder 7.4.2019

  1. Schwarzes_Einhorn sagt:

    Völlig OT – aber dieses Bild ist sowas von schräg! Und das Teil gab es sogar – dabei sieht es aus, als ob es aus einem alten SF-Film gefallen wäre. Faszinierend – um mal jemanden zu zitieren…

    Zum politischen Teil sag ich nix…

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