Presseschredder 2.6.19

Die Wahl ist zu Ende, das Ende ist nahe. Das der Volksparteien nämlich. Nicht wegen Mangel an Parteien, sondern mangels Volk.


»Die wollen ja gar nicht von uns repräsentiert werden!« Die Antwort der zerstörten CDU auf nicht nur diese Frage lautet also folgerichtig: »Blaue Haare!« und »Was wäre eigentlich in diesem Lande los, wenn eine Reihe von, sagen wir, 7 CDU-Parteibonzen zwei Tage vor der Wahl erklärt hätten, wir machen einen gemeinsamen Aufruf: Wählt bitte nicht FDP und SPD. Das wäre klare Meinungsmache vor der Wahl gewesen«. AKK´s Bemühungen zur Wiedereinführung des preußischen Dreiklassenwahlrechts treffen allerdings nicht auf ungeteilte Zustimmung. Einigkeit herrscht zwar in der Feststellung, daß die Relevanz von Wahlaufrufe letztlich entscheidend vom Steueraufkommen des Rufenden sind, weniger allerdings darin, daß das ewig so bleiben muß. Auch ein jetzt noch junger Mensch könnte eines Tages Geld verdienen und zum potentiellen CDU-Wähler mutieren.

Vor allem auf die Musike darf man gespannt werden. DJ Amthor legt auf: »Schwarz-Braun ist die Haselnuß.«  

CDU/CSU! Jetzt ganz neu mit eigenen Influencern. Das ist jedenfalls bequemer als sich mit Inhalten auseinanderzusetzen und dieses sogenannte Internet vergisst ja sooo schnell. Und in spätestens zwei Jahren greift das neue Urheberrecht und dann haben sich solche Videos (von beiden Seiten) ohnehin erledigt.

Die Zeit vor der Wahl war ja bereits eigenartig genug – richtig skurril aber wurde es erst eine Woche danach. Schade eigentlich! SPD und CDU ohne Vorsitz (ok: Das braucht es funktionell auch nicht), dafür mit eigenen Charts, Rap-Battles (Phillip the A. vs Rezo) und echt alternativen Fakten.

Wenigstens kann die CDU noch Pläne machen, die SPD dagegen bestenfalls die eigenen Nachrufe lesen. Ein Plot wie in Games of Thrones: Man verweigert Nahles selbst einen Nachfolger, der sie vom Thron tritt. Einfach in einem Eimer Wasser ertrinken lassen! Springers WELT sieht ungerührt zu, wie sie sich selbst den Kopf ins Wasser drückt und orakelt über ihren Nachfolger: Olaf Scholz soll es sein! Wenn schon weg mit den Socialdemokraten, dann mit Stumpf und Stiel! Dort weitermachen, wo die Sozialistengesetze 1890 aufgehört haben. Olaf »weiter so!« Scholz, der Anti-Kühnert.

Nein, kein Mitleid.

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1 Response to Presseschredder 2.6.19

  1. Ex-Vermieter sagt:

    “Nein, kein Mitleid.”
    Ein wirklich gutes Motto für alles, was Politiker ereilen kann und auch sollte.

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