Je suis Jesus

Deutsch sein heißt Steckrüben essen. Bio-Steckrüben natürlich. Naturbelassen. Eigentlich waren Steckrüben Schweinefutter oder ein Arme-Leute-Essen. Eher aber Schweinefutter. Seit es über den Winter 1916/17 nichts anderes gab als die »Hindenburg-Knolle«, hielt dieser Kohl Einzug ins Küchenbewußtsein der deutschen Hausfrau für arme Schweine. Steckrübensuppe, Steckrübenbrot, Steckrübenpudding, Steckrübenmarmelade und Steckrübenschnitzel. Vor Angst wollte man als Pferd im Straßenverkehr nicht tot umfallen aus Altersschwäche oder wegen gebrochenem Bein. Weiterlesen

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Presseschredder 28.3.2018 / Update

Gelegentlich sieht man keinen Anfang, ein Ende auch nicht und das was bleibt, reicht nicht mal für den Hauptteil. Der Anschlag auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal und seine Tochter Julija ist so ein unvollendeter Aufsatz aus der Grundstufe.. Weiterlesen

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Sonntagmorgen

»Kandel ist nicht braun, Kandel ist bunt.«
Sehr schön, das! In dem kleinen 9000-Seelen-Kaff gingen ca. 2500 Menschen gegen die rechten Horden auf die Straße. Von Gewerkschaftler, der heiligen Mutter Kirche und sogar der hohen Obrigkeit in Form von Malu Dreyer (SPD) und von grün bis CDU-Landtagsfraktionschef Christian Baldauf kamen sie alle. Na ja – fast alle. Die AFD und Twitter feierten lieber mit den Hooligans auf der Gegendemo »Deutschland jetzt noch deutscher« und das Verbot von ausländischer Pizza. Was man bei Faschos eben so macht, wenn man am Sonntag nichts besseres vor hat.

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Du, ich hätte da was…

Sehnsucht nach dem Sommer. Ein seriöser Frühling täte es auch.

»Chehef??«
»Kann grad nicht, habe Schakeline in der Leitung!«
»…is aber echt interessant! Der Praktikant, der… der…!?!«
»Heeerbert!»
»Ja, also der Herbert hat da einen echt schmissigen Slogan, den solltest Du Dir anhören!«
»Wenn’s sich nicht vermeiden läßt. Also, was gibt’s denn so aufregendes?«
»Also Herbert meint, daß »saubere Luft zum Exportschlager weltweit machen« echt geil klingt! Und vielleicht auch noch ein erklärendes »Stickstoffe mobil und digital eingrenzen« anfügen. Stickstoffoxyde 5.0. Um die Stickstoffgrenzwerte für 2020 auf den Grenzwert von 1995 zu bringen«
»2020,2020… hmmm! Klingt gut – da ist wieder Wahlkampf. Machen wir; das werde ich morgen gleich im Bundestag… ach ja, und schmeiß den Praktikanten raus… wie hieß der doch gleich?«
»Heeerbert!»
»Ja, gut: Herbert. Es kann nur einen Andreas Scheuer geben!« Weiterlesen

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Ja, was denn nun? / Update

Da hat man endlich eine neue Regierung und dann sowas. Seit Monaten treibt SMS Deutschland in schwerer See, das Lotsenversetzboot hat die neue Mannschaft an Bord gebracht und nun streiten man sich über die Farbe der Vorhänge auf der Latrine. Weniger Islam und Internet, mehr Urlaubsparadies Syrien. Die vorläufig auf Bewährung herumlaufenden Volksparteien beweisen ihre Geistlosigkeit.
Kein Hoffnungsschimmer? 1 Weiterlesen

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Kurz und dreckig 58

Agent von russischem Geheimdienst getötet! Tot! Russisch! Der Agent und sein Mörder. Beide. Diplomatische Krise. Cui bono?
Keine Ahnung. Wem nützt der Tod eines ausgemusterten Doppelagenten in diplomatisch unsichtigem Wetter? Weiterlesen

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Presseschredder 11.3. 2018

https://www.schoenescheisse.de/

«Weitere Städte sollen von Terroristen gesäubert werden. 1
Mit der am 20. Januar gestarteten „Operation Olivenzweig“ will Ankara die kurdischen Milizen im Norden Syriens zerschlagen und insbesondere die YPG aus dem Grenzgebiet vertreiben. In einer in der südlichen Stadt Mersin gehaltenen und im Fernsehen übertragenen Rede kündigte Erdogan weitere Maßnahmen an.
Nach Afrin würden auch die Städte Manbidsch, Kobane, Tal Abjad, Ras al-Ain und Kamischli von Terroristen gesäubert. Die YPG sind mit den USA im Kampf gegen den IS verbündet. Deshalb sorgt Ankaras Offensive für Irritationen zwischen und Ankara, die beide Partner in der Nato-Militärallianz sind.«

»Im Osten nehmen die Operationen ihren vorgesehenen Verlauf. Die im Raume von Bjalansk eingeschlossenen Kräfte des Gegners sind in mehrere Gruppen zerschlagen. Ihre Vernichtung in den schwierigen Waldgebieten schreitet stetig fort. Bereits gestern war die Zahl der in der Doppelschlacht von Brjansk und Wjasma eingebrachten Gefangenen auf mehr als 350.000 gestiegen. Sie ist noch ständig am Wachsen.
Kampfflugzeuge bombardierten in der Nacht zum 14. Oktober mit guter Wirkung kriegswichtige Anlagen in Leningrad. Schnellboote stießen in der Nacht zum 13. Oktober gegen die britische Küste vor und griffen einen durch Zerstörer, Schnellboote und Flugzeuge stark gesicherten Geleitzug an.«

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Sehr kurz und dreckig 57/Sudelbuch

 

Kollege Glumm fragt »do you like my new car?«

»In der Zigarettenpause stand ich mit diesem kleinen Nerd zusammen. Er war Mitte Zwanzig und hatte keine Vorstellung davon, was er mit seinem restlichen Leben anstellen sollte, nachdem ihm das erste Drittel wie Fließtext davongerieselt war.
„Computer ist alles, was ich kann“, sagte er trotzig.«

Lange, lange vor Neulandbahnen, auf denen Digitussen von München nach Berlin fuhren und konservative Revolutionäre den Weg zurück.
Ich mag, was er schreibt.

Twitter am Sonnabendmorgen ist die übelste Art einem zu zeigen, was für viehisch verblödete Menschen es gibt.

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Lieb Vaterland, magst ruhig weiterpennen

»Uff, geschafft! Die SPD hat den ersten Schritt getan, um sich aus ihrer existentiellen Krise herauszuarbeiten. Die Alternative wäre der Weg zur linken Sekte gewesen, die künftig in einem Korridor von 14 bis 16 Prozent der Wählerstimmen gefangen gewesen wäre. […] Kevin Kühnert hätte die SPD in eine Partei der reinen Lehre verwandelt, die den meisten sozialdemokratischen Parteien Europas gefolgt und nie mehr in die Verlegenheit gekommen wäre, Kompromisse einzugehen und einer Regierung anzugehören.«

Michael Spreng 1 Weiterlesen

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Kurz und dreckig 57

»Die vorhandenen Systeme werden sowohl in den Einsätzen als auch in einer Vielzahl von einsatzgleichen Verpflichtungen benötigt. Damit gehen stark erhöhte Anforderungen an Ausbildung und Übungen im Grundbetrieb einher. Insbesondere die gestiegenen Verpflichtungen im Rahmen NATO Response Force und enhanced Forward Presence sind ursächlich für eine deutlich zunehmende Nutzung des Materials. Die vorgeschaltete Ausbildungs- und Übungstätigkeit führt zu einer häufigeren und intensiveren Nutzung der Waffensysteme.« Weiterlesen

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Presseschredder 22.2.2018

»Denn bislang hat Intel noch keine umfassende Lösung für das Problem (Meltdown und Spectre) geliefert.“Wir arbeiten daran„, sagte Krzanich in einer Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren und kündigte an, die Sicherheitsmängel „später in diesem Jahr“ durch neue Hardware beheben zu wollen. Zudem warnte Intel vor rechtlichen Risiken durch Sammelklagen sowie negativen Folgen für Kundenbeziehungen und Reputation.
[…] Mit einem zuversichtlichen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr unterstrich der Konzern jedoch, dass er keine schweren finanziellen Folgen durch das Sicherheitsproblem erwartet. Intel stellte einen deutlichen Umsatzanstieg auf 65 Milliarden Dollar und ein kräftiges Gewinnplus in Aussicht.«

Heise.de1 Weiterlesen

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Kein Gedicht am Dienstag

 

© Walter Moers

Leider, leider – aber manchmal zwingt einen die aktuelle Nachrichtenlage, kurzfristig das Thema zu wechseln.
Ja, wie soll ich beginnen? Älteren Lesern ist ja bekannt, daß hinter den Inhalten der Schrottpresse ein junges, dynamisches Team verschiedener Autoren steht. Das Redaktionsschwein ’Schnitzel’, Redaktionskampfhund ’Oskar’ und nicht zu vergessen Redaktionsfaschist ’Hurra@Patriot’, zuständig für Inhalte von PI, Achgut und Twitterstalking. Weiterlesen

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G.U.T.E.N M.O.R.G.E.N!

Oder auch nicht so gut – Kumpel daMax wirft das Handtuch, wenn vorerst auch nur auf den Beckenrand. Es macht keinen Spaß mehr, sagt er. Gegen die faschistisierung des Alltags kann man nicht gegenanbloggen, sagt er auch. Und außerdem machen die anderen Blogs ja auch dicht; warum also nicht auch er? Weiterlesen

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Kurz und dreckig 56

Als kleiner Gruß aus der Küche der Koalitionsverhandlungen. Mit den unvergessenen Aktionszenen eines Ingmar Bergmann-Films, der psychologischen Tiefe von Star-Wars VI und der inhaltlichen Stringenz des Interviews mit einem Formel-1-Fahrer.
Und als ersten Gang freuen wir uns auf biologisch ausgebauten Außenminister an Lorbeer im Dialog mit Currywurscht. Weiterlesen

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Gedicht am Dienstag 34

Das Wetter und ich werden nicht zusammen alt – so nicht, Wetter! Die Batterie von der Yamaha ist auch runter; selten, daß sie nicht anspringt, aber heute ging nicht und ich mußte Peugeot-Auto fahren. Das ist nun wirklich das letzte, danach kommt nur noch kriechen.
Jetzt ein Feierabendbier und etwas Poesie. Das Gedicht am Dienstag. Oder besser: Zum Dienstag. Aber an Tagen wie diesen, von denen einer aussieht wie der andere, ist das wohl nicht entscheidend. Weiterlesen

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Presseschredder 1.2.2018

Im Firefox-Ordner Blog_Aktuell sammeln sich die Einträge. Wenn etwas lesens- oder überlegenswert ist, landet es dort gelegentlich als Lesezeichen. Die Einträge quellen mittlerweile über; wen wundert’s. Kurz vorm Ausmisten aber geht man doch noch einmal darüber und sichtet nach Häufigkeit der Themen, die sich dort abzeichnen bevor gelöscht wird. Da schau her: Mein alter Freund Sönke Neitzel, Militärhistoriker, Guido Knopps akademischer Luftschutzbunker und erklärter Gegner der pauschale Rehabilitierung von im Zweiten Weltkrieg wegen »Kriegsverrats« abgeurteilten Deserteuren und Überläufern ohne Einzelfallprüfung. Weiterlesen

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Die letzten ihrer Art

Vier frische Rollen Rollei R3 habe ich noch, jeweils noch eine in der F3, die andere in der F100. Der Rest des Schatzkästleins wartet auf Entwicklung. Die letzten ihrer Art. Von den ausgelobten 400 ISO sind 200 zuverlässige geblieben und natürlich das einzigartige Korn dieses Negativfilms. Entwickelt wird mit SAM classic, entsetzlich lange. 25Min im Illfordkipprythmus (30 sek permanent, danach jede Minute einmal). Das ist natürlich Geschmackssache – Richtig gute Photographen sind da vielleicht ganz anderer Meinung: In Eigenurin mit Nestle-Kaffeezusatz mag das anders sein. Mit SAM classic funktioniert es aber recht gut so. Weiterlesen

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Da mache sich jeder selbst seinen Reim drauf

Das klassische Gedicht

1968, Text: Georg Kreisler

GK: Meine Damen und Herren, an dieser Stelle unserer Fernsehsendung wollte ich Ihnen ein aktuelles Chanson bringen, dieses ist aber mittlerweile von den Ereignissen überrollt worden und ich habe nun fünf Minuten freie Zeit. Sie wissen ja, daß eine Fernsehsendung nicht vor der Zeit und nicht nach der Zeit enden darf, ich werde Ihnen also zur Abwechslung in diesen fünf Minuten ein schönes klassisches Gedicht aufsagen. So etwas wollte ich im Fernsehen schon lange tun und jetzt ist die beste Gelegenheit dazu.
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Sexistisches Gedicht am Donnerstag / Nachtrag

Alleen
Alleen und Blumen
Blumen
Blumen und Frauen
Alleen
Alleen und Frauen
Alleen und Blumen und Frauen und
ein Bewunderer

Eugen Gomringer, 1951, Alice Salomon Poetik Preis 2011 Weiterlesen

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Presseschredder 22.1.2018

Chulz erlebt sein Waterloo
Überschriften sind Glückssache, liebe Tagesschau.de1. Chulz ist kein Napoleon und nur weil er am laufenden Band verliert, wird man auch nicht dazu. Waterloo: Das ist das Ende einer beispiellosen Karriere, einer langen Strecke historisch einzigartiger Siege. Wie man also Waterloo mit dem Namen Chulz also in Verbindung bringen kann… bleibt das Geheimnis von Angela Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio. Weiterlesen

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