Nobody Expects the Spanish Armada

Und trotzdem kommt sie! Großbritanniens Innenminister Sajid Javid bricht seinen Urlaub ab, um die Invasion der Armada 2.1 höchstpersönlich zu verhindern.
»Die mangelhafte Strategie des Innenministeriums war es bisher, Flüchtlinge abzuschrecken, in der Meinung, die Probleme im Mittelmeer würden unsere Küsten nie erreichen«
Sunday Mirror

Der konservative Abgeordnete im Unterhaus für Dover, Charlie Elphicke, spricht sich dafür aus, umgehend die Patrouillenboote aus dem Mittelmeer für den Schutz englischer Küsten abzuziehen. »Ich will nicht sagen, daß sie nicht kommen werden. Ich sage nur: Sie werden nicht über die See kommen!« Erst am letzten Freitag wurden vor der Küste Dovers zwölf Männer aus Syrien in zwei Schlauchbooten abgefangen.
Zwölf Männer in zwei Schlauchbooten.
Zwölf Männer in zwei Schlauchbooten.
Alleine am Freitag.
Die Flotte ist in Alarmbereitschaft und unbestätigten Gerüchten zufolge aus Scapa Flow ausgelaufen.

Die letzten Nachrichten des Jahres.

 

SPD-Mitglied Nahles hat in einem Interview Überlegungen zu einem bedingungslosem Grundeinkommen eine Absage erteilt. »Die SPD steht für ein Recht auf Arbeit – und nicht für bezahltes Nichtstun.«
Da fällt es schwer ernst zu bleiben. Andrea Nahles und ihre gefährliche Nähe zur Aussage »bezahltes Nichtstun«.
Also ich hätte mich das nicht getraut.

Venedig will sich nur noch gegen Eintrittsgeld zeigen. Das ist erst einmal eine vernünftige Idee. Wenn das Geld denn zweckgebunden verwendet werden würde (womit sich das »vernünftig« bereits erledigt hat wenn jemand so eine Idee nur ausspricht).
Eigenartigerweise fiel mir bei dieser Nachricht sofort »Berlin« und »Prenzlauer Berg« ein.

Der sprechende Hosenanzug trägt während der Neujahrsansprache dieses Jahr Glitzerig-Grau.

ZDF-Heute verspricht tonnenweise Feinstaub am Silvesterabend. 4500 Tonnen und 2300 Tonnen CO2! Das klingt erst einmal viel; ist es auch, wenn man sich die Sinnlosigkeit der nervtötenden Knallerei betrachtet. Weder mein Hund noch ich mögen sie.
Ein Mallorca-Urlaub erzeugt 925kg CO2. Pro Person. Mallorca mag ich auch nicht.

Nachrichten aus einem Land…

Ein Land, in dem man einen Mülltrennungsführerschein braucht.

Ein Land, in dem ein Loch im Auspuff zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führt.

Ein Land, in dem es vollkommen grundlose Überwachung eines jeden Bewohners gibt.

Ein Land, in dem man Millionen von sinnlos besoffenen Menschen beliebige Mengen von Sprengstoff mit den Worten »Viel Spaß damit und einen guten Rutsch!« in die Hand drückt.

» Thüringens Polizei wird digital – Test mit Smartphones

Polizisten in Thüringen sollen Smartphones für eine Testphase bekommen. Und das wird nicht die einzige technische Änderung sein, die den Beamten bevorsteht.«

Heise Schlagzeile. Nix weiter. Einfach mal sacken lassen. Vielleicht noch ein, zwei Male lesen. Zurücklehnen, einen Schluck Sekt trinken, ganz langsam lesen.
Sacken lassen.

Die Schrottpresse wünscht allen Lesern ein würdiges Restjahr. Möge das neue…
Ach, überlassen wir das berufeneren, das Gewünsche. Passt auf Euch auf!

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18 Antworten zu Nobody Expects the Spanish Armada

  1. DasKleineTeilchen sagt:

    »Die SPD steht für ein Recht auf Arbeit – und nicht für bezahltes Nichtstun.«

    och menno…ich dacht ich überstehs heute ohne kotzen.

    (edit/ hilfe, der rest…pantoufle, die haben ja tatsächlich alle scheisse im schädel. eintrittsgeld für prenzlauer berg? passt. kann ich in deine scheune einziehn? die deutsche wohnen verlangt jetzt nämlich auch eintritt im “P-berg”, nämelich uns ab januar totsanieren.)

  2. Pantoufle sagt:

    »kann ich in deine scheune einziehn?«
    Klar kannste. Ich hab noch knapp 170mquadraht ungenutzten Dachboden, der ohne übertriebenen Aufwand als Wohnhöhle zu verwandeln wäre. Wenn Dir das reicht. Berliner sind ja bekanntlich raumgreifend.

    Edith:
    Wobei: Wenn ich das in Prenzlberg hätte, dann brauchte ich nie mehr zu arbeiten. Du auch nicht. Und die Kinder könnten studieren. Mein Weib würde mich wieder lieben und ich meine Yacht.

  3. Stony sagt:

    Dito & sláinte @all!

  4. studio glumm sagt:

    Nahles, bezahl es! (& halt ansonsten die Klappe).

    • Pantoufle sagt:

      Wenn sie es denn wenigstens noch aus eigener Tasche bezahlen müßte. Dann hätte ich ja noch einen Hauch Verständnis.
      Aber als Sargträgerin der SPD das Maul dermaßen aufzureißen…

  5. Martin Däniken sagt:

    Ein Prophet:
    https://www.youtube.com/watch?v=Hc5lC1NbtE4
    Ein Bruder im Geiste!

  6. Annika sagt:

    Liebes Pantoufle, hier ist’s aber schon lange still. Ist alles im grünen Bereich bei dir?

    • Pantoufle sagt:

      Moin Annika – ach wie ist das schön wenn einen jemand vermisst!

      Nein, gar nicht grün – ich habe die tödliche Rüsselpest, eine echte Männergrippe. Außerdem einen neuen Job, der erst einmal furchtbar viel Zeit beansprucht. Und die Rüsselpest – Du glaubst gar nicht wie sehr ich leide! Bis Montag habe ich mich krank gemeldet. Dann bin ich wieder gesund.
      Bis dahin aber leide ich, wie es nur Männer können. Testament schreiben, wen man noch vorher gerne aufknüpfen würde (an den Ast der Linde, wo sie dann sanft im Abendwind schaukeln), Glenn Gould und seine einzig wahre Interpretation von Bach hören, Arnold Schönbergs Herzgewächse Op. 20 … Du siehst: Noch nicht ganz tot! Darauf ein Becks. Ich gehe dann mal besser ins Bett mit meiner Profi-Kuscheldecke.

      Danke der Nachfrage. Nein, sonst aber ist alles in Ordnung.

      https://www.youtube.com/watch?v=qB76jxBq_gQ

      https://www.youtube.com/watch?v=zFHfiByD1Zk

      • Annika sagt:

        Wie willst du mit Schönberg nur wieder gesunden? Ein Ding der Unmöglichkeit, aus meiner Sicht. Lieber ein gebuttertes Marmeladenbrötchen und Kempowski lesen. Halte durch!

  7. Pentimento sagt:

    Ach, wie schön von Pantoufle zu hören. Guude Besserung!

  8. Pantoufle sagt:

    Moin, meine liebe Annika

    Also – da gehen unsere Meinungen wohl ein wenig auseinander. Aber niemand zwingt uns, die selben Konzerte zu besuchen. Zudem hast Du das Glück, nicht eines meiner Kinder zu sein. Da gehen die Meinungen noch erheblich weiter auseinander. Sowohl was meine Liebe zur neuen Musik oder auch „zweiten Wiener Schule“ sowie dem möglichen verzerrungsfreien Schalldruck meiner sorgfältig konstruierten HiFi-Anlage betrifft.
    Bei Death – oder Progressiv-Metall ist das in Ordnung. Jazz läuft so durch, notfalls auch noch Country UND Western – nur bei Schönberg, Webern oder Hindemith fand sich bisher kein Konsens.
    Das ist aber O.K. Seit bald 40 Jahren beschäftige ich mich beruflich und privat mit Musik. Technisch, organisatorisch, psychologisch, welche Hotels man meiden sollte und wo man auf diesen verdammten Veranstaltungen was zu fressen bekommt. Ich bin wirklich der allerletzte, der sich vorschreiben ließe, was für Musik aus den heimischen Lautsprechern dröhnt.
    Das wichtigste – vielleicht auch das einzige – was ich in dieser langen Zeit gelernt habe, besteht in der Erkenntnis: „Es gibt keinen Geschmack“! Geschmack: Das ist das Wort für die dummen, die faulen, für diejenigen, denen der Geschmack von Tiefkühlpommes zwischen Aldi oder Lidl eine Glaubensfrage ist. Musik aber… das ist viel, viel mehr. Oder auch weniger. Es ist in erster Linie Gewöhnung, Konditionierung wenn Du so willst. Es gibt genügend seriöse Studien darüber, wie lange ein „kulturfremdes“ Gehör braucht, um sich beispielsweise japanische, thailändische oder indische Musik zu gewöhnen. Lies: Geschmack daran zu finden. Und das sind nicht Jahre – das sind im schlimmsten Falle Wochen. Und der Gründe dafür sind rein physiologischer Natur! Unser Gehirn kann gar nicht anders. Es muß andere Tonalitäten, andere Rhythmen, jedes fremde Geräusch einordnen. Genau so wie den Ton einer näherkommenden Straßenbahn als „bedrohlich“ zu katalogisieren. Und obwohl die japanische Shamisen-Laute erheblich bedrohlicher klingt, wird sie als Musik wahrgenommen. So ist es nun mal, das Gehirn.

    Ich denke, wir alle fallen da auf einen gewissen Kultur-Imperialismus herein und stellen uns nie (oder viel zu selten) die Frage „Warum klingt das so?“ oder „Ach, so klingt das!“ Diese Art der Fragestellung wäre der erst Schritt der Sympathie, eine angelehnte Tür, ein Angebot.
    Ich bilde mir ein, genau das begriffen zu habe und seit diesem Moment stehen mir erstaunlich viele Türen offen, wofür ich sehr dankbar bin. Zappa, Meshugha, Schönberg, Salif Keïta, Wimme Saari – halte Deine Sinne offen!

    Danke fürs zuhören – ich gehe dann mal besser gesundschlafen

    https://www.youtube.com/watch?v=jM8dCGIm6yc

    • Annika sagt:

      Traumschön geantwortet, trotz Männergrippe.

      Schönberg hört sich – für mein ungeübtes Ohr – bedrohlich an, wie direkt aus einem Albtraum oder zumindest einem experimentellen Horrorfilm entsprungen. Daher, und weil ich etwas einfacher gestrickt bin in diesen Dingen, habe ich mich niemals ernsthaft damit beschäftigt. Ich meide so gut es eben geht, alles was mich ängstigt. Manche mögen das für einen Kardinal Fehler halten. Und vermutlich haben die auch recht.

      Aber ich hege eine gewisse Bewunderung für Menschen, die sich mit Schönberg ins Benehmen setzen. Denn die paar Wochen, in denen sich das Gehirn gewöhnen muss, sind gewiss kein Zuckerschlecken gewesen, oder etwa doch?

  9. Fluchtwagenfahrer sagt:

    Moin,
    hab mir schon Sorgen gemacht.
    Gute Besserung and good luck with the new Job.
    Das einzige was hilft:
    Alan Parson, Tales of Mystery and Imagination:
    https://www.youtube.com/watch?v=nEJ0Bymeae0

  10. DasKleineTeilchen sagt:

    ick mir ooch, sorgen jemacht, mein ich.

    mein senf zur musi-auswahl diesmal (mehr mainstream, aba schön jemixt & läuft jezz seit eina woche wechselnd durch):

    https://mubi.com/notebook/posts/tag/soundtrack%20mixes

    schnell noch allet saugn vor artikel 13 & anfangn mit dem hier:

    https://assets.mubi.com/notebook/audio/mixes/Notebook-Soundtrack-Mixes-2-Sleep-Little-Lush.mp3

    (wenn der kram jezz in eina woche plötzlich weg is, weiss ich endgültig, dasman offenbar nichts, aber auch garnichts auf doitschn blogs posten darf)

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