Nichts Neues

«Ist sie wirklich entzwei?»
«Wir haben ja Nichts gehört!»
«Das ist eine Gemeinheit!»
«Das ist ja großartig!»
So und so ähnlich schreien sich die Drei an; die Wände der achtkantigen Flasche dröhnen.
Und dann wird getrunken! Meerblauer Narrenwein wird getrunken!
«Na prost!»
«Es lebe die Erde, die längst entzwei ist!»
Paul Scheerbart

Die morgendliche Presseschau führt die gewohnten Wege und bei flatter liest man von Oblomow ein Gedicht in den Kommentarspalten. Ein Gedicht!
Waren wir jemals weiter von Gedichten entfernt?

In den Schützengräben wird nicht mehr gelacht und werden schon gar keine Gedichte geschrieben. Lache, Bajazzo

Hüll dich in Tand nur
und schminke dein Antlitz.
Die Leute zahlen und wollen lachen hier.
Und wenn dir Harlekin die Colombine raubt,
lache, Bajazzo, und jeder applaudiert!
Verwandle in Witze
die Schmerzen und die Tränen,
die Schmerzen und die Tränen
und Weh! Ah!
Lache, Bajazzo,
über die zerbrochene Liebe.
Lache über den Schmerz, der das Herz dir vergiftet.

Nein, ich bin mit dieser Welt nicht einverstanden und fühle mich durchaus nicht mehr wohl. Hab ich meine Tabletten heute schon genommen? Gestern gings so schlecht, daß ich heute bei der Doktorschen anrufen wollte. Jetzt hat sie Mittagspause und das rettet mich bis 15:00 Uhr. Mal sehen, vielleicht bin ich bis dahin wieder gesund. Ich hab keine Zeit für diesen Unsinn.

Das kleine kleine Teilchen bemerkte irgend etwas von einem Podcast, der gar lustig zu lesen sei. Bei Rottenfussers nachsehen, ob er vielleicht den meinte – aber der Ehrgeiz mit dem zweifelhaften Lustgewinn verhindert die Ausdauer. Auch bei den epikurschen Hedonisten ist der Erkenntnisgewinn, daß erst seit Corona der Kapitalismus seine unschönen Seiten zeigt, eher mäßig.

Also kümmern wir uns um die drängenden Fragen des Lebens! Zum Beispiel um die unbeantwortete Frage, wie sich die optische Qualität eines Hugo Meyer&Co Ristoplanat 1:7,7 F=210mm gegenüber einem Tamron SP 70-200mm F/2.8 Di VC USD G2 verhält. Oder irgend so einem anderen neumodischen Teil. Fragen, die das Leben zumindest an mich stellt! Die auf der Hand liegende Frage, wie man die Frage der doch recht unterschiedlichen Bajonette löst, habe ich erst einmal beantwortet.

Um auch bei kürzeren Verschlusszeiten eine ernstzunehmende Referenz zu verwenden, ist der pneumatische Verschluss des Hugo Meyer&Co  150mm 1:4,5 F=7,3 wieder funktionsfähig (ein 10-Stunden Job!). Denn so etwas feines hat das Original-Objektiv bedauerlicherweise nicht, was bei den errechneten Belichtungs-Zeiten allerdings auch nicht so endscheidend ist. Dort tuts ein Zylinderhut für die Belichtungszeit, da eine uhrwerkähnliche Mechanik. Ein unvermeidliches Zugeständnis an die Moderne.

Ob dabei allerdings so wunderschöne Aufnahmen wie die Eingangs des Textes abgebildeten möglich sind, bleibt zweifelhaft. Das war bereits mit recht modernem Equipment, als bei erwiesenermaßen sehr heißem italienischen Wetter Soeli Saarinen ihrem Mann Jarno die Rundenzeiten hinhielt. (Oder ihm diskret zu verstehen geben wollte, daß es sich durchaus lohnen könnte, das Rennen unverletzt zu überstehen.)

Nein, es wird dann wohl eher so etwas:

Stay tuned

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22 Antworten zu Nichts Neues

  1. DasKleineTeilchen sagt:

    Gestern gings so schlecht, daß ich heute bei der Doktorschen anrufen wollte. Jetzt hat sie Mittagspause und das rettet mich bis 15:00 Uhr. Mal sehen, vielleicht bin ich bis dahin wieder gesund. Ich hab keine Zeit für diesen Unsinn

    are you seriuosly pulling a donny here? well, dont. fucking call her.

    ausserdem meine ich mich doch deutlich zu erinnern, niemals auch nur suggeriert zu haben, daß der zweifelhafte genuss der neusten multimedialen errungenschaft der (hüstel) “rebellen” in irgendeiner weise auch nur den ansatz von so etwas wie “lustig” vermitteln würde.

  2. DasKleineTeilchen sagt:

    apropo wunderschöne balgenkamera:

    https://i.ibb.co/vLYSNhc/fatcam.jpg

    balg aus packpapier, objektiv ist n altes kalifornisches episkop mit echt geiler optik und ein monster, glassichtplatte (40×40 cm) und drauf ne matt”folie” aus dem backlite eines riesen-LCDs; im zuge der ersten wochen des lockdown-friedens zusammengestümpert. “foto” machen is entweder mit stativ hoch-runter-seitlich-hoch-runter-ecetera die mattscheibe ab”scannen” und anschliessend mit hugin oder MS ICE auf gross stitchen, erster testshot des in der “modernisierung” befindlichen hinterhofs (schnell und dreckich):

    https://i.ibb.co/P6zJpXQ/bokeh.jpg

    bokeh. ohhh, BOKEH! (und vignette, jaja, fetter fleck inna mitte, eeeeegal.)

    nächster test is ohne camera-objektiv (dit von der digitalen) direkt von der glasplatte ab”scannen”, dann jibbet auch keinen fetten lichtfleck inna mitte, dauert aber (“und jezz bidde nich atmen! jaja, bis ich bescheid sage…”).

  3. Pantoufle sagt:

    Moin, kleines Teilchen

    Ach, ach… ich bin ja auch zur Doktorschen hin, um mir für morgen einen Termin und so. Die haben mich aber gleich reingezogen ohne hinsetzten (was eh nicht so gut geht) und die übliche Montags-3-stündige-Wartezeit. Es lohnt sich durchaus, etwas elend auszusehen, wenn man zum Arzt geht. Blutspuren, aufplatzende Eiterbeulen und sowas.
    Dann hat sie gefragt, warum ich nicht gleich angerufen hätte („wegen der gemafreien Musike und die wäre echt…!!! Außerdem geht nie jemand dran – schon gar nicht Montags“ Verständnisvolles Schulternhochziehen. Ihr Sohn ist ein Berufs-Kollege von mir, deswegen auch gar nicht die Frage, wie es denn so ginge.)

    Und dann hat die schöne Frau Doktor sich über »Coronarebellen«, »Kreuz- und Querdenker« und das dumme Pack ausgelassen. Huiuiuiui! Da hab ich dann doch den Kopf eingezogen und mir still und heimlich gewünscht, einer von denen würde auf meinem Schemel sitzen und irgend etwas von alternativen Quellen, wackeligen Youtube-Videos und Koniferen der Mikrobiologie faseln. Da war er schon wieder: Der Unterschied zwischen dem Frontsoldaten und einem Etappenschwein.
    Allein dieser Auftritt hat das ganze Affentheater mit dem Arztbesuch gelohnt. Ach ja -und außerdem wäre ich gesund und würde nur unter den Nachwirkungen der Antibiotika leiden. Na, wenns denn so einfach ist!

    Zum Thema: Hätte ich mir ja denken können, daß Du bereits was richtiges gebaut hast! Geil, geil, geil!
    Gestern hatte ich noch ein Gerippe mit Balgen von einer Toyo 45 von Bucht am Wickel, aber als zu den 36 Euro Kaufpreis dann noch 85€ Versand aus Japan dazukamen, war ich leider raus.
    Aber noch mal zum Mitschreiben für begriffstutzige Pantoufeln: Du hast als »Film« einen Scanner benutzt??? Also eine Fachkamera mit Digitalback? Wie geil ist das denn? Wir sollten mal zusammen durch meine Werkstatt wandern und überlegen, was man aus dem Schrott hier alles bauen kann! Adresse haste ja.

    Jaja – die Anzahl von Objektiven, die bei 40×40 nicht vignetieren, ist äußerst begrenzt und mit Sicherheit nicht aus einem Projektor am Straßenrand rauszuschrauben. Das ist der Vorteil des Hugo Meyer&Co Ristoplanat, der wenigstens für einen Bildkreis von 10×15 gerechnet ist. Und bei mir sollte ja ein Negativ belichtet werden. Und größere Negative als 13×18 schluckt mein Vergrößerer nicht. Immerhin die, aber weit entfernt von 40×40 (und Platindruck über Kontaktabzüge, ganz gleich welchen Formats, ist bei mir im Moment leider nicht drin).
    Na, jedenfalls schwirrte da diese wunderschöne Holz-»Reise«-Kamera noch herum und da mußte ich aktiv werden.

    Ah, jetzt noch mal gelesen und so langsam fällt der Groschen. Midda Kamera! Hmmm! Ob der Fleck dann weg ist? Für mich sieht das nach Vignetierung durch das (Fach)Kameraobejektiv aus. Ist doch mit einem Belichtungsmesser schnell herauszubekommen. Auf die Tapete richten (unscharf) und mit dem Beli abscannen. Ansonsten gilt für Flachprojektionen, daß man dafür spezielle Objektive nimmt, z.B. aus einem Vergrößerer, Reprokamera. Mit der Nikon funktioniert das ganz gut, wenn man ein 50` einfach umgekehrt auf die Kamera pflanzt. Da gibt’s sogar Adapter (Retroadapter) dafür (und husch: Ich bin ein Makroobjektiv!) Das haben die viel gemacht, wenn man mit der Digi Dias abscannen will.
    Nur mal so. Nur hat das mit Deinem Lichtfleck meiner Meinung nach nichts zu tun.

    Was passiert eigentlich, wenn man das Licht beim einem Scanner abschaltet und das gegen die Mattscheibe hält?

    • DasKleineTeilchen sagt:

      das dauert länger. mal morgen machen, wenn ich entnervt von meiner 2ten verhandlung am landgericht wegen der erwähnten “modernisierung” zurück bin. nächtle.

    • DasKleineTeilchen sagt:

      achja, insomnia…

      Ansonsten gilt für Flachprojektionen, daß man dafür spezielle Objektive nimmt, z.B. aus einem Vergrößerer, Reprokamera.

      wie jesacht, fettes ami-episcope, die ablage fürs zu projizierende war so 30×30, sollte plan abbilden; das objektiv is das

      charles beseler company, east orange, n.j. u.s.a, 18″ e.f. series III

      (musste googln, der kommentar wollte den link grad nich schlucken)

      https://thumbs.worthpoint.com/zoom/images1/1/0418/13/charles-beseler-company-east-orange_1_b92e0a20f1d48e774f73e7fb8a3dd18e.jpg

      (ah, so gehts. nuja.)

      100 mm ⌀, schwer und handlich. hatte auch schonmal überlegt, aus dem teil nen refraktor zu schnitzen.

      • Pantoufle sagt:

        Jetzt hab ichs auch. Beseler ist ja kein Unbekannter in dem Gewerbe. Aber nur mal ohne Nachdenken sind 30×30 etwa 56% der Fläche, die Du benutzt. Größenordnungsmäßig ziemlich genau der Unterschied zwischen Kleinbild und APSC

      • Pantoufle sagt:

        »wie jesacht, fettes ami-episcope, die ablage fürs zu projizierende war so 30×30, sollte plan abbilden; das objektiv is das«
        Ne, nicht das der Fachkamera (Deinem Eigenbau) sondern das der Kamera zum »abscannen«, weil du damit ja auf eine Flachprojektion (der Mattscheibe) zielst

        • DasKleineTeilchen sagt:

          ah. “abgescannt” mit ner nex-3 und makro; also nich einfach komplett abfotografiert als ganzes, sondern (in dem fall) streifenweise abgefilmt (dauert so 2 minuten) und anschliessend von ICE gestitcht. gibt dann nen file mit so ca. 8000×8000 px = 64 mp, was natürlich letzlich nur die körnung der mattscheibe aufbläst; deswegen ist die nächste nummer direkt von der glasplatte scannen ohne objektiv an der nex (also von dem beseler direkt auf den sensor, was so ca 5 min pro scan dauern wird, tjä)

  4. Pantoufle sagt:

    Hast Du das hier schon gesehen? Außerdem hast Du ja gar keine Blende (was man aber mit einem Stück Pappe schnell ergänzen kann)

    Cook Tripple
    457mm Brennweite
    f=1:3,6
    keine eingebaute Blende (brauchste aber!)

    Also wennste mir fragst, hast Du es Vignetierung zu tun. Der Bildkreis ist zwar schon ziemlich beeindruckend, aber nicht 40×40. Das ginge mit einem Reproobjektiv, aber das ist eine völlig andere Baustelle. Mit sowas habe ich mal in meiner ach so süßen Jugend gearbeitet. Sauschwer, groß und auch heute noch teuer. Und vor allem ganz anders gerechnet.

  5. DasKleineTeilchen sagt:

    keine eingebaute Blende (brauchste aber!)

    why?

    But bokeh lovers don’t despair, a 457mm f/3.6 lens is still a bokeh fest

    I want it as fast as possible and as much bokeh I can get. ausserdem hab ich mich vertan, gerade nochma nachgemessen, die öffnung ist tatsächlich 120 mm ⌀.

    edith sacht:

    Der Bildkreis ist zwar schon ziemlich beeindruckend, aber nicht 40×40

    auch nochma nachgemessen, und da schamlos übertrieben, die platte hinten hat 35×35 und siehe da:

    From the device it was attached to I figured out it should at least cover something like 20 cm x 20 cm but in fact it covers a lot more. Focused at infinity it falls just short of covering 35 cm x 42 cm which is the largest my camera currently handles.

    (achja, der gerichtstermin war btw die totale shitshow…well, fuck them.)

  6. Pantoufle sagt:

    Moin DasKleineTeilchen

    »why?«

    Ein wenig Schärfe hat noch nie geschadet. Erstens will man ja nicht nur Zucker, sondern auch etwas Kuchen. Bokeh und Kuchen zum Beispiel. Die Mischung macht es. Und mit dem Abblenden steigt eben die Schärfe und das dramatisch. Das schreibt er ja auch.
    Der andere Punkt ist, daß sich die Vignetierung durch Abblenden verringert. Auch das eventuell dramatisch.
    Ich habe ein paar wirklich hochklassige Scherben bei mir rumliegen, die man ausdrücklich auch mit Offenblende benutzen kann, aber etwas Abblenden tut man eben doch immer. Wenn ich mit der RB mit meinem geliebten 180mm F=4 Sekor mit Offenblende einen Pickel auf der Nasenspitze photographiere, ist der Wirt schon nicht mehr zu identifizieren.
    » at least cover something like 20 cm x 20 cm but in fact it covers a lot more.«
    Ja, habe ich auch gelesen. Aber hat er das auch gemacht? Und wenn ja: vignettiert sie dann (wenigstens etwas) oder nicht?
    Oder macht er (wie ich das verstehe) Kollodiumplatte? Das ist nicht gerade das Verfahren, bei dem ich Vignetierung beurteilen würde. Da haut man massig Licht darauf (ISO = 0,5 -1) und rennt dann wie Weltmeister in die Duka und entwickelt. Das, was halt drauf ist. (das ist übrigens der Grund, warum ich das machen will.)
    Wegen dem Verhältnis der Vignettierung in Abhängigkeit zur Blende sieh Dir doch mal diese Charts eines Zeiss Makro-Planar T* 100mm f/2 ZF an. Ein renormierter Hersteller, ein gutes Objektiv und trotzdem ein gewaltiger Unterschied. Welten sozusagen. Und wirklich sichtbar – das sind nicht nur Zahlen, sondern Tatsachen. Und das da ist ein Zeiss. Es gibt so Einige, die das noch deutlich toppen.

    »However, there is a caveat besides coverage for ultra-format use: while good in the center the sharpness falls off towards the edges (I think it barely starts to be noticeable in the edge pics above but that’s just a 18 cm x 13 cm plate).«

    So ganz scheint er dem Frieden auch nicht zu trauen – 18 x 13 ist ja auch schon ein sehr großes Negativ!

    »In any case it’s much sharper than the older Petzval design in the corners«

    Daß ein Cook-Trippel aus den Achtzigern schärfer ist als ein Design von aus dem Jahre 1840 n. Chr., das zudem für seine notorische Randunschärfe berüchtigt ist, wollen wir mal hoffen.
    »Für die Berechnungen wurden ihm (Petzval) von Erzherzog Ludwig von Österreich (Oberbefehlshaber der Artillerie) 8 Artillerie-Kanoniere und 3 Korporale zur Verfügung gestellt, da die Artillerie damals zu den wenigen Berufen gehörte, bei denen man mathematische Berechnungen vornahm.«
    Wikipedia

    Versteh mich nicht falsch: Ich will die Scherbe nicht schlechtreden – sie sollte nur vernünftig behandelt werden und innerhalb ihrer Spezifikation eingesetzt werden.

    »I want it as fast as possible and as much bokeh I can get.«

    Bokeh ist kein Zahlenwert, sondern eine ästhetische Qualität (unscharf wird jede Linse irgendwo irgendwann). Das macht den Unterschied zwischen einem Zeiss und einem Weltblick Auto Tele aus der schönen DDR. Nicht gegen die DDR, aber die Qualität des Bokeh hängt maßgeblich von der mechanischen Qualität der Blendenkonstruktion ab. Je mehr Blätter, um so schöner (je runder, umso…).

    BTW – ich war heute den ganzen Tag beim Arzt. Und Morgen nochmal und Übermorgen auch. Wenn die erst mal anfangen, hören sie nicht mehr auf. Gesund ist der Ausnahmezustand.

    BTW II: Die Welt ist extrem Scheiße so wie sie ist! Beispiele gefällig?
    Eddie Van Halen gestorben
    Leibarzt über Trump: Es geht ihm weiterhin extrem gut«

  7. Ex-Vermieter sagt:

    Mal abseits der Herstellung für Photografen nutzbarer Objekte unter widrigen Umständen:
    “(Oder ihm diskret zu verstehen geben wollte, daß es sich durchaus lohnen könnte, das Rennen unverletzt zu überstehen.)”
    Das nenne ich nett formuliert.

    • Pantoufle sagt:

      Moin, Ex-Vermieter

      Ich denke, daß die Frauen von Rennfahrern mehr Tode sterben als ihre Ehemänner. Und das Bild finde ich einfach so wunderschön, daß ich es auf ein Stück Eiche kleben würde, um es jedem, der »sexistisch!« ausruft, vor die Fresse zu knallen.

      • Ex-Vermieter sagt:

        Ja, der Fahrer stirbt nur einmal.
        Frauen und Auffahrwarner leiden schon an Bluthochdruck, wenn ich vom Objekt gefühlte 100m weg bin.
        Und bei dem Bild denkt man unwillkürlich, dass später keinesfalls alles besser wurde. Also ich zumindest.

  8. studio glumm sagt:

    Ich hab die ganze Nacht gelacht –
    Natürlich – nur im Traume!
    Jetzt bin ich endlich aufgewacht –
    Natürlich – noch im Raume!

    Ich kann nun nicht mehr lachen!
    Was soll ich also machen?
    Weiterwachen?

    – Scheerbart –

    (Ich war so überrascht, den Namen Scheerbart nochmal irgendwo zu Gesicht zu bekommen, sofort durchforste ich mein Buchregal nach einem Buch von Scheerbart – und finde es nicht).
    Dann wenigstens dies kl. Teilgedicht.

    • Pantoufle sagt:

      Moin Glumm

      * grinst von einem Ohr zum anderen *
      Danke für das Teilgedicht (und fürs lesen). Das ging mir auch so, als ich das andere Teilgedicht von Oblomow las. Der ist ja immer gut für solche Fundstücke. (Es muß doch hier irgendwo sein?, der Buch! Wo isses denn?) Ich habs natürlich auch nicht gefunden. Beim Suchen in Puschkin verloren, meiner Lieblingsdepression, und irgendwann nicht mehr weitergesucht. Weitergewacht.

    • oblomow sagt:

      Auf Paul Scheerbart bin ich 1979 in einem lili-seminar gestoßen (worden), seitdem ‘beschäftige’ ich mich mit dieser ‘literarischen Randfigur’ immer wieder einmal; er hatte guten kontakt zu einem verleger meiner geburtsstadt, der einige seiner bücher herrausbrachte und einige wochen lebte er auch dort – tja, worauf man so alles stößt. Na, und dann habe ich auch noch was für euch und grüße mit Scheerbart: 70 Trillionen Weltgrüße – Eine Biographie in Briefen 1889-1915 – gibt es antiquarisch recht günstig.

      »Sag mal, Münch«, sagte darauf die Gräfin, »so ganz sympathisch ist mir dieser Geschäftsfaktor eigentlich nicht.«

      »Mir«, erwiderte Münch, »eigentlich auch nicht. Aber die meisten Menschen schätzen doch nur, was sie kaufen und bezahlen können.«

      Münchhausen und Clarissa, Scheerbart

      Moderner Gassenhauer

      Der Eremit ist dick und groß;
      Er haßt die Nebenmenschen bloß.
      Er liebt nur seine Klause
      Und bleibt daher zu Hause.
      Die ganze Welt ist ihm Pomade.
      Die Nebenmenschen sagen: schade!
      Das aber rührt den Teufel nicht.
      Hat er nur stets sein Leibgericht,
      So ist ihm alles piepe –
      Der Haß und auch die Liepe.

      • Pantoufle sagt:

        Moin Oblomow

        »So ist ihm alles piepe –
        Der Haß und auch die Liepe.«

        Das ist doch mal ein echter Reim! Nicht immer dieses gezierte Getue. Die meisten Reime sind ja eher wie Hochzeitsphotos – aber der nicht!

  9. Studio Glumm sagt:

    Ich sag nur Nebenmenschen. Nebensätze. Nebelmenschen. Nebelsätze. Nebel. Nebel.

    (Einen ex-Vermieter namens Oblomow in meine Miet-Bio einbauen, würde ich auch gern. Geht aber nicht. )

    Kenn keinen. Nacht meinen.

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