Mal was erfreuliches!

Kommen wir jetzt zum kürzesten Artikel, den die Schrottpresse jemals veröffentlichte.

Nein, nur Spaß!

Intelligentes Lernen. Nein, nicht das von Maschinen, sondern von Mitarbeitern. Googel will sich nach Protesten tausender Mitarbeiter von der Mitarbeit mit dem US-Militär lossagen. Das Projekt »Maven« zum Machine Learning bei der Auswertung von Satellitendaten soll nicht verlängert werden. Nach Medienberichten haben mehrere Spezialisten bei Google deswegen bereits gekündigt, 3100 andere eine Petition an die Unternehmensführung unterschrieben. Bei einer Versammlung am 1.Juni verkündete die dafür zuständige Managerin des Projekte, Diana Greene, daß man den 2019 auslaufende Vertrag nicht verlängern werde.
Besser als nix!

Eine Premiere in Pantoufle Garten: Es gibt (für die Menschen) zum ersten Male seit Jahren wieder Kirschen zu essen. Das war vorrangig zwei Ereignissen zu verdanken. Erstens haben die Kinder Kirschen gepflückt. Das war zweitens aber nur wegen des Habichtes möglich, der im Dauertiefflug seine Kreise über unserem Garten drehte. Das diebische Federvieh versammelte sich auf dem Feuerwehrturm, piepste mit verstellter Vogelstimme und sah im übrigen ganz unauffällig in eine andere Richtung.
Gut Kirschen essen ist das – ich kann die Begeisterung der Viecher durchaus verstehen. Nur: Was macht man jetzt mit dem ungewohnten Segen? Kuchen oder einfach so nebenbei fressen?

Man könnte sich einen Napf davon abfüllen, ihn auf die sonnige Gartenbank neben sich stellen und eine Geschichte schreiben, die ungefähr so beginnt:

»Sehr verehrtes Fräulein Liselotte!

Wie ich zu meinem großen Kummer erfahren mußte, können Sie meine Liebe zu ihnen nicht erwidern. Ich will nicht verhehlen, daß mir bei dem Gedanken daran das Herz zu zerbrechen droht. Auch kam mir bereits in den Sinn, ins Wasser zu gehen oder meiner nunmehr sinnlos gewordenen Existenz auf andere Art ein Ende zu bereiten. Ein Leben ohne Sie, verehrtes Fräulein Liselotte, an meiner Seite erscheint mir trostlos und fade, der Gedanke daran, daß Ihr Herz einem anderen gehört, unerträglich!
Ja, dieser finstere Verdacht nistete sich in mein Herz und ließ mich tagelang nicht schlafen.

Wie ich nunmehr aus sicherer Quelle erfahren mußte, so befinden sich in der Schublade ihres Sekretärs nicht nur die Briefe zwischen uns als Zeugen zarter Knospen keimender Liebe, sondern auch die des Freiherrn von Hurz! Mehr noch – auch die eines gewissen Disselhops und einem mir nicht näher bekannten  Herren Kalkgrubenleitner sollen dort verborgen sein! Ist es Ihr Vergnügen, die Herzen all der derjenigen, die Ihnen zärtlich zugetan, so schnöde zu brechen?

Wenn es denn aber so ist, so möchte ich mich, verehrtes Fräulein Liselotte, nicht ohne den ernsten Hinweis empfehlen, daß es sich bei den von Ihnen gesammelten Schreiben der Zuneigung, ja der Liebe, um eine Datenerhebung im Sinne der DSGVO handelt. An dieser Stelle komme ich nicht umhin, meinen Einspruch gegen Art. 6 geltend zu machen (berechtigtes Interesse Ihrerseits), und bestehe zudem auf Einhaltung des Art. 17 EU-DSVGO (dem Recht auf vergessen werden). Auch wenn ich Sie niemals vergessen werde, möchte ich eindringlich an §35 Abs.2 Nr.4 erinnern, der die Löschung personenbezogener Daten vollkommen eindeutig regelt, auch wenn mein Herz darüber brechen sollte. Von meinem Auskunftsrecht nach Art. 15 DSVGO möchte ich nach der wunderbaren Zeit mit Ihnen keinen Gebrauch machen – das werden Sie sicherlich verstehen. Ferner möchte ich Sie bitten, von Nachrichten nach Art. 12 Abs. 1 Abstand zu nehmen. Vergrößern Sie , verehrtes Fräulein Liselotte, nicht meinen Schmerz, mag es Ihnen auch dem Art. 85 entgegenstehen (Verarbeitung und Freiheit der Meinungsäußerung und Informationsfreiheit)

Mit hochachtungsvollen Grüßen,

Ihr Sie ewig liebender Albert Werther
(Name von der Redaktion aus Gründen der Anonymisierung geändert)«

Kann man so machen.

Kinder, wie die Zeit vergeht! 5 Monate liegen nun dazwischen, ohne daß er einige Unarten deswegen abgelegt hätte.

Dieser Beitrag wurde unter Auftragsjournalismus, Bildungsauftrag abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Kommentare zu Mal was erfreuliches!

  1. Stony sagt:

    Holla/Immerhin – Sehr schön! – Noch schöner und Danke für den Schmunzler…

    Herrje, hach. Das Brökchen (sorry for that – in Liebesdingen wird mir immer so ironisch) ist nicht ‘zufällig’ ausleihbar zwecks Kampfkuscheln? Bei Ihm würd’ ich’s grad drauf ankommen lassen. Noch ein Hach hinterher (*mit glänzenden Äuglein geschrieben*).

    • Pantoufle sagt:

      Ja, ja. Da entsteht ein liebevoller Koloss. Zum Kampfkuscheln solltest Du Dich beeilen, sonst wird das zu einer einseitigen Angelegenheit.

      edith:
      Sehe gerade eine wunderschöne Dinosaurier-Dokumentation. Eines nur wundert mich – warum haben alle diese neuentdeckten Urviecher bereits alle einen Namen?

      • Stony sagt:

        Der Durchgeknallte in mir sagt (sich): Maximalgröße (ausgewachsen & aufgerichtet) + Masse in etwa gleich => wird ‘nen faires Ding! Der Realist lacht sich schlapp (Addition? Depp!) und wünscht viel Spaß. Aber, wie der olle Frieder meinte: Übergroße Ziele setzen und grandios scheitern!

        @Edith: ‘Arbeitshypothese’: Weil die Namensgeber keinen Ärger™ (Symbolbild, mutatis mutandis) mehr bekommen können?

  2. lattjamilln sagt:

    Bohrmeister Boehner! Wunderbare, herzallerliebstes Geschichtchen und so aus tiefstem Herzen. Habe mich köstlich gekringelt.

  3. flurdab sagt:

    Warum nur suche ich Zuflucht zu Hundewelpen?
    Warum begeistert mich ein zukünftig 90 Kilo Tyrann, der bei Zeiten darauf hinweisen wird, wer seine Füße unter welchen Tisch stellt?
    Ach ich bin alt, dem sterben gewidmet.
    Was sollen mich da eure Gesetzte schrecken.

    RUMO, dein Fell soll plüschig sein.

    Grüße

  4. Götz sagt:

    … einfach so nebenbei fressen?
    Ja, genau das.

  5. Georg Belz sagt:

    Nasenstüber angekommen. Der faule Sack macht sich diesen Monat noch an die Tätigkeit. Titel: Goethe muss weg!

Schreibe einen Kommentar zu Stony Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.