Lavendel und Annika

 

Lavendel und Annika ist ein Blog von Lavendel und Annika und ein permanenter Prüfstein, nicht zu kommentieren. Einerseits, weil ich Lavendel gar nicht und Annika nur ein klitzeklein wenig kenne und zum Anderen, weil es ein so hübsches, privates Tagebuch ist, bei dem man dankbar ist, mitlesen zu dürfen.

Nicht kommentieren? Hätte ich jemals ein Tagebuch geführt, dem ich nur ihm meine Geheimnisse anvertraut hätte (nur ihm und sonst gar keinem!!!), hätten mich eventuelle schriftliche Randnotizen meiner Mutter (»Ach, die also!«, »Das werde ich zu verhindern wissen!« und »Drogen in hohen Dosen gefährden deine Gesundheit!!!«) vermutlich gestört.
Blogs gab es weiland und Kommentare auch nicht.
Und so dreht es sich dankenswerterweise wenig um Corona oder Querdenker, sondern um die Angst vor dem Verkehrsflugzeugpiloten mit seinen Loopings und Schlafwagenzug-Phobien, gepflegtes hypochondrieren und derlei Kinkerlitzchen.

Da halte ich mich heraus und genieße aus der Ferne, zumal ich mit Kommentaren in letzter Zeit wenig Glück habe. »Hast du auch Argumente oder kannst du nur Diffamierung?« kann ich nur mit »Diffamierung« beantworten, weil mir ein gepflegtes »Drosten? Höhöhöhö!« nicht über die Feder kommen mag. Konsequenterweise lese ich also nur noch Dinge, die man nicht kommentieren kann. Heinz Strunks Intimschatulle zum Beispiel. Und natürlich Bücher, aber die zählen nicht, weil nicht verlink- oder kommentierbar. »Illegales kiffen gefährdet ihre Gesundheit«. So macht man das! Oder »”Für dich, Baby!” – Laura Müller schenkt Wendler nagelneuen SUV mit durchtrennten Bremsschläuchen«. Meine morgendliche Bildung aus dem Postillion. Wer ist Michael Wendler? Google hilf!! »Er hat mein Handy genommen und in eine Salatschale gepackt«. Den Reflex kenne ich – Wendler nicht. Dumme sagen Dumme Sachen, soso, da war er Schiedsrichter. Und für Kaufland hat er gesungen (muß ein echter Star sein). »Ballermann-Star« Mickie Krause hat dazu auch eine Meinung.
Wie schön, dann brauche ich ja keine mehr.

Als entfernter Angehöriger der Showbranche finde ich das natürlich ganz interessant: Man knickt seine Karriere in eine andere Richtung, um neue Käuferschichten zu erschließen. Nachdem auch die Hoffnung an Corona verstorben ist, muß man sich umorientieren. »Ladet euch Telegramm herunter« verkündet der »Star« auf Instagram. Weil alles von der Regierung gesteuert ist. Oder von Bill Gates.
»Dass sich vieles mit dem Alter ändert, damit habe ich gerechnet. Aber wie vieles sich nicht ändert, das war eine Überraschung. (Teja Fischer)«

Deswegen lese ich so gerne Lavendel und Annika. Außerdem habe ich mir ein Rodenstock Sironar-N MC 210mm f=5,6 mit Copal Nr. 1 aus der Bucht gezogen und freue mich darüber.

Und dis rare footage from Little Feat ist ein Trostversuch für Lavendel. (Zigaretten, Koks, Canabis, Wein – rot und auch weiß – und fremde Männer/Frauen sind erlaubt!)

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22 Antworten zu Lavendel und Annika

  1. Siewurdengelesen sagt:

    Mit Lesen und Kommentieren halte ich es ähnlich. Halbwegs Kommunikatives kommt kaum zusammen und irgendwo ist es auch oft sinnlos, weil sowieso nur dagegen gepoltert wird. Die “Argumente” sind meist sowieso keine oder abgenutzt ohne Ende – Hauptsache dagegen statt wenigstens zu akzeptieren trotz gegenteiliger Sicht.

    Und der Wendler singt dazu: “Egal…”

    Weil mir der Foto-Beitrag so gefallen hat, habe ich Dir mal etwas geschickt. Vielleicht gefällt das auch…

  2. Pantoufle sagt:

    Moin Siewurdengelesen

    Das ist ja echt witzig! Genau das Teil (soweit man das auf dem Photo erkennen kann) stand bei mir vor ein paar Tagen auf dem Tisch (hat meine beste französische Freundin Fanny aus Frankreich mitgebracht) und ich habe meinen Kindern mal Giuseppe Verdi in low-end vorgepielt.

    Ja, das mit den Kommentaren ist ein Jammer! Man mag sich schon lange keine Mühe mehr geben, was weder für einen selber noch für den Blogger einen Gewinn darstellt.

    Gefällt mir übrigens sehr. Tausend Dank! Mit was photographierst Du eigentlich? (Dix »Otto« ?)

  3. Siewurdengelesen sagt:

    Hi Pantoufle

    “Mit was photographierst Du eigentlich?”

    Da bin ich ganz profan unterwegs und grundsätzlich mit Canon EOS. Die Aufnahme entstand nach etwas Spielerei mit der 50D und inzwischen bin ich bei der 6D MkII gelandet. Das zugehörige Museum war aus fotografischer Sicht sehr ergiebig und es gibt in einem Forum sogar einen 3-Teiler als Reisebericht, auch wenn das Jahr dazu in privater Hinsicht leider nicht schön endete. Das sei aber nur nebenbei erwähnt.

    Analog ist noch eine 50E (für mich nach wie vor ein Spitzenteil) unterwegs und hin und wieder reißt es mich noch mit einer Praktica und 50mm Festbrennweite (ist das 1.8er Glas von Carl Zeiss drauf, wenn ich nicht ganz schief liege ohne nachzusehen).

    Da schnappe ich mir dann einen Ilford und versuche mich in Purismus. Derzeit habe ich mich mal etwas in Makrostacking eingearbeitet und so eine richtige Mittelformat aufwärts hätte ich schon wegen des Handlings auch gerne mal in der Hand. Nächstes Ziel wäre so etwas wie Retrofotografie mittels Adapter mit den alten Gläsern am aktuellen Body, gibt ja auch interessante Ergebnisse – wer weiss…

    • Pantoufle sagt:

      »eine richtige Mittelformat aufwärts hätte ich schon wegen des Handlings auch gerne mal in der Hand.«

      Ahem – ich korrigiere da nur höchst ungern. Aber ein richtiges Mittelformat (meine RB67 z.B.) hat man nicht in der Hand, sondern auf einem Stativ. Und zwar nur dort. Das ist der bedauerliche Grund, weswegen sie bei mir so selten zum Einsatz kommt. Ich hatte mal ne Pentax 645 (die ich wegen der RB verkauft habe. Ich Idiot!!!). Die ging super aus der Hand. Zenza Bronica geht, Kiev 88, wie Hasselblad, auch. Aber richtig Mittelformat (6×7, 6×8, 6×9) geht nicht. Mamiya RB, Fuji GX690 ect. Allein wegen dem Lichtschachtsucher. Das ist ohne Stativ völliger Blödsinn (man vergibt faktisch die Vorteile des Film-Formats) und ohne Lichtschachtsucher fehlt die Hälfte. Nur noch mit Stativ photographieren geht natürlich auch – da lernt man Menschen kennen. Vor allem in Museen! Die Wärter sind jedes Mal Feuer und Flamme. Vor allem Flamme.

      »Retrofotografie mittels Adapter«

      Auch Ahem. Also wennste mir fragst, spar Dir das Geld für ein Adapter. Dafür bekommst Du auf jedem Flohmarkt eine Kodak Retina oder Agfa Isolette. Bei der Agfa haste dann auch gleich 6×6 Format auf Rollfilm (also »Mittelformat«) und durch die zerbröselten Lichtdichtungen und zerputzten Gläser jede Menge Retro. Wenn Du wirklich auf Retro aus bist, ist das die Waffe der Wahl. Einen Belichtungsmesser wirst Du ja hoffentlich haben und Entfernungen schätzen war schon immer Dein Hobby. Da sieht man sie wieder: Verlernte Kulturtechniken! Jede Hausfrau konnte 1956 in etwa die Blende und Belichtungszeit mit einiger Aussicht auf Erfolg schätzen. Nach Tageszeit und Sonnenstand in Verbindung mit dem 11 DIN s/w-Film des örtlichen Photo-Hökers. Auf knapp 15m stellen und den Verschluß gespannt und dann nicht mehr bewegen. Die Kamera nicht und und noch weniger Hilden vor der Linse. Der Bahnhof muß in voller Größe mit drauf und die neuen Schuhe von Hilde natürlich auch! 21,22… Hilde – kannst wieder!

      Ich photographiere ja nun bekanntermaßen mit Nikon. Da gibt’s die Retro-Objektive sozusagen ab Werk und ohne Adapter. Von all den Objektiven, die ich verwendet habe (Sigma und Tamron mal außen vor. Die können auch mit Baujahr 2007 ziemlich …außergewöhnlich retro… sein) hab ich in meiner Sammlung nur ein altes, das wirklich heraussticht. Und das nicht wegen irgend einem »Retro-Look«, sondern weil es sich in Richtung Bokeh etwas wie ein 100` Zeiss verhält. (105mm F=2,5 AI´d Sonnar aus der Zeit des Vietnamkrieges). Vielleicht auch wegen der dezenten Vignettierung.
      Alles andere was ich jemals ausprobierte, war mehr oder weniger gut – an der Digitalen sah man eben, daß sich mit den Beschichtungen die Farbwiedergabe verbessert. Aber mehr eben auch nicht. Absolut kein Vergleich damit, mal einen CMS20 II Pro – Film mit dem dazugehörigen Entwickler zu verwenden oder einen HP5 auf 3200 ASA mit Mikrophen zu entwickeln. Das riecht dann massiv nach 50`Jahre! Das bekommst Du mit keiner »Retro-Linse« hin. OK: In einem Club (wenns die mal wieder gibt) in schlechtem Licht mit besagtem misshandeltem HP5 und Microphen und einem guten Barythabzug…das bringt was. Wenn man das denn haben will. Die Retro-Linse alleine: Bringt gar nichts!

      Ich hatte da ein ähnliches Problem: Vor 1,2 Wochen ist mir aufgefallen, daß (aber wirklich fast 95%) aller Portraits, die ich liebe, auf Platinabzügen gemacht wurden. Scheiß auf Kamera-Fabrikat, Scherbe oder Entwickler – es ist die Art der Abzüge! (google mal Irving Penn + Platin)

      • Siewurdengelesen sagt:

        So nun weiss ich das auch.

        Mit dem Club ist es sicher nicht der dümmste Gedanke. Leider ist der firmeneigene auch wieder 20km weg und dann machen die m.E. auch nichts mehr mit analog in Form des Selbstentwickelns. Platinabzüge kommen da erst recht nicht in Frage 😉

        Back to Topic:

        Was ist eigentlich so Spannendes an der Botschaft, einen Kanal bei Telegram zu nutzen? Als Messenger und Alternative zu WA wird der im Bekanntenkreis schon mittelewig und ohne Hintergedanken genutzt, dass es beinahe schon gar nicht mehr wahr ist.

        Wahrscheinlich liegt das daran, dass es vom pösen Rrrrrussen kommt und auch Rrrrrrechte dieses Tool nutzen und/oder dort nicht “zensiert” wird – OMFG!einself!

        Wenn ich schon an die rechtsauslegenden Esos auf einem unserer Urlaube im Altmühltal und da speziell der Kelheimer Befreiungshalle denke – äusserst mystische und auffällig unauffällige Anmerkung einer der Beteiligten: “Den Rest machen wir über Telegram aus.”

        Wohohooo – Telegram!?

        Irgendwie bekomme ich eher den Eindruck, dass man in der Szene mittlerweile gar nicht mehr akzeptiert wird, wenn man keinen Kanal dort hat, um seine Sicht der Dinge zu verbreiten. Irre wie sich da so ein paar Mitbürger in ihrer Aussenwirkung überschätzen.

  4. Peinhart sagt:

    Trage ich bestimmt Eulen nach Newcastle, und erfreulich ist es ja auch keineswegs. Dass immer weniger kommentiert wird, liegt, glaube ich, auch daran, dass einem ja auch buchstäblich nichts mehr einfallen mag zu diesem ganzen absurden Treiben. Die Hoffnung auf irgendeinen ‘Progress’ hat sich mittlerweile sowas von auf die Fresse gelegt, da mag man nicht mal mehr mit der Schuhspitze ran. 10.000 Jahre ‘Zivilisationsgeschichte’ drohen glaubhaft mit dem Abmarsch und haben die Ideen, wie’s scheint, schon mal vorausgeschickt.

    Bleibt einem also nur noch irgendwelcher Unfuch, der wenigstens Spaß macht. Ich programmier dann mal wieder ein bisschen. De nada.

  5. Pantoufle sagt:

    29.0.2015  
    Widersprüchliche Informationen über den Gesundheitszustand von Joni Mitchell haben Verwirrung unter den Fans der gealterten Ausnahmemusikerin ausgelöst. Ihre enge Freundin Leslie Morris erklärte am Dienstag, die 71-Jährige sei nicht mehr bei Bewusstsein und unfähig, eigenständig medizinische Entscheidungen zu treffen.
    Morris reichte am Dienstag in einem Gericht in Los Angeles ein Gesuch ein, mit dem sie erreichen will, dass sie zur Pflegerin der 71-Jährigen bestimmt wird. […]
    Morris hat das Gericht eingeschaltet, weil Mitchell keinerlei Familienangehörige hat, die als ihre Pfleger oder Helfer dienen könnten.


    Joni verlangte unterdessen lediglich nach einer Schachtel »Camel light«.
    Alles andere könnte man später regeln.

  6. Pantoufle sagt:

    Guten Morgen Peinhart

    Stimmt!
    Ich überlege gerade, meine Tourtagebücher auf der Schrottpresse zu veröffentlichen. Ich habe eine alte Festplatte (genauer: 4) auf erhaltenswerte Dateien überprüft und recht amüsiert gelesen, was da so stand. Mal sehen. Morgen. Oder so.

    von daher ist mir gerade eher this flight tonight

  7. Pantoufle sagt:

    »Johannes-Tochter«?

  8. Annika sagt:

    Mein Lieber, ich habe ganz vergessen, dir zu danken für die Blog-Empfehlung. Ich finde es ganz zauberhaft, dass du so unverdrossen, hier, in deiner Community, die ich mal in die Schublade “Polit-Schrauber” einordne und in der jmd. wie ich (Frauen, die “zauberhaft” sagen: Kotz-Smilie) keinen Blumentopf gewinnen kann (und ja auch nicht muss); also dass du trotzdem immer wieder so freundliche Worte für mich übrig hast.

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