Ja,Hallo. Ich bin Jana aus Kassel

Guten Morgen, guten Morgen.

Hitler lehnt Gnadengesuche im Zusammenhang mit dem Geschwister-Scholl-Prozeß ab. Signatur: Bild 183-38523-0009

Raketenstart, Raketenstart! Nach dem Ermächtigungsgesetz nun also folgerichtig Verfolgung und Guillotine auf offener Bühne. Das mußte ja so kommen!
Was in der ganzen Hinrichtung von Jana aus Kassel auf Twitter und anderen Medien etwas unterging, ist die Tatsache, daß es lediglich ein (1!) Ordner war, dem die Ungeheuerlichkeit in Hannover sofort klar wurde und der Konsequenzen zog. Der Rest des Publikums schwieg oder forderte lautstark eine Zugabe der Zumutung.

»Wenn wir uns nicht endlich einig werden, was hier gespielt wird und wer alles der Feind ist, wird auch keine Strategie möglich sein.
Mir persönlich schwebt eine ähnliche Strategie vor, wie die Resistance seinerzeit ausgeübt hat.«
Murmelentkernter Kommentator auf einem Schwurbelblog

»Resistance«. Nee – schon klar! Das ist auch schon ein paar Tage her, daß dieser unsägliche Schwachsinn unwidersprochen abgesondert wurde. Also ist Jana aus Kassel wohl kein Einzelfall.

Die Hannoversche allgemeine Zeitung weiß es noch ein wenig besser und fabuliert ein
»Linke Szene schmuggelt Ordner unter „Querdenker“ – und entlarvt Nazi-Opfer-Vergleich
Ein vermeintlicher Ordner hat am Sonnabend bei der Demo der Initiative „Querdenken“ auf Hannovers Opernplatz für Aufsehen gesorgt, als er eine Rednerin nach einem unsäglichen Nazi-Opfer-Vergleich unterbrach und demonstrativ seine Weste auszog. Der junge Mann stammt aus der linksradikalen Szene.«
Wenn der Mann als Ordner herumläuft, ist er Ordner und nicht vermeintlich – egal, wer ihn warum dorthin gestellt hat! Ordner ist weder ein Ausbildungsberuf noch unterliegt er einem Zunftzwang. Und man muß nicht besonders linksradikal sein, um vollendeten Schwachsinn als vollendeten Schwachsinn zu bezeichnen und um seine Konsequenzen daraus zu ziehen (→ Heiko Maas). Wo ist also die Neuigkeit? 379 Zeichen Belanglosigkeit und intellektuell auf dem Niveau von Jana aus Kassel.
Aber lassen wir Nachsicht walten – auch und gerade Provinzzeitungen müssen ihre Seiten in der Coronakrise irgendwie vollbekommen und man kann als Chefredaktion ja auch nicht jeden Blödsinn Korrekturlesen.

Und worum geht es eigentlich? Es geht ja nicht um eine Nachhilfestunde in Geschichte – dann wären die Nachrichten immer noch voll von dem »Ermächtigungsgesetz«, von dem die Covidioten letzte Woche noch faselten.
Ach ja – Covidioten werden sie ja nicht so gerne genannt. Kleine militante Minderheit auch nicht. Weil erstens nicht klein und zweitens friedlich wie die Hippies. Sekten und Sektenähnliche. Mit einer Religionsgemeinschaft verbindet sie einiges. Wie das so ist, wenn man die Realität lange genug geleugnet hat und nun Schritt für Schritt den Rückzug antritt (fühlt sich wie Walter Model nach der Operation Zitadelle). Man kann zur Zeit nicht einmal mehr zu Mutter Kirche »Querdenken« verlinken – mittlerweile erhältlich in den Geschmacksrichtungen »Reichsbürger«, »Demokratie«, »vegane Wolfsrudel« oder »Sophie Scholl«. Und Größe ist immer relativ.

Von den 20 Billionen in Berlin ist man in Hannover nicht einmal mehr im Promille-Bereich, aber man ist immer auch der Lärm, den man verursacht. Und dabei sind solche Hochleistungs-Rhetoriker wie Jana aus Kassel entscheidend. Ohne sie hätte niemand von den 682 Verwirrten besorgten Bürgern in Hannover etwas mitbekommen. Jana aus Kassel muß jetzt doch noch in Quarantäne, wenn auch aus dem Grund, daß sie sich an keiner Bushaltestelle mehr sehen lassen kann. Aber dann wird Michael Ballweg einen querliegenden Vergleich ziehen, daß sich seine 12 verbliebenen Jünger auch langsam verpissen und er sich wie Jesus von Nazareth fühlt und Atteste gegen das Maskentragen gibt’s versandkostenfrei bei Amazon. Dann kann Jana wieder aus der Versenkung auftauchen und sich in die Reihe der »mutigen Tabubrecher« einordnen.
Aufgeschrien wird nur einmal.

Dämlich: Das war der Begriff, den ich gesucht habe!

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40 Antworten zu Ja,Hallo. Ich bin Jana aus Kassel

  1. Siewurdengelesen sagt:

    Jetzt fehlt nur noch der Aspekt, dass die selbst auferlegte Opferrolle Programm ist.

    Angesichts solch hanebüchener Aktionen fehlen mir trotz eines gewissen Verständnisses für berechtigte Kritik an den Massnahmen abseits des Esoterischen inzwischen die treffenden Worte. Neben dem Geschmacklosen, Primitiven und zuvörderst einfach nur Dummen, sich mit wirklich Betroffenen von Gewalt und Diktatur zu vergleichen, die wie Anne Frank nicht einmal Widerstand waren, sondern einfach nur wegen ihrer Existenz und Teil einer als Feind ausgemachten Gruppe an Menschen ermordet wurden, fällt einem da echt nichts ein dazu.

    Onkel Michael hat das ebenfalls sehr treffend beschrieben.

    Weder bizarr, absurd, grausam, idiotisch, naiv noch sonst kaum ein Begriff erfasst das ganz, was da inzwischen abgeht. Mögen die Kinder mit ihrer nicht stattgefundenen Geburtstagsfeier noch der indoktrinierte und damit unschuldige Teil dieses Popanz’ gewesen sein, kann selbst eine 22-jährige nicht mehr so ein schlichtes Gemüt haben, ohne Wissen um die Hintergründe sich derart “zu vergleichen” und diese Show abzuziehen – ein gewisser Greiner aus Mannheim lässt grüssen.

    Ähnlich zu den ganzen Selbstdarstellern auf Youtube ist das jedenfalls ein ganz dünnes Brett dafür, einmal in aller Munde und “berühmt” zu sein.

    Was sich allerdings ebenfalls als Programm und systematisch abzeichnet, ist das relativ milde Umgehen des doch selbst angegriffenen Staates mit diese Klientel. Diese hat inzwischen bei faktisch jeder Veranstaltung Auflagen umgangen, provoziert und mit Winkelzügen und Ansage gegen jede Vernunft gewirkt und wird immer noch mit Samthandschuhen angefasst, während die Gegendemonstrationen trotz des gemeinsamen Interesses rigide verhindert werden. Es ist ja nicht so, dass ausgerechnet die “Kinderfreunde” ob der Maskenpflicht selbige ausgerechnet auf den Demos als Schutz missbrauchen oder wie im obigen Beispiel auch instrumentalisieren. Dieses Argument ist daher bei den Corona-Kritikern für mich verbrannt.

    Im Gegensatz dazu sind die “Diktaturopfer” wahrscheinlich über ihr egoistisches Verhalten selber die grösste Gefahr für Leib und Leben anderer. Wenn ich dann die Pläne der Regierung für die Zeit des Jahresendes und danach sehe, ist quasi wie jetzt bei der zweiten Welle der Fortgang der Story Covid-19 bereits abzusehen. Die Ignoranten dieser Pandemie tragen daher fleissig mit dazu bei, dass dieses Thema erhalten bleibt und liefern über ihr Verhalten weitere Steilvorlagen für die Parlamente.

    • Pantoufle sagt:

      Moin, Siewurdengelesen

      »Weder bizarr, absurd, grausam, idiotisch, naiv noch sonst kaum ein Begriff erfasst das ganz, was da inzwischen abgeht.«

      Ja.
      Ich gestehe, daß ich auch eigentlich vollkommen sprachlos bin. Die Covidioten führen sich auf wie die Zeugen Jehovas auf LSD und lassen Plakate drucken, auf denen sie auffordern, mit ihnen wie mit ganz normalen Menschen zu diskutieren. Ich ertrage diesen Schwachsinn einfach nicht mehr.

      Das Huppselchen Jana spielt dabei gar keine Rolle – irgend jemand hat ihr gesagt, daß Sophie Scholl auch im Widerstand war und Zettel verteilt hat und später dafür berühmt wurde. Flatter nennt das richtigerweise »die Marke Sophie Scholl«. Mehr weiß sie nicht und will´s auch gar nicht wissen.
      Diesen Deppen, deren persönliches Risiko bei ihrem »Widerstand« darin besteht, die Straßenbahn zu verpassen, kann man nichts erzählen. Die ganzen Covidioten haben weder Zugang zur Realität, geschweige denn zu Geschichte. Von daher ist das Bemühen Onkelmichaels auch zum Scheitern verurteilt, da etwas Nachhilfe zu geben. Da sind an weitaus geringeren Problemen schon ernsthaftere Geister (?!?) gründlich gescheitert. Und niedriger als Jana geht wohl kaum.

      Es ist wohl so, daß Corona sämtliche Fehler unserer Zivilisation auf dem Silbertablett präsentiert: Angefangen von »berühmt, weil berühmt« bis Kindesmissbrauch aus niedrigen Motiven. Da schwadronieren angebliche Pädagogen von erstickten Kindern… und sind auch noch empört, wenn man sie »Abführmittel« tituliert. Dabei ist das schon diplomatisch.

      Das ist der Artikel, der mir in den letzten Tagen am meisten unter die Haut gegangen ist. Auch eine Art Widerstand. Nur muß man dafür erst einmal etwas geleistet haben (außer, sich die Fingernägel zu lackieren und unschuldige Mikrophone zu Poden zu schmettern).

      • Siewurdengelesen sagt:

        “Es ist wohl so, daß Corona sämtliche Fehler unserer Zivilisation auf dem Silbertablett präsentiert”

        Dem ist so, selber benenne ich es als Fokussieren wie mit einem Brennglas. Auf jeden Fall zeigt es deutlich, wie weit Mitgefühl und Egoismus in “Krisenzeiten” reichen.

        Was Corona selbst betrifft, so hatte ich passend zum Artikel schon auf den “Fliegenden Brettern” einen Film der Uni Tübingen über die intensivmedizinische Behandlung von an Covid-19 erkrankten Patienten verlinkt.

        Und das ist wie gesagt nur eine filmische Simulation für den Hörsaal und nicht der Realbetrieb einer Intensivstation!

        • Pantoufle sagt:

          »Auf jeden Fall zeigt es deutlich, wie weit Mitgefühl und Egoismus in “Krisenzeiten” reichen.«
          Nicht von der Haustür bis zum Briefkasten!

          Den Film habe ich gesehen – aber nicht ich oder Du sollte den sehen, sondern die Covidioten. Die sehen sich leider nur die Flimmerbildchen auf Youtube an, die sie »im Widerstand« zeigt. Wie die Züge der Geisselungen während der Pest: Verteilen Blut und Läuse an die Zuschauenden.

          • Siewurdengelesen sagt:

            Vielleicht?! schauen sich das ja doch ein paar Leugner an und durchdenken das ganze Thema auch aus Sicht der anderen Seite zwecks Erkenntnisgewinn. Die Hoffnung ist natürlich ähnlich wie bei anderen Gruppen eher gering, mit denen manche meinen diskutieren zu müssen.

  2. DasKleineTeilchen sagt:

    das obergeile der HA(T)Z-“enthüllung” über die gefahren des unterwanderenden links”radikalismus” ist ja die tatsache, daß se ihre obergeile “enthüllung” über die gefahren des unterwanderenden links”radikalismus” hinter die doppelplusgut-paywall schieben.

    wie geil ist das denn?

  3. Fluchtwagenfahrer sagt:

    Moin Pantoufle,
    ich mag lieber die Begrifflichkeit, (Vorsicht Karleuer) das Sytem hat seine Maske fallen lassen.
    Aber anstatt nun in der Gesellschaft dieses Syst. -Versagen auf ganzer Flur, offen und weitgehend emotionslos zu eavluieren (sagt man so, hier in de Schaschlikbud) lessons learnt, reibt man sich an den Dummen auf. Auch nicht besonders clever.
    Derweil versuchen sich die Oberdummys an der “Pandemie”, mit “fahren auf Sicht”, mittels in weiten Teilen irrwitziger Symtombekämpfung.
    Nun stelle ich hier an der RD Brücke, am Geländer, mein Schild auf. “Coronaheilung hier entlang”. Lasse Darwin seinen Lauf. Und die, die nicht springen, werden auf jeden Fall die sog. etablierten Parteien nächstes Mal wiederwählen. Weil Alternativlos und vom System so vorgegeben. Absurd, ja. Aber wie stand füher immer in den Gespenstergeschichten auf der letzten Seite? (nicht die vom Theo Storm).
    Seltsam aber so steht es geschrieben.

    • Pantoufle sagt:

      Moin Fluchtwagenfahrer

      Ja genau: Gemeiner Virus reißt demokratischer Unschuld vom Lande die Maske vom Gesicht. Und das, wo doch Maskenpflicht besteht!

      »Aber anstatt nun in der Gesellschaft dieses Syst. -Versagen auf ganzer Flur, offen und weitgehend emotionslos zu eavluieren […], reibt man sich an den Dummen auf«

      Weißt Du, Fluchtwagenfahrer, ich denke seit geraumer Zeit darüber nach, ob und was sich eigentlich geändert hat und komme mehr und mehr zu der Überzeugung: Gar nichts! Wir sehen nur die praktischen Ergebnisse dessen, was die ganze Zeit bereits offen vor uns lag. Die Funktion unseres »Gemeinwesens«, die Politik und die Allgemeinbildung. Was in den Mikrozellen unserer Gesellschaft wie »Kiez«, »Kirchgemeinde« oder »Neubauviertel« noch teilweise funktionieren mag, endet schlagartig, wenn man den Geltungsbereich des eigenen Motorradkennzeichens verläßt (spätestens). Das ist weder besonders neu noch überraschend. Etwas neuer hingegen ist die Beobachtung, daß das auch für ein immer angenommenes Wertessystem gilt. Oder anders herum: Wenn der kleinste gemeinsame Nenner »gleiche Verkehrsregeln« lautet, nimmt man ja gemeinhin an, daß dem ein gemeinsames Menschenbild untersteht. Falsch!

      Um einen Eindruck der momentanen Gemütslage der Nation zu bekommen, müßte man viel öfter »in de Schaschlikbud«, die es hier leider nicht mehr gibt. Und natürlich, um Geschichten zur Epidemie zu erlauschen, die man dann auf der Schrottpresse verwursten kann.
      Solange die Frittenschreinerei also zu hat, muß Huppselchen Jana aus Kassel dafür herhalten. Ein armseliger Ersatz, gewiss, aber das ist das Opfer, was wir während der Seuche bringen müssen.

      Edith

      »…reibt man sich an den Dummen auf.«

      Daran stört mich etwas: Dumm ja, zugegeben! Aber nicht dumm genug, um aus eigenem Antrieb (nach ihrer Aussage) eine Demo anzumelden und Blättlein zu verteilen. Auch ist sie keine 12, 13 Lebensjahre mehr sondern (nach ihrer Aussage) 22 Lenze. Uneingeschränkt Geschäftsfähig, nennt man das wohl.

      Punkt 1.

      Punkt 2 besteht darin, daß sie damit nun alles andere als alleine ist. Eine ihrer Leidensgenossinnen hat sich vor kurzem mit Anne Frank verglichen, andere heften sich auf ihren Demos einen gelben Stern ans gebügelte Revers. Gehen wir also berechtigterweise davon aus, daß die sämtlich so vollkommen verblödet sind oder wenigstens auf einer Ebene schwimmen. Wo soll da bitte die Grenze dessen sein, unter die man nicht mehr schießt?

  4. Peinhart sagt:

    Ich glaube, die Anregung vom Fluchtwagenfahrer war anders gemeint. Hier sind zwar ein paar wirklich Dumme, die zwar auch selber ziemlich laut sind, deren Präsenz und Anzahl aber von den Medien aus diversen schlechten Gründen – vom Clickbaiting der Aufmerksamkeitsökonomie bis zur wohlfeilen Ablenkung vom Totalversagen dieser Gesellschaft – auch noch einmal mächtig übertrieben wird.

    Derweil könnte und sollte man seine Zeit aber eher nutzen, um mit der – nach ‘normalen’ Maßstäben – immer noch einigermaßen vernünftigen Mehrheit mal durchzunehmen, warum eine Gesellschaft, die sich als Geschäft inszeniert, zur Resilienz gar nicht fähig ist. Denn auch, dass jetzt die Ansteckungszahlen wieder steigen, haben wir – neben der Jahreszeit natürlich – auch nicht den paar Idioten zu verdanken, sondern einfach der Tatsache, dass ‘wirtschaftliche Erwägungen’ vernünftige und konsequente Maßnahmen gar nicht möglich machen.

    Denn zB auch die Schulen – Herr Söder hat das ja ganz offen ausgesprochen – bleiben in erster Linie darum geöffnet, damit Mami und Papi auch weiterhin den gewohnten Blödsinn herstellen, verkaufen und verwalten können, der *nicht* lebensnotwendig ist, dessen fehlende permanente Umwälzung aber eine Gesellschaft, die so idiotisch organisiert ist, prompt zusammenbrechen liesse. Und dass und warum das im übrigen auch früher oder später eh passieren wird, Corona oder nicht. Da liegt die wirkliche Idiotie.

    Das sind die Sachen, über die man sich aufregen und die man diskutieren müsste – nicht die paar blöden Hanseln.

    Stattdessen überlässt man diesen Quarktaschen nicht nur die Bühne, man zimmert ihnen auch noch selbst welche…

    • Siewurdengelesen sagt:

      “Denn zB auch die Schulen – Herr Söder hat das ja ganz offen ausgesprochen – bleiben in erster Linie darum geöffnet, damit Mami und Papi auch weiterhin den gewohnten Blödsinn herstellen, verkaufen und verwalten können, der *nicht* lebensnotwendig ist, dessen fehlende permanente Umwälzung aber eine Gesellschaft, die so idiotisch organisiert ist, prompt zusammenbrechen liesse. Und dass und warum das im übrigen auch früher oder später eh passieren wird, Corona oder nicht. Da liegt die wirkliche Idiotie.

      Das sind die Sachen, über die man sich aufregen und die man diskutieren müsste – nicht die paar blöden Hanseln.”

      +1

      Und genau damit haben vermutlich die meisten der Protestanten aber kein Problem…

  5. Fluchtwagenfahrer sagt:

    Moin Pantoufle,
    ja der Peinhart hat mich richtig verstanden.
    Liebes Pantouflechen, ja daccord im Grunde hat sich nichts geändert.
    Ohne die D..f.. in Schutz nehmen zu wollen, Sie sind ein Produkt Ihrer Gesellschaft unter anderem auch Ihrer sog. Bildung.
    Zwotens, du glaubst garnicht wie unpolitisch und ungebildet (Doof) ich war und auch noch bin, aber ich arbeite dran:)) Musste malochen, Karriere machen, more money weil Frau und dann Kind.
    Da ich die meiste Zeit in einem Mikrokosmos lebte, graue Boote und Schiffe, unow, der Tag leider nur 24 Std hat, Arbeit für 40 Std, lange Abwesendheiten, kam vieles zu kurz, welches dann auch vor Gericht so festgestellt wurde.
    Wir ? sollte uns nicht an den Dummys abarbeiten weil wir sonst auf einem Nebenkriegsschauplatz landen, der definitiv, bis auf ein paar wenigen, niemandem nützt.
    Ich hatte gerade das zweifelhafte Vergnügen, mal wieder, als Angehöriger einer Herz Op Patientin, (Gattin) die Leistungsfähigkeit von zwei Krankenhäusern (Uniklinik & Helios) als nur Zaungast (Cov 19 sie versteeehn) mitzuerleben und beurteilen zu können.
    Kurz, bist du malade, alt, alleine, stehen die Chancen (ohne Cov 19) gut bis sehr gut das du die Nummer nicht überlebst.
    Da frage ich mich, warum latschen die “Hühnerschrecker” in Ställen rum (auch wichtig) während das Offensichtliche so nah. Liebe Tierwohlfreunde geht mal in ein Krankenhaus eurer Wahl, schaut euch um, da wird euch übergeholfen, versprochen. Zumal die ersten KK schon wieder nach more money schreien, Corona vesteehhst.
    Geforderte Solidarität, hört hört, die bis auf (schlechtes Bsp. da müsste ja zumindest ein Fundament sein) die Grundmauern durch das kap. System abgefackelt wurde, von den Oberdoofen einzufordern, beleidigt mich zu tiefst. Ein Ablassbrief wie die sog. Prämie an wenige Pflegekräfte, bei gleichzeitiger Forderung das Arbeitsschutzgesetzt zu vergewaltigen ist beleidigend und Menschenverachtend. Da nützen auch die Balkonklatscher, Kerzenanzünder, Demolatscher usw.usw. garnichts, es ist nur billig.
    Da wie ich las du ein wenig bewandert bist in der Geschichte, zumindest die Jüngste, habe ich eine Frage, wie wurden politische Systeme die gegen das Volk? Die Menschlichkeit im guten Sinne, erfolgreich überwunden? Siehste. Manchmal denke ich an den Gereral der aus dem Dschungel kam. (1940, B. Traven)
    p.s. auch wenn gewünscht, das mit dem Schießen, habe ich mir abgewöhnt und es wachsen viel zu schnell wieder welche nach, frag mal unsere transatlantischen Brüder.

    • Pantoufle sagt:

      Moin Fluchtwagenfahrer, Moin Siewurdengelesen

      Manchmal ist das mit den Blogs und der Kommentarfunktion nicht so einfach. Da muß man auf Dinge antworten, für die man keine Erklärung hat – etwas rechtfertigen, was man »mal eben so von sich« gegeben hat. Oder etwas wirkliche begreifen, was einem die Kommentatoren schreiben. Das ist nicht immer einfach.

      Oder es kollidiert mit der eigenen Realität. Im Moment gerade mit meiner liebsten Freundin Fanny, die auch ins Krankenhaus mußte. Freitag hat sie angerufen, ob ich sie zum Arzt fahren könnte; sie würde sich jedenfalls nicht mehr hinters Steuer klemmen. Da bin ich los und habe den Tod auf Latschen ins örtliche Krankenhaus gefahren. Da liegt sie jetzt, coronaisoliert. Internet – ham wa hier nich! Strom hammse. Licht hat jedenfalls gebrannt. Jetzt geht niemand mehr mit mir spazieren und die Kamera Gassi führen.

      Dann meldete sich die Agentur für Arbeit. Einen Vormittag habe ich mit einer äußerst verwirrten Dame am Telephon verbracht. Irgend ein mindestens genau so verwirrter Gartenbaubetrieb sucht »Veranstaltungstechniker/ Messebauer«, die Lust haben, »mal über den Tellerrand zu sehen« und Steine zu klopfen.
      Das müßte doch etwas für mich sein! Also eben schnell einen Lebenslauf zusammengekloppt und eine rudimentäre Bewerbung geschrieben.
      »Ach, Sie haben schon in der IT gearbeitet? Dann sind Sie Systemadministrator?«
      »Nein, bin ich nicht. Als Applikation-Supporter«
      »Das ist was genau? Systemadministrator?«
      »Nein!! Ich habe dem dümmsten anzunehmenden Benutzer erklärt, daß eine Maus drei Tasten hat und das aus gutem Grund! Außerdem vergessene Passworte restauriert und zerschossene Verzeichnisse geflickt. Daher die Worte Linux, Unix und AIX!«
      »Dann würden Sie also auch als Systemadministrator arbeiten…?«
      »…«
      »Also kennen Sie sich mit Windows aus«
      »Nur wenn es unbedingt sein muß. Eher nicht!«
      »Als Systemadministrator hätte ich was«
      Aber so war eben nur Gartenbau mit über den Tellerrand stolpern. Auf eine Antwort warte ich noch.

      Mir ist der Teppich unter den Füßen abhanden gekommen. Ziemlich schlagartig und jetzt liege ich da und wundere mich. Meine Rubrik»Wasserstandsmeldungen« habe ich ja aufgegeben. Hauptsächlich aus der Erkenntnis heraus, daß ein großes, schwarzes Quadrat den Lesern wenig neue Erkenntnisse bringt. Mein Leben ist weg. Keine betrunkenen Menschenansammlungen mehr, keine laute Musik kurz vor der Schmerzgrenze, die vielen Länder und Menschen, die tagelangen Reisen mit dem Motorrad, alles weg… Mal über den Tellerrand sehen und Steine klopfen.

      Naturgemäß schärfen sich die Sinne dabei gegenüber denjenigen, denen es genau so geht – in einer Verdrehung der Verhältnisse, werden die einem im Dauerfeuer als warnendes Beispiel vorgesetzt; selbstredend ohne Unterstützung für diejenigen, »denen es auch nicht gut geht.Denken Sie mal an… (Restaurantbesitzer, Autobauer, Stewardessen).Ja, schon bedauerlich, daß wir keine Kultur mehr produzieren, aber das Leben muß ja weiter gehen!« (»…damit Mami und Papi auch weiterhin den gewohnten Blödsinn herstellen, verkaufen und verwalten können«). Papi stellt nicht mehr und wartet mit kalter Wut im Bauch auf den Moment, wo er Sohn II eines Morgens verbietet, den Unsinn mitzumachen, den man mit den Schulen anstellt. Präsenzunterricht – auch eines dieser neuen Sprachschöpfungen. Soll der doch lieber die WoW-Maschine anschmeißen und sich seine Grippe standesgemäß durch nasse Füße beim Hundespaziergang holen statt durch Langeweile am offenen Fenster.

      Ja, mir kommt mein Kompass etwas abhanden, aber zum Glück habe ich ja noch Leser, die mich gelegentlich versuchen, einzunorden.
      Danke dafür.

      • Peinhart sagt:

        Ja, hätts’te mal Hundeleinen mit Strassbesatz oder so was, dann würdest du auch noch stellen. Musstest dir aber unbedingt ‘ne Branche suchen, die zwar viel mit Lebensqualität – Nietzsche hier einfügen – aber eben wenig mit deutschen Exporterfolgen zu tun hat.

        Zum Thema ‘Covidioten’ war ja neulich auch bei fefe zu lesen, ich denke schon, dass das die Sache verständlicher macht – wobei ‘wir’ allerdings den Vorteil haben, uns schon vorher weit weniger Illusionen über dieses System gemacht zu haben und daher nicht so leicht in diese Richtung abkippen. Letzlich stecken die aber doch in der gleichen Scheixxe, nur halt im falschen Ventil.

        Ich würd jetzt gern noch was Aufmunterndes schreiben, fällt mir aber leider auch wenig bis gar nichts ein. Aber gut, dass es Plattformen wie diese gibt. Wir können ja versuchen, uns Krücken wenigstens so aneinander zu lehnen, dass wir nicht ganz so leicht umfallen…

        • Pantoufle sagt:

          Falls du heute mal wieder einen dieser “Ich-hasse-meinen-Job”-Tage hast, versuche es einmal damit: Geh nach Feierabend in eine Apotheke und geh zu den Fieberthermometern. Kauf ein Analthermometer der Marke “Johnson- & Johnson” (Vergewisser dich, dass es dieser Hersteller ist.)

          Wenn du zu Hause bist, schließe deine Türen ab, steck dein Telefon aus und stell die Klingel ab. Du darfst nicht gestört werden!

          Zieh dir bequeme Kleidung an und mache es dir in deinem Bett so richtig gemütlich.

          Jetzt öffne die Packung und nimm das Analthermometer zur Hand. Leg es vorsichtig neben dich auf das Bett, so dass es nicht beschädigt wird.

          Nimm nun die Packungsbeilage heraus und lies sie dir durch. Du wirst auf den folgenden Satz stoßen: “Jedes Analthermometer der Marke “Johnson & Johnson” ist persönlich getestet.”

          Nun schließe deine Augen und wiederhole den folgenden Satz fünfmal laut: “Ich bin so glücklich, dass ich nicht in der Qualitätskontrolle bei der Firma “Johnson & Johnson” arbeite!!”

          Merke: Es gibt immer irgendwo jemanden, mit einem schlechteren Job als deinem!

      • Siewurdengelesen sagt:

        “Papi stellt nicht mehr und wartet mit kalter Wut im Bauch auf den Moment, wo er Sohn II eines Morgens verbietet, den Unsinn mitzumachen, den man mit den Schulen anstellt. Präsenzunterricht – auch eines dieser neuen Sprachschöpfungen. Soll der doch lieber die WoW-Maschine anschmeißen und sich seine Grippe standesgemäß durch nasse Füße beim Hundespaziergang holen statt durch Langeweile am offenen Fenster.”

        Wenn Du die Option möglichst ohne Konsequenzen hast, dann nimm die Kinder aus der Schule. Nur damit diese Maschinerie weiterläuft und die alten buckeln können, spielt man hier Harakiri mit ihnen und wundert sich immer noch, wo nach dem Aussetzen der vermeintlich nicht wirtschaftsrelevanten Zweige die Infektionen her kommen?!

        In meinem Umfeld hat´s jetzt durch wahrscheinlich Leichtsinn Dritter auch einen Bekannten aus der “Risikogruppe” erwischt – Kontakt bis vor einer Weile nur noch per Mail, dann nur noch auf diversen Brettern gelesen, seit ein paar Tagen Schweigen…

        …ich versuche immer noch, (auch kalte) Wut in Zorn zu kanalisieren, sowohl über die eine als auch die andere Seite dieser Schei..e und ich weiss nicht, was mir mehr stinkt.

        Vielleicht fahre ich meine Jahresendrunde mit der Emme diesmal als Gevatter statts als Weihnachtsmann. Selber war ich vor 4 Jahren um diese Zeit tief im Keller, als meine Eltern kurz nacheinander, eher früh und zumindest meine Mutter unerwartet an Krebs gestorben ist. Die hat es als menschliches Perpetuum Mobile innerhalb eines knappen halben Jahres sprichwörtlich weg gesenst. Da war ich nach den letzten Wochen, in denen wir sie bis zum Tod daheim mit Hilfe durch´s Palliativzentrum gepflegt haben, echt wieder froh, auf Arbeit etwas tun zu können, was einen Sinn hatte. Manchmal ist Steine klopfen oder langes Laufen gar nicht so doof, um die Mütze wieder frei zu bekommen.

        Ich würde sagen, nimm die “Knipse” mit und leite den Frust dort hinein. Nachrichten und das ganze Gekasper um die Teile der Bevölkerung, die in diesem Verunsichern immer noch nicht gepeilt haben, wo der Hammer hängt, drücke ich weg, soweit es eben geht. Das reicht mir gefiltert völlig.

        Wir haben unsere Hütte inzwischen mit leichter Jahresenddeko verziert, wie sich das für einen ehemaligen Bewohner des Weihnachtslands gehört, aus der Konserve kommt Kiske/Somerville, wegen mir kann die “besinnliche Zeit” auch ohne diese Narren aller Art kommen.

        Halte die Ohren steif und Euch das erdenklich Beste, was man Euch wünschen kann!!!

        Ansonsten – nicht dafür;-)

      • UT sagt:

        Pantoufle

        Nee, Gott bewahre. Keine neue Wanne….. war nur zum Runterkühlen vom Fluchtwagen gedacht. “Dragonman” ist übrigens ausgewiesener Demokrat und hat eine Schwäche für deutsche Schäferhunde. Müsste so in Trumps Alter sein.

        Ja, Ja…..

  6. Siewurdengelesen sagt:

    Immerhin wurden die Sorgen und Nöte der Veranstaltungsbranche jetzt in einem m.E. realistischen Beitrag einmal gezeigt und darin auch kritisiert, dass die Pakete bisher amtlich nicht zielführend waren im Gegensatz zu den Geschenken an die Grössen der Wirtschaft.

    • Pantoufle sagt:

      Ich könnte heulen.

      Das was der Mutzke sagt, fasst das schon ganz gut zusammen.
      Ich denke an all die (Kollegen und Freunde).
      ich könnte heulen. Noch ne Zigarette und dann ab ins Bett.

  7. Fluchtwagenfahrer sagt:

    Moin Pantoufle,
    alles cool, ist auch schwierig nur mit ein paar Zeilen etwas zum Ausdruck zu bringen, ohne zu wissen wie jemand tickt.
    Was mich schon immer hier störte war:
    “Naturgemäß schärfen sich die Sinne dabei gegenüber denjenigen, denen es genau so geht – in einer Verdrehung der Verhältnisse, werden die einem im Dauerfeuer als warnendes Beispiel vorgesetzt; selbstredend ohne Unterstützung für diejenigen, »denen es auch nicht gut geht.Denken Sie mal an…

    Genau, orientieren Sie sich mal schön nach unten, “die armen Kinder in Afrika haben auch nix zu essen” so weiß man doch direkt wo sein Platz ist, bloß nicht nach oben schauen, bleib Du mal schön da wo Du bist und sei froh, sonst…….
    passend dazu:
    Sattheit enthält wie jede andere Kraft, immer auch ein bestimmtes Maß an Frechheit,und dies äußert sich vor allem darin, dass der Satte dem Hungrigen Lehren erteilt.
    Anton P. Tschechow
    Einer geht noch:
    “We are all in the gutter, but some of us are looking at the stars.“
    Wir sind alle in der Gosse, aber einige von uns schauen auf die Sterne.
    Oskar Wilde
    Zum Schluß mal ein stümperhafter Versuch von mir, einen Essay vom alten G. Orwell mittels deppl zu übersetzten, weil mein english ist Sch…..

    Nenne es ruhig eine Vorweihnachtsgeschichte, auch wenn ich mir wünschte wir beide wären dort (mit Familie natürlich)

    The Moon Under Water
    by G. Orwell
    25. Juni 1903 in Motihari, Bihar, Britisch-Indien als Eric Arthur Blair geboren;
    † 21. Januar 1950 in London

    Aus dem Evening Standard, 9 February 1946

    Meine Lieblingskneipe, der “Moon Under Water”, ist nur zwei Minuten von einer Bushaltestelle entfernt, befindet sich aber in einer Seitenstraße.

    Betrunkene und Rowdys scheinen dort nie ihren Weg hin zu finden, auch nicht an Samstagabenden.

    Der Kundenkreis ist zwar recht groß, besteht aber hauptsächlich aus Stammkunden, die jeden Abend den gleichen Stuhl besetzen und dort sowohl für Gespräche als auch für das Bier hingehen.

    Wenn man gefragt wird, warum man eine bestimmte Gaststätte bevorzugt, erscheint es natürlich, das Bier an die erste Stelle zu setzen, aber das, was mich am meisten an dem “Mond unter Wasser” anspricht, ist das, was die Menschen seine “Atmosphäre” nennen.

    Zunächst einmal ist die gesamte Architektur und Ausstattung kompromisslos viktorianisch. Es gibt keine glasüberdachten Tische oder andere moderne Misere, keine falschen Dachbalken, Winkel oder Kunststoffpaneele, die sich als Eiche verkleiden.

    Die gemaserten Holzarbeiten, die ornamentalen Spiegel hinter der Bar, die gusseisernen Kamine, die blumige Decke, die durch Tabakrauch dunkelgelb gefärbt ist, der ausgestopfte Stierkopf über dem Kaminsims, all das, hat das Solide, die bequeme Hässlichkeit des neunzehnten Jahrhunderts.

    Im Winter brennt grundsätzlich in mindestens zwei der Bars ein gutes Feuer im Kamin und die viktorianische Aufteilung des Platzes gibt einem genügend Spielraum.

    Es gibt eine öffentliche Bar, eine Salonbar, eine Damenbar, eine Flasche und einen Krug für diejenigen, die zu schüchtern sind, um sich ihr Abendbier öffentlich zu kaufen, und im Obergeschoss einen Speisesaal.

    Dartspiele werden nur in der Öffentlichkeit gespielt, so dass man in den anderen Bars herumlaufen kann, ohne sich ständig ducken zu müssen um nicht einen Pfeil abzubekommen.

    Im “Mond unter Wasser” ist es immer ruhig genug um zu reden. Das Haus besitzt weder ein Radio noch ein Klavier und auch an Heiligabend oder ähnlichen Gelegenheiten ist der Gesang, der stattfindet, von einer eher dekorativen Art.

    Die Bardamen kennen die meisten ihrer Kunden mit Namen und interessieren sich persönlich für jeden.

    Sie sind alle Frauen mittleren Alters – zwei von ihnen haben ihr Haar in ziemlich überraschenden Nuancen gefärbt – und sie nennen jeden “dear” unabhängig vom Alter oder Geschlecht.

    ( Kneipen, in denen die Bardame dich “Ducky” nennt, haben immer eine unangenehme raffinierte Atmosphäre.)

    Im Gegensatz zu den meisten Pubs verkauft “Moon Under Water” sowohl Tabak als auch Zigaretten, außerdem Aspirin und Briefmarken, und verpflichtet sich, dich das Telefon benutzen zu lassen.

    Sie können im “Moon Under Water” nicht zu Abend essen, aber es gibt immer einen Snacktresen, an dem Sie Leberwurst-Sandwiches bekommen können,

    Muscheln (eine Spezialität des Hauses), Käse, Gurken und die großen Kekse mit Kümmel darin, die es nur in Gaststätten zu geben scheint.

    Im Obergeschoss gibt es an sechs Tagen in der Woche, ein gutes, festes Mittagessen – zum Beispiel Fleisch, zwei Arten von Gemüse und ein Marmeladentörtchen für etwa drei Schillinge.

    Das besondere Vergnügen an diesem Mittagessen ist, dass man es mit einem kräftigen Bier “Guinness” (draught stout) bekommen kann. Ich glaube das höchstens 10 Prozent der Londoner Pubs einen kräftiges Bier (Guinness) haben, aber der “Mond unter Wasser” ist einer von ihnen. Es ist eine weiche, cremige Art von Starkbier, in einem Zinkkrug serviert.

    Eine Besonderheit ist die Auswahl an Trinkgefäßen im “Mond unter Wasser”, man macht zum Beispiel nie den Fehler, einen halben Liter Bier in einem grifflosen Glas zu servieren.

    Neben Glas und Zinnbechern gibt es auch einige dieser angenehmen erdbeerrosafarbenen Porzellane, die heute in London selten zu sehen sind.

    China-Krüge sind vor etwa 30 Jahren abgeschaft worden, weil die meisten Menschen ihr Getränk gerne aus transparenten Gläsern trinken, aber meiner Meinung nach schmeckt Bier außerhalb Chinas sowieso besser.

    Die größte Überraschung des “Mondes unter Wasser” ist sein Garten. Sie gehen durch einen schmalen Gang, der aus dem Salon führt, und befinden sich in einem ziemlich großen Garten mit Platanen, unter denen es kleine grüne Tische mit Eisenstühlen gibt.

    An einem Ende des Gartens befinden sich Schaukeln und eine Rutsche für die Kinder.

    An Sommerabenden gibt es Familienfeste und Sie sitzen je nach Lust und Laune unter den Platanen bei Bier oder Schankmost umgeben von Kindern die, die Rutsche hinunter rutschen.

    Die Kinderwagen sind in der Nähe des Tores geparkt. Neben den vielen Eigenschaften des “Mondes unter Wasser”, denke ich, dass der Garten das Beste ist, weil es ganzen Familien erlaubt, dorthin zu gehen, anstatt dass Mama zu Hause bleiben und sich um das Baby kümmern muss, während Papa alleine ausgeht.

    Und obwohl sie streng genommen nur im Garten erlaubt sind, neigen die Kinder dazu, in die Kneipe ein zusickern und sogar Getränke für ihre Eltern zu holen.

    Ich glaube, es ist gegen das Gesetz, aber es ist ein Gesetz, das es verdient, gebrochen zu werden, denn es ist der puritanische Unsinn, Kinder und bis zu einem gewissen Grad auch Frauen aus Kneipen auszuschließen. Damit sich diese Orte nicht in reine Saufgelage verwandeln können, sondern in Familienversammlungsstätten, die sie auch sein sollten.

    Der “Mond unter Wasser” ist mein Ideal, so wie ein Pub sein sollte – jedenfalls im Raum London. (Die Qualitäten, die man von einem Landpub erwartet, sind etwas andere.)

    Aber jetzt ist es an der Zeit, etwas zu enthüllen, was der anspruchsvolle und desillusionierte Leser wahrscheinlich schon erraten haben wird.

    Es gibt keinen Ort wie den “Mond unter Wasser”.

    Das heißt, es kann durchaus eine Kneipe dieses Namens geben, aber ich weiß nichts davon, noch kenne ich eine Kneipe mit genau dieser Kombination von Eigenschaften.

    Ich kenne Pubs, in denen das Bier gut ist, aber man kann keine Mahlzeiten bekommen, andere, in denen man Mahlzeiten bekommen kann, die aber laut und überfüllt sind, und andere, die ruhig sind, aber bei denen das Bier generell sauer ist. Was die Gärten betrifft, so fällen mir auf Anhieb nur drei Londoner Pubs ein, die sie besitzen.

    Aber, um fair zu sein, ich kenne ein paar Pubs, die fast an den “Mond unter Wasser” reichen. Ich habe oben zehn Qualitäten erwähnt, die der perfekte Pub haben sollte, und ich kenne einen Pub, der acht davon hat. Aber auch dort gibt es kein kräftiges Stout und keine Porzellantassen.

    Und wenn jemand von einer Kneipe weiß, die ein kräftiges “Guinness” hat, offenes Feuer, günstige Mahlzeiten, einem Garten, mütterlichen Bardamen und kein Radio, Ich würde mich freuen, davon zu hören, auch wenn sein Name so etwas prosaisches wie der Rote Löwe oder die (Eisenbahnwaffen) Eisenbahnstützen ist.

  8. daMax sagt:

    Moin pantoufle. Ich kann hier hat nichts sinnvolles oder aufmunterndes beitragen, nur das:

    https://www.youtube.com/watch?v=0lx6MiLDi4I

    Das hat mir gut gefallen. Schade nur, dass die Covidioten das nicht sehen werden…

  9. oblomow sagt:

    Vielleicht kann ja DANNY NEDELKO etwas aufmuntern.

  10. da]v[ax sagt:

    Eins noch: zum Glück sind die Janas aus Kassel wirklich nur eine – wenn auch sehr laute und nervige – Minderheit und es gibt ja durchaus auch Leute wie Rezo, die deutlich größere Reichweite haben und geistig gesund bleiben:

    https://youtu.be/eoxxh2qNZj4

  11. daMax sagt:

    Leider hat Jan Böhmermann gestern im Royale Magazin die wohl übelste Nummer überhaupt abgezogen und Jana ein eigenes Musical zusammengezimmert. Das ist Stefan-Raab-Niveau und damit ist Herr B. bei mir unten durch. Schade eigentlich, aber das war jetzt echt eins zu viel. Klar hat Jana den Bogen überspannt aber jetzt vor so einem großen Publikum lächerlich gemacht zu werden kann es in meinen Augen nicht sein.

    • DasKleineTeilchen sagt:

      pantoufle hat ja schon einiges dazu gesagt…

      Klar hat Jana den Bogen überspannt aber jetzt vor so einem großen Publikum lächerlich gemacht zu werden kann es in meinen Augen nicht sein

      wie pantoufle schon anmerkte; berühmt wollte se anscheinend schon werden und es mag für sie ne fiese nummer sein, aber ich hab da null mitleid. und wieso? weil jana-aus-kassel, nachdem sie heulend von der bühne abgezogen ist, nur minuten später die ich-bin-voll-das-opfer-“rede” dann nochmal, diesmal ohne unterbrechung und vollständig zum besten gegeben hat…inklusive ihrer dreisten mimimi-ich-bin-sophie scholl-sprüche…

      bei soviel ignoranz und anscheinend bewusster lernresistenz hat sie sich die böhmermann-nummer redlichst verdient. vielleicht brauchste ja so ne krasse ansage, damit sie mal in zukunft was schnallt. ob man für ihre scheisse überhaupt so viel zeit und energie verschwenden sollte, is nochmal ne andere frage.

      • DasKleineTeilchen sagt:

        edith/ ah, ich sehjagrade, daß du drüben bei dir ins gleiche horn stösst…vor grossem publikum lächerlich gemacht hat se sich doch eh selber. inwiefern hat böhmermann damit jetzt die übelste nummer überhaupt abgezogen und damit bei dir unten durch?

  12. Pantoufle sagt:

    Moin Max

    Klassischer Pantoufle-Aussetzer am Wochenende.
    Ich google kurz nach, Treffer… was haben sie denn da gemacht?

    Erster Eindruck: Whow! Liebe Kollegen, das ist aber eine blitzsaubere Orchesteraufnahme! Das muß man dann schon können. Wieviele Mikrophone? Schöne Staffelung, sauber getrennte Gruppen und nur der typische Musical-Gesang stört. Technisch sauber gesungen, immer zu junge, gequälte Stimmen und blöde Texte. Musical in D-Land eben. Weghören, ausblenden. Sehr schöner Einsatz des Orchester-Glockenspiels, Moment… die Streicher klingen dann doch sehr nach Konserve… USB-Soundcard anschließen, Kopfhörer – die richtige Anlage schmeiße ich dann doch nicht wegen dem Blödsinn an. Aus den Lautsprechern des Computers quellen ab dem 8 Takt ca. 3mal so viele Musiker wie Peoples auf der Bühne sitzen.
    Aber alles in allem – sauber gemacht! Klingt erst mal wie ein richtiges Orchester aus einer Busladung voller Psychopathen, lange nicht gehört und für eine Comedy-Sendung richtig toll. Macht richtig Spaß zu hören.

    Ach so, ja… muß ich das jetzt schlecht finden? Das ist erstmal nicht zusammengezimmert, sondern technisch ziemlich erstklassig. Echte Disney-Vibes! Ein typischer Rolf Lloyd Webber eben.

    Und die arme Jana? Die hat so richtig tief ins Klo gegriffen. Warum stellt man sich auf eine Bühne? Sie wollte berühmt werden und nun ist sie es. Bei irgendwelchen Suchen nach dem Superstar oder der Super-Nanny geht’s nicht anders zu.
    Andere machen es vor und sie (und viele andere) es nach. Michael Ballweg zum Beispiel. Der gäbe genug Stoff für eine germanische Helden-Oper her, da lacht der Richard Wagner. Das ist mittlerweile so schwachsinnig, was der aus seiner Website veröffentlicht, daß nicht einmal mehr der naivste Fanclub noch was von dem zitiert oder ihn verlinkt. Der macht den Mund auf und blamiert sich mit tödlicher Sicherheit.
    Das macht aber nichts! Dieses ganze Quer»denken« ist doch seit der ersten Minute ein weiteres Kapitel eines Reality-TV-Formats und folgt dieser inneren (Un)logik.

    »Reality-TV sei ein Produkt der »Kommerzialisierung und der Deregulierung der Mediensysteme« (Klaus 2006, S. 93), bei dem der »Tabubruch zum Programm« wird (Herrmann/Lünenborg 2001). Andere WissenschaftlerInnen (wie z. B. Annette Hill 2005 oder Lothar Mikos 2010) weisen darauf hin, dass die Diskurse des Reality-TV den Raum zur beständigen Neuverhandlung gesellschaftlicher Normen und Werte bieten, was auch eine Erklärung für den Erfolg des Genres insbesondere bei Heranwachsenden sein könnte«.
    Heike vom Orde

    Passiert bei Jana irgend etwas anderes?
    Und – ich wiederhole das, was ich in meinem Text bereits anmerkte: Wäre nicht dieser eine (1) Ordner aufgestanden und hätte Jana seinen Krempel vor die Füße geschmissen – kein Schwein hätte sich aufgeregt oder hätte sie von der Bühne gepfiffen. Wenn man so will, die schweigende Mehrheit. Und die schweigen auch, wenn »Ausländer raus« gerufen wird oder wie in Rostok-Lichtenhagen Brandsätze fliegen.
    Während ich das schreibe, demonstrieren 500 Leute in Kalkar gegen einen Parteitag der AFD und 1000 in Frankfurt (Oder) gegen das Masketragen.
    Das sind die Verhältnisse.

  13. M'bodo Shillner sagt:

    “Wenn der Mann als Ordner herumläuft, ist er Ordner und nicht vermeintlich”

    Satire? Wie naiv kann man sein?

    • Pantoufle sagt:

      Ja, ein wenig naiv sollte man schon ein, wenn man blogt. Also noch mal im Zusammenhang und ganzem Satz: Also wenn da ein Typ mit Weste und Ordnerbinde rumläuft und auch seine sogenannten Kollegen ihn offenbar zu kennen scheinen, ist das nach meiner Wahrnehmung ein Ordner. Spätestens dann, wenn Mr. Oberordner gleich mit der passenden Plastiktüte hinzukommt und Weste und Binde einsammelt. Und die ordnen ihn auch nicht weg, sondern hören ihn geduldig an, wenn er eine Kündigung erklärt. Nach meiner 40jährigen Erfahrung mit dieser Gattung sind das Ordner. Einer wie der andere. Sie riechen, benehmen sich und sehen aus wie Ordner.
      So naiv kann man sein.

  14. flatter sagt:

    Genau!!1! Das war der Bäcker. Der hat von langer Hand vorbereitet, dass sie sich zum Brot macht.

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