Inhalte überwinden

Das muß man ihm lassen: Konsequent ist er ja. Wenn jemand den Slogan der Partei »die PARTEI« »Inhalte überwinden« ernst genommen hat, so ist das Sebastian Kurz. Inhaltsleerer kann man einen Wahlkampf nicht führen.
Neu ist das für Sebastian Kurz allerdings nicht. Seit seiner Bestallung zum Bundesparteiobmann und seinem Diktat der Bedingungen für dieses Amt 2017 besteht das politisches Programm der ÖVP hauptsächlich aus seinem Vor – und Nachnamen. »Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei (ÖVP)«. Volkspartei par ordre du Mufti. Ein mögliches Vorbild nicht nur für die bundesdeutsche SPD.

Seine Wiederwahl vom Wochenende ist Angesichts seiner Aussagelosigkeit gewählte Politikmüdigkeit, weswegen die kommende Koalition eben auch vollkommen in den Sternen steht. Die FPÖ wäre nach dem Debakel der Wahl günstig und ohne allzu große Zugeständnisse zu haben – die Grünen werden Bedingungen stellen. Stellt sich für Kurz die Frage, was länger anhält: Die Erderwärmung oder die Sehnsucht nach einem Führer.
Hauptsache Kurz wird Kanzler.

Die Erde wird wärmer – wegen Greta. Soviel Schaum vor dem Mund ist mit regenerativer Energie gar nicht herstellbar.

»Es macht den Anschein, dass das Klima gar nicht mehr im Mittelpunkt steht – sondern eine alte Ideologie aus dem 19. Jahrhundert, genau: der Sozialismus, getarnt als Rettung vor dem Weltuntergang. Wir hatten das alles schon – und wir wissen, wie es ausgeht. Vor allem für die Umwelt.«
Sebastian Brinkmann, Basler Zeitung

»Wann schützt endlich jemand dieses Kind vor den Folgen des Theaters, das eine perfide PR-Maschinerie mit ihr aufgezogen hat? Wo soll das alles für das Mädchen enden? […]
Für manche gläubige Ideologen ist Klimaschutz ein Mittel, um das absolute Primat des Universalismus gegen die Verteidiger der Souveränität der Nationalstaaten durchzusetzen. […]
PS: Dies war meine letzte Kolumne in der WirtschaftsWoche. Ich bedanke mich bei allen Lesern für die Treue und vor allem für die vielen anregenden Leserbriefe.«
Ferdinant Knauß, Wirtschaftswoche

(Knauß kümmert sich vermutlich zukünftig mehr um seine Erzeugnisse beim rechtsradikalen Antaios-Verlag des Salon-Faschisten Götz Kubitschek).

Am 30. Mai 1431 wurde Jeanne d’Arc im Alter von 19 Jahren auf dem Marktplatz von Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt – die Älteren unter uns werden sich erinnern. Die anderen sammeln Holz, vorzugsweise auf Twitter und anderen Sammelstellen derjenigen, denen das Rückenmark als Gehirn ausreicht.
Beispiel: »Dieselmord im Ökowahn«. Jetzt ist es also schon Mord.

Und während die einen noch Schaum schlagen, tun die Anderen was. Als Vorreiter für den Abbau von überflüssigem CO2 – Ausstoß schließt der Reiseveranstalter Thomas Cook seine Pforten. Vor-bild-lich!

Die britische Regierung greift auf große Worte einer großen Tradition zurück: »Größte Rückholaktion in Friedenszeiten«. Vermutlich gemeint ist die Zeit seit dem zweiten Weltkrieg. Ob allerdings der Rückzug von Dünkirchen vom 26. Mai – 5. Juni 1940 als direkter Vergleich taugt? Es ging immerhin um ca. 300.000 größtenteils englische Mann, die dort am Strand der Nordsee herumlungerten. Ganz so viele sind es dann doch nicht auf Teneriffa, Mallorca oder Puerta Ventura. Knapp die Hälfte, wenn man den Zahlen vertrauen will. »Operation Matterhorn« gegenüber »Operation Dynamo«. Aber immerhin sind Friedenszeiten; wenigstens das stimmt soweit.

»Shapps bat zudem um Verständnis, dass auch die Hilfskräfte, die an der Rettung der gestrandeten Urlauber arbeiten, eine harte Zeit durchmachen müssten.«

Da bekommt das Wort »Rettung« eine leicht mackigen Ton, gemessen an den knapp 19.000 der seit 2014 im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlingen, deren Helfer ebenfalls eine harte Zeit durchmachen – wenn auch mit weniger positiver Presse. Na gut: Flüchtlinge und englische Urlauber haben nun rein gar nichts miteinander zu tun. Flüchtlinge können keine Reiseversicherung… ach, lassen wir das! Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!

»Unterdessen spielten sich in einem Hotel in Tunesien dramatische Szenen ab: Britische Urlauber wurden festgehalten, weil das Haus offenbar fürchtete, aufgrund der Pleite von Thomas Cook auf seinen Unkosten sitzen zu bleiben – stattdessen forderte man die Menschen auf, ausstehende Beträge persönlich zu begleichen.«

Wollen wir hoffen, solche Katastrophen nie wieder erleben zu müssen. Wenn die Startbahn des Flughafens erderwärmungsbedingt unter Wasser steht ,die Rettung nur noch via Segelboot möglich ist und das Haus fürchtet, aufgrund der Pleite der reichen Nationen auf seinen Unkosten sitzen zu bleiben.

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3 Antworten zu Inhalte überwinden

  1. HF sagt:

    Die Diesel-Dolchstoßlegende war zu erwarten.
    Volkwagen – Am Markte unbesiegt!

  2. gnaddrig sagt:

    Am 30. Mai 1431 wurde Jeanne d’Arc im Alter von 19 Jahren auf dem Marktplatz von Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt – die Älteren unter uns werden sich erinnern. Die anderen sammeln Holz, vorzugsweise auf Twitter und anderen Sammelstellen derjenigen, denen das Rückenmark als Gehirn ausreicht.

    Rückenmark als Gehirn – bildschön, merke ich mir.

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