Informier` dich doch mal

Zeiten der Pest – Lesezeit! Was soll man auch anderes machen? Arbeit gibt es keine, »Soforthilfe«, gleich in welcher Form, ebensowenig. In der taz steht es sehr gut beschrieben, mit welcher Mogelpackung die Landesregierungen hausieren gehen:

»Eingegangen seien inzwischen 17.000 (Corona)Anträge bei den fünf Bezirksregierungen, und diese seien dort der Reihenfolge nach geprüft worden. „Insgesamt konnten 6.300 Anträge geprüft und davon 3.000 Anträge bewilligt werden.“«

Überflüssig zu erwähnen, daß die »Töpfe« mittlerweile leer sind. Nach 3000 Anträgen von 17.000,das klingt nach »sorgfältig geplant«. Jeder Interessierte kann sich die »Förder«-Unterlagen herunterladen: Glücklich, wer von den Soloartisten 20 Tieflader auf dem Hof stehen hat, die nun vor sich hinrosten. Welcher Gaukler in der Fußgängerzone, wieviele Kabarettisten, Sänger, Maler und andere Kleinkünstler haben eine Miete für ein Gebäude und Personal-Kosten am Hals? Stellen wir fest: Die Klientel, der man vorgibt helfen zu wollen, gibt es so gar nicht. Und das wissen die Verantwortlichen ganz genau oder sie sind gotteserbärmlich dämlich.
Nebbich!

»Corona-Verschwörungen: Warum drehen so viele Promis durch?«
Der Bildblog verweist auf einen Artikel von Matthias Schwarzer und wundert sich. Die Schrottpresse nicht. Das fängt bei dem Begriff »Promi« an.Wer zum Teufel ist Atilla Hildemann, wer Detlev D! Soost (und welcher Schwachmat nennt sein Kind `Detlev D!`) ? Aus solchem Hause kann ja nur ein weiterer Idiot kommen.
Mal abgesehen davon: Daß man von dieser »Promi«-Kultur irgendwann einmal die Quittung bekommt, lag in der Luft. Wer vor laufenden Kameras wiederholt den Sänger einer Punk-Band über die Risiken eines Tokamaks befragt, muß sich nicht wundern, wenn dieser dauerbreite Sangeskünstler (nicht existierendes Beispiel!!!) irgendwann tatsächlich glaubt, mehr als nur die Idee einer Ahnung von der Neutralteilcheninjektion zu haben. Immerhin hat er gegenüber dem ARD schon seine Meinung zur Armutsbekämpfung und Erbauliches von Immunsuppression nach Nierentransplantationenen zum Besten gegeben. Man hat ihn mit einer atemlosen Fragerei vermittelt, daß seine Meinung irgend etwas zählt, egal, ob er Unterwäsche spazierenführt oder Liedlein trällert.
Und nun steht er da, hat Langeweile und wie üblich nichts zu erzählen. Kochbuch goes Virologie. Tochter 2 des Hauses hat unserem Hund ein Lied auf das Fell geschrieben, welches sie sehr anmutig zu singen weiß und das ausgezeichnet zum Thema passt:

Alle ham` nen Job, ich hab Langeweile,
Keiner hat mehr Bock auf Kläffen, Saufen, Feiern,
So ist das hier im Block, tagein, tagaus,
Halte meine Nase in die Luft und mach
Wuff, Wuff, Wuff!

Schöner kann man es nicht auf den Punkt bringen!
Soviel zum Thema Promis.

Man traut sich ja sowieso als Normalsterblicher kaum noch etwas zu sagen. Kaum ausgesprochen, schnappt das gleich jemand auf und verkauft es als Weisheit gegen irgend etwas. Ob irgendwo Kleinkinder in Bergwerken gehalten und anschließend zu einem Sirup verarbeitet werden, der gut gegen Falten ist oder der Schöpfer der lausigsten Software der Welt nun auf einmal als Hausierer in Sachen Impfungen unterwegs ist – die Grenzen der Logik nach unten sind bis auf weiteres ausgesetzt. Das mit den Sirupkindern habe ich tatsächlich eigenohrig gehört und etwas von »bei uns auf dem Lande wären die Chemtrails bis auf weiteres ausgesetzt worden, weil wir eh schon alle doof wären« gemurmelt. Leider habe ich von meiner »Theorie« nie wieder etwas gehört. Nur die Chemtrails: Die haben tatsächlich aufgehört!

Seitdem lese ich wieder viel mehr. Zum Beispiel das wunderbare Bändchen von Thomas William Körner »Mathematisches Denken. Vom Vergnügen am Umgang mit Zahlen«. 1996 erschienen bei Cambridge University Press unter dem Titel »the Pleasures of Counting«. Ein gar nicht genug zu empfehlendes Buch! Es geht zum einem großen Teil um den Einfluss von (englischen) Mathematikern auf die Kriegsführung der letzten beiden Weltkriege mit Hausaufgaben.
Wer unter meinen Lesern wollte nicht immer schon einmal die Codes der Enigma-Maschine auf einem Blatt Papier entschlüsseln? Sehr interessant sind auch die auflaufenden Probleme zwischen Wissenschaft und Militär des täglichen Lebens. Das kommt einem in Corona-Zeiten sattsam bekannt vor.
Bei Spectrum.de gibt es eine gute Beschreibung des Schinkens, der gebraucht bereits für unter 10€ zu bekommen ist. Nach der Lektüre von Tagesschau.de und diversen Twittereinträgen geradezu ein intellektueller Urlaub am Strand.

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1 Antwort zu Informier` dich doch mal

  1. DasKleineTeilchen sagt:

    wenn lebenslang verinnerlichte konditonierungen aufbrechen, kommt gar grauenhaftes zum vorschein…

    isso.

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