G.U.T.E.N M.O.R.G.E.N!

Oder auch nicht so gut – Kumpel daMax wirft das Handtuch, wenn vorerst auch nur auf den Beckenrand. Es macht keinen Spaß mehr, sagt er. Gegen die faschistisierung des Alltags kann man nicht gegenanbloggen, sagt er auch. Und außerdem machen die anderen Blogs ja auch dicht; warum also nicht auch er?

Das ist natürlich stark verkürzt, und seine Gründe, die Schreiberei wenigstens auszusetzen, werden jedem einleuchten, der ebenfalls ein Blog unterhält. Was soll man ernsthaft dagegen argumentieren? Er hat ja recht. Auch mag ich an dieser Stelle nicht die ganzen Gründe wiederholen und mich Punkt für Punkt an ihnen abarbeiten; wen es interessiert, lese es nach. Allein die Formulierung »…wen es interessiert«. Der von daMax beklagte Niedergang einer gewünschten Diskussionskultur ist eines der Dinge, den man allerdings immer im Zusammenhang mit den Zugriffszahlen sehen sollte. Ich glaube nicht, daß sich aus der Zahl der Kommentare direkt ein Leserinteresse ableiten läßt. Daher der Name: Leserinteresse. Kommentare sind sozusagen Boni.

Ein politisierenden Blog zu schreiben ist wahrlich kein Vergnügen. Allein die Zahl der Gegner ließe einen zur Flasche greifen und viele vermeintlichen Freunde machen es auch nicht unbedingt besser. Die netzweite Sucht nach sehr einfachen Erklärungsmustern und mundgemalter Dämlichkeit (»Honecker hätte es nicht besser hinbekommen!«) produziert planetenweit ein unerträgliches Klima – nicht nur auf Blogs, der Tagesschau oder bei Facebook und schon gar nicht ausschließlich in Deutschland. Daß man sich nun flächendeckend z.B. mit einem Ken Jebsen oder Lisa Fitz als angebliche Quelle für irgendetwas herumschlagen muß, ist indiskutabel. Wer glaubt, Nachrichten mit Informationswert auf »betreutes Denken Facebook« zu finden, mag dort ruhig weitersuchen – gut für die ernstzunehmenden Blogs, die so von solchen Lesern (und Kommentatoren) verschont bleiben.
»Gegenöffentlichkeit« im Netz? Wenn ich sowas suche, gehen ich vor die Tür! Vom rechtsradikalen Russen bis zum marxistischem Elektriker-Meister: Alles und in dreifacher Ausführung vorhanden.

»Vor 9 Jahren hatte ich noch das Gefühl, mit meinem Blog vielleicht ein paar Leuten die Augen öffnen zu können, aber dieses Gefühl ist bleiernen Müdigkeit gewichen.«

Ach, Max: Einigen wenigen ist es vielleicht vergönnt, den Lauf der Geschichte ein wenig geschubst zu haben, aber die fallen nicht einmal in der Statistik auf. Und wenn überhaupt, dann posthum. »Kaliumnitrat, Holzkohle und Schwefel. Sorgfältig mischen und zum trocknen auf den Ofen stellen … Wir brauchen einen neuen Timmy!« Das ist kein seriöser Grund, ein Blog zu unterhalten. Man muß die Ziele realistischerweise tiefer ansiedeln.
Es gibt keinen alten Weisen mehr, der weiß, wie die Dinge laufen. Die neuen Alten fragen nicht einmal mehr, wie der Fahrkartenautomat funktioniert und bleiben lieber zu Hause. Die Halbwertszeit des sozialen Wissens vermindert sich so rasch, daß wir mit der Aktualisierung vollkommen ausgelastet sind – dadurch wird Erfahrung entwertet, denn sie ist auf jeden Fall eines: Alt! Das ist die Crux, wenn man versucht, Erfahrungen zu vermitteln. Spitzenmanager gehen für Wochen in ein tibetisches Kloster – nicht, um ihr Leben neu auszurichten, sondern um anschließend noch erfolgreicher in ihrem Job zu sein. Gegen solchen Aberwitz schreibst weder Du noch sonst irgend jemand an. Das ist doch tröstlich, oder?

Man frage nicht

Man frage nicht, was all die Zeit ich machte.
Ich bleibe stumm;
und sage nicht warum.
Und Stille gibt es, da die Erde krachte.
Kein Wort das traf;
Man spricht nur aus dem Schlaf.
Und träumt von einer Sonne, welche lachte.
Es geht vorbei;
nachher war’s einerlei.
Das Wort entschlief, als jene Welt erwachte.

Karl Kraus, Prag, Oktober. 1933

Ach Max II: Sieh mal – wir bloggen ja nicht nur gegen etwas an (wenn wir nicht gerade sterben), sondern amüsieren uns auch nebenbei. Es gibt doch immer wieder schreiend komische Dinge. Zum Beispiel, wenn Israel (das auf jede UN-Resolution in der Vergangenheit geschissen hat), den UN-Sicherheitsrat anruft. Oder das Gerücht, die Jusos werden von Putin© bezahlt. Oder daß Cem Özdemir in einem münchener Hotel Polizeischutz braucht, weil dort eine türkische Delegation einquartiert ist. Frühstück ans Bett statt Buffet. Das Spektakel um Spectre und Meltdown wartet auch noch auf eine gute Pointe.
Das sollen wir uns alles entgehen lassen?

Überleg Dir das noch mal.

 

P.S. Ach, da schau her: 7 Jahre Schrottpresse sagen sie gerade. Na, da gratuliere ich mir aber!

Dieser Beitrag wurde unter der Untergang abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

25 Kommentare zu G.U.T.E.N M.O.R.G.E.N!

  1. Ruby sagt:

    Gäbe es eure Blogs nicht, hätte ich niemals in den letzten 15 Jahren so viel neues Wissen anhäufen können und es weiter in mein Umfeld tragen können. Ich glaube, dass ihr euren Einfluss gewaltig unterschätzt. Nur weil ihr nicht unmittelbar bemerkt, was ihr mit eurer Schreiberei bewirkt, heißt das noch lange nicht, dass es nicht so ist. Ihr klärt auf, gebt Denkanstöße und das ist doch eine gewaltige Leistung. Dass sich aber die Kommentare in Grenzen halten, hat oft damit zu tun, wie mit den Kommentatoren umgegangen wird. Ich habe mich da auch schon lange zurück gezogen, weil ich nun mal selbst nichts Neues beizutragen habe, euch nur zustimmen kann und so wird es vielen stillen Mitlesern hier gehen.
    Also, bleibt geschmeidig und macht weiter so. Ihr werdet gelesen und es wird weiter getragen und ich persönlich danke euch dafür.
    Liebe Grüße Ruby

    • Pantoufle sagt:

      Moin Ruby

      Danke für die freundlichen Worte. Genau das ist es ja, was ich vermute und hoffe, daß man uns trotzdem liest, den Doctor, Flatter, daMax und wie sie alle heißen. Charlie hat es ja leider gerade dahingerafft, aber ich hoffe, daß jeder von uns eine kleine Facette des anständigen Teil der Menschheit verkörpert – oder es versucht. Daß wir gelesen werden, dafür gibt es diese digitalen Indikatoren, daß etwas davon weitergereicht wird: Dafür gibt es wenigstens bei mir den Indikator Hoffnung. Gibt man das öffentliche Schreiben auf, stirbt also auch davon ein kleines Molekül.

      »Redaktion und Verlag der ,Weltbühne’ versichern den Lesern, daß sie und ihr Rechtsbeistand Kurt Rosenfeld alles tun werden, was im Rahmen des ihnen heute noch Möglichen liegt, um Carl von Ossietzky die Freiheit wiederzuverschaffen. Eine Reihe von Gründen, vor allem technischer Natur, machen es uns diesmal nicht möglich. wie üblich sofort zu dem Wahl-Ergebnis Stellung nehmen. Welche Bedeutung ist diesen Wahlen
      beizumessen? Mit ihnen wird die erste Periode in der Geschichte, der Deutschen Republik abgeschlossen, mit ihnen beginnt ein neuer Abschnitt dieser’ Geschichte. Wir dürfen wohl in diesem Augenblick feststellen, daß wir immer unsre ‘warnende Stimme erhoben, daß wir uns nicht gescheut haben, den Ruf ewiger Querulanten auf uns zu nehmen, denen nichts recht zu machen ist. So schmerzlich die Konstatierung auch ist: unsre Kritik, unsre Warnungen waren mehr als berechtigt. Trotzdem: es wird weitergearbeitet, denn der Geist setzt sich doch durch.«

      Weltbühne, nicht mehr erschienene Ausgabe 1933

      Soweit sind wir noch lange nicht, aber damit wir so etwas nie wieder lesen müssen.

  2. Publicviewer sagt:

    Es gibt halt keine Linie mehr im Aufbegehren von linken Gruppen falls es solche überhaupt noch gibt.
    Im Gegenteil, unter dem Vorwand, gegen Sexismus und Rassismus zu kämpfen, übermalen sie Gedichte, lassen Bilder aus Museen verschwinden, retuschieren Filme, boykottieren Konzerte. Erfüllt von dem Gedanken, dass eine Kombination von subjektiver Betroffenheit und politisch korrekter Gesinnung alles erlaubt, setzen sie zu Säuberungsaktionen an, die die Welt von allen ästhetischen Zweideutigkeiten, Provokationen, Verstörungen und Asymmetrien des Begehrens befreien sollen.
    Und das soll “links” sein????
    Das ist für mich das allerschlimmste.

    • Pantoufle sagt:

      Moin Publicviewer

      Um irgend eine »Linke« geht es eigentlich schon lange nicht mehr. Mir persönlich ist vollkommen gleichgültig, wer aufsteht und dagegen angeht, wenn hierzulande Flüchtlingswohnheime angezündet oder Menschen auf offener Straße angegriffen werden. Den Luxus, nach der politischer Einstellung der Anständigen zu fragen, haben wir seit Jahren nicht mehr – wenn man ihn überhaupt jemals hatte.

  3. Christian Brock sagt:

    Ich möchte Herrn Ruby hier zustimmen. Ich erinnere mich das Sie hier einmal Kommentatoren hatten, die Ihren Block auch zu einem Gewinn gemacht haben. Die Duelle von Ihnen mit Herrn Jefferson waren ein Beispiel dafür, dass Kommentatoren und Blogbetreiber nicht nur politischen Kurzweil und Rechthaberei treiben, sondern Blogs zu einem durchaus kultivierten Gewinn gemacht haben. Besser, wenn eben auch selten, gehts eigentlich garnicht.

  4. GrooveX sagt:

    ha no, so ischs no ao wiadr. ‘s mäxle isch halt ä bissle gfruschdet, woisch. des derf’r doch, gell. ond no gibts ja ao no die midleif griese, do kohsch nix mache, des musch aushalde, abbr so ebbes von… gell… des hedd mier ao bassiere kenne.

    panx not dead, echt?

    + glückwunsch!

    • Pantoufle sagt:

      Danke! Mein Interpreter, den ich schnell als kurzes, aber extrem unsicheres Java-Script gehackt hatte, verzweifelte an »midleif griese«. Alternative Grammatik kann so etwas entlarvendes haben.

  5. flurdab sagt:

    Vielleicht ist das ja auch nur der Hammer, der den Marathonläufer nach ca. der Hälfte der Strecke trifft. Danach soll angeblich das Runners High kommen.
    Sisyphos soll ja angeblich auch ein glücklicher Mann gewesen sein, habe ich letztens irgendwo gelesen.

    • Pantoufle sagt:

      Das ist meine stille Hoffnung.

      Edith:
      Ich habe da so meine Zweifel mit dem glücklichen Sysiphos. Entweder missverstand er das als kostenloses Fitnessstudio oder er war ausgesprochen blöd.

      • flurdab sagt:

        Auch wenn ich jetzt wirklich nicht mehr weis wo ich das gelesen habe, denke ich doch dass die Botschaft des Autors sich an den blöden Menschen richtete.
        Da wird die griechische Sage neoliberal umgedeutet.
        Du weist “Arbeit, die haben Arbeit, keine Maßnahme, Arbeit”, schrie Nahles mir vor einigen Tagen aus der Leere des Raums entgegen.
        Denn wer braucht schon Geld, Privatleben, Freunde, Hobbys wenn er doch Arbeit hat.
        Es ist die Entkopplung von “Arbeit” und “Verdienst”.

        Da Max Frustration ist anlässlich solcher Figuren mehr als verständlich.

        Grüße

        • flurdab sagt:

          Uhps, ich habe in meiner Aufzählung die Familieeee unbewusst ausgelassen.
          Da scheint die Schere im Kopf bereits erfolgreich implementiert zu sein.
          Familieeeee klingt ja auch schon so derb völkisch.
          “Erst wenn alle Worte verboten oder umgedeutet sind, werdet ihr merken das Sprach nutzlos wurde”.

          Ich wollte auch mal Pathos missbrauchen, Entschuldigung.

          Grüße

  6. britt heymann sagt:

    Ich schließe mich Ruby an. Mein Lebensgefährte und ich lesen dich seit Jahren und ohne Leute wie dich , daMax u.a. würde man über so manches weniger reflektieren. Auch meine Tochter, Jahrgang ’91 liest dich wenigstens gelegentlich ( was ich als tröstlich empfinde ) Also ihr werdet gelesen, auch wenn man nicht immer seinen Senf dazu gibt und hört nur nicht auf damit.

  7. britt heymann sagt:

    Jo, das Gedicht am Dienstag weiß ich sehr zu schätzen und sollte unbedingt dazugehören.

    Ja, wenn es daMax nicht mehr gäbe, wäre das echt ein Verlust. Ich kann seine Gründe teilweise nachvollziehen, denke jedoch ,das man ein Blog auch für sich selbst betreiben muss, sonst geht der Idealismus irgendwann den Bach runter. Ich denke, dass es nicht darauf ankommt, die Welt verändern zu wollen. ( oder zu müssen )ich bin zwar kein Blogger, schreibe jedoch archaisch auf Papier Tagebuch, Geschichten und Gedichte, die nie jemand lesen wird,aber es hilft mir über Dinge nachzudenken und zu reflektieren, mich “frei zuschreiben” nenne ich es. Ich denke,das ist beim Bloggen ähnlich, oder? Wenn es dann noch einen Informationsgehalt für einige Wenige hat….na umso besser.
    Wäre jedenfalls schön, wenn sich das Max nicht verabschieden würde.

    • Pantoufle sagt:

      »…daß es nicht darauf ankommt, die Welt verändern zu wollen.«
      Eben!
      Und ziemlich genau das ist es nämlich: Egal, ob mit Papier und Bleistift oder WordPress; es ist eine Art Tagebuch, das man durchaus so führen kann, daß auch andere mitlesen dürfen. Ich hab mir ja selber mal eine Zwangspause verordnet und dabei festgestellt, daß mir dabei etwas gefehlt hat. Es war eben kein Gewinn, sondern ein Verlusst. Eine Feststellung, die ich mir natürlich auch für Max wünsche.

      • flurdab sagt:

        Der Kommentar von britt heymann wirft eine interessante Frage auf.
        Was beabsichtigt ein Blogger, was erwartet er und wie kann er sein Tun so gestalten, dass er nicht verbrennt?
        Hier beim “Fachblatt für Ackerschlepper, Kleinbildzucht und Damen- Moden” können wir ja ein wirklich gelungenes Konzept bewundern.
        Diversität der Themen!
        So wird es nicht langweilig, jede Menge Themenspielraum, und Übermorgen einen Überraschungsbericht über die Möhrenernte 2018.
        Wenn man nur politisch bloggen möchte, ist man nach vielleicht drei Jahren am Ende.
        Politiker sind korrupt und blöde, das ist aber mittlerweile eine Massenmeinung, quasi eine Wahrheit. Leider kommt da ja kein neuer Impuls und deswegen wird es zur quälenden Nabelschau. Der Autor hat die Meinung und seine Leser teilen diese.
        Wenn alle dieselbe Meinung haben stirbt die Kommunikation. Da fehlt die Rückkopplung an das “Outen- Net”, also der Schritt in die reale Welt.
        Oder man erinnere sich an den Kiezneurotiker, tolle Texte, ein echter Hype. Am Ende hat ihn, so meine Vermutung, sein Erfolg aufgefressen.
        Er ist in eine Steigerungsspirale eingestiegen, die sich irgendwann so schnell gedreht hat, dass er nicht mehr liefern konnte. Tragisch.
        Also wie gestaltet man einen Blog?
        Ohne auf Applaus zu hoffen, langfristig, mit welcher Zielsetzung?
        Ich persönlich bin da völlig raus, mein Leben ist nicht interessant genug um zwei Texte die Woche zu liefern.
        Außerdem mache ich ja gerade auf Youtube einen Livestyle- Kanal auf, für Männer über 50zig.
        “Was muss ich trinken um am nächsten Morgen “Smokeeyes” zu haben”.

        “Drum prüfe wer sich Ewig bindet, ob er nicht etwas besseres findet”
        Pirats of the Caribian Teil 18.

        Grüße

        • Pantoufle sagt:

          »Diversität der Themen«

          Ja, das ist wirklich enorm wichtig. In jeder Beziehung, weil alles andere schnell Gefahr läuft, einen Sektencharakter zu entfalten. Das ist nicht nur für die Leser ermüdend, sondern auch für denjenigen, der die Predigt schreibt.

          • flurdab sagt:

            Das ist ja das schöne an deinem “Fachblatt”, man weiß nie was sich hinter der Schlagzeile versteckt. Ich finde die Berichte über dein Erwerbsleben immer wieder erfrischend.
            Das macht es spannend.
            Also Blog als Tagebuch oder als Agiprop?
            Ich finde die Form als Tagebuch viel authentischer.
            Ansonsten: “Willst Du was gelten, mach dich rar und komme selten”

            Liebe Grüße

  8. Fluchtwagenfaher sagt:

    Moin Pantoufle,
    nun ja nachdem ich ca. 30 J. im Koma lag, beruflich und Restfamiliär bedingt, warst du, durch einen dummen Zufall, mein erster(s?) Blog im schönen www. Auch der Charlie, der DMax, der Feynsinnige, der Rose Stefan und viele mehr kamen dazu. Selbst die NDS ließ ich nicht aus.
    Ich bin froh das es euch (dich) gibt, ihr regt zum Nachdenken an, es gibt weitere Leseempfehlungen, man ist nicht mehr alleine mit dem Gefühl, dem Wissen, das die sog. menschl. Evolution, die Gesellschaft sich auf einem Irrweg befindet.
    Du hast recht wenn du sagst das es egal ist welches Etikett dran hängt, nur Anstand müssen sie besitzen. Zumal die Etiketten meist von anderen Etikettierern dran geklebt werden. Meine Befürchtung ist allerdings das die KI unterstützte Anstands Äpp noch ein wenig auf sich warten lassen wird. Wenn das Wort an sich nicht in der nächsten Duden Reform getilgt wird. Derzeit ist es in der Duden Onlineversion schon sehr mmmhm, kontrovers dargestellt. Vielleicht sollten wir auch wieder “Gerecht” werden, um nur mal einen chronologischen Brückenschlag zum Querulantentum zu bilden. Ansonsten bleibe ich erstmals sitzen, lese hier, Handtuch über der Schulter, Bubblefish im Ohr und warte ab wer/was kommt.

    • Pantoufle sagt:

      Die »sog. menschliche Evolution« ist vielleicht etwas, was wir seit Schulbuch als etwas lineares, logisch-fortschrittliches wahrnehmen. Diese Annahme ist bei genauer Betrachtung zwar nirgendwo belegt, was unser Bild davon aber offenbar nicht beeinflußt hat. Man sollte sich eventuell abgewöhnen, darin per se etwas positives zu sehen.

      • Pentimento sagt:

        Pantoufle,wie schön, daß Du wieder da bist! Du wirst besonders gern gelesen, J.A!, auch und gerade das Gedicht am Dienstag! Und das nicht, wegen irgendeiner Erwartung, daß sich etwas verändern läßt, sondern weil man sich nicht so allein fühlen muß mit seinen Gedanken, denn man weiß, daß es irgendwo da draussen Menschen gibt, die grundsätzlich gleichen Sinnes sind, so daß einem das Leben etwas weniger schwierig und absurd erscheint, denn geteilte Gedanken sind doppelte Gedanken. Und was die Evolution betrifft, bin ich völlig Deiner Meinung, vielleicht befinden wir uns gerade in der Kurve. Liebe Grüße.

        • Pantoufle sagt:

          Danke! Das ist gut zu wissen. In den letzten Tagen war ich ein wenig eingespannt – ein Lehrgang und siehe »kein Gedicht am Dienstag«, weshalb es hier ein wenig ruhiger zuging.

  9. Siewurdengelesen sagt:

    Verstehen kann ich Max auch.

    Alleine wenn man in der morgendlichen Zeitungslektüre an die Backe geknallt bekommt, dass eine “Sicherheitskonferenz” dazu dient, mehr Geld für Rüstung zu verschwenden, Frieden und Sicherheit mit noch mehr Waffen zu bewahren und Kriege in Zukunft auch im europäischen Alleingang ohne die USA durchzuführen, kann man fast nur noch resignieren.
    Das sind letztlich alles nur noch Eskalationsstufen innerhalb von Zeiträumen auf der politischen Agenda-Skala, die nur immer noch irrer werden und die Resonanz ist praktisch null ausser in solchen Räumen wie hier innerhalb bestimmter Blogs und Seiten.

    Dieses ganze Gefeiere um SPD, GroKo ja/nein/vielleicht, keine Regierung/Minderheitsregierung und hassunichgesehn ist doch auch nur Nebel ohne Grund und Ende. Beschlüsse werden trotzdem fleissig weiter gefasst und die sind selbst “ohne Regierung” in letzter Zeit meist nur Scheisse. Da gibt´s dann die übliche Berieselung mit Werbung/Yücel und kostenlosem Nahverkehr und die ganzen anderen Nullinhalte der neoliberalen Ritalin-Medien, für den Rest bombardiert man die Bürger mit Suggestivängsten.

    Stattdessen ist es wie in “Let´s get United” von Slime und da nehme ich mich nicht mal aus, wir diskutieren uns wegen Pillepalle wund und inzwischen ist das Thema längst durch.

    Es ist dann kein Wunder, das Blogger wie Max das Gefühl haben, das Megaphon in´s Vakuum zu richten und die Schnauze voll haben.

    Ob sich dabei der Weg in einen neuen Faschismus/Rechtsextremismus aufhalten lässt oder ob eine mehr oder weniger rechte Diktatur ein nahezu unvermeidliches Ende dieses Wirtschaftssystem ist – ich weiss es nicht, aber es hat fast den Anschein, dass es so ist und sich auf vernünftiger Basis nicht ändern lässt.

    Wünschenswert ist es bei Max allemal, dass es sich nur um eine schöpferische Pause handelt und nicht um den Schluss.

  10. Pingback: Kleinigkeiten – Fädenrisse

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.