Es ist verboten

Ich erwähnte es bereits einmal: Zu meinen Hobbys gehört die Portraitphotographie. Zielen, schießen, abhauen. Diese an sich harmlose Beschäftigung bekommt nun eine ziemlich sportliche Note in Form der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) 1, die am 25.5. 2018 in Kraft trifft.

»Schließlich drohen verantwortlichen Fotografen empfindliche Bußgelder, die gemäß Art. 83 DSGVO  „wirksam, verhältnismäßig und abschreckend“ sein sollen. Im vorliegenden Fall der unrechtmäßigen Datenerhebung durch Anfertigung von personenbezogenen Aufnahmen drohen damit Geldbußen von bis zu 20 Millionen € oder im Falle eines Unternehmens von bis zu 4 % seines gesamten weltweit erzielten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahres, je nachdem, welcher der Beträge höher ist.«

Das droht in dem Falle, daß der Photographierte sein »Recht am eigenen Bild« juristisch durchsetzen will. Egal, was das Gesicht wert ist.
Um das Ding, über das ich mich gerade aufrege, kurz zu beschreiben: Es ist in Zukunft verboten, Bilder zu knipsen, auf denen Menschen – und sei es auch nur als zierendes Beiwerk – erkennbar sind. Ausnahmen sind Presse, Polizei oder Photographen, die von den Geknipsten Geld dafür bekommen. Die sollten allerdings die Quittungen gut aufheben. Ausnahme sind Leichen, die aber schon ziemlich tot sein müssen.
Sport-, freie Konzert-, Hochzeitsfotographen und Street Photography haben ein praktisch unüberwindliches Problem. Die digitale Speicherung personenbezogener Bilder ist grundsätzlich verboten (was an sich schon ein ziemlich groteskes Beispiel für Maschinenstürmerei ist).

Kommen wir zu den Ausnahmen: Analogphotographie ist außen vor. Gute Entscheidung! Tote wie gesagt auch. Also bei schweren Unfällen am Wegesrand draufhalten was das Zeug hält. Ebenso unberührt können die bekannten Twitterer oder Facebooker ihre Timeline natürlich weiterhin mit massakrierten Negerkindlein aus Kriegsgebieten pflastern. BILD darf selbstverständlich weiterhin selbstgebastelte Fahndungsaufrufe an die Bürgerwehren verfassen (Presse!) und auch Selfie-Nacktbilder pubertierender Internatsschülerinen, um den Pädophilen unter uns einen schönen Feierabend zu bereiten, bleiben straffrei, wenn sie denn nur aus Lust an der Freude selbst gepostet werden.

Alles in allem also eine Katastrophe der besonderen Art – made in Germany. Das wird sicher auch nicht so bleiben – kann es gar nicht, weil die entsprechenden Lobby-Gruppen von diesem Blödsinn schlicht überrascht wurden. Die melden sich mit Sicherheit noch!

»In Art. 85 Abs. 2 DSGVO findet sich eine Pflicht, Abweichungen und Ausnahmen zur DSGVO zur Gewährleistung der Freiheit der Meinungsäußerung zu journalistischen, wissenschaftlichen, künstlerischen oder literarischen Zwecken zu schaffen.«

Sie trauen der Friedhofsruhe ja selber nicht, die sie verbreiten.

Mein kindlicher Berufswunsch des Germanisten und Archäologen hat in sofern Spuren hinterlassen, als daß ich mir die Welt und ihre Kulturen immer als das vorstelle, was sie hinterlassen, wenn sie dann endlich untergegangen sind. Die digitale »Revolution« sorgt ja jetzt bereits dafür, daß schriftliche Zeugnisse eher Mangelware sein werden. Unleserliche Dateiformate von Betriebssystemen aus dem Museum sind bereits jetzt ein Problem. Revolverblätter und pubertierende Tagebücher werden kaum ein adäquater Ersatz dafür sein. Viel Vertrauen habe ich in digitale Bildformate nie gehabt – daß man sie jetzt für den Privatgebrauch faktisch verbietet, sollte mich eigentlich erfreuen.
Aber bei Lichte betrachtet ist es natürlich etwas ganz anderes. Es ist ein weiter Schritt zur Institutionalisierung von Daten. Eine bösartige Fußnote zum Skandal-Facebook. Facebook braucht keine Photos – so wenig wie Shell, Aldi, Kaufhof und jedes popelige Gemeindebüro, das sich ein lukratives Geschäft daraus macht, ihre Erhebungen an Interessierte zu verscherbeln.
Also erst mal bei den wahren Verursachern des Datenmissbrauchs beginnen: Dem Gartenverein beim Jahrestreffen und der Kirchengemeinde bei der Eröffnung des Kindergartens.

Das Gesetz über das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie, kurz KUG, gibt es seit dem 9. Januar 1907. Es hat sich alles in allem bewährt und ist ein bewährtes Rechtsgut. Dieses schöne Stück Gußeisen hat man durch etwas aus bröseligem Plastik ersetzt, schön bunt mit einem Knopf, mit dem man auch Photos machen kann, das quiekt, wenn man draufdrückt.

Herzlichen Glückwunsch, Gnädigste: Es ist ein Wechselbalg!

 

1 Tipps für Photographen

Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie

Das Ende der freien Veröffentlichung von Personenbildnissen

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38 Kommentare zu Es ist verboten

  1. Der Duderich sagt:

    Kafka hätte sich selbst in einem LSD-Rausch nicht so ein Gesetzmonstrum herbeiphantasieren können.

    Ist aber nicht “made in Germany” sondern eine EU-Verordnung.
    Diese Korinthe musste ich noch kacken. 😉

  2. pentimento sagt:

    Ach Pantoufle, wie ist das traurig!

    Dorothea Lange, Cartier-Bresson, Steichen, Stieglitz, Capa u.v.a. hätte es nie gegeben, und die Welt wäre um so vieles ärmer. Mußt Du jetzt die sommerlichen Porträts Deiner Kinder in der Schrottpresse löschen? Werden wir jetzt überall nur noch schwarze Balken oder Nature Mortes sehen? Sitzen da jetzt lauter seelenlose Automaten an den wichtigen Stellen, welche die Macht haben, die Schönheit aus unserem Leben verbannen?

    @Duderich, ich hab den Eindruck, daß Kafkas Alpträume längst wahr gworden sind. Man könnte meinen, es gäbe ein ganz besonderes Beamten-Gen, das tief in der deutschen Seele verankert ist, und diese von innen her auffrißt. Das ist es, was Kafka erlitten, gefühlt und beschrieben hat. Das gibt es überall, klar, aber hier scheint der Boden dafür besonders fruchtbar zu sein.

    • Pantoufle sagt:

      Moin pentimento

      »Veröffentlichungen, die vor dem 25. Mai 2018 nach den bis dahin geltenden Gesetzen rechtskonform vorgenommen wurden, müssen nicht nachträglich durch neue Einwilligungen entsprechend der DSGVO legitimiert werden.«
      Zumal meine Menschenbilder zum großen Teil Analogphotos sind. Was den dreckigen Rest betrifft: Ich habe nicht vor, mich an dieses Verbot zu halten.

      • gnaddrig sagt:

        Absurd ist ja auch, dass – wenn ich das richtig verstehe – schon das Knipsen ohne ausdrückliche Einwilligung aller Abgebildeten illegal ist, nicht erst die Veröffentlichung. Schon das Anfertigen (und private Bearbeiten) der Aufnahme ist ja Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten.

        Wenn das unverändert in Kraft tritt, eröffnet sich damit eine ganz neue Betätigungsmöglichkeit für Abmahner. Einfach nach Einschulungen, Sportveranstaltungen usw. allen Teilnehmern, die mit einer Digitalkamera gesehen wurden und deren Namen man ermitteln konnte, eine Abmahnung schicken. Die werden alle Fotos im Kasten haben, wo Personen drauf zu sehen sind, von denen sie keine DSGVO-konforme Einwilligung haben.

        • pentimento sagt:

          Gegen das neue Bayerische Polizeigesetz (PAG) sind in Regensburg und anderswo erstaunlich viele Menschen auf die Strasse gegangen. Vielleicht ist es doch nicht so traurig um “Die Kraft der Strasse” bestellt, wie man meinen könnte. Vielleicht muß es erst so richtig dick kommen. Klagen beim Bundesgerichtshof gibt es auch schon.

          Ob da eine Demo gegen das Auslöserverbot helfen würde?

  3. DasKleineTeilchen sagt:

    wait, WHAT?!? soll das ne arbeitsbeschaffungsmassnahme für deutsche juristen werden (“Der Bundesgesetzgeber hat mittlerweile sogar öffentlich angekündigt, bewusst untätig zu bleiben. Man vertraue auf die Rechtsprechung.”)? die abmahnbranche bringt wohl nicht mehr genug schotter? wie soll das gehen? mit milliarden von selfis mit leuten im hintergrund?

    echt nicht mehr alle am sender…

    • Pantoufle sagt:

      Moin, kleine Teilchen

      Das Zitat bringt es gut auf den Punkt. Genau genommen handelt es sich nicht um ein Gesetz, sondern um eine Gesetzeslücke. Als Abmahnanwalt würde ich mich im Sommer einfach vors Brandenburger Tor stellen, wenn die autistischen Touristen die Welt durch ihr iPhone betrachten. »Alle verhaften!« »Sie da, Sie, und Sie auch – alle mitkommen zur Speichermedienkontrolle!«

      • Siewurdengelesen sagt:

        “Als Abmahnanwalt würde ich mich im Sommer einfach vors Brandenburger Tor stellen, wenn die autistischen Touristen die Welt durch ihr iPhone betrachten. »Alle verhaften!« »Sie da, Sie, und Sie auch – alle mitkommen zur Speichermedienkontrolle!«”

        Der kann ja mit seiner Multimedia-Zentrale sicherheitshalber ebenfalls ein Foto davon machen…;-)

    • morgi sagt:

      Das ist ja nur die Spitze des Eisberges. Bei strikter Anwendung der DSGVO ist jede Verwendung “personenbezogener Daten” illegal. Das gilt dann logischerweise nicht nur für Fotografien, sondern auch für die Erwähnung des Namens einer Person (z.B. Politiker, Schauspieler etc.) in Blogs.

      Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, können wir zumachen.

  4. HF sagt:

    Ab jetzt nur noch Selfies!
    Oder noch besser: Ganz darauf verzichten, das Ebenbild Gottes abzubilden.

    • Pantoufle sagt:

      Moin HF

      Selfies sind auch nicht ohne: Der grinsende Klopskopf neben Dir sollte schon die 7seitige Einverständniserklärung mit Widerrufsklausel unterschrieben haben. Und achte darauf, wer sich zufällig im Hintergrund herumtreibt! Die zählen nämlich auch!

      • gnaddrig sagt:

        Außerdem musst Du dann Protokoll führen, was Du wann mit den Bildern angestellt hast. Nach der DSGVO bist Du nämlich verpflichtet, den Betroffenen auf Anfrage kostenlos mitzuteilen, welche Daten Du von ihnen erhoben und wann wie wo verarbeitet hast.

        Eigentlich müssten die Islamisierungsverhinderer doch jetzt laut quieken – die DSGVO läuft ja praktisch auf ein Verbot hinaus, Menschen abzubilden. Dass könnte man mit etwas bösem Willen als großen Islamisierungsschritt auffassen…

        • DasKleineTeilchen sagt:

          auf ein Verbot hinaus, Menschen abzubilden. Dass könnte man mit etwas bösem Willen als großen Islamisierungsschritt auffassen…

          volltreffer. genau die interpretation schoss mir auch durch die rübe…

          • Josi sagt:

            Liebes kleines Teilchen und Gnaddrig, das, was ihr da entdeckt habt – daß wir ruckizucki alles überholen, was in islamisch geprägten Ländern seit jeher üblich ist predige ich seit Jahr und Tag. Hier müssen wir uns demnächst Verschleiern wegen flächendeckender Gesichtserkennung, Fotografieren wird verboten wegen EU-Verordnung, Frauen anlachen und angucken sowieso wegen #metoo und auch auf unsere kleinen Mädchen in den Familien blicken wir inzwischen mit sorgenvollen Augen und einem völlig verbotenen Gedanken, dass man diese kleinen Schmetterlinge irgendwie doch recht gern noch eine kleine Weile “wegsperren” würde, um ihre Unschuld zu bewahren (was aussichtslos ist, aber man ertappt sich bei solchen Gedanken, von youporn ganz zu schweigen).

            Dort – in den islamische geprägten Ländern Nordafrikas beispielsweise – lebt man sozusagen die Kür, schön abgeschliffen vom menschlich-allzumenschlichen Alltag, während wir hier jetzt an der bitterernsten Pflicht herum laborieren und keine Ahnung haben, wozu Sitten und Gebräuche eigentlich da sind.

            Oberstes Gebot, in einem nordafrikanischen Land, das ich sehr gut kenne, ist: Sich diskret zu verhalten, koste es was es wolle, jeder soll sein Gesicht wahren können. “So tun als ob” macht jeder und weil alle das tun, beherrschen auch alle diese gemeinschaftszuträgliche Technik, sie erschrecken dort komplett zu Tode, wenn ein hierzulande Sozialisierter auftaucht und sich etwas darauf zu gute hält, immer und jederzeit “die Wahrheit offen auszusprechen”.

            Im Alltag sieht das dann so aus:

            Der angeblich strikt sich an alle islamischen Gebote haltende Ehemann, Bruder oder Verlobte sagt in grosser Familien-Runde, er gehe jetzt mal Zucker beim Händler an der Ecke holen – obwohl natürlich Zucker immer zentnerweise im Haus ist – und die ganze Runde fetter, junger, hübscher, mittelalter und uralter Frauen guckt sich gegenseitig vielsagend an, wiegt den Kopf hin- und her und nickt zustimmend. Dann kehrt der Ehemann (Bruder etc.) zurück, stinkt tierisch nach Marlboro und Bier und alle gucken sich wieder an, machen dasselbe Pokergesicht und bekräftigen sich gegenseitig, was für ein außergewöhnlich guter Ehemann”hamdullilah” (Bruder etc.) das doch sei, der immer an den Zucker denken würde, al-hamdullilah! (Gottseidank).

            Nur, wenn es aus dem Ruder anfängt zu laufen, wird eingegriffen und dann auch streng darauf verwiesen, dass das total “haram” sei, wenn man das Monatsgehalt versäuft und verraucht, die Kinder vernachlässigt und die Frau ohne Essen zu Hause sitzen lässt – was natürlich auch in diesen Ländern vorkommt, nicht anders als hier. Dann allerdings greift die Gemeinschaft solidarisch zugunsten derjenigen ein, die es trifft und verweist darauf, das sei ohnehin alles “verboten”. Wieder kollektives Kopf-hin-und-her-Wiegen und zustimmendes Nicken. Derjenige kann sich unter Umständen dann auf eine kräftige Abreibung gefasst machen, teilweise auch von den o.a. fetten, alten, mittelalten und uralten Frauen.

            Ich habe Männer vor solchen uralten Frauen knien sehen, die hohe Positionen außerhalb des Hauses bekleidet haben, die sich die Leviten coram publico haben lesen lassen müssen, keinen Mucks gemacht haben und das letzte Wort der Ältesten/Angesehensten mehr Gewicht hatte, als ein Wegweisungsurteil eines Amtsgerichtes es haben könnte.

            “Das tut man nicht” ist leider völlig außer Mode gekommen, aber auch das “schämst Du Dich eigentlich nicht?!”.

            Das Ganze kannst Du locker auch auf die #metoo Debatte übertragen, die ja letztlich auf Räume nur für Frauen hinausläuft, nur dass die Frauen dann dort hinter ihrer selbstgeschaffenen Mauer lange nicht den Spaß haben werden, wie Frauen in den Ländern, die das Separieren seit eh und je gewöhnt sind und wissen, wie man sich Freiräume verschafft.

            Vor die Wahl gestellt, sage ich jetzt nicht, was mir lieber war oder wäre. Ich habe dabei auch nur gelernt, etwas demütiger auf derartige Sitten und Gebräuche – und ihre Funktion für die Gemeinschaft – zu blicken und habe Augen und Ohren weit aufgesperrt. Insbesondere fürchte ich mich aber zu Tode, wenn wir hier etwas Ähnliches installieren wollen, nachdem ich den Verdacht nicht loswerfe, dass wir dann umgehend wieder bei Hexenprozessen ankommen und/oder bei der Stasi und/oder im 30-jährigen Krieg.

            Tiefer kann mein Misstrauen gegen jede Form von organisierter Durch-Reglementierung hierzulande gar nicht sein.

  5. Pingback: Kleinigkeiten – Fädenrisse

  6. Jannis sagt:

    Bezüglich Abmahnung: Ich bin bei einer (z. B.) Einschulung mit einer Digitalkamera und schaue mir Motive an, habe aber keine Bilder gemacht. Auf welcher Basis kann man mich abmahnen? Kommt dann die GSG9 zu einer “robusten” Hausdurchsuchung? Muss ich die mir vermutlich unterstellte Schutzbehauptung (keine Bilder gemacht zu haben) durch einen Lügendetektortest beweisen? Muss ich gemäß des neuen Rechtsgrundsatzes “in dubio contra reum” (im Zweifel gegen den Angeklagten) überhaupt beweisen, dass ich keine Bilder habe? Fragen über Fragen …

    • Der Duderich sagt:

      Vermutlich reicht schon lediglich das Mitführen einer Kamera. Zumindest (noch nur) in Bayern. Denn es “droht” ja die “Gefahr”, dass Du unerlaubterweise Personen mit der Kamera fotografierst.

      “Die Polizei wird mit dem neuen Gesetz unter anderem ohne konkreten Verdacht Personen durchsuchen können, ihre Telefone abhören, Computer und online gespeicherte Daten auslesen oder verdeckte Ermittler gegen sie einsetzen – und die so gewonnenen Erkenntnisse auch an Nachrichtendienste weitergeben. Das alles wird durch die Kategorie der “drohenden Gefahr” möglich.”
      aus: ZEIT: In Bayern droht überall Gefahr

      Dystopische Grüße
      vom Duderich

      • gnaddrig sagt:

        Außerdem gilt Art. 38 PAG:

        (1) Die Polizei kann personenbezogene Daten in Akten oder Dateien speichern, verändern und nutzen, soweit dies zur Erfüllung ihrer Aufgaben, zu einer zeitlich befristeten Dokumentation oder zur Vorgangsverwaltung erforderlich ist.
        (2) 1Die Polizei kann insbesondere personenbezogene Daten, die sie im Rahmen strafrechtlicher Ermittlungsverfahren oder von Personen gewonnen hat, die verdächtig sind, eine Straftat begangen zu haben, speichern, verändern und nutzen, soweit dies zur Gefahrenabwehr, insbesondere zur vorbeugenden Bekämpfung von Straftaten erforderlich ist.

        Wenn ich das richtig verstehe, können sie Digitalkameraträger, die nicht von allen Anwesenden die erforderliche schriftliche Einwilligung in die Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten (in Form digitaler Fotoaufnahmen) vorlegen können, wegen “drohender Gefahr” durchsuchen, Daten aus den Speichermedien der Kamera auslesen, ein dort vorgefundenes (gern auch rechtskonformes) Foto manipulieren. Sie könnten da etwa ein – rechtskonform aufgenommenes – Selfie eines der Polizisten rein-photoshoppen, und bang, geht der unbescholtene Bürger als potenzieller Gefährder erstmal in den Bau, kriegt eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die DSGVO und hat in der Folge viel Freude.

        Wird so wohl nicht passieren, jedenfalls nicht auf Einschulungsfeiern und Schulfesten. Aber es könnte, und das darf nicht sein. Und wenn man nicht auf einer Einschulungsfeier unterwegs ist, sondern auf einer linken Demo (oder Gegendemo im Umfeld einer rechtsextremen Veranstaltung), wird es schon ungemütlicher…

  7. Pantoufle sagt:

    @Jannis

    Das langsame Aufweichen de Unschuldsvermutung ist die eine Sache. Man kann Dich natürlich (noch nicht) abmahnen für den Besitz einer Kamera. Allerdings würde ich nach meinen Erfahrungen nicht die Macht einer Meute übersehen, die Dich mit Hilfe der Behörde dazu zwingt, den Datenträger rauszurücken.
    Das halte ich für das wahrscheinlichste Szenario.
    Ich photographiere schon ziemlich lange und kenne genügend Gelegenheiten, wo ich vorm Abdrücken nachsehe, ob die Schuhe zugebunden sind oder irgendwelche Mülltonnen im Weg stehen. Wegen Fluchtweg.

    Der Preis für das Rennen hat nun aber Dimensionen erreicht, daß ich mir das zweimal überlegen würde. Zwar photographiere ich hauptsächlich analog, aber den Unterschied kennt die Meute eh nicht. Der Mob will Strafe, weil es ja verboten ist – das war bisher schlimm genug, und nun wird es noch entsetzlicher. Eine Leica wird langsam wieder interessant. Klein, lautlos und gut hinter der Jacke, aus einer Aktentasche.

    @Duderich

    Fußabtreter

    Übrigens einer meiner Lieblingsphotographen: Boogie

    • Der Duderich sagt:

      Wow, der kann was!
      Habe gerade u.a. das Projekt GANGS und DRUGS von ihm gesehen und habe mir dabei vorgestellt, dass dieser seinen Motiven eine Einverständniserklärung unter die Nase hält/halten muss. Absurdes Szenario…

  8. Pantoufle sagt:

    Portraitphotographie 2018

    Titanic

  9. pentimento sagt:

    Wieso erfährt man von solchem Mist (DSGVO) eigentlich immer erst kurz bevor er rechtskräftig wird? Ob das Absicht ist? ;- )

  10. lautenist sagt:

    Als oller Filmfotograph finde ich es trotzdem witzig, dass das Medium, welches zur Erzeugung benutzt wird eine andere rechtliche Betrachtung des Produkts bedeuten soll. Das Ganze ist äquivalent dazu, einem Menschen, der im Reagenzglas gezüchtet wurde andere Rechte zu geben als jemandem, der durch Geschlechtsverkehr entstanden ist. WTF?
    Mit einem Schmunzeln sage ich aber: ich fotographiere auf Film – was interessieren mich die Albernheiten der Moderne?
    Ein Glück, dass die Bessas und Rolleis leise sind – und die meisten gar nicht mehr wissen, was das ist – bei der Nikon haben viele aber schon nach dem Bildschirm auf dem Rückteil gesucht 🙂

    • Pantoufle sagt:

      Moin lautenist

      Ja, das habe ich auch schon überlegt. Die F100 ist ja soo praktisch, sieht aber unangenehm modern aus. Die F3 dagegen klappert schön laut, läßt optisch aber nie den Verdacht aufkommen, irgend etwas digitales eingebaut zu haben.
      Das wird den Leuten sowieso herzlich egal sein. Daß analog erlaubt ist, weiß kein Mensch – also lieber gleich abhauen. Da ist etwas verboten! Und Deutsch sein heißt, alles, was auch nur den Verdacht von Untat in sich trägt, unverzüglich zur Anzeige zu bringen.

  11. flatter sagt:

    Der ‘Rechtsstaat’ zerstört sich in dem Maße, in dem das BVerfG nicht grätschen kann. Praktikabel ist das alles kein Stück, aber Erpressungspotential ist reichlich drin. Ich glaube nicht einmal, dass die Herren wissen (bitte auf diesen Aspekt nicht antworten, das ist reine Spekulation und führt zu nichts), ob sie damit scheibchenweise Stimmen aus der öffentlichen Kommunikation schneiden oder es riskieren, dass die Gerichte bald zu Arenen des Tumults werden.
    Sicher ist es ja immer so, dass es den Großen nützt und den Kleinen schadet, was ja im Programm liegt.
    Ich persönlich bin ja der Ansicht, dass man sich entscheiden kann, entweder in Angststarre zu verfallen oder zu riskieren, dass man mal was auf die Fresse kriegt. Letzteres involviert, dass das auch in die Gegenrichtung Schmerzen verursachen kann. Inzwischen priorisiere ich tendenziell mehr offenen Kampf. Diese Schwüle hält ja kein Mensch mehr aus.

    • Josi sagt:

      “Inzwischen priorisiere ich tendenziell mehr den offenen Kampf. Diese Schwüle hält ja kein Mensch mehr aus”.

      Metoo.

      Er so: “Paß aber auf, dass Du kein Michael Kohlhaas wirst!”

      Sie so: “Warum nicht?”

  12. Pantoufle sagt:

    Moin Flatter

    Was die Photographie betrifft, so ist das überhaupt keine Frage. Das Grundrecht, sich ein Bild von der Welt zu machen, auch dann, wenn das BVerfG gerade anderweitig beschäftigt ist.
    Außerdem halte ich es für meine Pflicht, Menschen zu photographieren die gerade auf Facebook posten “Laufe mit Anneliese durch Weimar, Sackgasse 5 an der Tanke, hab 2 vegane Wurstbrötchen gekauft und bin photographiert worden. Gleich mal die Behörde anrufen, damit die mir mein anonymes Gesicht wiedergeben.“

    Ja, die DSGVO. Ab 25. Mai überall erhältlich. Jetzt auch schon auf der Schrottpresse in Form der Datenschutzerklärung. Gestern den Nachmittag damit verbracht, einen weinerlichen Artikel darüber zu schreiben, überflüssige Plugins rauszuschmeißen, um mir dann zu überlegen, daß die nächsten 10 Jahre Rechtsunsicherheit eigentlich niemanden interessieren.
    Einige Wirrköppe glauben ja, damit dem Öl des 21. Jahrhunderts an den Kragen gehen zu können. Es ist ja alles so gut gemeint: Man kriegt die Branchengrößen zwar nicht dazu Steuern zu zahlen, aber die Datenschutzbestimmungen werden sie ganz sicher einhalten! Und jeder EU-Bürger bekommt ein Einhorn und 50€ nur so… weil so schönes Wetter ist.

  13. Dennis82 sagt:

    Moin patoufle,

    Joa, da hat man uns Knipsern durch die liebe EU mal wieder ein ordentliches Monstrum übergestülpt. Es ist ja inzwischen also schon normal, dass derartige Verordnungen von einer Institution beschlossen werden, der es völlig an jeder demokratischen Legitimation mangelt…

    Erstaunlich fand ich auch, dass die überwiegende Zahl der Kommentatoren bei heise.de wirklich daran glaubt, mit der DSGVO würde nun grade den großen Datensammlern und -hehlern das Handwerk gelegt. Das Gegenteil ist der Fall: man kriminalisiert hier im Grunde die komplette Bevölkerung; weil es (grade unter dem Smartphonebekloppten) niemand geben wird, der auch in Zukunft kein Foto machen wird, auf dem nicht irgendwo wer als “Beiwerk” mit drauf zu sehen wäre…

    Und: Die allgegenwärtige, zunehmende staatliche und private Videoüberwachung ist aber natürlich weiterhin erlaubt. Aus “Sicherheitsgründen” muss ich mich also weiterhin in Supermärkten, auf öffentlichen Plätzen, bei öffentlichen Veranstaltungen, Demonstrationen filmen und fotografieren lassen. Auch interessant wird, was passiert, wenn man z. B. Polizeigewalt oder andere Straftaten fotografisch festhält…!

    • Jannis sagt:

      “Auch interessant wird, was passiert, wenn man z. B. Polizeigewalt oder andere Straftaten fotografisch festhält…!”
      Oh, das Interesse daran, dies herauszufinden, hält sich bei mir in engen Grenzen, seitdem ich schon miterleben durfte, wie derlei Kameras beim Gerangel zu Bruch gingen und deren Betreiber mit der Begründung, die Verfolgung von “Straftaten” zu verhindern, der “erkennungsdienstlichen Behandlung” zugeführt wurden, worauf man sie (die Dokumentierer von Polizeigewalt) dann kaum noch wiedererkannt hatte.

  14. V. Scholl sagt:

    Leute es geht hier um elementare Grundrechte, die zur Zeit von Hinz und Kunz mit Füßen getreten werden, und den großen Datenkraken unendliche Mengen an auswertbarem und verwertbarem Material liefern. Diese werte es anhand von eigenen AGB und US Datenschutz (also keinen) einfach aus. Damit sollte etwas Schluss sein. Nun müssen die ganzen Blogger und Influenzer endlich mal die Persönlichkeitsrechte von Menschen ernst nehmen. Ich denke das Thema Sportveranstaltungen, Konzerte und Hochzeiten wird sich auch rechtlich sicher recht schnell klären. Bei Hochzeiten ist doch in der Regel die Anzahl der Personen überschaubar und vor allem alle sind bekannt. Das lässt sich sicher organisieren. Wenn ich Sportler aufnehme brauche ich die Genehmigung des Vereins, Veranstalters und das ist auch gut so. Kritisch sehe ich eigentlich nur, wenn dann im Hintergrund ein Zuschauer zu erkennen ist. Da hilft dann nur Unschärfe. Kritisch ist die Frage was passiert wenn ich eine Bauwerk fotografiere und da lauter Menschen sind. Die kann ich nicht fragen und “Beiwerk” ist ja erst mal nicht erlaubt. Aber auch hier reden wir ja wieder nur von der Veröffentlichung oder kommerziellen Vermarktung. Also eine professionelle Aufnahme schafft es durch Langzeitbelichtung die Menschenverschwinden zu lassen. Und ja es macht einen Unterschied, ob eine Zeitung mich fotografiert oder irgend ein Smartphone Besitzer das auf FB postet. Das macht einen gewaltigen Unterschied. Wenn jemand das für eine Zeitung oder von Mir aus Fernsehen fotografiert und filmt, dann wird das Bild nur dort gedruckt, veröffentlicht und die Rechte bleiben bei der Zeitung. Diese wertet keine Daten aus. Wenn das Bild bei FB veröffentlicht wird, gehen die Nutzungsrechte an FB über und die werten das Bild inhaltlich aus. Die können ( und werden) versuchen jede Person zu identifizieren, die Zeit und Ortsangaben verknüpfen und in Big Data einfließen lassen. Damit ist wieder eine Information mehr zu hunderten von Personen verfügbar. Und bitte kommt nicht mit dem Argument, ich habe nichts zu verbergen. Das ist nicht das Problem. Aus der Summe der Daten und im Vergleich zu 1 Milliarde anderer Profile ergeben sich so erhebliche Informationsmengen, das nicht nur jede Person ausgespäht und gläsern ist, sondern das eben auch auf soziale, kulturell, sexuell und politische Ansichten geschlossen werden kann (>90% Treffer). Damit werden dann bei Bedarf eben auch gezielt Informationen gesteuert und Meinungen manipuliert. Das ist ja das Thema im aktuellen FB Skandal, wobei es eben Geschäftsmodell ist und die nur aus “Versehen” auch Daten von Unbeteiligten mit herausgegeben haben. Also aus meiner Sicht ist das Gesetz ein Schritt in die richtige Richtung. Jeder sollte eben 3 mal nachdenken was er alles postet. Und kein Gericht wird einem Hobbyfotografen eine Millionenstrafe aufbrummen. Also gilt für alle, mehr Rücksicht auf andere und deren Grundrechte und sowieso mehr darauf achten welche Daten man meint ins Internet stellen zu müssen.

    • Josi sagt:

      Herr von Scholl, Sie waren anscheinend noch nie Opfer eines Abmahnanwaltes geworden? Die Anwaltsschwemme hat schon jetzt kriminelle Methoden bei manchen Kanzleien, die nicht auf ihre 500 € pro Stunde verzichten wollen, generiert und es hat immer die Kleinen getroffen. Hier auf ein Gericht zu hoffen, das “sicher keine Millionenstrafen aufbrummen wird”, ist ein Witz, denn diese Gerichte gibt es landauf und landab und sie brummen alles auf, was das Gesetz hergibt.

      Derzeit kämpfen 1.200 Insolvenzverwalter um einen sich um die Hälfte halbiert habenden Insolvenzmarkt und die sind es gewöhnt auch Witwen und Waisen aus ihren Häusern zu klagen, da gibt kein Gericht “mildernde Umstände”, weil sich der Herr des Hauses “aus Scham” kurz vor der feindlichen Übernahme in den Kopf geschossen hat (nicht selten nachdem ein öffentlicher Auftraggeber ihn nicht bezahlt hat oder ihm gesagt hat, er könne ja klagen usw. usf.).

      Hier in München hat so ein Abmahnanwalt (ich glaube, der hat sich später auch selbst entleibt, irgendso ein Graf von Irgendwas) einen kleinen Drachenladen, bei dem wir als Designer und Modellbauer über Jahr und Tag sämtliches Kleinzeug, was nix kostet, aber viel Fachkunde erfordert, eingekauft haben, wegen eines Stadtplanes in den Ruin abgemahnt und da hatte kein Gericht ein Nachsehen. Die Gesetze haben das hergegeben, dann wird es auch durchgezogen.

      Pech gehabt.

      Recht hast Du, Herr von Scholl, mit dem Hinweis, dass es auch mal ganz gut wäre, wenn ein paar mehr Menschen nachdächten, was sie so alles posten (!) und wen sie so alles fotografieren. Ich persönlich liebäugele aus diesem Grund schon lange mit einem deftigen Hijab und/oder Mundschutz, denn hier in München bringen die Saudis mehr ein als das Oktoberfest, kein Mensch traut sich auch nur ansatzweise, denen nicht Nachts um 1:00 Uhr das Kaufhaus Beck aufzusperren und die Vollverschleierten mit tiefen Bücklingen durch die Dessous-Abteilungen zu lotsen.

      Sobald irgendwer darauf setzt, dass Juristen diese Einnahmequelle “aus Anstand” und weil sie es auch chic fänden, wenn alle mal ein bisschen nachdächten, der hat keine Ahnung wer da von der Kette gelassen wurde.

  15. Pantoufle sagt:

    Moin V.Scholl

    Tach erst mal und willkommen auf der Schrottpresse.
    Ich werde mal versuchen (obwohl ich nur ein Leut bin), das etwas auseinander zu sortieren was Du geschrieben hast. Aber zuerst einmal Danke dafür. Ich glaube, Du verwechselst da zwei Dinge, die streng genommen nichts miteinander zu tun haben.

    Über die massenhafte Verletzung von Grundrechten auf Twitter oder Facebook, Instagram oder Pinterest brauchen wir uns nicht zu streiten. Da sind wir vermutlich vollkommen einer Meinung. Wobei ich das gesamte Problem bei weitem nicht auf den Missbrauch des »Rechtes auf das eigene Bild« beschränken würde. Stalking, üble Nachrede, falsche Tatsachenbehauptung, Verleumdung oder die schlichte Lust an der Verletzung anderer sind Dinge, die mindestens genau so schwer wiegen.

    Bleiben wir aber einstweilen beim Photographieren. Die DSGVO soll da nebenbei etwas regeln, für das in Deutschland seit 1907 das »Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie«, kurz KUG, zuständig war. Allein der Name sagt, daß das Gesetz etwas mit dem Objekt zu tun hat. Die DSGVO aber ist im Kern für etwas vollkommen anderes zuständig: Es geht dabei um die Verwaltung und Verarbeitung von Daten, soweit sie Personen (in der EU) betreffen. Und genau da ist es auch sehr sinnvoll und könnte theoretisch einen neuen Standard für Datensicherheit regeln.
    Nun greift es aber (ziemlich beiläufig und ohne im Geringsten auf das Wesen Kunst einzugehen) auch auf die Photographie im Allgemeinen zu. Das halte ich erst einmal für vollkommen verfehlt.

    Ausnahmen von der von mir zitierten Regelung von Menschen(massen) gibt es eben ausdrücklich nur für Medienvertreter, Behörden und Berufsphotographen. Allein diese Aufzählung reicht, um die Dürftigkeit der Überlegungen, die man sich zu diesem Thema gemacht hat, zu verdeutlichen. Das geht so weit am eigentlichen Thema vorbei wie diverse Politiker oder Umweltschützer, die mal eben die Hälfte aller Autos, mit denen die Menschen morgens zur Arbeit fahren, verbieten wollen. Weil es Diesel-Fahrzeuge sind. Ohne daß man ihnen Alternativen oder einen reellen Wertausgleich anbietet. Um bei dem Beispiel zu bleiben: Da braucht man kein Gesetz für das Verbot von Dieselfahrzeugen, sondern eines gegen die Hersteller, um sie im Falle von Betrug dafür haftbar machen zu können. Die DSGVO macht jetzt den eleganten Schwenk, den Kunden dazu aufzufordern, den passenden Katalysator selbst zu konstruieren und einzubauen. BTW: Ich lasse mir von niemandem vorschreiben, mit welcher Belichtungszeit und Blende ich meine Bilder mache. Nur so ganz nebenbei!

    Nicht viel anders verhält es sich beim DSGVO. Die von Dir zu Recht beklagte Unsitte, auf allen möglichen Medien mit Knippsereien Schaden anzurichen, gehört reglementiert. Aber dazu muß ich Roß und Reiter nennen. Es sind eben nicht die Knippser mit ihren Mobiltelephonen und Digitalkameras, die den Datenmissbrauch betreiben. Nicht ganz unproblematisch, ein Kulturgut (und die Photographie gehört ganz klar dazu) zu verbieten oder bis zur Unbrauchbarkeit einzuschränken. Der tatsächliche Mißbrauch geschieht eben nicht durch den Photographen – das ist leider ein unseliges Nebenprodukt. Der Missbrauch findet durch eine Industrie statt, die in diesen Daten das Öl des 21. Jahrhunderts sieht. Und diese Industrie zittert bestimmt schon ganz dolle vor dem DSGVO.

    »Und bitte kommt nicht mit dem Argument, ich habe nichts zu verbergen

    Ne, nur keine Bange! Kommen wir zu den Behörden, denen so ganz nebenbei sogar ein Recht an der Manipulation von Bild-Datenträgern eingeräumt wird. Immer mehr und mehr Kameras auf den Straßen, aber kein Gesetz (jedenfalls kein überprüfbares), das den Datenfluß in dieser Richtung regelt. Es reicht, zu versichern, daß man schon verantwortungsvoll damit umgehen wird. Und da treffen sich jetzt Polizei, Twitter und Facebook. Sie haben wiederholt bewiesen, daß sie sich einen Dreck um diese Verantwortung kümmern.
    Die Unfähigkeit der Datenschutz-Grundverordnung, den Missbrauch durch Dritte wie im Falle von Facebook zu reglementieren. Oder glaubt Du im Ernst, so ein Gesetz wäre gegen den Widerstand der Pharmalobby oder der Werbeindustrie durchgebracht worden? Oder von Polizei und Geheimdiensten?

    »Wenn das Bild bei FB veröffentlicht wird, gehen die Nutzungsrechte an FB über und die werten das Bild inhaltlich aus.«

    Und dafür soll dann soll der Photograph verhaftet werden? Ach nein – Du meinst ja, das Gesetz würde sich in diesem Falle gegen Facebook wenden. Sie schaffen es nicht einmal, Facebook und Twitter dazu zu bringen, Steuern zu bezahlen (ein in der ganzen Welt durchaus arriviertes Verhalten). Aber an die DSGVO; daran werden sie sich bestimmt halten!

  16. Sebastian sagt:

    Damit die Bilder “überleben” jetzt aber lieber Speicherkarte mit direktem WLAN Anschluss und upload. (Ja ich weiss, nicht §-konform)

  17. Pantoufle sagt:

    Moin Marianne B.

    »Endlich muss ich es mir nicht mehr gefallen lassen, an jeder Ecke…«

    Marianne: Du wirst nicht an jeder Ecke photographiert. Nicht mal an jeder zweiten oder dritten. Das passiert nicht einmal Madonna oder Jesus.
    Nicht einmal an jeder siebten, wenn Du mich fragst. Aber das ist nur eine sich aufdrängende Vermutung.

    Und selbst wenn es so wäre, so brauchst Du gar nicht erst irgend einem Gesetz ins Genital zu springen: Das war vorher auch schon verboten.

  18. Pantoufle sagt:

    Ach ja, Marianne B.
    Es ist Dir doch hoffentlich recht, daß ich Deinen unerträglich schwachsinnigen Kommentar zum DSGVO gelöscht habe. Es gibt nicht nur ein Recht aufs Vergessenwerden, sondern als Blogbetreiber geradezu eine Pflicht.

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