Es folgen die Wasserstandsmeldungen

Die CDU im Thüringischen Landtag würde sich jetzt nicht mehr grundsätzlich gegen einen Ministerpräsidenten namens Ramelow sperren. Das mag unter anderem daran liegen:

Auch nicht uninteressant ist, daß Ramelow weder die Kollektivierung der Landwirtschaft nennenswert vorangebracht hat noch es einen Schießbefehl an irgendwelchen Stadtmauern in Thüringen gibt. Schwer zu glauben, ist aber so. Ramelow ist ungefähr so kommunistisch wie der Arbeitnehmerflügel der CDU (irgendwo gelesen. Kein Link, aber eine realistische Einschätzung).

Außer einer Trümmerhalde bleibt also wenig übrig außer ein paar in Tränen aufgelöster Twitterer und scharfsinnige Analysen auf Facebook, warum nicht sein darf, was längst ist.
Im Klartext (eine Schande, so etwas als Klartext bezeichnen zu müssen):
»Die Thüringer CDU-Fraktion würde die Wahl eines Linken Ministerpräsidenten nicht mehr gänzlich blockieren. Auch die ersten Gespräche soll es zwischen Rot-Rot-Grün und CDU gegeben haben.«

Überflüssig zu erwähnen, daß sich die CDU selber da fein raushalten will. Keine Stimme dem Stalinismus! Das ist tatsächlich alternativlos! Nachdem man eine Nacht darüber geschlafen hat, ist das Gespenst Neuwahlen ein Schreckensgespenst:
Die Prognose (Forsa) würde lauten
CDU/CSU 12 Prozent (Landtagswahl Oktober 2019: 21,7%)
SPD 9 Prozent (8,2%)
FDP 4 Prozent (5,0%)
Grüne 7 Prozent (5,2%)
Linke 37 Prozent (31,0%)
AfD 24 Prozent (23,4%)
Sonstige 7 Prozent (5,5%)
»Erste Gespräche zwischen Rot-Rot-Grün und CDU«, solange es die CDU noch gibt.
Rot-Rot-Grün käme somit auf 53 %; die »Volksparteien« würden ein enges Kopf-an-Kopf rennen auf dem Level »ferner liefen« austragen. Bei solchen Aussichten wirft man schon mal ein paar Prinzipien über den Haufen.

Sehr schön, das. Endlich wirft mal jemand ein Blatt auf den Tisch.

 

Man glaubt ja gar nicht, welche Flügel diese Partei hat (Udo Kellmann, Schatzmeister des selbsternannten Flügels der CDU) Wenn das die Kanzlerin wüßte!

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6 Antworten zu Es folgen die Wasserstandsmeldungen

  1. Peinhart sagt:

    Die 18%, die den Ramelow ‘nicht gut’ finden, korrelieren auch irgendwie merkwürdig mit den 18%, die die Kramp-Karrenbauer noch ‘gut’ finden. Ja doch, ich weiss schon, was eine Koinzidenz ist. Aber man wird ja wohl noch grinsen dürfen.

  2. flatter sagt:

    Zu den Zahlenspielchen eine Bemerkung und ein Spekulatius:

    – Ramelow war Chef, den hinterfragt man nicht, schon gar nicht als ‘Konservativer’. Die Deutschen wählen auch einen Hut, wenn der einmal Führer ist.

    – Die AfD hat die Sättigung erreicht. Das sind überzeugte Faschistenbürger und deren unscharfes Umfeld.

    • Pantoufle sagt:

      Ein zweischneidiges Schwert. Der Pool offener Faschisten mag erst einmal abgeschöpft sein, aber in dem Augenblick, wo der Schweinestall Erfolge verzeichnet, sieht das wieder anders aus. In wieweit Thüringen ein Erfolg für die Faschos gewesen sein mag, sei dahingestellt, aber FDP und CDU haben bewiesen, daß sie nicht davor zurückschrecken, die mit ins Boot zu holen. Wäre das nicht eine Landtags- sondern Bundestagswahl gewesen, sähe das schon anders aus.
      Edith:
      Wie gerade zu erfahren, ist Kemmerich doch zurückgetreten. Union und SPD auf Bundesebene fordern Neuwahlen; also das Ereignis mit dem größtmöglichen Popcornfaktor.
      »Ungeachtet der politischen Krise im Land soll der Thüringer CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Mike Mohring in den Skiurlaub gefahren sein. CDU-Kreise im Landesverband bestätigten übereinstimmende Medienberichte.«

      Na ja,der MP-Zug ist eh abgefahren.:-)
      Ski-Heil

  3. rainer sagt:

    ….heisst das nicht: SIEG HEIL ?

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