Der zweite Knall, Fädenrisse, Palpitationen und Tante Jay

Aus meiner durchaus überschaubaren Blogroll sind vier Blogs Offline oder auf Privat gesetzt. Der zweite Knall, Fädenrisse, Palpitationen und Tante Jay. Vier von sehr vielen. Das, meine Damen und Herren Datenschützer, ist Zensur. Repression, Schreibverbot oder DSGVO – nennt diesen Unfug wie Ihr wollt. Und um das klar festzuhalten: Es ist genau so lächerlich wie die Büttel eines Bismarck, die im Zuge der Sozialistenverfolgung unterm ehelichen Bett des Arbeiters nach einer Druck- oder Copiermaschine suchen. Nichts anderes ist es nämlich. Es wäre ja auch zu eigenartig, wenn eine grün inspirierte Gesetzgebung nicht ohne Einschränkung von Freiheitsrechten einherginge.

»Ein Schwert zur rechten Zeit – Schluss mit Hetze und Manipulation« stammelt Tanja Tricariko in der taz und hat offenbar nicht einmal im Grundsatz begriffen, worum es überhaupt geht. »Gegen die unsichtbare Gefahr aus dem Netz setzt Brüssel nun auf die Macht demokratischer Instrumente.« Ja, ja – der ewige Kampf zwischen den Mächten der Fünsternuß und dem rosa Einhornritter.

Der Rechtsstaat:
»Rechtssicherheit beruht auf der Klarheit, Beständigkeit, Vorhersehbarkeit und verlässlichen Gewährleistung von Rechtsnormen, konkreten Rechtspflichten und Berechtigungen. Sie soll das Vertrauen der Bürger in die rechtsstaatliche Verlässlichkeit der Rechtsordnung bestärken und hierdurch herbeiführen. […]
Rechtssicherheit im Recht bedeutet, dass keine Zweifel über Rechte und Pflichten einer Rechtsordnung bestehen. Wesentliche Strukturelemente eines auf diesem Prinzip aufbauenden Rechtsstaats sind Rechtsklarheit, Verlässlichkeit, Berechenbarkeit und Erkennbarkeit des Rechts, womit der Bürger vor gesetzlicher, richterlicher oder verwaltungsrechtlicher Überforderung beziehungsweise Überraschung geschützt werden soll. Dem Bürger darf es nicht unnötig erschwert werden, sich innerhalb des Rechtsrahmens rechtstreu zu verhalten (Vertrauensschutz). Für den Bürger bedeutet Rechtssicherheit in erster Linie Vertrauensschutz«

Also das genaue Gegenteil der DSGVO. Jules van der Ley und seine Frauenzeitschrift für Männer hat lesenswertes dazu in eine Form gebracht– mir geht langsam die Spucke aus. Ich mag nicht mehr, bin mir allerdings sicher, daß uns das Thema noch übel im Halse stecken wird.

»Sehr geehrter Herr X, auch die Speicherung von Telefonnummern in einem Telefonendgerät unterfällt den Anforderung der Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO). Die Nummern sind daher zu löschen sobald der Zweck der Datenspeicherung erreicht ist. Wenn dies z.B. direkt nach dem Telefonat der Fall ist, muss die Löschung der Nummer unverzüglich danach …«

Man hat’s nicht leicht als Anrufbeantworter.

»Um nicht missverstanden zu werden: Dieses Debüt würde fast in die Kategorie eines trivialen Sexromans fallen, wenn Broders hemmungslose Beschreibungssucht nicht immer wieder…[…] Außerdem ist Melissa Broder Feministin.«

Vermutlich findet das außer mir niemand brüllend komisch

Wieder ein neues Wort gelernt:
»US-und Trump-Hasser«
Die aktuelle Ergänzung zum Putin-Fan. Israelkritiker und Israelhasser. Hamas-Fans.

Die Sucht nach einer blütenweißen, klaren und selbst für den degeneriertesten Vollspacken leichtverständlichen Welt treibt schon seltsame Blüten.

Wo wir gerade bei Donald Trump sind. Jetzt doch wieder kuscheln mit Kim. Stand Sonntag, den 27. Mai 2018. Wie fefe bereits richtig feststellte, könnte man langsam Mitleid mit Trump bekommen. Unter Gelächter am Nasenring durch die Manege gezerrt.
Nach der Absage jetzt wieder ein Gipfel, auch wenn US-Regierungsvertreter bezweifeln, daß der POTUS bis dahin noch weiß, wer Kim Jong Un eigentlich ist. Also nicht derjenige, der die Nobelpreise verteilt.
Das größte koreanische PR-Desaster der US-Regierung seit der Winteroffensive 1951.

 

… und ich geh jetzt ein Eis essen!

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

17 Kommentare zu Der zweite Knall, Fädenrisse, Palpitationen und Tante Jay

  1. dergl sagt:

    Wenn du möchtest, kannst du wenn du vom Eis essen zurück bist klopfen kommen, ich lasse dich rein. Ich habe derzeit aus Gründen keine andere Chance gesehen. Beziehungsweise doch – die hätte Löschknopf geheißen.

  2. Pingback: Wertegemeinschaft Egomanie und Gleichgültigkeit – ein Jammer

  3. DasKleineTeilchen sagt:

    „An Sorgen über eine Abmahnwelle ist überhaupt nichts dran“, ärgerte sich der einstige schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert über die aktuelle Debatte. Wenn sich Rechtsanwälte auf diesem Feld betätigten, würde dies „einen Aufschrei in der Öffentlichkeit“ geben und zu großen Imageverlusten der beteiligten Kanzleien führen.

    hupsi:

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/DSGVO-Die-Abmahn-Maschinerie-ist-angelaufen-4061044.html

  4. Pantoufle sagt:

    Klaines Teilchen: Ist es nicht verrückt, wie sehr wir uns an die haarsträubendsten Formulierungen und Argumente in den Medien gewöhnt haben? Auch Twitter sei Dank schleichen unfassbar dämliche Argumente an uns vorbei, als wären sie … Argumente. »Wenn sich Rechtsanwälte auf diesem Feld betätigten, würde dies „einen Aufschrei in der Öffentlichkeit“ geben…«
    So vollkommen degeneriert und verblödet kann man faktisch eigentlich nicht sein, weil jeder Fahrlehrer einem den Führerschein Aufgrund einer solchen Argumentation nicht bewilligen würde. »Der bremst mit Sicherheit, weil er ja sonst sich und andere gefährden würde!« Aber als (zu Recht) ehemaliger Datenschutzbeauftragter wird man mit so einem Totalaussetzer sogar noch zitiert. Wie irre ist das denn?

  5. Martin Däniken sagt:

    „Willkommen in der Määätrixxxx!“
    Ich urteile mal ganz pauschal….
    Akademiker können unsagbar(aber nicht un-blogbar,hihi) dämlich sein!
    Aber es gibt dann die sabbernd jeden Pfurz eines Akademiker anbeten…
    Isso.
    Aber ich bewahre mir ein kindliches Gemüt stehe immer wieder staunend davor.
    Jetzt muss ich aber zur FlachenHohlErde-Reptiloiden-Insider-Verschwörungsgruppe:
    Es geht ums Binnen-i!

  6. rainer sagt:

    …Abmahnanwälte…sollte mich einer dieser Typen „abmahnen“, dann mache ich einen persönlichen Termin in seiner Kanzlei und schlag´ ihm dann richtig in die Fresse…..

    • Josi sagt:

      In die Fresse hauen: Ja, ich bin auch strikt für Rache und zwar in jeder Form, das Thema wurde bei Flatter grade eifrig diskutiert. Abmahnanwälte in die Fresse zu schlagen – sollte immer eine Option sein. Ich kenne ja kaum noch jemanden, der zugibt, dass er rachsüchtig ist, obwohl Rache doch tatsächlich mindestens so süss ist wie dieser Ausruf von Dir hier. Ich gebe Dir jetzt noch einen (unbezahlbaren) Tip für diesen Rachenotfall, der sich sicherlich demnächst ereignen wird, so entschlossen wie Du bist: „Putativnotwehr“ ist der Schlüssel, um nicht anschliessend selbst vom beschädigten Juristen in den Selbstmord getrieben zu werden mit Schmerzensgeld und Schadenersatzklagen et alii.

      Die Argumentation für einen Fresse-Schlagen-Fall ginge dann so:

      „Ich habe seit Kindertagen eine unüberwindliche Abneigung gegen Juristen, besonders aber gegen Rechtsanwälte, die Mahnungen an meine Eltern geschrieben haben. Nachts habe ich meine Mutter sich im Bett hin- und herwälzen gehört, weil sie fest davon überzeugt war, die nicht geöffneten Briefe mit den Rechtsanwaltsabsendern hätten zu flüstern begonnen „erledige mich, erledige mich“, was dann bei Tage zu unkontrollierten Zornesausbrüchen meiner Mutter gegen uns Kinder geführt hat. Unser Vater hatte uns längst wegen dieses nächtlichen Flüsterns verlassen, was meine Mutter noch zorniger gemacht hat….noch heute habe ich eine unüberwindliche Abneigung gegen Briefkästen jeder Form und Ausprägung (usw.usf.).

      Dann bekomme ich in der Mitte des Lebens, wo man bereits eigene Kinder großgezogen hat, selbst auch einen solchen Rechtsanwaltsbrief, exakt von der Sorte, die schon die ganze Kindheit ruiniert hat, ich stürze los und stehe vor einem blöd grinsenden Rechtsanwalt, der sich darauf beruft, ihm würde das alles auch keinen Spaß machen, er tue nur, was das Gesetz von ihm verlangt….

      Daraufhin poliere ich ihm die Fresse so lange bis sie nur noch Matsch ist“.

      Das ist dann ein Fall für eine sog. „Putativnotwehr“ – also eine völlig überzogene Reaktion aufgrund einer Fehleinschätzung der Situation, deren innere Wahrheit und damit ihr Vorliegen aber niemand nachweisen und deshalb auch nicht widerlegen kann – wie sie mir von einem Rechtskundigen – der selbst von Putativracheakten geträumt hat – empfohlen wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Putativnotwehr).

      Ausdrücklich für den Fall, dass ich mal jemandem Jack-the-Ripper-mässig heimleuchten möchte. Bitte hier im Blog unbedingt Bericht erstatten.

      • Josi sagt:

        Nachtrag zu „Abmahnanwalt“: Ich habe mir mal eine Beleidigungsanzeige eingehandelt nachdem ich einen Prozessgegner als „Abmahnanwalt, der früher mal ein grosses Rad gedreht hätte, jetzt aber seinen Lebensunterhalt“ etc. etc. bezeichnet habe. Die sind da extrem empfindlich, das ist fast schon so etwas wie ein Tritt in den juristischen Unterleib, also auch irgendwie „in die Fresse“. Also erstmal damit anfangen.

  7. Puh! Ich hatte schon befürchtet, du hättest dich von der Blogschließungswelle erfassen lassen, werter Pantoufle, nachdem deine Gravatar-Ikon „Alles vorbei“ vermeldet. Zum Glück ist deine Schrottpresse noch da. Wenn ich auch nicht viel bei dir kommentiert habe, sind mir deine Texte oft wichtig gewesen, vorausgesetzt es ging nicht um Motorräder 😉

    Beste Grüße!

    • Pantoufle sagt:

      Nö, mich gibt’s noch. Die Unterschrift stammt aus den Hinterlassenschaften meiner WordPress.com Installation, die ich vor geraumer Zeit geschlossen habe. Auch nach meinem Umzug bestand die noch gut ein Jahr, bis ich sie vor ein paar Wochen endgültig geschlossen habe. Rest in Peace.
      Der Rest existiert trollgereinigt und und von unangenehmen Geruch befreit.

      Was die aktuelle Unterdrückung von Meinungsfreiheit betrifft, so warte ich einfach mal ab. Ich gestehe ja, daß die Eitelkeit, bei der Bücherverbrennung dabei zu sein, auch eine Rolle spielt.

      Lieben Gruß zurück

  8. Pantoufle sagt:

    Neuer Spamkommentar zu deinem Beitrag „Impressum“

    Autor: Nick Maas
    URL:
    Typ: Comment
    Whois: http://whois.arin.net/rest/ip/162.245.6.86
    Spamgrund: Honeypot

    Important : Not Being GDPR Compliant Can Shut Your Business Down
    Every Website Needs To Be GDPR Compliant Now!

    If you haven’t been busy hiding under a rock in some mountain you’ve already heard about GDPR.
    GDPR (General Data Protection Regulation) is a new law passed by EU (European Union) that mandates every website to follow some requirements.

    The fine for violating these requirements is as high as $20 million. It’s that crazy! Yeah!
    Not only that, you might even be barred from serving any customer from EU ever again.

    Become Compliant Faster & Easier With This https://jvz5.com/c/1014397/klickruhigdrauf

    • SagIchNich sagt:

      Menno 🙁 sowat Schönet hat mir keiner gespammt 🙁

      [x] Mit dem Anhaken dieser Checkbox erlaube ich pantoufle, sich auf sein Mopped zu setzen und flugs in die Stadt mit der großen Kirche zu eilen, um beim datenschutzrelevanten und deshalb garnienicht genannten Italiener mit mir ein Schafbaby zu verzehren.

      • Pantoufle sagt:

        Würde ich ja glatt sofort machen. Einem Kurzurlaub wäre ich nicht abgeneigt. Aber immerhin hat das neue Schlangenöl sowas schon abgefangen. Jetzt gehts langsam mit der Spam-Biene.

        • Nö, sag ich nich sagt:

          „Einem Kurzurlaub wäre ich nicht abgeneigt.“

          Dann komm rum. Wir haben ein Schlafsofa 🙂 Lass uns die Tage mal telefonieren, die Wochenenden 16./17.6, 14/15.7 und 21./22.7 sind bei mir noch frei..

          [x] Mit dem Anhaken dieser Checkbox verpflichte ich den Blogbetreiber dazu, 5x täglich gen Brüssel zu beten.

          • Pantoufle sagt:

            [ ] Mit dem Anhaken dieser Checkbox verpflichte ich den Blogbetreiber dazu, 5x täglich gen Brüssel zu beten.

            Opt_In bitte!!!

          • Ich bleib voll anonym, ey! sagt:

            Nix da OptIn, das wäre ja noch schöner!

            [x] Mit dem Anhaken dieser Checkbox erlaube ich dem Blogbetreiber, nervige Kommentare bzw. Kommentatoren zu ignorieren oder wahlweise auszudrucken/pressen und bei Vollmond zu verbrennen.

  9. Gülletaucher sagt:

    Boah ey. Mein Kommentar wurde verschluckt!

    [x] Mit dem Anhaken dieser Checkbox verpflichte ich den Blogbetreiber, ASAP kopfüber in den Spamordner zu springen und meinen verlorenen Kommentar wieder aus dem Dreck zu ziehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.