2021

»Wiesbaden: Kein Wettbewerbum niedrige Gewerbesteuer.«
Es gibt so viele Dinge, die ich nicht verstehe. Andere dagegen schon. Aber das nutzt mir nichts.
An dem fehlenden Leerzeichen habe ich mir geraume Zeit die Zähne ausgebissen. Bummm!

Leser der Schrottpresse haben den Winterschlaf dieses Blogs bemerkt; über die Gründe kann ich ehrlich gesagt wenig sagen, weil ich es selber nicht genau weiß. Der Mangel an Geschichten, das Fehlen von Ereignissen, der steigende Widerwillen bei Wiederholungen oder die persönliche Situation? Das Alter und liebe Gewohnheiten spielen sicherlich auch eine Rolle.

13.2.2011, 22:04 Uhr Da erschien hier der erste Text. Das ist eine ziemlich lange Zeit her. Ich lebte in England in einem Zimmerchen über einem Pub nahe Londons, ein professioneller Reisender in Sachen Rock’n’Roll. Jedes Wochenende Motorrad-Ausflüge in die Museen der Gegend oder einfach nur Land und Leute beobachten oder einen kurzen Trip nach Schottland auf eine Portion Haggis. Man wird alleine in einem Land ausgespuckt und muß zusehen, wie man überlebt. Das war nun schon das zweite Land, aber nirgendwo auf dem bisschen Welt, das ich erleben durfte, fühlte ich mich so warm aufgenommen und beschützt wie dort. Aber das nur am Rande.

Das Schreiben gegen die gelegentlichen Anfälle von Einsamkeit. Obwohl ich eigentlich nie einsam war. Da war die Yamaha XJ900 (31A), meine Wirtsleute Gorry und Colin, die Arbeitskollegen, meine Auftraggeber fast am anderen Ende Europas und über dem großen Teich, die beruflichen Reisen von Lissabon bis Moskau. 30, 40.000km pro Jahr mit dem Motorrad kommen da so schnell zusammen wie eine gesunde Abneigung gegen jeden Flughafen dieser Welt.
Also begann ich das, was ich erlebt habe aufzuschreiben. Meist (oder eigentlich immer) durch die Brille desjenigen, der noch den Helm aufhatte und einen Handschuh an, unmittelbar erlebt und unverdaut. Motorräder und Rock’n`Roll, Reisen und gar nicht mehr so fremde Menschen. Gerade eben passiert und schon in die Tastatur gehauen.

England ist nicht mehr. Gorry und Colin haben den Pub »Chequers« an einen Nachfolger übergeben und Johnson hat seinen ganz persönlichen Brexit. Überhaupt hat eigentlich jeder seinen ganz eigenen Brexit und genau das scheint das Problem zu sein. Truck-Driver, denen man an der Grenze die Wurst vom Sandwich nimmt, weil es da irgendwelche Einfuhrverbote gibt und sich dann wundert, daß es keine LKW mehr gibt, die eine Tankstelle anfahren oder die Regale von Tesco befüllen. Rock’n’Roll Tourneen sind seit zwei Jahren verboten, sonstige Arbeit gibt es nicht… die offiziellen Verlautbarungen über eine angebliche Wiedereröffnung irgend eines Kulturbetriebes sind durch die Bank Makulatur. Das steht zwar nicht in den Zeitungen, aber es gibt ja noch Email und Telephon. Und was die lieben Kollegen erzählen, ist mit dem Wort Kahlschlag nur sehr unzureichend beschrieben. Vor allem das, was mir die Freunde aus England berichtet haben, ist ein Desaster. Die ihr eintretet, laßt alle Hoffnung fahren! Brexit und Corona.
Aber das sind ganz persönliche Einzelschicksale, nicht repräsentativ für die für die Masse der Arbeitnehmer, hab ich mir sagen lassen.
Dann will ich mich auch gar nicht beschweren.

Der Kampf ums Überleben wird nun mit anderen Waffen geführt. Die sind halt nur leider alle ziemlich stumpf.

Also seit 2 Jahren mehr oder weniger (mehr) zu Hause. Dank an fefe, daß die Erklärung so zwingend auf der Hand liegt:

»”Viele Menschen haben miterlebt, wie Menschen in ihrer Umgebung an COVID gestorben sind. Das hat sie zu der Überzeugung gebracht, dass das Leben kurz sein kann und dass es besser ist, jetzt zu leben als es auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben”, sagte Torsten Müller-Otvös laut Financial Times.
“Das hat auch den [Rolls-Royce-Verkäufen] sehr geholfen”, fügte er laut der Zeitung hinzu.
[…]
Müller-Otvös äußerte sich nach dem bisher größten Verkaufsjahr des Automobilherstellers: Laut Financial Times verkaufte Rolls-Royce im Jahr 2021 5.586 Fahrzeuge, eine Steigerung von 49 Prozent gegenüber 2020.«

Des einen Freud, des anderen Leid. Und damit kommen wir langsam zur Monothematik (und nähern uns auf Katzensohlen den Gründen, warum ich des bloggens müde bin). Stefan R. hat gestern auf seinem Blog den zyklischen Ronny des Monats, Baureihe Januar 2022 verliehen.
Platz 1 eroberte sich ein »Herr« namens Bernd Klein. Dazu geliefert wurde ein Link zu Twitter, in dem dieser Mann ohne Ohren die Hinrichtung von Karl Lauterbach empfahl/verkündete. Als ersten Reflex wollte ich gleich eine Meinung zu dieser gelungenen Wahl posten, besann mich aber eines Besseren; (mindestens) eine Meinung hat ja jeder und ich wollte mich erst mal »informieren«, wer diese Witzfigur eigentlich ist. Außerdem bin ich aus dem Video nicht schlau geworden und hab mir das transkribiert. Buchstaben haben auf mich immer noch die größere Wirkung als Gebrabbel.

»Es gibt ein Impfregister und wer nicht geimpft ist, ist da drauf. Das heißt also, das ist ein eindeutiger Verstoß gegen die Nürnberger Gesetze, Nürnberger Codes, gegen Menschenrechte und so weiter und so fort. Daß …ähm… Gericht der Champion Nation® verurteilt Lauterbach hiermit zum Tode. Also wegen, natürlich, menschenverachtender Handlung und Genozid, Völkermord und so weiter. Also, wir …«

An der »Champion Nation® « hatte ich etwas zu kauen, diese Art der Begriffsstutzigkeit, die sich einem vollkommen fremden Wort einstellt. Also erst mal eine Tasse leckeren Bunt-Lack eingeschenkt (von wegen Augenhöhe) und die Suchmaschine angeworfen.

»„Dr. Coldwell [Bernd Klein] ist amerikanischer Arzt für Naturheilkunde (NMD Doctor of Naturopathic Medicine), Weltweit führender Experte für Motivations- und Selbsthilfe Training, 25-facher Best Seller Autor (Mit Büchern in 9 verschiedenen Sprachen) mit über 57 Millionen Lesern, Er hatte bisher 7.1 Millionen Live Seminarteilnehmer, 5 Milliarden Video Views, 4000 plus Radio und TV Interviews…«

Ein typischer Royce-Rolls-Kunde, möchte man meinen.
»Noch so ein Spinner, den man einfach reden lassen und den man ansonsten ignorieren sollte?« (Stefan R.) Ja, sollte man! Die Realität hat uns bereits eingeholt – dazu braucht es nicht diese Konkurrenzveranstaltung zu Scientology, denn um eine solche scheint es sich bei Dr. C. zu handeln.
Wo ist die Opalkatze oder die Dame von Welt, wenn man sie braucht? Die haben doch immer so viel Spaß beim recherchieren gehabt. Ich nicht. Je länger man sich auf diese Personen im Netz konzentriert, um so schlechter wird einem. Soviel Lack kann man gar nicht saufen.
»… Noch so ein Spinner, den man einfach reden lassen…«
Der zu Recht pseudo-intellektuell titulierte Blog des ehemaligen Bloggers Epikur schrieb vor nicht allzu langer Zeit:

»Vor dem Haus der Sozialministerin Köpping (SPD) in Sachsen, fand Anfang Dezember 2021 ein Fackelaufzug statt. Es war der Versuch die Politikerin einzuschüchtern. Ich begrüße diese Form der Radikalisierung zwar nicht, aber…«

»Zensur. Gleichschaltung. Repression. Einschüchterungen. Demonstrationsverbote. Und so weiter. Wie könnte ich dieses totalitäre Regime einfach beiseite schieben?«

Wie auf der Schrottpresse üblich, sind die Zitate vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen und verfälscht (schullige, Epikur – ich kann nicht anders!). Wem danach ist, kann sich die Quelle bei Epikur gerne selber zusammenlesen. Ich verlinke auf diesen Schwachsinnigen nicht.
Ich hätte da übrigens auch noch ein Zitat:

»Ein Passant sagte später aus, dass er “in die Gesichter dieser ‚Männer‘ blickte. Sie waren anscheinend überzeugt, für Deutschland eine große Tat zu vollbringen”. Die Ausschreitungen am Albrecht-Dürer-Platz fasste das Landgericht Schweinfurt so zusammen:
“Aus der Siebenbrückleinsgasse, einer Gasse, welche auf den Albrecht Dürerplatz einmündet, kamen zahlreiche Personen und drangen in die dem Anwesen Bildstein gegenüberliegende Wohnung der Israeliten Neumann ein und führten dort Zerstörungen durch. Nachdem der Haufen die Wohnung Neumann verlassen hatte, überquerten die Teilnehmer desselben den Albrecht Dürerplatz und drangen in das Anwesen Bildstein ein. Die Gewalttäter wollten die Auslagenscheiben zerschlagen, wurden aber daran von der Schwester des Kaufmanns K., welcher das Anwesen Bildstein käuflich erworben hatte, verhindert. Die Eindringlinge verübten in der Wohnung Bildstein Gewalttätigkeiten an der Wohnungseinrichtung.”« 

Spaziergang November 1938

Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Ich habe Epikur als Schwachsinnigen bezeichnet, nicht als SA-Mann; das ist das Höchstmaß an Zuvorkommenheit, was ich in diesem Zusammenhang noch aufbringen kann.

Ob von diesem Bernd Klein eine echte Gefahr ausgeht, kann man natürlich nicht sagen. Vermutlich ja. Aber die Saat braucht Klein nur noch zu pflegen, gesät haben bereits andere und begießen dieses Feld täglich.

Was wurde eigentlich aus Jana aus Kassel?

Die Schrottpresse hat sich immer als Fachblatt für Ackerschlepper, Kleinbildzucht und Damenmode verstanden. Außerdem für die Schönheit des Lebens, der Würde des Menschen und einem Mindestmaß an Respekt.
Das ist im Moment wohl wenig gefragt.

Aber bevor hier irgendein Verdacht aufkommt. Stay tuned!

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20 Antworten zu 2021

  1. Ich wünschte, mir würden Worte einfallen, die dich wieder aufbauen.

    Keep the frequency clear. Auch wenn du nur alle paar Monate einen Funkspruch absetzt.

  2. Ex-Vermieter sagt:

    “Man weiß zu wenig.” zitiere ich einen mir Unbekannten.
    Und muss man die Gründe genau kennen und benennen können, warum der Ausstoß an gepresstem Schrott stark schwankt?
    Hocherfreut über jede Lieferung.
    Von anderen Dingen weiß man schon zu viel.
    Immerhin: Höchstmaß, alle Achtung!
    Alles Gute!

  3. Annika sagt:

    Wie schön, von dir zu lesen, in alter Frische, man merkt dem Text gar nicht an, dass du keine Lust mehr hast, Texte zu schreiben. So gut wie eh und je.
    Aber für alle in deiner Branche ist “die Durststrecke” unterdessen ein Euphemismus. Überall Existenzvernichtung wegen einer Pandemie.

    In Berlin haben Läden, ach was: Institutionen(!) geschlossen, die gab es schon in den 80ern und jetzt? Futsch. Einfach so.

    • Pantoufle sagt:

      Moin Annika

      Schön, Dich mal wieder zu lesen!
      »die Durststrecke« heißt jetzt freier Fall. Die jüngeren suchen sich was anderes, die älteren oder hochspezialisierten suchen… na ja, irgendwas eben. Vorzugsweise einen Strick.
      Das letzte Mal, daß ich etwas über die Veranstaltungsbranche gelesen habe, war bei der Massenabsage von Weihnachtsmärkten. Und denen wird ja (vermutlich genau so lächerlich wie uns) »geholfen«. Bei allem Verständnis für die Kollegen und Familien vom Jahrmarkt: Das ist nicht die Veranstaltungsbranche. Das ist – wenn überhaupt – ein Promillewert der Beteiligten. » Wir kümmern uns um die Nöte der Betroffenen!« Für das Krankenpflegepersonal gabs wenigstens noch Applaus vom Balkon. Für uns erheblich weniger.

      Und das erbittert mich eben auch: Da setzen sich ein paar Home-Office-geplagte Idioten hin, verbreiten irgend einen kleinkarierten Schwurbel und bekommen trotzdem noch Geld für irgend eine »Beschäftigung« zugesteckt. »Demokratischer Widerstand«, ZG-Blog und wie das Gesocks sich nennt. Flatter hat das ziemlich gut in seinem Text »Jahresabschied vom Widerstand« geschrieben – ich muß das hier nicht noch einmal ausbreiten.

      »Die Bewegung Corona-Anwalt finanziert sich durch die Spenden, daher ist für die Bewegung jede Unterstützung sehr wichtig. Wir danken Dir schon jetzt für Deinen finanziellen Energieausgleich!«
      Selbsthilfe zur Corona-Selbsthilfe. Wie beruhigend, daß sie sich die Kohle so leicht aus der Tasche ziehen lassen. Wie hieß der? Reiner Füllmich. Nomen est Omen.

      Jana aus Kassel hat wenigstens noch gesagt, sie fühlt sich wie Sophie Scholl. Diese Pfosten wie Epikur und ihre unglaublich dummen Kommentatoren meinen ja mittlerweile, sie wären es tatsächlich. So ist das also, der Verlust jeglicher Bodenhaftung.
      Dagegen geht’s mir noch verhältnismäßig gut, also nur keine Sorge um mich.

  4. Siewurdengelesen sagt:

    Das Unverhältnismäßige zwischen Kultur und Wirtschaft bei den “Corona-Hilfen” ist schon lange ein politischer Fauxpas mit Ansage. Was soll man auch die bei Laune halten, von denen für die Karriere nichts zu erwarten sei? Und neben der Durst- ist es auch eine Fruststrecke mit steigender Tendenz in dieser Branche.

    Die Dame von Welt hat vermutlich auch das Pispers-Syndrom, welches zum praktisch vollständigen Einstellen Ihres Blogs geführt hat. Wenn so gar nichts passiert in Sachen Reflektieren der Kritik geschweige denn sich etwas ändert?!

    “Was wurde eigentlich aus Jana aus Kassel?”

    Kassler:in?

    Mir will ja immer wieder so rein dialektisch versuchen, ein wenig auch den Aspekt der Querdenkerszene plus Umfeld zu verstehen. Aber so richtig komme ich nicht bei damit und sich trotz aller berechtigter Kritik den problematischen Teil dieses Protests schön oder besser weg zu reden funktioniert bei mir einfach nicht.

    Da hat z.B. Juli Zeh eine durchaus akzeptable Sicht dazu geäußert, die allerdings dann versagt, wenn der Protest bewußt und provokativ mit bestimmten nicht nur Corona-Regeln bricht, um sich die nötige Präsenz zu verschaffen. Das permanente Spielen mit Bezügen zur Zeit des Faschismus gehört dazu und offenbart neben der demonstrativ zur Schau getragenen “Kinderliebe” mehr wie alle Schutzbehauptungen, wes Geistes Kind diese Menschen sind.

    “Stay tuned!”

    Aber sicher;-)

  5. Pantoufle sagt:

    Moin, Siewurdengelesen

    »Wenn so gar nichts passiert in Sachen Reflektieren der Kritik geschweige denn sich etwas ändert?!«

    Ja, dafür hätte ich das vollste Verständnis.

    »“Was wurde eigentlich aus Jana aus Kassel?” Kassler:in?«

    Nein, eben nicht! Sie dient jetzt als Blaupause für die Geistesriesen auf Telegram und Twitter.

    »…ein wenig auch den Aspekt der Querdenkerszene plus Umfeld zu verstehen.«

    Nö, will ich von Tag zu Tag weniger! Na gut, weil Du es bist und obwohl ich mich dazu eigentlich nicht äußern wollte.
    Natürlich verstehe ich den Widerwillen gegen eine Impfpflicht. Wohl ist dabei sicher keinem denkenden Menschen. Abgesehen gibt es eine derartige Pflicht bereits gegen Masern und Pocken. Die Wirkung von Totstoffimpfstoff bei Pocken ist übrigens noch grottiger als bei Coronaimpfungen.
    Genug – mehr gibt mein Youtube-Professorentitel nicht her.
    Das ist auch gar nicht der Punkt. Angesichts des angerichteten Schadens käme die Impfpflicht vermutlich so oder so zu spät.
    Ich habe jetzt 2 Jahre gesehen, in denen »die Politik« bei den kleinsten Anzeichen der Besserung der Lage die Tore der Fußballstadien weit öffnete (und die Menschen wie Hammel hineinströmten). Wäre das so etwas wie die Pest gewesen und keine Krankheit, die man auch überleben kann, hätten wir jetzt Zustände wie nach dem dreißigjährigen Krieg. Wie die Langzeitfolgen von Corona-Erkrankungen aussehen, weiß kein Schwein. Und während dessen faseln sie in Berlin etwas von der Öffnung der Freibäder im Sommer, dem Urlaub in Malle und fleischloser, biologisch abbaubarer Außenpolitik.
    Kann es sein, daß wir vollkommen grottig regiert werden? Und zwar schon so lange, daß sich mittlerweile jeder daran gewöhnt hat, daß es ein Kulturmerkmal geworden ist?
    Es ist doch im Grunde wie mit dem Erstarken der Nazis auf breiter Front. Jetzt suchen sie den Dialog und das Gespräch. Mit den Quarkdenkern ebenso… Muß man mit Klimawandel-Leugnern auch erst so viel Verständnis haben, ihre kruden Ideen und ihre Wissenschaftsfeindseligkeit in Talkshows zu diskutieren, als würde es sich um Tatsachen handeln? Mit den Nazis hat man sich in diese Sackgasse bereits begeben. Mit den Schwurblern ist man dabei.

    Na schön. Du könntest ja nun zu Recht behaupten, ich als Blogger des Ausgleichs könnte meine Plattform ja dazu verwenden, einen Dialog zu etablieren, um mit den Nichtreichsdeutschen und Nichtnazis unter den Schwurblern ins Gespräch zu bekommen. Meine Argumente (wenn ich denn welche hätte) gegen die natürlichen Selbstheilungskräfte des Menschen, Wurmmittel und Klangschalentherapie, Bill Gates Chips und den großen Reset, Er/Sie/Es sind Sophie Scholz oder einen gemütlichen Spaziergang vor das Haus eines angeblich »verantwortlichen« Politikers zu machen.
    Da wäre ich aber schnell am Ende meiner Weisheit! Thermodynamik gegen Klangschalentherapie – das muß schiefgehen. Und wenigstens bei dem Schwurbelballett von Epikur ist obenstehende Beschreibung vollumfänglich zutreffend.

    Die ganze Diskussion findet ausschließlich nunmehr unter Zivilisationskranken statt und ich nehme mir die Freiheit, sie auf mein privates Umfeld zu beschränken.

    • BerndH60 sagt:

      Gottseidank bin ich Ingenieur.
      Deshalb musste ich noch nie über altchinesische Schwerkraft oder sanfte Thermodynamik diskutieren.
      -gefundene Netzperle-

    • Siewurdengelesen sagt:

      “Na gut, weil Du es bist und obwohl ich mich dazu eigentlich nicht äußern wollte.”

      Merci;-)

      Mir geht es nicht um das Rechtfertigen der Schwurbler und den noch übleren Gestalten der Szene, sondern einfach um das Prüfen der Argumente beider Seiten für mich zwecks Abgleich.

      Diese sind maximal im kleinen Kreis des eigenen Umfelds zu erreichen, aber in aller Regel für einen Diskurs verloren, weil sie entweder nicht wollen oder von vorneherein wissen, dass sie lügen. Das ist dann dieses mit “Nazis aka besorgten Bürgern reden” und das ist sinnlos. Die Zwecke dahinter sind siehe Füllmich Kohle und bei anderen Ideologie und/oder Dummheit, um die eigene Gewalt per selbstinszenierter Opferrolle zu rechtfertigen – schöner Gruß an Jana und Co.

      Aber da muss man doch was machen können. Also mache ich den Schnelldenker und stelle mich da mit hin, wo schön laut geblökt wird und fordere für mich! die Solidarität ein, die ich selber Anderen verweigere. Weil die waren ja selbst schuld, weil sie sich nicht genügend gestreckt haben in der Ellbogengesellschaft, in der es doch jeder schaffen kann.

      “Kann es sein, daß wir vollkommen grottig regiert werden? Und zwar schon so lange, daß sich mittlerweile jeder daran gewöhnt hat, daß es ein Kulturmerkmal geworden ist?”

      Das ist der Punkt. Zu dieser Veranstaltung namens “Parlamentarische Demokratie” hatte ich bereits bei flatter etwas verbrochen und diese ist einfach nur noch Ritual, dass in Abständen von Bullshit-Bingo-Phrasen unterbrochen wird, wenn es wie hier Übergriffe auf Politiker gibt o.ä.

      Dann kommt schnell der Sprech nach härteren Strafen, gespaltener Gesellschaft und etwas Betroffenheitslyrik und dann ganz schnell wieder business as usual. Und genau so verhält sich das im Umgang mit der Pandemie und den dadurch wirklich Betroffenen.

      Wo kämen wir denn hin, wenn nicht die Unternehmen und Banken gepampert werden, sondern wirklich Bedürftige statt der kostenlosen Lippenbekenntnisse? Das ist doch mindestens Sozialismus oder gar Kommunismus. Da kann man ja HartzIV und andere lustige Sachen zum Einhegen des “gesellschaftlichen Bodensatzes” auf Mindestniveau gleich mit abschaffen.

      Mir gefällt dieser Müll auch nicht. Nur ist es eben auch nicht sinnvoll, die “Corona-Diktatur” gegen die einer die Querdenker befeuernden Rechten zu tauschen. Das haben die ganzen “linken” Querfront-Fuzzis schon nicht gerafft und jetzt rennen die ehemaligen Wahnwichtel erneut in dieses Messer. Das die dabei gewonnene “Freiheit” auch wieder nur auf der verlustigten Anderer fußt, sehen sie nicht, sondern auch da klappt der Trick, den Georg Freisler gut besingt.

      Eine kluge Frau namens Jutta Ditfurth hat bereits 2012 von der “Sehnsucht (deutscher) Konzerne nach ein bisschen Diktatur” und der Tatsache geschrieben, dass sich niemand dem Kapitalismus entziehen kann und wir deshalb immer nach Brecht die “im Dunkeln, und die andern (sind) im Licht” finden werden.

      Und das haben jetzt sogar die NDS “herausgefunden” und huch, nun trifft es auf einmal nicht nur ein paar, die man sonst nicht wahrnimmt, sondern ein paar mehr und womöglich einen selber! Und da gab es vorher eine Bankenkrise, eine Flüchtlingskrise, eine Klimakrise, noch ein paar andere und jetzt die Corona-Krise.

      Lassen wir das ganze Vorher weg und konstatieren: Das System ist die “Krise” und Covid-19 ist die einzige, die dieser Ramschladen nicht direkt selbst verursacht hat, dann nicht ernst genommen hat und bis heute nicht nimmt im Sinne der Allgemeinheit und die nicht ausgesessen werden kann, weil sie zwar auch die “Märkte bereinigt”, aber eben nicht final mit marktwirtschaftlichen Reglementarien zu bewältigen ist (was auch etwas das schlechte “Krisenmanagement” erklären kann, welches ja immer marktkonform zu sein hat). Die “Kosten” dafür krachen sowieso nach unten auf den Buckel, wie man an Dir ja bestens sieht, und bereichert wird sich dabei trotzdem daran.

      • Pantoufle sagt:

        Moin, Siewurdengelesen

        »…Covid-19 ist die einzige, die dieser Ramschladen nicht direkt selbst verursacht hat«

        Jein! Eine Krise wird ja erst zu einer, wenn ein Problem wenigstens stellenweise außer Kontrolle gerät. Und diese ist trotz des immerhin überschaubaren Problems erst durch ein kaputtgespartes Gesundheitssystem, einer IT-Struktur aus dem frühen Germanium und einem offensichtlichem völligen Versagen eines Bildungssystems zu einer Krise geworden. Da kommt noch das Eine oder Andere hinzu, aber für den Anfang reicht das schon. In Sofern…

        »Mir geht es nicht um das Rechtfertigen…«

        Nein, so hatte ich das auch nicht verstanden. Ich wollte auch nur andeuten, wohin diese Suche nach Verständnis führt, wenn man sie zu Twitter und Telegram ausdehnt. Oder wie in meinem Falle, auf die Schrottpresse.

  6. Fred sagt:

    Ja die Dame fehlt mir auch, zumal die lesenswerte Bloggerszene überschaubar geworden ist. Entweder sind viele abgedriftet, sprich nicht mehr lesenswert bzw. zum mitdiskutieren geeignt, oder sie haben den Stecker gezogen.
    Schade.

    Und ja, Kritik ist richtig und vor allem immer wichtig. Es kommt aber auch immer auf das “wie” an.
    Wer als “Lösung” eine reaktionäre Erzählung parat hat und VT sind i.d.R. immer reaktionär, der will nur etwas “ändern” und das egal wie, aber damit hat er sich für mich aus dem Diskurs verabschiedet.

    Wer dann nach dem Feind vs. Feind=Freund-Schema agiert und diese Veränderung mit u.a. Faschisten durchsetzen will, hatte noch nie etwas gutes im Sinn. Die Relativierungen und Bagatellisierungen beweisen das nur.

    Es war Robert Misik der mal sagte: ” Mich interessiert es nicht ob Wähler von Naziparteien selber Nazis sind oder nicht…”, dass Ergebnis ist ja das Gleiche und Faschisten ist es ehrlich gesagt auch wumpe wie sie an die Macht gekommen sind.

  7. Stefan R. sagt:

    Moin Pantoufle! Den guten Wünschen hier kann ich mich nur anschließen – Ohren steif!
    Zur stetig wachsenenden Welle der Quarkdenker (auch Sonneborn driftet gerade wohl ab (und lässt sich dafür die Pupe lutschen – gute Reise und fall’ nicht!) passt sehr schön, was Jörg Kachelmann schon 2014 über Chemtrail-Gläubige sagte:

    “Es gibt viele Länder, in denen der Glaube an die nichtexistenten Chemtrails nicht oder nur marginal existiert. In deutschsprachigen Ländern gibt es eine erhöhte Affinität durch den weit verbreiteten Antiamerikanismus und durch eine gewisse Verwandtschaft zwischen der braunen Esoterik mit dem grünen Sturzbetroffenenmilieu, das auch lieber mal die eigenen Kinder ungeimpft an Masern sterben lässt. Die einzigen nicht Dummen in der Chemtrail-Geschichte sind die Neonazis, die zwar nicht an Chemtrails glauben, aber den Begriff nutzen, um Wählerschichten zu rekrutieren, an die sie sonst nicht herankämen.”

    • BerndH60 sagt:

      Aus dem von dir verlinkten Artikel mit Kachelmann, halte ich persönlich für ganz wichtig:
      “Dazu kommt, dass es gerade in Deutschland oder Österreich eine Kultur der Fremdschuld gibt. Wenn es jemandem nicht gut geht, muss irgendjemand anders dafür verantwortlich sein.

  8. Pantoufle sagt:

    Moin Stefan R., Moin BerndH60

    @Sonneborn. Ja, ich habe schon heute Morgen bei Frau Mühlstein den Fascho-Troll Huessy gesehen, der dort sein Bäuerchen über Sonneborn gemacht hat. Nach Kevin Klein ist aber erst mal genug Twitter für diese Woche. Und ob das nächste Woche immer noch „wahr“ ist… Inhalte überwinden!

    »…gewisse Verwandtschaft zwischen der braunen Esoterik mit dem grünen Sturzbetroffenenmilieu«

    Das »grüne Sturzbetroffenenmillieu« hat schon eine klar erkennbare Affinität zu Autorität und dem Glauben, daß man die Einsicht in die Notwendigkeit durch Befehl beschleunigen kann. Und spätestens seit der sprachlich äußerst fragwürdigen Unterscheidung zwischen »Realos« und »Fundis« ist dem Missbrauch Tyr und Thor geöffnet.
    Vor kurzem las ich irgendwo (fragt nicht wo: Quelle Internet) das Statement eines »Realos«, der sinngemäß behauptete, man könne durchaus mit den Nazis mitmarschieren, wenn nur genügend gemeinsame Schnittmengen da wären.
    Bildungsferne Schichten kennen keine Parteigrenzen.

    Einer »Kultur der Fremdschuld« kann auch ich mich nicht ganz entziehen. Bei all den Spaziergängen wundert es doch ein wenig, daß man sich dabei auf das Thema Maskentragen oder 2G beschränkt. Wenn man schon mal dabei ist, könnte man ja auch Altersarmut, Obdachlosigkeit oder Hartz4 gleich mit auf die Plakate setzen. Oder das Flüchtlingsdrama. Dafür gibt es Schuldige.
    Ich weiß ja schon, was Kachelmann mit Fremdschuld meint. Aber den Begriff sollte man mit Vorsicht anwenden.

  9. flatter sagt:

    Komisch, bei mir lesen so viele wie lange nicht, sie reden überall über mich, aber kaum wer mit mir (jedenfalls auf diesem Blog, wo der brutale manierenlose Säzzer Unschuldige von der Blogrolle ballert und Trolle in ihre eigenen Exkremente taucht).
    Die neue Weltsprache ist offenbar die dritte des Niederrheiners, der bekannterweise “Platt, Deutsch onn övver angerte Lü” spricht.
    Aber hier ist es wenigstens gemütlich dabei, nicht so dampfend vor Kleinbürgerempörung und Pechfackelgeruch. Komme ich öfter her. Kopier doch ab und an was auf dem Telefonbuch hier rein, wenn dir nix einfällt, dann bringe ich was zu saufen mit und wir palavern dummes Zeuch.

    cheers

    • Pantoufle sagt:

      Moin Flatter

      Ja, so ein Säzzer ist schon was praktisches. Bei der momentanen Bewegung am Markt täte man sich sowieso einen Gefallen, wenn man schon aus Prophylaxe ballern würde. (hektisches durchblättern der eigenen Blogroll, ob da noch irgendwelche Aussetzer vor sich hindunsten. Alles vollsinnige Menschen, puhh…)
      Außerdem habe ich in den Kommentarzeilen gelesen, Du wärest ein Tyrann (obwohl das ja der Säzzer war). Auch sollst Du angeblich rauchen!!einzelfzig!!

      Saufen klingt extrem gut und dabei die Bude vollqualmen! Dummes Zeug labern sowieso. Und Du bringst Dünnbier ausm Pott mit? Dann würde ich glatt die Prototypen meiner letzten Lautsprecher beiseite räumen und einen Aschenbecher leeren. Oder auch zwei.

  10. R@iner sagt:

    Moin. Was Jutta Ditfurth schreibt: Tweet 1/5

    Ich weiß nicht, warum einige hier eine neue „Spaltung der Gesellschaft“ beklagen. Diese Gesellschaft IST gespalten, durch den Grundwiderspruch von Kapital Arbeit, gespalten in Klassen soziale Schichten. Die #CoronaQuerfront hat relativ kleine Teilmengen mit mehreren Milieus [..]

    OT: Nettes Tool: Wokwi, ein Online Arduino Simulator

    • Pantoufle sagt:

      Moin R@iner

      Na gut, dann also wieder Twitter. Ja, es stimmt, was die Ditfurth beschreibt, auch wenn ich diesen Begriff der »Querfront« aus Gründen des lex parsimoniae für überflüssig halte.
      Jedenfalls schreibt Epikur nun Disclaimer unter seine Texte; ist gut gemeint…
      »Herr Wachtmeister, Herr Wachtmeister – der hoch erhobene rechte Arm ist nur wegen der Mücke dort, die von schräg oben kommend, einen Angriff auf mein Ohr gestartet hatte!«

      Mehr als die Hälfte meines Lebens ist OT – die letzte Woche habe ich damit verbracht, die Ergebnisse, die ich mit einem DSP erarbeitet habe, in eine analoge Schaltung zu übertragen. Ganz im Sinne von digitaler Nachhaltigkeit, weil es den DSP in 6 Jahren garantiert nicht mehr geben wird, so wenig wie die Software dafür. Aber die konventionellen Bauteile garantiert immer noch. Ist jedenfalls fertig und läuft prima. Wenn der »Kunde« sich für eine Farbe des Gehäuses entschieden hätte, wäre ich schon fertig.

      • R@iner sagt:

        DSP? Macht da noch jemand etwas damit? Ich bin nicht auf dem Laufenden. Das letzte Mal mit so einem Ding ist genau 30 Jahre her.

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