Warum hier nichts über den Bundespräsidenten steht

Einer meiner Leser fragte mich gestern am Telephon, warum hier nichts über C. Wulff stehen würde – erwartungsfroh hätte er das Qualitätsmedium Schrottpresse angesteuert, gesucht… weiter gesucht…noch ein wenig geblättert, aber dann doch nichts gefunden.
Stimmt also! Nichts vom Bundespräsidenten!
Die Antwort ist so einfach wie sachlich: Die Redaktion der Schrottpresse läßt sich nicht provozieren! Schon gar nicht von diesem ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten! Oder von der FDP. Über die steht hier auch nichts! Eben so wenig wie über Angela Merkel, die aus Brüssel zurück ist, ein bedeutungsvolles Gesicht vor ihrem Schädel trägt und jedem erzählt, daß man nichts, was sie sagt, in seiner Bedeutung überschätzen kann.
Wie gesagt: Redaktionskampfhund Oskar und ich lassen uns nicht provozieren.

Während Oskar mit der dem größten Lammknochen der neueren Geschichte im Garten liegt, will ich das kurz erläutern.

Trivia und Varia aus Niedersachsen: Die Landeshauptstadt Hannover, einer bemerkenswert komfortabel ausgebauten Tankstelle zwischen Frankfurt und Berlin, ist dafür bekannt, das jeder mit jedem und alle miteinander immer irgend etwas kungeln. Das ist seit den Zeiten der Völkerwanderung so und wird sich nie ändern.Hat sich keiner der Leser jemals gefragt, warum es die Band „Scorpions“ noch gibt? An der Musik kann es ja wohl nicht liegen! Nein: Die existieren nur deswegen noch, weil jeder neugewählte Ministerpräsident ein Ständchen von diesen Recken der stromdurchflossenen Gitarren haben will. Nur von denen! Also sorgt man dafür, daß die Herren immer irgendwo einen Gig oder eine Vertragsverlängerung bekommen. Seit gefühlten 126 Jahren! Das ist in Hannover so. Man hilft sich gegenseitig, und wenn es noch so weh tut!

Und nun ist ein Politiker aus Niedersachsen Bundespräsident geworden. Was, in Gottes Namen, hat die erlauchte Leserschaft eigentlich erwartet? Da hat ein Geschäftsfreund einem hohen Politiker Geld geliehen mit so niedrigen Zinsen, daß die Ersparnis von 50,60 tausend Euro gegenüber einem normalen Bankkredit dafür verwendet werden kann, die Scorpions mal wieder auftreten zu lassen.
In Hannover macht man das so. Die Vermutung, daß der Privatkredit von einer halben Million € von einem Goldhändler und Immobilienhai an den Bundespräsidenten irgend etwas mit Einflußnahme zu tun hätte, entbehrt selbstverständlich jeder Grundlage. Das mag in Bayern so sein oder in Hessen: In Hannover geht die Differenz an die Scorpions. Und das ist keine neue Nachricht!
Also nichts über Christian Wulff.

Über den letzten Parteitag der FDP stand hier auch nichts – auch nichts über den Rücktritt von Generalsekretär Lindner. Alles, was es Wissenswertes darüber zu erwähnen gibt, hat Lindner schon selber gesagt. Er hat gelächelt und „auf Wiedersehen“ gesagt. „Auf Wiedersehen“, weil das garantiert kein Abschied von der Politik war und gelächelt, weil er weiß, daß er einer der Wenigen – wenn nicht der Einzige – der FDP ist, von dem man noch etwas hören wird. Vielleicht hat er auch ein wenig gegrient, weil er Röslers Trick durchschaut hatte, die finale Mitgliederanzahl der FDP zu ermitteln. Während die sogenannten Qualitätsmedien noch rätselten, warum die FDP-Spitze eine so überflüssige Umfrage unter ihren Mitgliedern macht, ergab das Ergebnis des Quorums 21500 gültige Stimmen – wahrscheinlich ziemlich genau die Zahl der aktiven FDP-Mitglieder.
Nimmt man diese Zahl als Grundlage, ist es an der Zeit, sich mit der enormen politischen Macht der „grauen Panther“ zu beschäftigen. Oder der Tierschutzpartei.
Also nichts über die FDP.

Noch kurz Angela „ich bin die Kanzlerin“ Merkel? Sie geht wie üblich zum Rednerpult und verkündet zum wiederholten Male: „Das ist in seiner Bedeutung gar nicht hoch genug einzuschätzen.“ und meint sich selbst damit.
Nichts Neues über das Kanzler.

Und jetzt sehe ich mal nach, wieviel Knochen Oskar schon vertilgt hat.
Oskar: Immer eine Nachricht wert!

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0 Kommentare zu Warum hier nichts über den Bundespräsidenten steht

  1. Pingback: Links des Tages 2011-12-17 | dª]V[ªX

  2. FF sagt:

    Aber trotzdem ist es doch schön, daß da mal wieder eine Politiker-Attrappe in die Luft fliegt! Heißa! Wär‘ doch ärgerlich gewesen, wenn uns diese Knallcharge weiter den um unser Wohl besorgten Staatsmann vorgegaukelt hätte.

    Guttenberg/Wulff – zwei nette, durchaus anerkennenswerte Versuche der eigentlich Mächtigen, uns ihre Strohmänner als „Volksvertreter“ unterzujubeln. Das Marionetten-Modell „Guttenwulff“ hat eben noch ein paar Kinderkrankheiten, die aber bald ausgemerzt sein werden.

    Merke: die Mächtigen in „diesem unserem Land“ werden nicht gewählt. Die passen alle in einen Bus – oder stilecht auf eine Hundert-Meter-Jacht. „Politiker“ gehören da zum „Personal“ und haben den Plebs/Pöbel/Arbeitnehmer/Wähler/uns ruhigzustellen. Leider hat die Machtelite in Wirtschaft/Hochfinanz/Medien in jüngster Zeit große Schwierigkeiten mit dem „Personal“. Die bringen’s einfach nicht mehr richtig. Morbus Mappus…

    Aber das wird schon wieder.

    0

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