war was?

»Ist das, was wir im Schweiße unseres Angesichts erarbeiten unser geistiges Eigentum oder kann damit jeder machen, was er will.« Fragezeichen!
Google macht das, was Mathias Döpfner wollte: Er läßt dem Springer sein Eigentum sein Eigentum sein. Keine Snippets für Welt.de, Computerbild.de, Sportbild.de und Autobild.de

» Die verschlechterte Darstellung führte bei der Suche zu einem Traffic-Minus von fast 40 Prozent. Auf der Google Oberfläche „Google News“ brach der Traffic um fast 80 Prozent ein.[…] Auf Basis der aktuellen Rückgänge beziffert die Axel Springer SE den drohenden finanziellen Schaden durch entgangene Vermarktungsumsätze im siebenstelligen Bereich pro Marke bezogen auf das Gesamtjahr.
Axel Springer hat die VG Media inzwischen beauftragt, Google mit Wirkung zum 5. November 2014 auch für die vier genannten Titel eine Gratis-Lizenz zu erteilen.«

Geistiges Eigentum des Axel Springer-Verlages!

Soso: Einbrüche im siebenstelligen Bereich. Google bietet eine Dienstleistung, die der Verlag schmerzlich vermisst. Wäre die freie Marktwirtschaft eine solche, wäre jetzt der geeignete Moment, Google Geld dafür zu bieten, damit sie wieder diese kleinen Textschnippsel veröffentlichen, in denen die Verlage ihr geistiges Eigentum erblicken.
Schmerzlich findet es der Verlag überdies, daß Google eine Monopolstellung auf ihrem Gebiet hat. Der Axel-Springer-Verlag haßt Monopolisten. Und fährt deshalb vermutlich niemals mit der Bahn, Stromrechnungen werden nicht bezahlt und Microsoft aufs Messer bekämpft. Gibt es eigentlich Altavista noch? Bing böte sich an oder DuckDuckgo. Aber nein: Sie wollen ja unbedingt Google.

Ob sie Google 1998 wohl auch gewollt hätten, wenn Larry Page sie um ein paar hunderttausend Dollar angeschnorrt hätte? Er habe da so eine Idee, ein Programm – das könne Seiten im Internet finden. 15 Jahre später findet man die Antwort auf diese (nie gestellte) Frage: Das Leistungsschutzrecht, das bedingungslose Grundeinkommen für darbende Verleger.
Man kann Fehler natürlich auch zweimal machen.

Axel Springer SE nennt es nun »massive Folgen der Diskriminierung«, daß Google jetzt macht, wozu man sie zwingen wollte: Entweder zu zahlen oder keine Snippets zu setzen. Angebliche Diskriminierung von einer Seite, der man mittels des Bundeskartellamtes versucht hatte, die Pistole auf die Brust zu setzen. Das Amt antwortete mit einer Ohrfeige gegenüber der VG-Media:

»Die Beschlussabteilung hält es daher weder für rechtlich angezeigt noch für zweckmäßig, ein Verwaltungsverfahren auf der Basis der Beschwerde einzuleiten. Insbesondere ergibt sich aus der Tatsache, dass Google für die Listung von Suchergebnissen in den Google-Diensten grundsätzlich kein Entgelt zahlen will, als solcher kein hinreichender Anfangsverdacht für einen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Eine kartellrechtliche Verpflichtung Googles zum entgeltlichen Erwerb von Leistungsschutzrechten ist aus Sicht der Beschlussabteilung nicht anzunehmen. Eine Pflicht von Google zur Darstellung der Webseiten deutscher Presseverlage in einem so großen Umfang, dass das Leistungsschutzrecht nach § 87f UrhG berührt würde, kommt aus Sicht der Beschlussabteilung ebenfalls nicht in Betracht.«

Das alles ist erst einmal ein hübscher Lacher, der einem aber über kurz oder lang im Halse stecken bleiben könnte. Der Bundesministers der Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas bei der „Medienpolitische Stunde“ im Rahmen des 40. Kongresses des Verbandes Deutscher Lokalzeitungen am 24. Juni 2014 in Berlin:

»Ich hoffe sehr, dass es der VG Media gelingt, hier für mehr Fairness im Netz zu sorgen. […] Wir sind an den Erfahrungen, die Sie hier machen, sehr interessiert, und wir werden prüfen, ob gesetzliche Bestimmungen nicht weiterentwickelt werden müssen«

Wenn man ein totes Pferd nicht reiten kann, dann vielleicht aufblasen? Wie einen Zeppelin? Oder noch größer. Dann mit Wasserstoffgas füllen und als Taxi für übergewichtige Zeitungsverleger anbieten.
Der Gaul stank schon, bevor er starb.

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0 Kommentare zu war was?

  1. Pingback: Springer sieht sich als Diskriminierungsopfer (3. update) | -=daMax=-

  2. Welcome back. Kannst du wieder einen Vollfeed anbieten bitte?

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