Unfreiwillig komisch

schäuble

SMS Lüderitz in voller Fahrt. Griechenland bleibt Unser!

 

»Schäubles kleines Einmaleins«, so der Name des Artikel von den Abraum-Halden der FAZ.

»Wenn man es nicht einmal wagt, an einen Bruch zu denken, dann verhandelt man nicht. Wenn man schon vorher erklärt, dass man ein paar Tage vergehen lasse, bevor man dann in letzter Minute das annehme, was einem angeboten wird, wird man verlieren«
Yanis Varoufakis.
»Jedes Land ist völlig frei zu tun, was es will. Aber entweder werde das laufende Hilfsprogramm ordentlich zu Ende gebracht oder wir haben kein Programm.«
Wolfgang Schäuble

Liferea ist ein News-Aggregator für GTK+ und arbeitet sein Pensum bei jedem Neustart automatisch ab. Jede Stunde wird aktualisiert und in unregelmäßigen Abständen lösche ich das, was mir da als News verkauft wird. Es ist nicht neu. Von Mal zu Mal weniger neu und immer öfter steigt Übelkeit auf. Ich kann und mag es wirklich nicht mehr lesen. Das ist für ein Politik-Blog natürlich etwas ärgerlich, wenn Redaktionskampfhund und Chef sich weigern, die gewaltigen Umwälzungen, Krisen und Erfolge wahrzunehmen.

Die Risikogruppe der Demokratie in den Parlamenten geben die Zettel mit den Losungen und Parolen an die wartenden Journalisten aus. Angereichert mit mäßig amüsanten Anekdoten aus den Redaktionen nennen sie es Nachrichten. Und das sind es dann auch. Wie mittelalterliche Ausrufer des Fürsten, die zur Mittagszeit ihr taubes Publikum unter der Dorflinde finden. Botschaften, keine Erklärungen.

Schäubles kleines Einmaleins ist die Umbenennung von »Troika« in EU-Kommission, IWF und EZB. Die Stellung* ist unter allen Umständen bis zur letzten Kugel und dem letzten Mann zu halten.

Gezeichnet
Die Oberbefehlshaberin

*Anweisung ist auch ohne Unterschrift gültig!

Constantin Seibt im Tagesanzeiger

Niels Kadritzke in le Monde diplomatique

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0 Kommentare zu Unfreiwillig komisch

  1. DasKleineTeilchen sagt:

    der wahnsinn wird halt endlich routine. ich versuch für mich auch gerade ne funktionierende strategie auszuarbeiten, um nicht vollständig von thorazin abhängig zu werden.

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    • pantoufle sagt:

      Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
      Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!
      Dort stehn die Prokuristen stolz und kühn
      in den Büros, als wären es Kasernen.

      Dort wachsen unterm Schlips Gefreitenknöpfe.
      Und unsichtbare Helme trägt man dort.
      Gesichter hat man dort, doch keine Köpfe.
      Und wer zu Bett geht, pflanzt sich auch schon fort!

      Wenn dort ein Vorgesetzter etwas will
      – und es ist sein Beruf etwas zu wollen –
      steht der Verstand erst stramm und zweitens still.
      Die Augen rechts! Und mit dem Rückgrat rollen!

      Die Kinder kommen dort mit kleinen Sporen
      und mit gezognem Scheitel auf die Welt.
      Dort wird man nicht als Zivilist geboren.
      Dort wird befördert, wer die Schnauze hält.

      Kennst Du das Land? Es könnte glücklich sein.
      Es könnte glücklich sein und glücklich machen?
      Dort gibt es Äcker, Kohle, Stahl und Stein
      und Fleiß und Kraft und andre schöne Sachen.

      Selbst Geist und Güte gibt´s dort dann und wann!
      Und wahres Heldentum. Doch nicht bei vielen.
      Dort steckt ein Kind in jedem zweiten Mann.
      Das will mit Bleisoldaten spielen.

      Dort reift die Freiheit nicht. Dort bleibt sie grün.
      Was man auch baut – es werden stets Kasernen.
      Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
      Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!

      So, Thorazin hilft also.

      Danke für die Empfehlung!

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      • DasKleineTeilchen sagt:

        nich wirklich, oder vielmehr; man muss seinen unwilligen körper ja auch ab und an von punkt a nach punkt b…*nur* ins bett scheissen nervt irgendwann auch.

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  2. Stony sagt:

    Mein internes Übersetzungsmodul faßt, wie folgt, zusammen:

    V: ‚Alternativlos gildet nicht – laß reden, Alter!‘
    S: „Friß (und erstick dran) oder stirb (halt anders – wie is‘ mir egal)!“
    FAZ: »…«

    Hmmm, was will der Autor (M.M.) uns damit sagen – oder will er gar anderes? Die Erkenntnis traf mich im ‚Büro‘, gleißend durchfuhr sie mich: Ohhh, Ahhh! Geruchsfernsehen gibt es noch nicht, aber die FAZ führt schon mal – wie fortschrittlich! – Geruchsjournalismus ein.

    Warum den Umweg über die Nase gehen, wenn man das Gehirn direkt erreichen kann? Ich bin begeistert! Nur das Aroma… aber, irgendwas is‘ ja immer.

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    • pantoufle sagt:

      Moin Stony

      Dein Modul funktioniert schon in der passenden Richtung.
      Was mich an der ganzen Nummer erbittert, ist die Tatsache, daß man irgend etwas nachlesen kann, warum es nun wieder eklat hat. Die Gründe dafür sind aber vollkommen im Dunklen. Eines ist gewiss: So wie in der FAZ und anderswo beschrieben kann es nicht gewesen sein. Einerseits, weil man sich bereits daran gewöhnt hat, daß einige grundsätzlich lügen, zum anderen, weil man aus dem Geschriebenen nichts anderes folgern kann als daß es sich bei diesem Treffen der Finanzminister um eine Horde schwachsinniger Primaten gehandelt haben muß.

      Daran glaube ich einfach nicht. Sie mögen ja kriminell, kurzsichtig, boshaft oder korrumpiert sein – aber dumm sind sie nicht.

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      • Stony sagt:

        Naja, immerhin geht es schon um was: auf der einen Seite Vertreter einer Ideologie der Menschenleben nur bedingt wichtig sind, in der anderen Ecke Vertreter ebendieser Menschen, die mit der Ideologie ‚an sich‘ kein Problem haben (nur in dieser Ausprägung halt…) – innersystemische Grabenkämpfe, die von der Presse dann noch, drunter macht man es ja nicht mehr, zum ‚Systemkampf‘ hochsterilisiert werden. Nur keine Zweifel aufkommen lassen.

        Heißt »nicht dumm sein« Zweifel haben, zulassen, ertragen können – bei sich und anderen?

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      • Stony sagt:

        Habe ich deinen letzten Satz fälschlicher Weise auf »die Horde schwachsinniger Primaten« bezogen? Beim Schreiben kam mir kurz der Gedanke, daß er auf beide zuträfe, Politiker wie Schreibstubeninsassen, allein ich schob ihn beseite.

        Falls dem so ist: ‚erklären‘ kann ich es mir nicht wirklich, allenfalls Vermutungen anstellen, dahin gehend, daß der „Ernst der Lage“ eine gewisse Unbedingtheit forciert und alle klugen Köpfe, die gegen so etwas anschreiben würden, in den Redaktionen untergehen, resp. sich unterordnen. Solange es nichts „kostet“, können Verlage mit ‚Meinungspluralität‘ (vorgetäuschte freilich) ja durchaus spielen und Kasse machen, sobald es aber „ans Eingemachte“ geht, zeigt sich der wahre Geist.

        Macht nicht viel her; ich teile deine Bitternis und Ratlosigkeit.

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      • DasKleineTeilchen sagt:

        „aber dumm sind sie nicht“. sicher? da scheiden sich gelegentlich schon die geister. halt ich pauschal auch erstma fürn gerücht. najut, „schlau“ is nich „intelligent“.

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  3. pantoufle sagt:

    Föllig OT:

    Was tatest Du, Frau Musica?

    Direktlink Youtube

    Und den hätte ich dann auch noch.

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  4. Kotek sagt:

    Liferea ist ein wenig instabil, das Programm hängt gerne mal mit dem refresh auf die Feeds und brauchte dann einen neustart. Bin jetzt auf QuiteRSS umgestiegen, läuft stabiler und hat auch etwas mehr drauf.

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  5. pantoufle sagt:

    Ja, hallo erst mal…

    Man, man – gegen Abend wird’s dann doch lausig kalt auf der Karre. Und dann gips ja immer wieder Autofahrer, die glauben, das man im Juni um diese Uhrzeit ohne Licht fahren kann. Is aber nicht Juni. Man sollte den Zugang für eine Waffenbesitzkarte für Motorradfahrer deutlich erleichtern.
    Aber das nur nebenbei.

    @Kotek
    Also Stabilitätsprobleme hab ich mit Liferea überhaupt nicht. Siducation, Xfce und 3.9. Kernel. Das einzige Programm was in letzter Zeit gelegentlich rumzickt, ist der Firefox 35.01.
    Was mich auch erheblich mehr stört, sind die Nachrichten an sich – weniger ihre Darstellung. Aber trotzdem Danke für den Tip; ich probiere den mal aus.

    @Stony&KleinesTeilchen

    Ich habe der Gerechtigkeit halber mal 2 Links als Beispiel für gelungene journalistische Arbeit unter den Text gehängt. Nicht nur gut geschrieben, sondern mit Information versehen. Eine eher unübliche Kombination.

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    • DasKleineTeilchen sagt:

      danke für die 2 artikel.

      „Seine einzige Bedingung: das Verteidigungsministerium als persönliche Beute.“

      oha. wusste ich noch nicht. klingt irgendwie klassisch und dangerous. ausgerechnet dem ego-fascho die waffen in die hand drücken? mein griechischer freund hat mir nette sachen über deren militär erzählt.

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  6. pantoufle sagt:

    …und dann war da noch mein Lieblingsfascho, der mir – so schwer es mir fällt zu sagen – den Tag rettete:

    Wie bestellt und prompt fand sich auf »Genuss ist Notwehr«:

    https://edelfeda.files.wordpress.com/2015/02/hirn1.jpg

    Entschuldigt bitte – ich konnte nicht anders.

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