Totalüberwachung

Carl_Spitzweg_-_Sonntagsspaziergang

Der schwarze Block sitzt bei den Pastorschen. Pantoufle und seine Brut sind zum Grillen eingeladen und die Esoterische ist auch gekommen. Und die Nachbarn mit den Kindern. Man kann uns ganz gut an der Farbe unterscheiden. »Wir tragen schwarz, bis es eine noch dunklere Farbe auf dem Markt gibt!« Zum Glück geht die Sonne langsam unter und schwarz ist wieder cool und nicht unerträglich.

Die Nachbarn haben ein Babyphon mit ohne Draht, dafür aber mit Antenne. Das Kleine schläft. Das können sie nicht nur hören, sondern auch sehen. Und mit ihm sprechen – die geheimnisvolle Stimme aus dem Off: Reichweite bis zu 500m. Es sind wohl gerade 498m Luftlinie und man muß das Dingens schon ganz schön hochhalten, damit der störungsfreie Empfang gewährleistet ist. Ob sie den ganzen Abend mit hocherhobenen Arm verbringen wollen?
Es sieht so aus.

Die Esoterische findet das großartig. Endlich volle Kontrolle über die Brut, rund um die Uhr und in Farbe. Die NSA findet sie vermutlich auch gut, wenn sie nur wüßte was das ist. Aber Tageszeitungen sind nicht so ihres und so fragt sie sich verzweifelt, warum sie nicht auch so etwas hatte als ihr vollkommen mißratener Balg noch in diesem Alter war.
Die Frage nach dem »früher« liegt wie eine scharf geschliffene Klinge zwischen Sofakissen. »Ja, früher kamen die Kinder mit, wenn die Eltern arbeiten mußten!«
Ach!
Das ist interessant; da wollen wir doch mal nachhaken. Der Esoterischen schwant böses, als Pantoufle und der schwarze Block so freundlich und interessiert auf sie eingehen. Das tun sie sonst nur recht selten.
»Die Eltern auf dem Lande nahmen die lieben Kinderlein mit aufs Feld!« So, taten sie das? Sprich nur weiter. »Zum arbeiten«, mutmaßt Tochter eins. Unsicherheit bei der Esoterischen über den Begriff Kinderarbeit und ihren Anfängen. »Zuerst wurden sie in den Schatten der Bäume gehängt und konnten schaukeln.« Ja, und mittags nahmen die braven Landarbeiter unter den schattigen Bäumen platz und teilten die Leberwurststullen unter sich auf.
Carl Spitzweg ist aktueller als vermutet.

»Komm mal ganz schnell zurück! Nicht nach da hinten…« Das Nachbarskind (ohne Peilsender am Halsband) will mit den anderen Verstecken spielen. Ein Schuppen und die Sträucher verhindern die direkte Sicht auf den Kleinen. Das wäre doppelt versteckt: Vor den Spielkameraden und den Erzeugern. Zwar beträgt die Distanz zwischen Brut und Erziehungsberechtigten weniger als 20m, aber man weiß ja nie. Und einen Helm hat er auch nicht auf.

Daß die lieben Kinderlein in den Städten ebenfalls die Eltern in die Fabriken und Manufakturen begleiteten, versteht sich von selber. Der schwarze Block lehnt sich genüßlich zurück und wartet darauf, daß sich die Esoterische um Hals und Reputation redet. Die nicht geschäftsfähige Tochter Nr. eins zündet sich eine Zigarette an, während Sohn eins den Selbstgebrannten aus dem Glas des Alten probiert. »Geht so!«, so sein fachmännisches Urteil. Stimmt! Das ist die goldene Brücke, um von früher auf jetzt umzuleiten. »Bei der Schulabschlußfeier in XXX gab es ja erstmals in der Geschichte der Schulabschlußfeiern keinen Alkohol! Auch nicht für die Eltern!« Bei diesen Worten sieht sie Pantouflen strafend an. Ja, leider. Und auch keine Ersatzdrogen. Dabei wären die eine entscheidende Überlebenshilfe gewesen. Verstimmte Gitarren, Blockflöten, dröge Gedichte und geistlos vor sich hinplätschernde Reden der Lehrkörper. Eine mehr als dreistündige Folter für alle Beteiligten.

Daß der Arm nicht langsam müde wird? Das Bild-Babyphon ist immer noch Zentrum des bekannten Universums. Sollte das totalüberwachte Kind auch nur einen Mucks von sich geben, kann man sofort beruhigende Worte aussprechen oder wie von Furien gehetzt nach Hause rennen. Die Esoterische kann sich gar nicht vom Anblick des schlafenden Opfers lösen. Warum nicht gleich als Livestream auf Youtube veröffentlichen? Dann haben die anderen auch was davon!

In einer Hand die Wurst, in der anderen den drahtlosen Fortschritt. Kritik an dieser absurden Szene verbietet sich in dem Augenblick, wenn man das panische Grinsen der Mutter sieht.
Sie glauben ja an das, was sie da tun, glauben an die Sicherheit, die ihnen dieses perverse Stück Technik vorgaukelt. Die Frage, ob es auch einen Rauchmelder beinhaltet, kommt nicht so gut an – wieder ein vergeblicher Versuch, der Situation ihre Lächerlichkeit zu nehmen. Steigt hinter dem Dach des Pfarrhauses nicht vielleicht Rauch auf?

Zu spät, zu spät, zu spät. Nackt planschende Kinder im Garten, aufgeschürfte Knie, wenn die Kurve für den rasenden Radler zu eng wurde, das Erklimmen des höchsten Zweiges des Apfelbaumes: Die Gefahr ist es nicht, die da gefürchtet wird – es ist die noch so kleine Wahrscheinlichkeit. Genickbruch und blutender Finger in schönster Eintracht. Die offensichtliche Panik der Mutter verbietet jeden Einwand; streng genommen gehörte sie in Behandlung, wäre dort nicht Personal am arbeiten, das sie in diesem Wahn nicht noch bedingungslos unterstützen würde.

Nun ist die Sonne untergegangen, die Hubschrauber in Richtung schlafendem Kleinkind verschwunden. Noch einen Schnaps (»geht so!«) auf früher. Früher war natürlich alles besser. Pantoufle kann sich an die Ratten erinnern, die über den Hof huschten, in den er und seine Geschwister gesperrt wurden, wenn die Eltern arbeiten mußten. Und die Schläge, die erst Pantoufle und dann die Mama bekamen, wenn der Alte wieder besoffen nach Hause kam. Und später die Müllkippe, die es damals® noch gab. Eines Tages fand Pantoufle eine Ampulle mit Quecksilber, deren Inhalt er sich auf die Hand goß… das flutschte so schön durch die Finger auf den Boden und sammelte sich dort wie durch Zauberhand wieder zu einer großen, silbernen Pfütze. Silber und klar wie ein Spiegel.

Gleich noch mal, weils so schön war.

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0 Kommentare zu Totalüberwachung

  1. Fluchtwagenfahrer sagt:

    Lieber Pantoufle,
    eine wunderschöne Geschichte (Posse), da kann einem schon das Lachen im Halse stecken bleiben. Aber gut beobachtet wie mir scheint.
    p.s. ich hatte auch so einen Vater und somit jede Rechtfertigung meiner schizoiden,paranoiden touretten Persönlichkeit 🙂
    Gut, daß du gesund geblieben bist.

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    • pantoufle sagt:

      »…daß du gesund geblieben bist«

      Da gibt es einige Leute – unter anderem auch Blogger – die das nicht unterschreiben würden. Aber trotzdem Danke 😀

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  2. »Wir tragen schwarz, bis es eine noch dunklere Farbe auf dem Markt gibt!«
    Habe mich die ganze Geschichte über sehr amüsiert. Danke für den Spaß!

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  3. Joachim sagt:

    Meine Schwester rief die Feuerwehr, als mein Neffe stolz oben auf dem Baum saß und erst durch die Panik der Mutter daran erinnert wurde, dass Runterkommen auch eine Notwendigkeit darstellen könnte. Dummerweise hat sie selbst das mit dem Runterkommen total übersehen.

    Aber sonst ist meine Schwester eine Liebe. Wir vier Brüder lassen aber auch gar nichts auf sie kommen. Die Feuerwehr war übrigens auch nett und Neffe stolz wie Oskar, als der rote Wagen extra wegen ihm angedüst kam. So wurde es mir erzählt. Mein Neffe bekommt heute noch glänzende Augen, wenn man davon spricht.

    Ich frage mich nur, was Feuerwehrleute angesichts der wunderbaren Alu-Leiter am nächsten Baum gedacht haben…

    Ich schätze, diese Effekte bringt die moderne Technokratie einfach mit. Ich meine, wenn ich mein Smartphone schon nicht verstehe und Facebook für Internet halte, was sind denn da Dinge wie Bäume oder, noch schlimmer, sagen wir mal Kühe? Eine Kuh, die den Weg versperrt ist heute echt ein Problem.

    Was sagst Du? NSA? Meinst Du nicht NSU? Oder CDU? eh, jetzt hör einmal auf. Das ist doch verwirrend. Gut, dass wir Mutti haben. Die wird eine gemeinsame Lösung finden. Für die, den Verkehr behindernden Kühe natürlich. Da machen wir eine Straßenbenutzungsgebühr für Kühe, falls das nicht gegen EU-Recht verstößt oder sogar der Liberalisierung des Handels der Schafe und Schweine in Europa entgegen steht. Oder Mutterkuh-Geld, damit es die Kleinen auch gut haben und im Stall bleiben.

    Eh, gib mal die Leiter rüber.

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    • pantoufle sagt:

      Joachim: Wir sind ja meistens knapp einer Meinung! So auch hier. (mit Deinem Beispiel mit dem Raumschiff bin ich immer noch nicht fertig… es geht mir im Kopf herum und irgend etwas stört mich daran, auch wenn es auf den ersten und zweiten Blick stringent erscheint)

      Deiner verehrten Schwester würde ich niemals die Mutterliebe angesichts der Gefahr und dem roten Auto absprechen.
      Allerdings frage ich mich nicht nur bei dieser Generation von Eltern, welches Gefühl diese Menschen wohl haben, würde man sie – belasse man es beim Beispiel eines Geschichtsbuches – mit einer Mutter beim Ausbruch des ersten Weltkrieges konfrontieren, die ihren Sohn in den Krieg entläßt. Zu weit hergeholt? Nein, das glaube ich nicht! Das ist ja bis in die heutigen Zeiten durchaus gängige Praxis. Der Krieg wurde ja nicht mit der Erfindung des Babyphons abgeschafft (was, betrachtet man die Paranoia dieser Hubschraubereltern, ehrlich gesagt verwundert).
      Ist »stolze Trauer« beim Lesen des Briefes »gefallen für Kaiser und Vaterland« auch Mutterliebe? Das Dilemma ist doch das Unverständnis für das eine wie das andere, weil das dafür verantwortliche Gefühl durchaus und vergleichbar das Selbe ist.

      Vor langer, langer Zeit, als dieses Blog noch lange Haare und Pickel hatte, schrub ich zu diesem Thema, das auch unter anderem diese Liebe zum Thema hatte, einen Text für eine alte Freundin. Einen Absatz davon finde ich auch heute noch gelungen und möchte ihn daher zitieren.

      »Jetzt stehen sie jedenfalls vor dem photographischen Apparat und sehen uns durch das in die Zeit gestanzte Loch an. Was wohl aus ihnen geworden ist? Manchmal wissen wir ein wenig: Der Älteste fiel 1914 in Flandern. Die Mutter wachte in dieser Nacht auf und schrie, schrie… der Vater stand an ihrem Bett, unfähig zu einem Wort, einer Geste. Er hat sie gepflegt bis zu ihrem Tod, seine Gefährtin, die nie wieder ein Wort sprach. Der jüngere Sohn kam 1919 aus englischer Gefangenschaft wohlbehalten nach Hause und wurde Mitglied der KPD. Er blieb unverheiratet, ein Arbeiter und guter Kommunist.
      Ach ja… die ältere Tochter: Sie heiratete relativ spät den Besitzer eines Schlachthofes. So gesehen eine gute Wahl in einer neuen Zeit der Rationierungen und Lebensmittelmarken. Es war schon wieder Krieg. Sie hatte eine Tochter, die 5 Kinder gebar.
      Eines davon bin ich. Löcher in der Zeit.«

      Meine zehn Cent zum Thema Elternliebe.
      Ja, und ich habe mir einen neuen Helm gekauft. Einen Schubert C3, Vorführmodell und 250€ runtergesetzt.
      Immer noch dieses komische Gefühl, wenn ich das lese.

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      • Joachim sagt:

        Okay, seit sehr langer Zeit fehlen mit die Worte. (…) Oder? Sind das hier Worte? Nicht wirklich.

        Dann macht noch die Katastrophenchronistin einen perfekten Flickflack aus einer vollkommen anderen Ecke. Beides passt zusammen, wie Teile eines Sperrholz-Puzzles. Das Innen und das Außen. Das Ganze und die Einzelteile. Sie sind identisch.

        Ich weiß das alles und ich finde die Worte nicht.

        Ich glaube nicht, dass mit den Piano (z.B. mit der Konsistenz von Meinungen) etwas nicht stimmt. Das wäre das kleinste Problem. Nimm dies hier: “Shake Your Tail Feather”. 2,3,4 – he, wo ist das Rodes in diesem blöden Laden hier, wenn man es mal braucht?

        https://youtu.be/pM82HOlOUFA

        (Blind gefunden. Kein Ton hier).

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  4. da]v[ax sagt:

    He he 🙂 so ist es, das 21. Jhdt.

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  5. Tilla sagt:

    Was bin ich froh, dass mich inzwischen das Omiding ereilt hat!
    Tillatochter brachte zwar auch so ein Babyphon mit, das liegt immer noch auf der Kommode, wo dieses ablegte. Und ich darf Tillatochtertochter machen lassen, ihr dummes Zeug zeigen und sie an Orte schleppen, an denen es noch Brennesseln gibt und schnapsig riechende Kirschen in der Wiese liegen. Hach, was geht es mir gut!
    Danke, Pantoufle, für den Wohlfühltrigger! 🙂

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  6. Joachim sagt:

    Doch noch ein Wort:

    zum Raumschiff: ich bin schon länger der Meinung, dass jede Generation alle Dinge neu lernen muss. Als Baby kommst Du schließlich nackt und, ginge es nach den frommen Leuten, höchstens von der “Erbsünde” betroffen auf die Welt. Man kann nicht alles lernen. Man trifft eine Auswahl. Und der Rest verschwindet im Rauschen der Geschichte. Ganz langsam und unaufhaltsam. Genetisches Wissen ist relativ beschränkt.

    Wenn heute alles aufgezeichnet wird, was soll das helfen? Niemand liest das alles. Informations overflow und noch dazu der Zwang, immer die Korrektheit der Quellen zu prüfen. Was sind die Quellen? Facebook? Twitter? FAZ, Spon und Co.? Ja klar doch. Wer’s glaubt wird selig. Oder?

    So ungefähr übertrage ich die Geschichte auf die Welt.

    Darüber hinaus: Dieser Informations overflow bedeutet eine neue Form von Gerüchten und Vorurteilen. Das gilt besonders für Datenbanken, die versuchen, bestimmte Kategorien von Menschen “vollständig” zu umfassen. Die Judendatenbank der Nazis mit ihren furchtbaren Auswirkungen ist mathematisch nicht von der XYZ-Datenbank heute zu unterscheiden. Und der Terror? Ich möchte wissen, wie viel % der US-Terrordatenbank vollkommen unschuldige Menschen nennt. Erkennt man dann, dass mit diesen Informationen Drohnen “programmiert” werden, Bums, die arabische Familie ist tot, dann sollte man sich minimal, also wenn man Roboter und nicht Mensch ist, minimal fragen, wie korrekt die Informationen der Datenbank grundsätzlich sein können. Erst schießen und dann fragen ist widersinnig. Tote antworten Dir nicht.

    Also, das steht hier so lang und am Thema vorbei, weil und das ist fundamental:

    Es lässt sich mathematisch beweisen, dass jede hinreichend große Datenbank eine Maschine mit Vorurteilen, Widersprüchen und falschen Informationen darstellt. Je umfangreicher die Datenbank, um so mehr trifft das zu.

    Es ist nicht möglich, Menschenleben davon abhängig zu machen, wenn man etwas wie Menschenrechte oder Rechtsstaat voraus setzt.

    Und meine Schwester? Du tust gut daran, sie nicht zu schelten. Mutterliebe ist etwas besonderes. Niemand will sein Kind vom Baum fallen sehen, besonders, wenn Superman gerade nicht da ist.

    Das die Überbehütung heute seltsame Formen annimmt ist unbestritten. Nur (wieder eine “Geschichte”)

    Ein Freund regte sich darüber auf, dass Jugendliche am Bushof versuchten, Fahrräder zu knacken. Er erzählte mir davon, wie er heldenhaft dazwischen gegangen ist. Gut, die Polizei wäre vielleicht die schlechtere Alternative gewesen, wenn er denn auf die Jugendlichen Eindruck gemacht hätte.

    Fahrrad klauen geht gar nicht. Doch mein Freund hörte nicht auf, die Jugendlichen mit allen möglichen negativen Titeln regelrecht zu beschimpfen. Nicht dass da Jugendliche waren. Da war nur ich. Als der Informationsgehalt gegen Null ging frage ich ihn, was er denn so in seiner Jugend angestellt hätte.

    Seine Augen begannen zu leuchten. Einen Wald hätten sie “abgefackelt”. Versehentlich, natürlich, doch der Schaden soll deutlich fünfstellig gewesen sein. Sie standen sogar in der Zeitung. Und dann waren sie noch in eine Schreinerei eingebrochen. Weit mehr als 5m Wand hoch, durch ein Belüftungsloch gekrochen, auf der anderen Seite wieder runter mit dem Problem, da wieder rauszukommen.

    Irgendwie haben sie das überlebt. Ein anderes mal, sie waren da wohl noch kleiner, spielten sie regelmäßig in Kohlehaufen, bauten Burgen, verwendeten die schwarzen Klumpen als Geschosse und ebneten jeden Berg derart ein, dass er den Boden der Halde überall gleichmäßig bedeckte. Der Kohlenverkäufer muss sich wirklich die Haare gerauft haben. Er sagte nicht, zu welchen Maßnahmen der arme Mann dann gegriffen hatte. Jedenfalls muss es mächtig Ärger gegeben haben.

    So ging das weiter, ein Klops nach dem Anderen, so vom Alter von 4 bis 18+
    Doch mein Freund ist nicht der Einzige.

    Im Altenheim erzählte mir der Herr (xxx), als ich ihn rasierte, gegen den Strich natürlich, denn der Mann war gegen jeden Strich, wie sie als Lehrlinge im Stahlwerk das Metall geklaut und verkauft hatten. Später war er der letzte Pferde-Bierkutscher in unserer Stadt.

    Die Moral der Geschichte: Sei nicht so streng mit der Esoterikern. Sei nicht so streng mit den Vätern und Müttern. Die Kinder werden ihren Enkeln noch genug zu erzählen haben. So war das schon immer.

    Früher war alles immer besser und heute ist es sooo gefährlich. Was meinst Du, warum wir heute diese Totalüberwachung haben? Merkel, vdL und alle ihre Freunde haben eben Deinen Text oben nicht verinnerlicht, leben Frieden nicht, weil sie sich Krieg nicht vorstellen können. Sie wissen es nicht besser. Sie können einem Leid tun. Wie viel Jahre Menschheitsgeschichte? Und immer noch nichts verstanden.

    Wobei wir wieder am Anfang dieses Kommentars sind. Der Kreis schließt sich immer.

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    • pantoufle sagt:

      »Sei nicht so streng mit der Esoterikern«

      Das sagst Du so… 🙂

      Die Esoterische ist ja eigentlich keine Esoterikerin, sondern die Inkarnation dessen, was ich an der Generation Fahrradhelm, Biotomate und »Ich habe nichts zu verbergen« so inbrünstig hasse. Außerdem heißt sie Esoterische, damit sie nicht aus Versehen beim googeln (wenn ihr das mal jemand zeigen sollte) aus Versehen auf die Schrottpresse gerät. Einen Suizid möchte ich dann doch nicht auf meiner schwarzen Seele wissen. Oder doch? Anwärter für den Darwin-Award… sie könnte sich beispielsweise an ihrem selbstgestrickten »leichten Sommersalat« überfressen und an einer mundgeklöppelten Haselnuss ersticken – lassen wir das!

      (Den Salat hatte sie nämlich zum Grillen mitgebracht und man roch ihm förmlich die Lustlosigkeit an, mit der er bereitet worden war. Sein Rezept war die wortreiche Erklärung, warum alles, was nicht im Salat vorhanden war, gesundheitsschädlich war. Außerdem telephoniert sie beim Autofahren und erklärt meiner Tochter, daß Motorradfahren gefährlich sei. Wie wärs mit einem unbeleuchtet parkenden LKW im Nachbardorf, wenn sie wieder mit 80km/h und mit der verzogenen Tochter telephonierend…)

      Aber wie gesagt: Ich will nicht weiter auf diesem Thema herumhacken!

      Habe ich übrigens erwähnt, daß sie total fett ist von ihrem »gesunden« Frass, den sie jedem versucht als Heilmittel anzudrehen? Nein? Und ihren Mann habe ich, glaube ich, auch nur kurz und unzureichend beschrieben. Da bekommt »lieb, aber doof« eine ganz neue Qualität. An dem würde sich selbst der Kiezneurotiker die Zähne ausbeißen.

      P.S. Sollte die Esoterische – was wir natürlich nicht hoffen wollen! – doch vorzeitig das Zeitliche segnen, bin ich mal auf die Leichenrede gespannt. Man soll über den Verblichenen ja nichts Schlechtes sagen… pruuuuust! Hoffentlich laden mich die Hinterbliebenen nicht ein. »Wolltest Du noch ein paar Worte über die Esoterische anmerken?«
      »Sie war immer bemüht und jetzt sollte mal jemand ihrem verzogenen Wechselbalg den Gameboy wegnehmen, sonst hau ich ihr ein paar in die Fresse!«

      Soviel dazu.

      Ob die ihre Großtaten wohl in Zukunft auch auf ihren Grabsteinen verewigen? Wenn das so aussieht wie die Zeitungs-Ausschnitte im Schützenheim darf man sich die Gräberstätten wohl eher als Schallschutzmauern vorstellen.

      »Das lässige Streichen über Kinderhaar und Tierfell heißt: Die Hand hier kann vernichten. Sie tätschelt zärtlich das Opfer, bevor sie das andere niederschlägt.«
      Max Horkheimer, Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung, S.269f

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  7. tikerscherk sagt:

    Schön erzählt. Ich mag das sehr , wenn Du so entspannt-ironisch über den Alltagsirrsinn plauderst.

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    • pantoufle sagt:

      Ach, guten Morgen auch. Ich wähnte Dich im Baumhaus!

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    • pantoufle sagt:

      Dann fahren wir ja zusammen: Du in den Urlaub und ich zur Arbeit. Dann sind meine 10 Tage Urlaub zu Hause leider vorbei.
      Jubel, Trubel Heiterkeit: Andere lesen mich auch! Zwei Referrer aus ungewohnter Ecke und da lese ich dann das:

      »Es ist alles dabei: Das in-die-Fresse-Schlagen von Kindern, inbrünstiger Hass, Todeswünsche, Denunziation, “Darwin-Award” (schon wieder), Verhöhnung von Übergewicht, und so weiter und so fort.
      Aber eine bessere und gerechtere Gesellschaft gründen, das wollen solche Figuren dann schon…
      «

      Da schwimmen noch andere Gummi-Entlein in der Gehirnsuppe, aber die muß jeder selbst finden.

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      • tikerscherk sagt:

        Das hat jemand zu Deinem Blog geschrieben??

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      • DasKleineTeilchen sagt:

        *jikes* ich hatte alles mögliche erwartet, aber nicht diesen, diesen….diese beschäftigungstherapie als blog getarnt. warum gibts du noch einen feuchten furz, was der über andere oder dich schreibt; drauf geschissen, ich dachte, das thema bezüglich herr-sie-wissen-schon wäre durch (dein eigener rat an mich, monate her).

        dieser lobotomierte da drüben mit seinem einzel-anhang-kommentator soll ma schön weiter im eigenen saft kochen, dit muss nich extra erwähnt werden (fühl mich nach dem besuch da wieder voll “in limbo”, macht echt nur miese laune für nichts)

        so, schicht.

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      • DasKleineTeilchen sagt:

        “aus ungewohnter ecke”, harhar. kicherkicher.

        passt ja auch zum titel; er ist halt der “totalüberwacher” der verlogenen, misantropischen, ultralinken, anti-deutschen hetzer-blogs, denen er die sozial-humanitäre MASKE von der fratze des links-faschismus herunterREISST!

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      • pantoufle sagt:

        Ach, Du meinst den glühenden Hexenhammer, Aug in Aug der Revolution und den Adjektiven kämpfenden Kreuz- und Querfrontler, nur begleitet von seiner fadensätzigen Nebelwolke?
        Nicht diese Häme, KleinesTeilchen: Ohne ihren unermüdlichen Krampf hätte das linksradikale, einer Hexenverfolgung im 17. Jahrhunderts nahekommende Chaos auch schon an Deine Türe gepocht. Dieser brandgefährlichen Entwicklung stemmen nur sie sich – wau, wau – entgegen. Einer muß schließlich die Drecksarbeit dieser seriösen Watchblogarbeit leisten, wo der Untergang so nahe ist.

        Das Ende ist nahe!

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      • pantoufle sagt:

        Einen ham wa noch: Wenn die Verblödung zu körperlichen Deformationen führt, kommen solche Meldungen bei Trolls heraus:

        »Hahaha: “In der Satirepartei “Die Partei” knirscht es. Das Mitglied des Bundesvorstands Leo Fischer pöbelt in Interviews gegen Parteichef Martin Sonneborn. Der spricht von einem “Röhm-Putsch”, setzt aber auf eine Aussprache am Tegernsee.”
        http://www.spiegel.de/politik/deutschland/martin-sonneborn-ueber-den-knatsch-in-die-partei-a-1045655.html«

        Oh, diese Schmerzen!!!

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    • pantoufle sagt:

      Yep 😀 Und nicht nur das! Er versucht sich auch in Literaturzitaten, die leider so sehr nach hinten losgehen, daß selbst er sie eben wieder gelöscht hat – ich lach mich schlapp!
      Was macht man nicht alles für ein paar erbärmliche Clicks. Außerdem scheint ein zukünftiger Preisträger etwas gegen den Darwin-Award zu haben.

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      • tikerscherk sagt:

        Kann man sich das mal angucken? Wenn ja, wo?

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        • pantoufle sagt:

          Sie haben Post, gnädige Frau

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        • pantoufle sagt:

          Und? Schon gelesen? Vielleicht ist er beim copy&pasten über diese Zeilen gestolpert.

          »Warum hatte er sich denn nur je dem Joch des Eigennutzes und des Herkommens gebeugt? Wäre er doch ruhig und ohne nach rechts und links zu sehen, seine Bahn vorwärts gegangen, gleichgültig ob er sein Ziel erreichte oder scheiterte! Hätte er sich doch ausgelebt; wäre er doch jung geblieben! Diese hässliche, gewöhnliche, eingeengte, niederdrückende Zwischenzeit. Konnte er denn noch einholen, was er versäumt? Er mußte es einholen; er mußte denken, leben, wirken. Vorbild wollte er sein, Prophet … Erlöser […].
          So bohrte er sich gewaltsam tiefer und tiefer in Unzufriedenheit hinein und raubte sich vollends den Rest von Naivität und unfragsamer Lebensfreude, den er noch bis dahin besessen hatte. Schließlich hatte er oft Momente, wo ihm diese ganze Grübelei als dilettantische, oberflächliche, unersprießliche Kindereien erschien, hauptsächlich dem Bedürfnis entsprungen, einen Vorwand für seine Weltfremdheit und Beobachtungsfaulheit zu haben.«

          Gustav Landauer, der Totenprediger

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          • tikerscherk sagt:

            Hab´s gelesen, zwischen Frühstückskaffee und Dusche.
            Manche Leute haben einfach kein eigenes Leben…

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          • pantoufle sagt:

            Ein absurdes Theater, was dieser Stürmer-Light da seit Jahren absondert. Man mag sich gar nicht vorstellen, daß es diese Personen im Real-Live tatsächlich gibt. Aber da halten sie auch schön das Maul: So weit funktioniert die Zivilisation dann doch noch. Erst wenn sie von anderen Krawallkeksen umgeben sind, die sich Pegida oder sonstwie nennen, kommen sie auch verbal aus ihren Löchern gekrochen.
            Wenn das alles nicht schon so alt und ausgelatscht wäre… gähhhn…

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          • tikerscherk sagt:

            Ned amoi ignoriern…

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          • pantoufle sagt:

            … während die Autos von linken Politikern in die Luft fliegen, trollen die Brandstifter dafür auf ihren Blogs. Ruhig ignorieren.

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          • tikerscherk sagt:

            Der Troll lebt von der Aufmerksamkeit, die er nicht verdient hat.
            Einfach die Bühne abreißen.

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        • DasKleineTeilchen sagt:

          ich muss jetzt echtma den oberlehrer raushängen lassen, kreuzberger; nächstes mal copy&pastest einfach ma dit von pantoufle zitierte in eine suchmaschine deiner wahl & zack! haste die quelle, OHNE den hausherren hier zu ner eMail nötigen zu müssen.

          kann.ja.wohl.nich.wahr.sein.DU.BLOGGER!

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          • tikerscherk sagt:

            Danke für den Tipp. Nur isses so, dass ich kein Kreuzberger sondern eine Kreuzbergerin bin und mir als solche gerne die Tüten nach Hause tragen lasse, statt sie selbst zu schleppen. Punk bleibt halt Punk, wa?

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          • pantoufle sagt:

            … und ich die Einkäufe liebend gerne bis an die Wohnungstüre schleppe; nicht lästige Pflicht, sondern Privileg mit einem Lächeln.

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          • DasKleineTeilchen sagt:

            ups. totaly forgot that. sorry. aber wenns dich beruhigt; ich seh keine geschlechter mehr und mach auch keinen unterschied, wenn ich jemanden anblöke (deswegen vergess ich sowat ooch schnell). und den einkauf schlepp ich nur, wenn mein gegenüber alt und/oder tattrig is. so.

            pantoufle, jetzt ziehste aba spur, schnegge (und dienst mir ma wieda als spiegel).

            😉

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          • pantoufle sagt:

            KleinesTeilchen: Du bist aber nicht müde oder so?
            Leider kämpfe ich gerade mit meinem Blog-Theme, der meinen Kampfhund-Header oder auch nur einen anderen fressen will. Sobald das geregelt ist, kümmere ich mich um die gefühlten 76 Kommentare dieser Nacht 😀

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          • DasKleineTeilchen sagt:

            doch, ich *war* müde, absolut richtig erkannt. und überdreht. und manisch. werd ich immer bischen reaktionär und überspann ma gerne. tschuldigung.

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          • pantoufle sagt:

            Aber das macht doch nix: Hier bist Du Mensch, hier darfst Du sein…

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