Three blind mice

Um zu verhindern, daß Angela Merkel zur Kanzlerin auf Lebenszeit ernannt wird, haben sich drei namenhafte Persönlichkeiten der deutschen Unterhaltungsbranche entschlossen, unter ihnen einen zu wählen, der ihr mannhaft entgegentreten soll.

Wie der Schrottpresse aus gewöhnlich todsicherer Quelle zu Ohren gekommen ist, soll das endgültige Auswahlverfahren mit Hilfe von Günther Jauch im bekannten Fernsehformat „wer wird Kanzler-Kandidat?“ auf RTL ausgestrahlt werden. Die Sendezeit ist noch nicht bekannt, wird aber vermutlich parallel zum Länderspiel „Deutschland gegen England – alle Waffen sind erlaubt!“ stattfinden.

G.Jauch: „Nennen Sie mir bitte eine alte Arbeiterpartei mit drei Buchstaben!“
Der Herr mit dem Sex-Appeal eines Schirmständers darf zuerst.
G.Jauch: „Nein, Herr Steinbrück – Sie dürfen keinen Buchstaben kaufen!“

Peer „T.I.N.A.“ Steinbrück: Berufspolitiker seit Ende seiner Studienzeit. Der ehemalige Finanzminister der großen Koalition ist der Minister mit den höchsten Nebeneinkünften aller Abgeordneter des Bundestages. Seine Vorträge vor Industrie und Wirtschaft sind vor allem eines: Teuer! Der damalige Finanzminister unterzeichnete während der sogenannten Bankenkrise die Kapitulationsurkunde im Krieg „Banken gegen Steuerzahler“. Steinbrück sitzt im Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp und arbeitet nicht nur an dieser Front für die Deregulierung der Finanzmärkte.

G.Jauch: „Welcher der folgenden Sätze stand nicht im Godesberger Programm?

A.) Die Sozialdemokratie ist aus einer Partei der Arbeiterklasse, als die sie erstand, zur Partei des Volkes geworden. Die Arbeiterschaft bildet dabei den Kern ihrer Mitglieder und Wähler.
B.) Der Arbeitnehmer muß aus einem Wirtschaftsuntertan zu einem Wirtschaftsbürger werden.
C.) Es ist nicht unsozial, wenn der Staat einfordert, dass jemand, der arbeiten kann und dem Arbeit angeboten wird, diese auch annimmt.

„Kann ich auch eine Niere spenden?“
G.Jauch: „Herr Steinmeier – bitte bleiben Sie ausnahmsweise beim Thema!“

Frank-Walter Steinmeier: Ein Pragmatiker der Macht. Äußerst erfolgreich als zweite Geige. Soll angeblich einmal gegen Angela Merkel im Bundestagswahlkampf angetreten sein. Da sich aber niemand an sein Gesicht oder ein politisches Statement von ihm erinnert, gilt das als umstritten. Sicher ist aber, daß er federführend für den sozialen Kahlschlag bei der Agenda 2010 gearbeitet hat. Eigenartigerweise erinnert sich auch daran niemand.
Behauptet von sich selber, noch niemals was auch immer verloren zu haben. Das damals war Müntefering.

G.Jauch: „Kommen wir jetzt zur Masterfrage. Ich nenne ihnen jetzt 4 Personen, von denen nur einer Mitglied der SPD ist. Welcher der genannten Humanisten ist Mitglied der SPD?“

A.) Hildegard Hamm-Brücher
B.) Richard von Weizsäcker
C.) Thilo Sarrazin
D.) Gerhart Baum

Ein dicklicher Mann rutscht unruhig auf seinem Stuhl herum. Schon die ganze Zeit versucht er angestrengt, den schweren Fragen zu folgen. Seinem verbrauchten, schwitzenden Gesicht ist die geistige Anstrengung deutlich anzumerken. Als einziger der drei Kandidaten trägt er eine rote Krawatte, deren Farbe so gar nicht zu seinem Anzug passen will. Manchmal, wenn er sich im Kreise von Gleichgesinnten wähnt, legt er sie ab. Heute nicht. Er ist von Feinden umgeben. Steinmeier, Jauch und dieser andere… der … auch irgend etwas mit „Stein“.

Am liebsten wäre er wieder Fähnchenführer bei den Falken. Wie früher. Da trugen alle rote Tücher um den Hals. Und Lieder haben sie auch gesungen. „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“. Wenn Sigmar Gabriel sicher ist, daß es niemand hören kann, singt er es im russischen Original: „Tapfer, Genossen, im Gleichschritt“.

Sigmar möchte auch Kandidat sein. Aber nicht erst seit diesem Moment weiß er, das er kein Kandidat ist. Niemand bestellt im Restaurant ein Brathuhn „blutig“.

Dabei könnte alles so einfach sein: Die LINKE, die Grünen und die SPD Seite an Seite und das Kapitel Merkel wäre Geschichte, dem Wählerwillen wäre entsprochen.

P.S. Es handelt sich hierbei um Satire. SATIRE!!

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0 Kommentare zu Three blind mice

  1. Danke. *lachtränenabwisch*

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  2. Der Emil sagt:

    Nen, für Satire ist es zu realistisch. Es muß wissenschaftliche Phantastik sein! 😉

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  3. da|v|ax sagt:

    OMG, ich dachte schon, jetzt macht Pantoufle endgültig einen auf flatter 😉

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  4. pantoufle sagt:

    Ach – moin, ihr Drei! Freut mich, daß es Euch gefällt… @daMax Erkläre:“Macht jetzt endgültig auf Flatter“. Bei allem Respekt vor meinem bloggenden Kollegen: Ich habe die schöneren Wahlplakate 🙂

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    • daMax sagt:

      Na, DER wirkt doch manchmal als stünde er auf der Gehaltsliste eine Werbeagentur im Auftrag der LINKEn. Und zumindest der letzte Teil deines Textes steht dem in nichts nach. Gut also, dass du schnell noch die Satire-Erklärung nachgeliefert hast. Oder so. Äh. Also. Aaaach Mann, Witze zu erklären ist doof.

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      • pantoufle sagt:

        Es rettet uns kein höh’res Wesen,
        kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
        Uns aus dem Elend zu erlösen
        können wir nur selber tun!
        Leeres Wort: des Armen Rechte,
        Leeres Wort: des Reichen Pflicht!
        Unmündig nennt man uns und Knechte,
        duldet die Schmach nun länger nicht!

        Völker, hört die Signale!
        Auf zum letzten Gefecht!
        Die Internationale ….

        Ähh… schullige – ich sitze gerade in der Badewanne und singe. Tu ich immer in der Wanne. Der Akustik wegen. Während ich singe, spiele ich mit meiner kleinen Gummiente. Schwarz mit Totenköpfen und einer roten Flagge unter dem Flügel. Ich habe sie „Rosa“ getauft.
        Rosa und ich träumen in der Wanne gerne zusammen von der Weltrevolution.
        Ach: Gerade kommt mein Sohn „Che“ mit den Gehaltsabrechnungen herein… na, was haben wir denn da… KPD, LINKE (nach diesem großartigen Plakat mit der bezaubernden Sahra… großzügig, das muß man sagen: sehr spendabel…) und da wäre noch…
        mein alter Freund Sigmar, der mich schon wieder händeringend bittet, mehr Werbung für die naheliegende Verbindung LINKE-SPD zu machen. Zahlen würde er, sobald sie an der Macht sind!
        Rosa liebt Papierschiffchen. Die zündet sie dann an und träumt von Barikaden, auf die sie dann watschelt. Die Gummiente im Feuer der Reaktion!
        Bezaubernd!

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