Stöckchen

Tikerscherk wirft mit Holzscheiten nach mir nach mir, na ja: Mit Stöckchen. Und ich sitze hier, habe Nacken und drehe die Schultern immer mit, wenn ich auf die Monitore schauen will. Das sieht nicht nur völlig bescheuert aus – es tut auch noch weh. Deswegen habe ich eine Tablette eingeworfen (eine von denen, die helfen) und die Katze ganz grimmig angesehen. Katzenfell soll ja angeblich das Beste gegen Nacken sein. Frisch abgezogenes. Blutiges!
Katze weg in den Garten zum Redaktionskampfhund Oskar und ich mit ganz schweren Fragen alleine.
Auf denn also!

1.Glaubst du an ein Leben nach dem Tod? Oder wünschst du es dir? Warum?

Nein, glaube ich nicht, um in der Syntax der Frage zu bleiben. Glauben ist dann in diesem Zusammenhang das falsche Wort; es ist eher eine Ding des Wissens. Der Tod als Begriff ergäbe keinen Sinn, wäre er nicht ein Ende. Da ist die Biologie und ihre Geboren werden, Leben und Vergehen. Es bedarf schon einer so notorisch unzufriedenen Spezies wie den Menschen, sich damit nicht abfinden zu können.  Ich habe nie den Wunsch verspürt, ewig zu leben und das ist ja einer der Hintergründe, warum man sich diese Konstruktion ausdachte, abgesehen von seiner Bedeutung als Disziplinierung durchaus irdischer Mächte.
Es gibt ein Recht für ein Leben vor dem Tod. Eine gerne übersehene Tatsache.

2. Was verbindest du mit dem Wort „Heimat“?

Nichts geographisches. Vielleicht noch am ehesten einen Kulturraum. Das wäre dann das Abendland. Um einen Bogen zu Frage 1 zu schlagen: Nichts, für das es sich lohnt zu sterben, sehr wohl aber zu leben. Ich habe in verschiedenen Ländern gelebt und die Erfahrung gemacht, daß ich jedes Mal, wenn ich das Meer und Schiffe sah, dachte: Heimat.

3. Wenn du noch einmal anfangen könntest, welche Entscheidung würdest du rückgängig machen oder anders treffen?

Alle. Mal sehen, ob es auch andersherum funktioniert.

4.Wie würdest du diesen Satz beenden: Pädophile sollten…

Und es geschah, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voller Aussatz; und als er Jesus sah, fiel er auf sein Angesicht und bat ihn und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen. Und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will. Sei gereinigt! Und sogleich wich der Aussatz von ihm. Und er gebot ihm, es niemand zu sagen: Geh aber hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis! Aber die Rede über ihn verbreitete sich umso mehr; und große Volksmengen versammelten sich, ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Er aber zog sich zurück und war in einsamen Gegenden und betete.
Lukas 5, 12-16

5. Und diesen: Sigmar Gabriel sollte..

… sich die Geschichte der SPD von jemandem erklären lassen, der sich damit auskennt. August Bebel zum Beispiel oder Rosa Luxemburg.

6. Und zuletzt: Alice Schwarzer sollte…

…ihre Steuern bezahlen. [Wer who`s the fuck ist Alice Schwarzer?]

7. Wenn du an einen Toten denkst, welche seiner Wünsche erscheinen dir wichtiger: die Erfüllten oder die Unerfüllten (angelehnt an Max Frisch)

Die Unerfüllten. Man nennt das auch »Testament«. Übrigens eine sehr individuelle Form der Unsterblichkeit (oder Leben nach dem Tod, wenn man so will).

8. Stimmt der Satz: Jeder ist seines Glückes Schmied?

Stell die Frage einer afrikanischen hilflosen Mutter mit dem verhungernden Kind in den Armen.

9. Was bedeutet für dich Gerechtigkeit?

Eine Idee. Es geht vom tieferen Gedanken der Gnade aus. Ein schwieriges Thema, weil dieser Begriff sehr unter die Räder gekommen ist.
Er bedeutet auch und vor allem eine umfassende soziale Gleichheit, die nur in wenigen Weltsystemen auf der Fahne steht. Bei näherem Hinsehen auf meine eigene Wahrnehmung stelle ich fest, daß man bei Weitem mehr Dinge sieht, die nicht gerecht sind als Gerechtigkeit. Womit sich die Frage stellt, ob die Abwesenheit von Gerechtigkeit eher Störungen im eigenen Weltbild sind, die – folgt man der Formulierung auf den Grund – also Störungen der Selbstgerechtigkeit sind. Daraus ergibt sich wiederum Kants kategorischer Imperativ, die vollendetste Form der Selbstgerechtigkeit.

[die Antwort auf die Frage kann Spuren von Ironie enthalten. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage (Ludwig Wittgenstein: »Wie stellt man eine Frage) oder fragen sie Ihren Kant (was es sein sollte) oder Hegel (was daraus geworden ist)

10. Wie beurteilst du die Rolle der Kirche in unserer Gesellschaft? Und wie die der Gewerkschaften?

Beide Institutionen sind weit von den Werten entfernt, weswegen sie ins Leben gerufen wurden. Beide sind zu Machtinstrumenten verkommen zum Wohle weniger. Ebenso ist beiden gemein, daß man sie ersatzlos beseitigen könnte, ohne daß sich im wahrnehmbaren Leben irgend eine Änderung feststellen ließe. Es würde immer noch gestreikt und die Verehrungspraktiken unter neuem Türschild wiedereröffnet.
Es ist das unselige Beispiel von Institutionen, die man aus stumpfer Gewohnheit weiter unterhält in der sicheren Erkenntnis, daß im Falle ihres Wegfalls sofort jemand anderes das Fach beanspruchen würde.
Sie bedienen ein Bedürfnis und das schon so lange, daß niemand mehr ernsthaft hinterfragt, ob sie das gemäß ihrer Lehre tun.

11. Wenn du ein Buch wärest, was für ein Buch wärest du dann?

»Jan Wandelaar« von Jan de Hartog

Zur späteren Auswertung des Fragebogens sei angemerkt, daß ich für die Frage 3 und 11 keine Sekunde für ihre Beantwortung gebraucht habe.

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0 Kommentare zu Stöckchen

  1. Wenn ich dir mal Fragen stellen muss, dann werden sie mit auf jeden Fall mit Amy & Pink zu tun haben. Alle 20. Ich werde dich Phrasen suchen lassen in Texten wie „Unglaublich! Dieser Volltrottel hat mit Miley Cyrus Schluss gemacht als sie 16 war“, „Diese Insel voller Meerschweinchen ist der süßeste Ort der Welt“ und „12 Wege, Akne am Pöter loszuwerden“. Warte nur ab. 🙂

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    • pantoufle sagt:

      Das Blöde ist ja, daß ich Dir das in jedem Falle zutraue! Du bringst das – ganz sicher.
      »Diese Insel voller Meerschweinchen ist der süßeste Ort der Welt«: Da mach ich ein literarisches Splattervideo draus, daß die Schrottpresse erst ab 18 ist. Das schwöre ich Dir! Aber bevor wir uns gegenseitig sehr, sehr weh tun, mach Du erst mal das Stöckchen auf Deiner Seite, nicht wahr? 😀

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  2. tikerscherk sagt:

    Es ist eine Freude dich mit Stöckchen zu bewerfen, weil die Ausbeute so lohnend ist.
    Nur von der Antwort zur Gerechtigkeit hatte ich mir mehr erhofft. Oder habe ich die Frage falsch gestellt?
    Gute Besserung dem Nacken!

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    • pantoufle sagt:

      Das tut mir leid, Dich zu enttäuschen. Der Verweis auf Kants kategorischen Imperativ muß an dieser Stelle reichen (»Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.«) Aber auch bei diesem Satz ist Misstrauen angebracht – daher der Verweis auf die Selbstgerechtigkeit.
      Entweder, Du bekommst an solcher Stelle ein Pamphlet oder die Antwort »gödelt«
      [vergl. dazu Kurt Gödel und der ontologische Gottesbeweis]

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      • tikerscherk sagt:

        Nein, enttäuscht hast du mich gar nicht. Ich erhoffte nur beispielgetränkte, lebensnahe, praktische Beispiele zur Gerechtigkeitsfrage.
        Keine Pamphlete.
        Ich mag das gerne, wenn du ausholst und ein bisschen austeilst.
        Wahrscheinlich hatte ich das erwartet 😉

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      • Joachim sagt:

        „gödeln“ hat weniger mit dem Gottesbeweis (ich widerstehe wenigstens, dazu etwas zu sagen) zu tun. Was es nur noch interessanter macht.

        Schon ehr mit Selbstbezüglichkeit in einem formalem System. Eine Aussage passt nicht ins System. Sie ist weder richtig noch falsch, folglich nichts als Behauptung, taugt nur noch als Axiom. Dummerweise – und das bewies Gödel, egal wie man sich entscheidet ist, wird das vervollständigte System nun widersprüchlich oder bleibt unvollständig. Gödeln ist die Puppe in der Puppe in der Puppe… „Gödeln“ ist das Verfahren, das formale Systeme bei jedem Versuch der Reparatur sprengt.

        Hat Kant versucht derart zu reparieren, was ansich defekt ist? Im kategorischem Imperativ die vollendetste Form der Selbstgerechtigkeit zu sehen hat durchaus etwas. Störungen im eigenen Weltbild? Nietzsche anyone? Aufgeklärtes Denken müsse jenseits von Gut und Böse sein. Ich fürchte jedoch, das wird zunächst kaum „gerechter“ Ich fürchte das reicht kaum zur Reperatur – freilich genau so wenig, wie der Gnadenbegriff. Gnade ist etwas das von oben herab, gar willkürlich gewährt wird. Das bedeutet das Gegenteil von Gerechtigkeit und ist auch nur ein Reperaturversuch…

        Nun gut, Nietzsche war wohl sehr „nahe dran“. Nur missfällt mir die dazu notwendige Voraussetzung. Es gibt ein Jetzt. Missachten wir das, dann tut uns alle kein Kopf mehr weh wenn dieses Problem einmal gelöst werden wird.

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  3. Stony sagt:

    Die Antwort auf der Fragen dritte,
    ward mit Erstaunen registriert:
    wissen ihre Kindlein ob der Früchte
    die eine solche impliziert?

    😛

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  4. Stony sagt:

    Tante Edith beschwert sich gerade darüber, warum hier nix nachgefügt werden kann (subtile Methode die Kommentarfrequenz hoch zu schrauben?):

    Katzenfelle müssen zur Behandlung von Körperteilen mitnichten abgezogen werden; allerdings empfiehlt sich wahlweise eine sorgfältige Sedierung der Minitiger, oder eine peinlichst genaue Befestigungstrategie: Krallen und Zähne „nach Außen“ tragen!1!! 😛

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  5. pantoufle sagt:

    Gruß an die Tante. Zu meinem Bedauern läßt WordPress diese Korrekturmöglichkeit nicht zu.
    Wenn Du meine Katze kennen würdest, liegt die Versuchung, Tier und Fell zu trennen nahe. Sie hat das, was man einen sehr schlechten Charakter nennt und wir hassen uns. Besonders sie mich. Von allen Dosenöffnern in diesem Haushalt mag sie mich am wenigsten.

    Was nun die Frage 3 betrifft, so habe ich mir das gut überlegt. Nicht als ich jetzt vor der Beantwortung stand, sondern bereits erheblich früher. Gibt es ein Schicksal, so ist es vollkommen Wurst, was ich bereue, korrigiere oder anders entscheide. Es würde so enden wie es sich jetzt darstellt. Gibts das nicht (und ich vertrete diese Ansicht) so wäre ich jetzt ein reiches, sorgenfreies Arschloch und könnte sämtliche Puppen nach meinem Gusto tanzen lassen. Gäbe es einen Gott (was ich für vollkommen unwahrscheinlich halte), so hätte ich außerdem ein schlechtes Gewissen dabei.
    Den Versuch wäre es wert.
    So aber bin ich nur ein armes, sorgenvolles…

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    • kalypso sagt:

      ….erinnert mich an voltaire „candide“

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      • pantoufle sagt:

        Muß ich passen: Das kenne ich nicht. Eine Empfehlung?

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        • waswegmuss sagt:

          Candite reißt füchterlich runter.

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          • pantoufle sagt:

            Dann muß ich wohl mal reinsehen 🙂 Ich habe vorhin nur den Wiki-Eintrag überflogen – danach hatte ich wenigstens eine kleine Ahnung, was kalypso gemeint haben könnte.
            Ach, und überhaupt: Moin!

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          • kalypso sagt:

            n’abend pantoufle,

            also candide fand ich sehr gut. und runtergzogen hat mich das gar nicht. im gegensatz zum „fabian“. nachdem ich das buch gelesen hatte, empfand ich eine sehr, sehr große LEERE.
            ich mag nietzsche sehr! auch den ollen schopenhauer.

            bin gerade wieder beim lesen von „als nietzsche weinte“ von irving yalom. grandios.
            weil mein steckenpferd auch die psychologie und ZEN ist.

            und was unser leben im hier und jetzt angeht – dann spricht mir auch woody allen aus der seele – der stadtneurotiker – sind wir alle!!! 🙂

            einen schönen sonntagabend!

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  6. Stony sagt:

    Zumindest eröffnet das Nicht-Mögliche theoretisch die Schulung der eigenen Achtsamkeit – dafür, daß diese Theorie eher dunkelbunt ist, bin ich das lebende Beispiel. 😉

    Ahhh, eine echte Katze!

    ***

    Darf ich einen Versuch der Weiterführung wagen?

    … erfülltes und ‚glückliches‘ (je nach Definition), wenn auch nicht gänzlich zufriedenes, Menschlein?

    Die Frage des ‚Schicksals‘ entbrannte mich bislang nur im Sinne Nietzsches: …des Willens Widerwille gegen die Zeit und ihr „Es war.“ In Betrachtung dieses Sinnes kann ich das ‚Schicksal‘ leichten Herzens als den Unfug abtun der es ist.
    Verstehe ich den implizite ‚Ist-Zustand‘ der restlichen Antwort richtig, als nicht-oktroyiert, sondern, als bewußte Entscheidung, einem ‚inneren Zwange‘ folgend? Ich grüble nun schon eine ganze Weile und komme da zu keinem befriedigenden Ergebnis.

    Boah, Sprache und Kontext, manchmal … siehe oben! 😀

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  7. pantoufle sagt:

    Moin Stony
    … wenn auch nicht gänzlich zufriedenes Menschlein? Es ist besser besser geworden mit den Jahren; sagen wir es einmal so. Es ist vielleicht die Erkenntnis, daß wir alle hier in einem privilegiertem Vakuum fern von Krieg, Hunger und Elend existieren dürfen. Die Erschütterungen, denen wir uns ausgesetzt fühlen, werden es nicht einmal zu einer Fußnote in den Geschichtsbüchern bringen. »Die Weltgeschichte ist nicht der Boden des Glücks. Die Perioden des Glücks sind leere Blätter in ihr.«(Hegel)
    Auf einem dieser leeren Blätter tummeln wir uns gerade. Wohlgemerkt: Hier, im Kern Europas. Daß unsere Wahrnehmung gelegentlich eine andere ist, verdanken wir den besseren Kommunikationsmitteln unseres Zeitalters; verglichen zu anderen Perioden des 19. und 20. Jahrhunderts geradezu eine Totenstarre. Man denke sich nur: Wir können uns für fast ein Jahr eine vollkommen handlungsunfähige Regierung erlauben, ohne daß es die Tagesgeschäfte oder Lebensumstände auch nur im Mindesten berührt! Das sind stabile Verhältnisse!
    Meine eigene, nicht wahrnehmbare Rolle darin, die Segnung mit einem interessanten Broterwerb, der Möglichkeit viel zu Reisen und andere Menschen kennenzulernen – worüber sollte ich mich im Ernst beschweren? Daß das Geld nach Aussage einiger nach Sozialhilfe schreit: Blödsinn, es geht auch so recht gut. Die Kinder sind ordentlich angezogen und hungern nicht, es reicht für eine gute Flasche Wein und den Knaster. Ob das nun Ergebnis einem »inneren Zwang« entspringt oder nicht… Wenn da Überlegungen eine Rolle spielten, dann die, was ich zum Erlangen materieller Güter an persönlichen Freiheiten hätte aufgeben müssen. Es ist wohl eher diese Abwägung, die mein Leben bestimmte. Oder anders herum: Ich habe mein Unwohlsein gegen Autoritäten und gesellschaftliche Zwänge mit einer tragfähigen Philosophie untermauert, die mich zu einem recht glücklichen Menschen hat werden lassen.
    Und jetzt geh ich mit dem Redaktionskampfhund Oskar in den Wald. »Hunden« heißt das in unserer Familie.

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    • Stony sagt:

      Nachdem ich mich, in nächtlicher Verwirrung, mit den seltsamen Gedanken und Bildern herumschlug, welche ein gar zu zerfaserndes Denken in Konjunktiven so mit sich bringt, beruhigt die Ausführung mein angespanntes Nervenkostüm und ich kann durchschnaufen, liegt mein Bild des Herrn Pantoufle doch nicht in Scherben.

      Mir kam gerade der Gedanke, wie die obigen Ausführungen außerhalb der „kleinen Klitsche“ hier aufgenommen würden – ich weiß sie wohl zu deuten, anderswo hingegen… ist schon eine seltsame Welt, die manche Leute sich schaffen.

      Einen schönen Sonntag wünsch ich noch! 😉

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      • pantoufle sagt:

        Och… das ging ganz schnell: Fascho »Herr Karl« ist ja gerade am demaskieren wie blöde. Was ich da alles gestehe – das glaubst Du nicht! Und diese Beweise! Weil Kim II sun und ich dynamische IP-Adressen benutzen, sind wir ein und dieselbe Person. Malen kann ich neuerdings auch und Kennedy hab ich vermutlich auch auf dem Gewissen.
        Wie die Leute was deuten, geht mir ehrlich gesagt mittlerweile ziemlich am Arsch vorbei. Ein paar kleine Geheimnisse hab ich dann doch noch. Solcher Bodensatz wie Karl ist doch der beste Beweis dafür, daß es vollkommen gleichgültig ist, was man sagt oder nicht: Wenn ich es nicht gesagt habe, wird es einem in den Mund gelegt; Schweigen ist immer bered und Argumente grundsätzlich panisch. Man sollte sich davon nicht die Laune verderben lassen.

        Danke gleichfalls – ich bin heute Werkstatt 🙂

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        • Stony sagt:

          Muuurhaha … fast bleibt mir das Lachen im Halse stecken, die Schmerzen! Nach der ‚Causa Lehmann‘ hab ich da nicht vorbeigeschaut – nicht, daß ich sonder was verpaßt hätte, aber…

          Der Vergleich zum Mülltonnennazi des Hernn S. nebenan drängt sich auf, wobei diese krude „Akribie“ schon ihres Gleichen sucht. Wobei, das eine oder andere Blog hat er ja ausgelassen, aber das läßt sich nachholen.
          Meine Fresse, Get a life! möchte man fast schreien; wenn’s nicht so bar jeder Relevanz wäre. Nicht mal für Popcorn langt es da… m(

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  8. pantoufle sagt:

    Moin Joachim (aus Formatierungsgründen steht die Antwort weiter unten)

    Hmm. Da muß ich jetzt nachdenken. Also was Gödels Gottesbeweis betrifft, habe ich ihn immer – hauptsächlich wegen seiner Methodik – als extrem selbstbezogen empfunden. Das war und ist bis jetzt mein Eindruck gewesen, aber vielleicht wären andere Beispiele treffender. Bei der Aufgabe einen verständlichen Begriff von Gerechtigkeit zu formulieren; der eben formal nachvollziehbar ist, hatte ich nach längerem Hin – und Herschreiben eben diesen Eindruck von gödeln.
    Aber vielleicht liege ich damit ja auch falsch. Das bedeutet, noch einmal darüber nachzudenken und eventuell eine neue Antwort zu formulieren.

    Deine Definition von Gnade kann ich nicht teilen. Sie hat für mich nicht etwas hierarchisches, sondern ist in meinem Verständnis eher vergleichbar mit dem Begriff Seele, etwas, was in jedem wohnt; worauf er bauen kann. Eine Art Grundrecht. Vom Wortstamm liegt seine Bedeutung nahe bei »um Hilfe bitten«, oder, wenn man es so interpretiert, auch als ein Recht darauf. Mit dem Begriff Gerechtigkeit verbinde ich es in sofern, als es auch ein Recht der Ausnahme geben muß, umgangssprachlich oft als »höhere Gerechtigkeit« tituliert, juristisch vielleicht mit »mildernden Umständen«.

    Nietzsche hatte ich durchaus auf der Liste, habe mich aber dann doch für Hegel entschieden. Nietzsche stiftet in der Regel Verwirrung beim Publikum. Darüber hinaus bin ich mit meiner Beantwortung genau dieser Frage ohnehin nicht sehr glücklich. Ich nehme den Begriff ernst, ohne ihn fassen zu können – der Kiezneurotiker beantwortete diese Frage mit »ein hohles Buzzword«. Ich kann es sogar verstehen, weil es eventuell die einfachste Form ist, es zu formulieren. Der Rest muß dann aus einem selbst kommen, womit wir wieder bei Kant wären…
    …und es gödelt doch.

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  9. genova68 sagt:

    Gibt es ein Leben nach dem Tod?

    „Es bedarf schon einer so notorisch unzufriedenen Spezies wie den Menschen, sich damit nicht abfinden zu können.“

    Eine sehr gute Antwort. Auch die auf die Frage nach dem Schmied und dem Glück. Man kann da lange rumreden, aber so geht es besser.

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    • pantoufle sagt:

      Danke dafür – ich sehe gerade, daß bei Dir der Edathy auch auf der Tagesordnung stand. Schade, daß ich die Diskussion nicht früher gesehen habe. Ich hab das bei mir allein abgeholzt und fühlte mich wirklich… ja, auch alleine und unbeholfen. Ein Thema, bei dem man sich eigentlich nur in die Nesseln setzen kann, wenn man nicht laus schreit: Hängt ihn!
      Das liest sich angenehm entspannt bei Dir. Dort sind ein paar Leute, die gute Konversation treiben. Glückwunsch!

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