Spesenritter und die Würde des Berufs

War es nun Hofberichterstattung von Seiten der Öffentlich-Rechtlichen? Wie weit waren die Fragen abgesprochen und konnte Wulff seinen Text vorbereiten? Eigentlich spielt das keine herausragende Rolle. Daß Fragen gestellt wurden, die Wulff aus der Fassung bringen konnten, wurde allein dadurch verhindert, daß man Journalisten vom „Spiegel“, der Springerpresse oder anderen Interessenten von vornherein ausschloß. Wulffs Antworten kamen dann auch entsprechend vorformuliert, so daß man getrost von einer Inszenierung ausgehen darf.

Christian Wulff, wahrscheinlich gedrängt von Kanzlerin Merkel, versuchte den Befreiungsschlag, das finale Interview zu beenden alle Interviews. 15 Minuten der besten Sendezeit exklusiv für einen Bundespräsidenten, der eigentlich schon gar keiner mehr ist.

Entschuldigungen eines Präsidenten – die Serie!

Haben Sie in den letzten Tagen auch mal ernsthaft an Rücktritt gedacht?“ Nein, Herr Wulff hat auch diesmal nicht. Er ist der Bundespräsident und würde das seiner Einschätzung nach auch für 5 Jahre bleiben. Nur für einen Moment angenommen, er hätte tatsächlich nicht darüber nachgedacht, so verrät alleine das einen gefährlichen Mangel an Phantasie. Wenigstens darüber nachdenken sollte er.
Und dann beginnt das Wimmern!
Menschenrechte für den Bundespräsidenten, Schutz der Familie, Recht auf Privatsphäre – wer bis zu diesem Zeitpunkt noch unsicher ist, ob es sich um eine Inszenierung handelt, bekommt seine Antwort. Die Selbsbegnadigung nimmt ihren Lauf.

Der Stolz der 400 Fragen, die ihm gestellt werden – es gibt 400 Antworten im Laufe der letzten Wochen, wenigstens von seinen Anwälten. Ein penibler Buchhalter hat da mitgeschrieben; ein Buchhalter im höchsten deutschen Staatsamt. Der gesenkte Kopf legt nahe: Wulff zählt während seiner Selbstdarstellung mit. Frage 402, Frage 403… Das ist Rekord: Noch kein Bundespräsident hat so viele Fragen beantworten müssen!
Durch die massive Mauer von Selbstmitleid dringt keine Frage zu Wulff durch. Er nimmt die Vorwürfe in ihrer Substanz nicht wahr, verkomplext sie als Angriff auf Freunde, Familie und Angehörige. Nicht die Würde seines Amtes steht zur Disposition, sondern angeblich seine Privatsphäre und dafür fordert er dann gleich die Menschenrechte für Bundespräsidenten ein. Allein eine solche Wortwahl verrät ein verzerrtes Weltbild.

„[…] wenn sie 400 scheibchenweise Fragen bekommen, wo sie sich manchmal wirklich fragen müssen, was sich dahinter verbirgt, dann können sie auch nur scheibchenweise antworten.

Den Verdacht, daß sich dahinter die Suche nach ehrlichen Antworten verbirgt, hat Wulff offensichtlich nicht.
Der Kredit für sein Haus? Ein normaler Kredit unter marktüblichen Konditionen! Eine Lüge – erwiesenermaßen. Und immer wieder seine Freunde:
Da wollte Frau Geerkens das Geld bei mir anlegen zu diesen Zinsen, weil in der Bankenwelt das so auch gar nicht ohne Weiteres realisierbar war.

Er hat dem Ehepaar Geerkens einen Gefallen getan, nicht umgekehrt. „Das gesamte Zinsentwicklungsrisiko lag doch bei mir, hab ich doch getragen.“ Bei diesem sensationellen Zinssatz ein immerhin überschaubares Risiko.

Und die BW-Bank war Bank von Herrn Geerkens und hat gesagt, wir sind auch interessiert, uns die Sache bei Herrn Wulff anzugucken. Und sie haben dann dieses Geldmarktangebot gemacht.“

Wozu hat man Freunde, vor allem solche, die man schon seit frühester Jugend kennt. Man macht Urlaub zusammen, genießt die Ferien, kocht, spielt und klönt – das, was so nach Familienbekanntschaften von Geburt an klingt, verrät vor allem eines: Der Filz begann in der Wiege. Der eine ging in die Wirtschaft, der andere eben in die Politik. Wer sich angesichts dieser romantisch-verklärten Darstellungen Wullfs noch fragt, wie es zu diesem „ihr da oben, wir hier unten“ kommt, bekommt hier seine Antwort. Für diese Familienbande fordert Wulff vehement Schutz vor unangemessenen Fragen. Mit Carsten Maschmeyer isst man zusammen Grünkohl, läßt sich die Werbung für ein Buch bezahlen. Einflussnahme auf die Politik? Gott bewahre! Man kennt sich eben seit der Schulzeit! Der König der Drückerkolonne Maschmeyer, „Mit dem ich seit Jahren eng befreundet bin. Der ausgeschieden ist, der heute sozusagen Pensionär ist.“ Männerfreundschaften.

Guttenberg hat es vorgemacht – Wulff spielt es unbegabt nach. Triefendes Selbstmitleid, das vor allem eines bezwecken soll: Jede Frage nach der Eignung für das Amt zu einem persönlichen Angriff umzuformulieren. Wulffs Drohanrufe bei der Springerpresse sind kein Angriff auf die Pressefreiheit, sondern ein Grund, „[…] mein Verhältnis zu den Medien herstellen, neu ordnen, anders mit den Medien umgehen, sie als Mittler stärker einbinden und anerkennen.“ Entschuldigen tut er sich auch. Selbstverständlich. All das tut ihm leid.
Vielleicht muss man die Situation auch menschlich verstehen.“
Die Drohung auf dem Anrufbeantworter selber war ja auch als solche nicht gemeint – eher die ungeschickt formulierte Bitte um eine spätere Veröffentlichung eines Artikels, für die man sich ebenfalls entschuldigt hat.

Wenn das Innerste nach außen gekehrt wird, private Dinge, eine Familienhaus-Finanzierung, wenn Freunde den Kredit gegeben haben, in die Öffentlichkeit gezogen werden, dann hat man (eine) Schutzfunktion und man fühlt sich hilflos“.
C.Wulff

Sie enthält fraglos Fehler. Und über jeden einzelnen dieser Fehler bin ich selbst am unglücklichsten. […] Sollte sich jemand hierdurch oder durch inkorrektes Setzen und Zitieren oder versäumtes Setzen von Fußnoten bei insgesamt 1300 Fußnoten und 475 Seiten verletzt fühlen, so tut mir das aufrichtig leid.
V.u.z. Guttenberg

Wer vertreibt eigentlich die Entschuldigungsschreiben für Politiker? Und warum soll man Entschuldigungen akzeptieren, die bei jedem Angestellten der Grund für eine fristlose Kündigung wären?

Trutzburg Bellevue

Ob es sich im Fall Bellevue um ein Schloß oder eine Raubritterburg handelt, bleibt bis auf weiteres offen. Die kommenden Jahre will Wulff dafür nutzen, all die Defizite seiner Person hinter den Mauern seines Schlosses aufzuarbeiten und als beliebter Bundespräsident in die Geschichte einzugehen. Das Volk bittet er derweil um etwas Geduld.

Ich muss ja auch einen Lernprozess machen. Ich bin vom Ministerpräsidenten zum Bundespräsidenten ja sehr schnell gekommen, ohne Karenzzeit, ohne Vorbereitungszeit, das ging sehr schnell. Und ich bin aus Hannover nach Berlin gekommen […[, aber trotzdem ist es noch etwas anderes, ob man als Ministerpräsident Akteur ist, oder ob man als Staatsoberhaupt den präsidialen Anforderungen genügt.“

Bei aller Lachhaftigkeit solcher Erklärungen und der Fassungslosigkeit, die solch überflüssige Schauveranstaltungen hinterlassen, sollte man ernsthaft darüber nachdenken, ihm diese Zeit zu geben. Die Regierung Merkel hat wiederholt bewiesen, es immer noch schlechter als befürchtet machen zu können.
Als Nachfolger für Christian Wulff sind unter anderem Ursula v.d. Leyen und Wolfgang Schäuble im Gespräch.

Ein kleines Update:
Das Titelbild stammt von einer Aktion, die ich auf diesem Weg gerne unterstützen möchte. Der Erlös des eBay-Verkaufs der „Würde des Bundespräsidenten“ geht an die Organisation Transparency International.

Dieser Beitrag wurde unter Polemik abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

0 Kommentare zu Spesenritter und die Würde des Berufs

  1. derek jefferson sagt:

    ?

    L. Derek Jefferson
    Mevagissey St Austell UK

    0
    • pantoufle sagt:

      Darf ich Ihr Fragezeichen dahingehend deuten, daß Sie bei meiner etwas atemlosen Besprechung des gestrigen Interviews den Zusammenhang mit der realen Welt vermissen? Oder gar diese Sternstunde bundesdeutscher Journalistik verpasst haben?
      mit herzlichem Gruß
      Pantoufle

      0
      • Derek Jefferson sagt:

        !

        L. Derek Jefferson
        Mevagissey St Austell UK

        0
        • pantoufle sagt:

          Oh, dann tut es mir leid, Sie mit den humoristischen Details deutscher Innenpolitik überfahren zu haben. Wenn Sie gestatten, gebe ich Ihnen einen kurzen Überblick über das, was bisher geschah.
          Es geht, wie Sie sicher gesehen haben, um den Bundespräsidenten. Dieses nominell höchste Staatsamt, welches in unserem Land existiert, befindet sich in einer Sinnkrise. Um das zu verstehen, lohnt wie immer der Blick in die Vergangenheit – allzu weit brauchen wir in diesem Fall nicht zurück zu sehen: Es reicht der Blick auf den Amtsvorgänger Horst Köhler. Der stolperte nach einer zweiten Amtsperiode 2009 über eine Erkenntnis, den jedes englische Kind in der Schule lernt, nämlich, daß Handelswege im Zweifelsfall mit Militäreinsatz verteidigt werden müssen. In den Vereinigten Königreichen heißt das Geschichte, in Deutschland nennt man es Kanonenbootpolitik. So verschieden sind die Geschmäcker – interessanterweise wiederholte der Freiherr v.u.z. Guttenberg diesen Satz wenig später, ohne daß es irgend jemanden interessierte. Horst Köhler kostete es das Amt.
          Ein Bundespräsident macht keine Politik: Er moderiert sie und gibt dem Volke das Gefühl, das es so etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit auf der Welt gibt. Ähnlich wie der Prince of Wales.
          Herr Köhler verstieß gegen den Grundsatz der Neutralität; vielleicht nicht gegenüber dem Bürgertum, wohl aber gegen den schlechten Geschmack, den die schwarz-gelbe Regierung nach ihrer Wahl 2009 zur Staatsraison erklärt hatte. Der Mann war unmöglich, mußte gehen, hätte es mit ein wenig Ausdauer vielleicht auch anders herum geschafft: Allein – er hatte die Nase voll!
          Ein Neuer mußte her. Die Bundeskanzlerin zeichnet sich dadurch aus, daß sie niemanden in ihrer Nähe erträgt, der ohne Begleitung auch nur eine Straße überqueren kann. Das eigene Kabinett hatte sie bereits erfolgreich von jedem Verdacht von Intellektualität gesäubert, die Personaldecke war bereits erschreckend dünn. Was sie brauchte, war ein bedingungsloser Ja-Sager, eine beherrschbare Existenz, die ihr keinesfalls in die Suppe spucken würde, wenn die Zeiten einmal rau werden würden. Im deutschen Sprachgebrauch haben wir dafür die Bezeichnung „Grüß-August“.

          Das Bundesland Niedersachsen ist ein schönes, weites Land. Es hat bis zum heutigen Tage weite (unbewohnte), landschaftlich äußerst reizvolle Gebiete. Schaf – wie die Kuhzucht spielen eine nicht unerhebliche Rolle und es gibt auch schon die Eisenbahn und Stromanschlüsse. Es wird von allen geografischen Seiten von Kulturgebieten begrenzt – im Norden seien hier beispielhaft Friesland und die ehemaligen Hansestädte genannt. Geschichtlich anmerken sollte man vielleicht anmerken, daß die Sachsen diesen Landstrich etwa im siebten Jahrhundert besiedelten und daß Preußen einige Jahre später zeitweilig die Herrschaft übernahm, was kulturell einen erheblichen Fortschritt bedeutete – Amtssprache ist Deutsch.
          Die Landeshauptstadt ist Hannover. Diese Stadt wird gerne von Schafs – und Kuhzüchtern besucht, die ihre Tiere hier verkaufen. Es ist eine reizende, kleine Stadt.
          Parteizugehörigkeit ist hier nicht wichtig – man muß nur einfach dazugehören. Hier werden die Geschäfte gemacht – jeder kennt jeden; die großen Ganoven sitzen in München, Köln, Frankfurt oder Berlin… hier ist alles zwei Nummern kleiner. Schlägt einer mal über die Stränge, haut den anderen mehr als gebührlich über`s Ohr, so flieht er bei Nacht und Nebel nach Bayern, Westfalen oder in die Schweiz. Die Zurückgebliebenen betreiben weiter ihren Tauschhandel, zeigen sich gegenseitig ihre Sammlungen von seltenen Scherben oder Münzen und freuen sich gemeinsam, das man seit kurzem einen Flughafen hat.

          Hier, in dieser ländlichen Idylle, konnte Angela Merkel sicher sein, einen passenden Kandidaten für das vakante Amt zu finden. Die Suche war kurz – das Land ist groß, aber nicht übermäßig besiedelt – der Ministerpräsident sollte es sein! Er hörte auf den Namen Christian Wulff und niemand wußte, wer er war (vielleicht außer den Eingeborenen Niedersachsens).
          Wirklich auffällig war Wulff nicht gewesen: Ein wenig Urlaub bei wohlhabenden Freunden (in Niedersachsen hat man nur Freunde: Die anderen kennt man einfach nicht), die üblichen Bekannten aus der Halbwelt der Wirtschaft; Korruption nur in einem Maße, daß man es mit einem kleinen „k“ schreiben möchte – einem ganz kleinen.

          Die Wahl geriet zu einem Desaster! Im Jahre 2010 trat Wulff als Merkels Kandidat gegen Gauck, den Grüne und SPD vorschlugen, Luc Joachimsen von der LINKEN und Frank Rennicke von der NPD an.
          Erst im dritten Wahlgang konnte das erwünschte Ergebnis erzielt werden. Es bedurfte der geballten Kraft der Kanzlerin, ihren Wunschkandidaten auf den Thron zu setzen. Dementsprechend verunsichert trat Wulff sein Amt an. Dieses Amt, von dem man annehmen darf, das es die Krönung all dessen war, was sich Wulff jemals für seine politische Laufbahn erhofft hatte. Nur was er dort sollte – das wußte er noch nicht so genau! Aber da waren ja noch die alten Freunde und Seilschaften und – in diesem Zusammenhang nicht ganz unwichtig – seine Frau. Hier ein Haus, dort eine Reise und vielleicht noch ein nettes Abendessen in netter Gesellschaft. Das Leben hat so viel zu bieten, wenn man sich nur einmal mit offenen Augen umsieht und die Flugbereitschaft der Bundeswehr auf seiner Seite weiß. Selbst zivile Anbieter von Flugreisen machen einen Hofknicks, wenn man zwar nur Touristenklasse bucht, aber zeitgleich Bundespräsident ist. Das Leben war schön!

          Es hätte wohl auch noch ewig so weiter gehen können, wenn die ewig neugierige Presse nur nicht so gelangweilt gewesen wäre. Immer nur über Frau Merkel zu berichten, reicht auf die Dauer einfach nicht. Außenminister? Fehlanzeige – das Ministerium ist für 4 Jahre abgeschafft. Wirtschaftsminister? Ein ewig lächelnder Jüngling, der damit beschäftigt ist, seine Partei mit Nesselruten in den Abgrund zu treiben. Familie und Soziales? Ein Pflegefall! Innenministerium? Das Sprachrohr Andrea Merkels. Also orientierte man sich nach oben in der Hierarchie und sah sich den Bundespräsidenten einmal näher an.

          Jetzt kamen nach und nach wie Blasen im Aquarium all die kleinen Mauscheleien, die Hannover so liebt und mit dem Begriff „Politik“ verwechselt, wieder ans Tageslicht. Viel war es nicht: Hier ein Haus, dort ein erklärungsbedürftiger Kredit – eine kleine Spende hier und dort einer seiner dümmlichen Kommentare zum Zeitgeschehen. Nicht viel, viel vages, aber daraus lies sich etwas konstruieren! Der „Spiegel“ und die Springerpresse nahmen das in ihre bewährten Hände.
          Dem erstaunten Publikum wurde mit großer Geste erklärt: Wir haben einen Hannoveraner zum Präsidenten gemacht! Die Überraschung allerortens war riesig.
          Das Ganze hätte an dieser Stelle so friedlich ausgehen können wie das Hornberger Schießen, aber zu diesem Zeitpunkt zeigte sich ein Charakterzug Wulffs, den man bisher glatt übersehen hatte: Der Präsident hatte sowohl schlechte Nerven wie einen Hang zur Feigheit – eine äußerst unselige Kombination! Statt sich mit geradem Rückkrad aufrecht hinzusetzen und zu sagen: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern und das mit dem Kredit bringe ich in Ordnung“, begann er zu lamentieren, zu drohen oder zu weinen. Er erklärte vor allen ein – und ausgeschalteten Mikrophonen, daß er sich für absolut alles entschuldigen würde, obgleich er nicht einmal genau wüßte, wofür. Zugleich brüllte er auf den Anrufbeantworter der Springerpresse – dem zuverlässigsten Instrument der Herrschenden – wüste Drohungen für den Fall, daß man sich nicht sofort auf seine Seite stellen würde. Mit einem Wort: Er verlor sowohl Contenance wie Nerven.

          Alles kann man einem Präsidenten verzeihen – nur das nicht! Eine an die Allgemeinheit gehaltene Ansprache kurz vor Weihnachten verfehlte ihr Ziel vollkommen, die jährlich übliche Weihnachtsrede geriet zur Farce. Der Burgfrieden über „das Fest“ und das offiziell verkündete Ende der Beschuldigungen hätten unter Umständen das Ende der Affäre bedeutet, wenn nicht… ja wenn Frau Merkel nicht einen „Befreiungsschlag“ gefordert hätte, D-Day bei ARD und ZDF. Eine exklusive „Pressekonferenz“ mit devot agierenden Journalisten, die alle angeblich offenen Fragen beantwortet und die Mohrenwäsche an Wulff vollzieht – der politische Griff ins Klo.
          Einem staunenden Fernsehpublikum erschien ein nervös brabbelnder Bundespräsident, der in seiner 15minütigen Redezeit eigentlich nur Eines sagte: Daß er jetzt sehr gerne wieder in Hannover wäre!

          Es entsprach nicht zur Gänze dem, was man sich erhofft hatte, aber das spielte zu diesem Zeitpunkt schon keine Rolle mehr. Ein Politiker halfterte sich vor laufenden Kameras selber ab und niemand hinderte ihn daran. Eine gnadenlose mediale Hinrichtung mit einem übereifrigen Hauptdarsteller.

          Mein Artikel beschreibt, so gut es ging, die Gefühle, die ich beim Anblick des elektrischen Stuhls hatte, auf den man ihn setzte.

          0
  2. rauskucker sagt:

    Ha, sehr schön beobachtet und noch besser beschrieben. Danke. Deckt sich teilweise mit meinen dürren Worten dazu heute. Habs für mein geringes Publikum mal verlinkt.

    0
  3. pantoufle sagt:

    Moin, Rauskucker
    Danke für die netten Worte – ich persönlich warte gespannt auf den Artikel des Kollegen J.Jung. der wird sicherlich auch noch etwas dazu beizutragen haben.
    Es bedarf aber sicherlich nicht meiner Anmerkungen als Lösungsmittel, den Klebstoff von Wulffs Sessel zu erweichen – die Seebestattung erster Klasse hat er gestern selber eingeläutet. Trauergäste sind wegen massiver Seekrankheit´nicht in größerer Menge zu erwarten.

    0
  4. Pingback: Im Filze geboren « Lumières dans la nuit

  5. Harald sagt:

    Langsam ist es wirklich unverschämt, was uns als Wähler und Steuerzahler zugemutet wird. Selbst, wenn der Wulff jetzt zurücktritt, bekommt er immer noch 200.000 Euro im Jahr, bis er tot ist. Wofür denn bitte? Ich muß jeden Cent umdrehen und die Herren Politiker lassen es krachen, auf unsere Kosten. Wenn wir es nicht schon geahnt haben, einen Bundespräsidenten braucht Deutschland wirklich nicht. Zumindest nicht so einen.

    0
  6. FF sagt:

    Ein reizendes Textlein!

    PS.: Wenn ich für’s Neue Jahr zwei Wünsche erübrigen könnte: bitte nicht diesen selbstbesoffen-frömmelnden Wende-Trittbrettfahrer. Bitte nicht das ältlich-blondierte höhere Töchterchen aus Hannover. Größenwahn und Machtgeilheit hätten die beiden ja leider genug…

    PPS.: Dann lieber Wulff forever.

    0
    • pantoufle sagt:

      Welches „Textlein“ bitte? Nr.1 ode Nr.2? Es müßte sich eigentlich auf Nr.2 beziehen…
      Moin FF! Ich hoffe, Sie sind gut ins neue Jahr gekommen! Das mit dem höheren Töchterlein müssen Sie mir schon verzeihen – die hat für mich so etwas … äh… eine Domina… sie ist so… irgend wo zwischen „Heidi“ und der ganz, ganz, ganz strengen Chefsekretärin.
      Verstehen Sie mich, FF? Es ist so erregend, wenn die Dame „…und natürlich den Linksradikalismaus bekämpfen“ sagt! Dieser Schauder, diese wohlige Gänsehaut!
      Ach, mich versteht schon wieder keiner!

      0
  7. FF sagt:

    Der Übertritt ins Neue verlief durchaus passabel, danke der Nachfrage.

    Sie fechten hier wie da mit feiner Feder, äh, feinem Florett, scheuen aber notfalls auch den schweren Säbel nicht. Das gefällt mir.

    Das „höhere Töchterlein“ betreffend schlagen Sie da allerdings eine ganz gewagte Quarte. „Gänsehaut“ ist ja noch okay – bei mir jedoch läuft sie eisekalt den Rücken hinab.

    Geschmackssache!

    PS.: Nur weiter so.

    0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *