… schön? … putzig?… überfüssig?… ganz & gar ekelhaft?

Tikerscherk hat ein Katzenbild gepostet und das kann ich natürlich nicht unbeantwortet lassen. Hier also Katze Frida. Frida nach der gleichnamigen.
Frida verfiel nach dem ersten zarten Kälte – und Nässeeinbruch diesen Jahres in eine Art Totenstarre auf dem Katzenkratzsessel. Zwokommadrei Meter Luftlinie von ihrem Fressnapf, ihrem Ein & Alles, Mittelpunkt ihrer Existenz. Um festzustellen, ob sie noch lebt, tritt man ganz zart an den Blechnapf. Man kann sie auch probeweise anfassen. Das verwechselt sie allerdings mit dem Versuch, sie vor die Tür zu setzen und auszuwringen. Also nicht ratsam, es sei denn, man möchte mal wieder ein Schwätzchen mit den Nachbarn halten: »Was um Gottes Willen tun Sie da mit ihrer Katze?«
Also besser nicht.

Tikerscherks Miezekatze ist natürlich viel niedlicher und hat zudem die Augen geöffnet. Innerhalb ethisch vertretbarer Grenzen habe ich keine Mittel in der Hand, Frida so zu niedlichen. Die Augen bleiben bis zum Abendbrot geschlossen!
Wo wir gerade bei lustigen Bildern sind. Um eine eventuelle Debatte über Nazischrift auf der Schrottpresse mal kurz und nachhaltig zum Erliegen zu bringen:

Verdammter Querfront – Font!

Merke: Ein nicht unerheblicher Teil der von den Nazis verbrannten Büchern war in dem Schriftsatz Fraktur gedruckt.

Im übrigen bereitet sich die Redaktion der Schrottpresse und ihr Chefredakteur langsam, aber mit eiserner Härte auf das Fest vor. Wie ledergegerbte Windhunde aus Kruppstahl, ein total lustiges Lied auf den blauen Lippen.

Pantoufle, ein eingewecktes Fischbrötchen essend. Knecht Rubrecht, komm nur!

Ihr aber lasset Euch nicht nervös machen, bleibt gesund und gelassen und lest mal wieder ein sauber gebundenes Buch mit in Blei gesetzter Frakur. Als könnte man die Druckerschwärze noch riechen. Rheinsberg würde sich anbieten – auch wenn man gerade nicht frisch verliebt ist.

Im »Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel« finde ich eine Anzeige: »Rheinsberg, ein Bilderbuch für Verliebte« erscheine zu seinem fünfzigsten Tausend in einer feierlichen und vom Verfasser abgezogenen Luxusausgabe. Die Vorrede, steht da, schrieb Kurt Tucholsky. Aber das ist nicht das richtige. Wo werde ich in einen signierten Büttenband etwas Gescheites hineinschreiben! Die richtige Vorrede soll hier stehen.

Rheinsberg… Et hoc meminisse iuvabit… Die Sache war damals so, daß ich das Buch, nach dem später generationsweise vom Blatt geliebt wurde, an der See schrieb, auf die Postille gebückt, zur Seite die wärmende Claire, und es, nach Berlin zurückgekehrt, Herrn Kunstmaler Szafranski vorlas. Das war eine Freude–! Der Dicke sagte, einen solchen Bockmist hätte er wohl alle seine Lebtage noch nicht vernommen, aber wenn ich es ein bißchen umarbeitete, und wenn er es illustrierte, dann würde es schon gehen. Ich arbeitete um, ließ die hübschen Stellen weg, walzte die mäßigen etwas aus, und inzwischen illustrierte jener, denn was ein richtiger Plagiatmaler ist, der ist fleißig. Während er abzeichnete, ging ich zu Herrn Verlegermeister Axel Juncker.

Verleger sind keine Menschen. Sie tun nur so. Dieser warf mich mit Buch hinaus.

Nun ist das weiter keine Schande. R. Tagore ist, wie Hans Reimann berichtet, auch erst bei Kurt Wolff abgewiesen worden, und nur der plötzlich bekommene Nobelpreis rettete ihn davor, bei Ullstein verlegt zu werden. Ich erhielt den Nobelpreis nicht – Rosegger stand damals in der engeren Wahl–; aber nachdem mir Verlegermeister Juncker noch rasch mitgeteilt hatte, daß Liebespaare niemals so miteinander redeten, nahm er es doch. Das war ihm ganz recht.

Inzwischen war Szafranski nicht müßig gewesen. Unter Zugrundelegung der Lipperheidischen Kostümbibliothek, seines reich ausgestatteten photographischen Archivs und einiger anderer Vorlagen entsproß seinen dicken Händen langsam ein Werk, das man ruhig unter die besten Arbeiten Paul Scheurichs einreihen darf. Aber er wurde und wurde nicht fertig. Wir telephonierten damals recht lange und recht unfreundlich miteinander – schließlich bestellte er mich in die selige Queen-Bar und zeigte mir, was er angerichtet hatte. Ich trank vier Whiskys hintereinander. Dann sagte ich schüchtern, es sei sehr schön. Szafranski, leichtgläubig wie er nun einmal ist, glaubte das. Das Werk ging unter die Presse.

Es wurde ein Bombengeschäft. Über meine Verdienste will ich gar nicht erst reden; Szafranski kaufte sich jedenfalls von den seinen etwas, das er in befreundeten Kreisen als Häuschen ausgibt, und gehört heute zu den geachtetsten Mitbürgern Zehlendorfs. Der Verleger tat das, was Verleger immer tun: er setzte zu.

Nun hatten wir damals auf dem Kurfürstendamm die »Bücherbar« aufgemacht, einen richtigen Studikerunfug, über den sich die Leute halb krank ärgerten, weil wir ein polyglottes Schild am Laden hatten, darauf in allen lebenden und toten Sprachen – auch auf gemauschelt – zu lesen war, daß es darinnen billige Bücher zu kaufen gäbe. (Wir haben noch unser Goldenes Buch, in das sich die illüstren Gäste eintragen mußten: Carl Meinhard war da und Hardekopf und Ludmilla Hell und Schriftsteller, die überhaupt nicht schreiben konnten und sich doch eintrugen… Die feinern Herrschaften kriegten einen Schnaps.) Die Presse brachte sich um. Die »Breslauer Zeitung« war dagegen, die »Vossische« dafür, Prag und Riga verhielten sich neutral – die Ausschnitte sind noch da – und der »Sankt Petersburger Herold« vom achtzehnten Dezember 1912 schrieb, wer einen Wilde erstehe, der bekäme Whisky Soda, und wer Ibsen kaufte, einen nordischen Korn. Das stimmte aber nicht – wir tranken selber. Und verkauften schrecklich viele … Rheinsbergs

P.S. Wie kriegt man die scheißrote Mütze vom VLC weg???

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13 Kommentare zu … schön? … putzig?… überfüssig?… ganz & gar ekelhaft?

  1. dergl sagt:

    Hat Frida Vorfahren unter den Norwegischen Waldkatzen? Ich war mal Futtergeberin und Insulinspritzerin einer Kreuzung aus Norwegischer Waldkatze und Hausmieze und Alfons hatte nicht nur die Farbe sondern so weit ich das vom Bild her beurteilen kann auch Felldicke und Schwanzbuschigkeit mit Frida gemein. Auch den Tiefschlaf, es sei den die Insulinspritze war fällig, dann hat der Kerl sich noch auf Schränke geschleppt.

    Ansonsten hätte man in meiner Familie noch “Kumpel” zu bieten, aber der ist gestört. Zumindest im Vergleich mit Durchschnittskatzen, denn er badet gern.

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  2. OldFart sagt:

    > P.S. Wie kriegt man die scheißrote Mütze vom VLC weg???

    Rechnerdatum umstellen, automatische Zeitsync aus. Ruhe is. Willkommen bei den Weihnachtsallergikern. Rollo runterlassen nicht vergessen, wegen der Blinkeweihnachtsgirlanden vom Nachbarn. Das Vorgehen bewährt sich bei mir seit Jahren.

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  3. Pantoufle sagt:

    @Dergl
    Frida entstammt einer alten Familie von Miezantrophen. Zur Heraldik: Das Familienwappen zeigt einen gefesselten Menschen, der anstelle des Kopfes einen Dosenöffner zeigt. Links und recht wird das Schild von 2 gehäuteten Mäusen gehalten. Der Blick zeigt bei beiden Mäusen vom Wappen weg! Auf der obersten Spitze thront eine Aldi-Dose »Schnuckie« mit Mäusegeschmack. Anstelle des sonst üblichen Lorbeers ranken sich stilisierte Katzenkrümel links und recht, gleich Weintrauben. Die Inschrift auf dem Spruchband am unteren Ende lautet »Vade retro Trockenfutter«.

    Ihre geographische Herkunft ist urkundlich und unter Zeugen belegt. Gezeugt auf einem Rübenacker von einer Miezekatze mit dorfbekannten lockeren Lebenswandel und einem Kater, der an allen Näpfen der Senioren zu Hause war. Frida ist Halbweise; ein LKW-Fahrer mißdeutete die Drohgebärden des Erzeugers und unterbrach sein Telephongespräch überraschenderweise nicht.
    Die Mutter dagegen erfreute die Nachbarschaft noch mit vielen jungen Katzen (»niedlich«, »ach Gott, wie süß«, »Mami, darf ich die alle behalten?« und »Meine Herren: Kann die fressen!«)

    Nachdem auch die Frau Mama das Zeitliche gesegnet hatte, wurde Frida von Oskar, dem Redaktionskampfhund adoptiert und kam auf diesem Weg in unsere Familie. Es war ein Bundle. Oskars Erziehung kann nicht hoch genug gepriesen werden. Die darwinsche Herdenphilosophie des Hundes adaptierte sie mit »ALLE stehen unter mir!« Die Herde erkannte in einem jahrelangen Lern-Prozeß die tiefe Weisheit dieser Interpretation. Zum Ausgleich dazu ließ Frida konsequent jede Form von katzigkeit vor der Haustür. Sie war nicht lieb, schnurrte einem nicht um die Beine, haßte es gestreichelt zu werden und schmiegte sich – wenn überhaupt – an ihren Lehrer Oskar. Einzig der Versuch des Redaktionskampfhundes, Frida das Bellen beizubringen, scheiterte aus physiologischen Gründen.
    Hast Du schon mal gesehen, wie eine Katze versucht, beim Pinkeln das Bein zu heben?

    Wenn Du sie in die Nähe einer Badewanne bringst, wird sie dich nachts ermorden.

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  4. Siewurdengelesen sagt:

    “P.S. Wie kriegt man die scheißrote Mütze vom VLC weg???”

    Mit Warten auf den 1.Januar oder auf Alternativen wie Kaffeine oder Parole oder … umsteigen bis dahin;-)

    Ist doch ein netter Gag.

    Katze kann ich auch.

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  5. Pantoufle sagt:

    Oder ich greife wieder auf analoge Wiedergabegeräte zurück.

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    • Siewurdengelesen sagt:

      “P.S. Wie kriegt man die scheißrote Mütze vom VLC weg???”

      Da es mir keine Ruhe lies (Du musst nicht analogisieren) :

      VLC – Werkzeuge – Einstellungen – Oberfläche – alle Einstellungen anzeigen lassen – Oberfläche – Hauptinterfaces – Qt – Häkchen entfernen bei “Automatische Icon-Änderungen erlauben”

      Ist doch praktisch selbsterklärend;-)

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