Presseschredder 9.5.2014

»Putin läßt die Muskeln spielen!«, »Putin beschwort den russischen Patriotismus«, »Pompöse Parade am Tag des Triumphs«, »Der Tag des Sieges ist Russlands einziger Stolz«. Letzteres Zitat aus der Springerpresse und besonders infam.
Wie wär’s damit: »Deutschlands einziges Verdienst – die Völkerschlacht bei Leipzig!« Aber in Zeiten der Propaganda ist wohl keine Schlagzeile zu dümmlich, als daß man mit ihr nicht das Papier zuschmieren könnte.

»Auch nach 69 Jahren wird das Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau groß gefeiert. Damit will der Staat seine Misserfolge kompensieren.«

die Welt.

Dann freuen wir uns mal alle auf die Schlagzeile, wenn am 6. Juni der D-Day in der Normandie gefeiert wird. Putin will auch kommen.

»Auch nach 70 Jahren wird das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa groß gefeiert. Damit will der Westen seine Misserfolge kompensieren.«

oder so…

Auf der Militärparade in Moskau – wo Putins Muskeln spielten – zogen wohl 11.000 Uniformierte vorbei, während sie von 69 fliegenden Muskeln überflogen wurden. Ach, was waren das noch für schöne Zeiten, als sich auch Angela Merkel auf diesen Tribünen überfliegen lassen durfte: »Sehen Sie nur mal, gnädige Frau! Dieser formschöne Luftüberlegenheitsjäger SU-37! Ein Qualitätsprodukt der renommierten Firma Сухой… ist übrigens auch käuflich zu erwerben! Und nebenbei noch einmal vielen Dank für das weltweit modernste soldatische Ausbildungszentrum mit all der tollen Technik von Siemens, Krupp-Atlas und wie sie alle heißen. Darauf ein Gläschen Krimsekt? Auch eines unser liebenswerten heimischen Produkte!«

Stunden wundervoller Eintracht, als Angela Merkel noch Putin verstand – jetzt muß das die Schrottpresse übernehmen und das ist eine harte Bürde! Deswegen also herzlichen Glückwunsch zum 69. Jubiläum des Sieges über die Nazihorden. Besonders in Zeiten, wo wieder über Truppenverlegungen in Richtung Moskau gesprochen wird. Deutsche sollen wohl auch dabei sein. Zum Glück hat das Eine mit dem Anderen absolut nichts zu tun.
Weiterschlafen.

»Konstantin Wecker begründet, warum ab sofort keine Kommentare mehr freigeschaltet werden und erklärt, wie es mit HdS weitergeht.[…] Unter diesen Angriffen aus dem “heldenhaften” Incognito des Internets haben einige linke Medien schon aufgegeben.«

Das Blog von Konstantin Wecker »hinter den Schlagzeilen« hat bis auf Weiteres die Kommentarfunktion abgeschaltet. Ein Verdienst der einschlägig bekannten Trolle. Glückwunsch, die Herren!
Man will umstrukturieren, vermutlich mehr Zeit und mehr Personal einsetzen. Man sei in der derzeitigen Form dem Ansturm (meinen Glückwunsch darüber von dieser Stelle) nicht mehr gewachsen und wird sich ein anderes Format für die Zukunft überlegen müssen.

Nachvollziehen kann ich das, halte allerdings den Weg und die Verlautbarung für einen Fehler. Na gut: Ich hab leicht reden; schließlich habe ich das Problem nicht am Hals! Aber in dieser Form halte ich es eher für einen Ansporn als für einen konsequenten Schritt gegenüber dem Troll-Unwesen. Konstantin Wecker sagt ein paar bemerkenswerte Dinge in seinem Statement dazu, wenn auch die eigentliche Begründung für den genannten Schritt fehlt.

»Die Konrad-Adenauer-Stiftung unterhält z.B. eine ganze Abteilung dafür, kritische Portale, Wikipedia, soziale Netzwerke und Foren mit Shitstorms zu überziehen, Friedensbewegungen ins Zwielicht zu rücken, Linke zu skandalisieren und deren Medien handlungsunfähig zu machen.«

Gerade dann sollte man nicht einknicken; wobei ich den Schritt von HDS respektiere, wenngleich auch bedaure. Fraglich bleibt allerdings, ob man mit so schwerem Kaliber so hoch zielen muß: Auf dem Planeten der Affen finden sich genügend nichtbezahlte Trolle, die solcherlei Dienste gerne übernehmen. Es geht auch ohne Konrad Adenauer.

Der Troll 29. April 2014 13:14
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Der Troll 29. April 2014 17:11
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Der Troll 30. April 2014 13:51
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Der Troll 30. April 2014 13:52
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Der Troll 30. April 2014 13:54
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Geht doch – auch wenn es auf die Dauer etwas lästig ist. Das Geheimnis heißt »Blacklist«.

War sonst noch was? Mit einem schönen Bild von Alu-Huträgern schreibt Roberto J. De Lapuente einen schönen Artikel über Verschwörungstheoretiker, während Silvio Berlusconi seinen Dienst im Altersheim antritt.
Bei den Bildern drängt sich der Wunsch auf, einmal eine ganz normal Pflegekraft mit dem Bohei von Presse, Luxuslimousine und Personenschutz zum Dienst antreten zu sehen. Demenz und Alzheimerpatienten…soso. Das paßt irgendwie zu den vielen verjährten Straftaten dieses Serienkriminellen.

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0 Kommentare zu Presseschredder 9.5.2014

  1. Pingback: Kurz verlinkt | Schwerdtfegr (beta)

  2. langlode44 sagt:

    In den Kurzmeldungen fragst du nach Nigeria…
    Hier findest du was:
    http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD%20der%20Aktuelle/Paukenschlag%20am%20Donnerstag.html

    0

    • pantoufle sagt:

      Vielen Dank erst mal für den Hinweis. Bedauerlicherweise muß man wohl noch erheblich mehr lesen, um da auch nur den Ansatz von Verständnis der Historie zu bekommen. Ich bin dabei, habe aber nicht das Gefühl, daß ich weiterkomme.

      Sollte ich mir Sorgen um meine nigerianischen Eisenbahnaktien machen???

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