Presseschredder 7.8.2017

Hardware-Update

Es geht endlich aufwärts mit der SPD! Der neue Grillkönig aus Deutschland heißt Martin Schulz mit seinem Team »Grill doch mal«. Sein Grillteller »Bayerischer Grillbauch trifft Asia Burger« überzeugte eine 130-köpfige Jury. Die FAZ.net ist sichtlich begeistert und verlinkt – irgendwohin! Aber auch das ist symptomatisch. Gute Nachrichten wo immer es möglich erscheint. Für’s nächste Mal: Der Clown von der SPD heißt »Chulz«!

Hinweise auf ein unmoralisches Angebot. Eine Hinterbänklerin der dritten Garnitur bekommt von ihrer Partei keinen Nominierung für die nächste Landtagswahl und wechselt daraufhin die Partei.
Elke Twesten ist enttäuscht!
Wechselte die grüne Abgeordnete für 222 Millionen Euro zur CDU? Oder noch wichtiger: Was hat die CDU, was Bündnis 90/die Grünen nicht haben (außer einem Listenplatz)? Spielt das freundliche Dackelgesicht des Oppositionsführers (er ist kein Mensch, er ist kein Tier: Er ist ein Panzergrenadier) Björn Thümler eine Rolle? Ist es Liebe?
Weltanschauliche Gründe können es nicht gewesen sein. Im Manufaktum-Katalog des Wahlprogrammes der CDU tauchen die gleichen Artikel nur mit anderen Bestellnummern auf. Der Preis ist der selbe.
Leider gibt es noch keinerlei Hinweise, worin das unmoralische Angebot bestand. Geld ist per se nicht unmoralisch, Liebe ist es so wenig wie Weltanschauung. Ein unmoralisches Angebot unter Politikern? Da springt die Phantasie Salto mortale.

Ein ehrenvolles Angebot war es jedenfalls von VW, seinem Aufsichtsratsmitglied Stephan Weil (SPD) beim Entwurf einer Rede unter die Arme zu greifen. Politiker drücken sich ja gelegentlich so mißverständlich aus. Cem Özdemir: »Wenn Ministerpräsident Weil eine Regierungserklärung von Volkswagen abnicken läßt, ist das Fundament unserer Marktwirtschaft bedroht.« Soviel also zu der Qualität der Hanfpflanze auf Özdemirs Balkon. Immerhin war der Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen geladenes Mitglied beim legendären  »Diesel-Gipfel« vom 2. August. Dort hatte man sich weit mehr als den Wortlaut einer Rede diktieren lassen.
CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer forderte mittlerweile einen Rücktritt des SPD-Politikers, ersatzweise den Übertritt Weils in die niedersächsische CSU und den damit verbundenen Wechsel der Rechtschreibhilfe von VW zu einer süddeutschen Premiummarke. Das wäre laut Scheuer auch nicht mehr als ein völlig wirkungsloses Software-Update.
Und ganz nebenbei: Wer hört sich solche Reden an?

Überhaupt Software: Die Schrottpresse trauert mäßig über den vorzeitigen Tod von Erika Mustermann, Versicherungsnummer 123456789 bei der AOK. Die ach so früh verblichene kostete den Steuerzahler satte 1,7 Milliarden Euro, ohne irgend einen Nutzen zu erbringen. Einigkeit herrschte bei der sogenannten Gesundheitskarte nur über ihre Nutzlosigkeit, weswegen ihr nunmehr verkündetes Ende nicht unerwartet kommt. Nach Aussage des Sprechers von T-Systems, Rainer Knirsch, seien die technischen Anforderungen rund 150 Mal verändert worden. Das kling glaubwürdig nach deutscher Industrie 4.15. Was beim A400 oder MH90 schon nicht geklappt hat (gediegene russische Technik von Antonow oder Michail Leontjewitsch Mil zu kopieren) – warum sollte es mit dem HiTech-Produkt Gesundheitskarte funktionieren? Vielleicht scheiterte sie bereits bei der Namensgebung: Wer gesund ist, braucht sie nicht! Ganz die deutsche Industrie nun auch die Ideen der Krankenkassen. Jeder seine eigene Karte, jeder sein eigenes System. »Damit könnten die Anforderungen wesentlich besser, wesentlich ökonomischer und vor allem sicherer erfüllt werden« (Helmut Platzer, Chef der AOK Bayern).

Und mit einem Software-Update werden 2020 alle Diesel in Elektrofahrzeuge umgerüstet.

P.S. Sämtliche Fake-News gehören den glücklichen Findern.

P.P.S. »Diese Dinge waren Twesten immer sehr wichtig«. »An Sachthemen war sie ohnehin nie interessiert.«

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15 Kommentare zu Presseschredder 7.8.2017

  1. Peinhart sagt:

    Mir wähnt wir hätten heute bereits den siebten achten… 😉

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  2. Ich hätte auch noch was für den Presseschredder: Mariam Lau findet auf Gut Schnellroda eigentlich alles wie im Wendland, mit Cat Content!

    Der Artikel folgt dem schon von ihr bekannten Duktus unermüdlicher Abarbeitung an 68ern, Anti-AKW-, Friedens-, Umweltbewegung, den daraus mal hervorgegangenen Grünen, an Werten und Weltbild ihres Vaters, Bahman Nirumand. Zur Abarbeitung nutzt sie immer eine Handpuppe, mit deren Hilfe sie ihrer eigenen Haltung Ausdruck verleiht – bei ihren Frontbegehungen in Kreuzberg und Neukölln und ihrem Femegericht über Edathy war das Wolfgang Wieland (Grüner im wohlverdienten Ruhestand).

    Diesmal dient ihr Götz Kubitschek als Mund. Und sie ihm mit kostenfreier Verlagswerbung, eine Win-Win-Situation sozusagen.
    Ich habe mich schon aufgeregt (nicht, daß ihrer der erste Artikel wäre, der den selbstgefertigten Ziegenkäse zu Schnellroda und das Gesieze der Eheleute apart findet °_O)

    Welche Art 4. Gewalt im Staat will son gefühliger Biedermeier-Landlust-Journalismus eigentlich ausüben?

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    • Pantoufle sagt:

      Ich hatte es gestern gelesen und flog doch glatt mit Miriam ein paar Zeilen auf dieser heimeligen kleinen Wolke von Dummheit und Naturtrübheit mit! Carl Spitzweg kam einem in den Sinn (wie Dir ja wohl auch). Da »stellt sich ein ganz anderes Gefühl ein: das einer verblüffenden Vertrautheit.« Die Kätzlein, der selbstgezogene Ziegenkäse, der Offizier der Reserve, die Frau Mama am Küchentisch… wie im Wendland eben! Irgendwie hat mich das runtergebracht von der lila Wolke. Schade.

      Ja, ich habe diesen Schwachsinn gelesen, ohne allerdings nachzuforschen, wer ihn verbrochen hat. Um als Dienstmagd (Iraner sind ja – soweit ich mich erinnere – ebenfalls Arier) in den Dienst der Familie zu treten, fehlt nur ein gehauchtes »Bitte!«

      P.S. Irgendwie haben sie mitgelesen. Gerade kam das Angebot über die Zahlung von Schmerzensgeld ins Haus:

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      • Ich hatte es gestern gelesen und flog doch glatt mit Miriam ein paar Zeilen auf dieser heimeligen kleinen Wolke von Dummheit und Naturtrübheit mit!

        Hm, das ist solides Handwerk. Immer wieder beeindruckend finde ich auch ihren Limbo knapp unterhalb einer erfolgversprechenden Beschwerde beim Presserat (die mir besonders anläßlich ihres Edathy-Feme-Gerichtes ein Anliegen gewesen wäre) und was sie so alles gar nicht schreiben muß, sondern es dem geneigten Zeit-Leser ins Hirn schieben darf. (nicht Mi-, Mariam heißtse)

        Die Zeit habe ich rund 30 Jahre lang mindestens 40 Ausgaben/Jahr gelesen, vorbeivorbei. Von Zeit Online zu schweigen, wo das damals interessanteste deutschsprachige Forum 2009 mit Hilfe eines Relaunch ganz herzlich ausgeladen wurde. Inzwischen strömt dort bräunliche Kommentar-Brühe in Niagarafallstärke.

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        • Pantoufle sagt:

          »Hm, das ist solides Handwerk.«
          Interessanter Ansatz! Das könnte sich auch jeder halbwegs erfolgreiche Troll auf die Fahne schreiben und wenn ihm dabei die graue Soße aus den Ohren läuft. Nur ermöglicht auch die allerdämlichste Trollerei selten eine Beschwerde beim Presserat. Dann wäre Julian Röpcke oder Dr. Hugo Müller-Vogg schon lange im Knast. Jan Fleischhauer, Boris Reitschuster, Henryk M. Broder… die Liste ließe sich beliebig verlängern. Hang’ em high.

          Auch Mariam Lau, sicher geborgen und mit genügend Anwaltspower der Springerpresse gesegnet, dürfte solchen Beschwerden mit großer Gelassenheit entgegensehen. Ich bin da eher pessimistisch.

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          • Solides Handwerk meinte ich eher wie das von Arzt-, Liebes-, Berg-, Bauern-, Heimat-Romanschriftstellern, die einen auch so in ihre Welt mitnehmen.

            Gegen eine Beschwerde beim Presserat kann sich niemand mit einem Anwalt wehren und es kommt auch niemand ins Gefängnis.

            Alle Journalisten und ihre arbeitgebenden Medien haben sich freiwillig zur Einhaltung des Pressekodex verpflichtet und öffentliche Rügen sind sehr peinlich. Es sei denn, das Medium heißt Blödzeitung oder so.

            Trolle gehen ohne jede Selbstverpflichtung zu irgendeiner Ethik ihrem selbstbezüglichen Hobby nach. Unter Journalisten gibt es hmnuja… Grenzfälle wie Don Alphonso, Henryk M. Broder, Franz-Josef Wagner usw., bei denen sich Mariam Lau aber garantiert nicht eingereiht sehen möchte. Die sieht sich selbst vermutlich irgendwo zwischen Carolin Emcke und Henning Süßebach.

            Frau Lau ist nicht mehr bei Springer (sie war mal Chefkorrespondentin bei der Welt, vorher bei der taz – eine Karriere, die nur Deniz Yücel machen darf), sondern bei Holtzbrinck.

            …………………………………

            @Der Duderich
            Wußten Sie, daß der kleine Cem 2009 den dringend benötigten Druckraum im Erdgeschoß seines Wohnhauses (früher besetztes Haus) in der Nähe des Kottbusser Tors verhindert hat? Der hatte sogar noch die Chuzpe, seine zärtliche Rücksichtnahme auf ältere konservative Türken vorzuschieben.

            Das zur Theorie und Praxis grüner Drogenpolitik – die findet jedenfalls not in Cems backyard statt. Der saubere Herr Özdemir war auch der erste grüne Schreihals, der Volker Beck nach der wundersam pressebegleiteten Taschendurchsuchung mit dem Skandal-Fund von o,2g Meth von hinten in die Kniekehlen trat und dreimal darf man raten, wer wohl Becks Listenplatz verhindert haben wird.

            Cem Özdemir hat zwar mal das Ländle verlassen, aber das Ländle ihn niemalsnienicht – genau die Sorte Neu- und Besser-Kreuzberger, die wir hier alle so lieben.

            Wolfgang Michal hat einen lesenswerten Artikel über die Lindner-FDP geschrieben: AfD light: Lindners neue FDP. Ergänzend empfiehlt sich die Geschichte der FDP von Udo Leuschner, aus der deutlich wird, daß die FDP eine Trennschärfe zum Bräunlichen noch nie für nötig gehalten hat.

            So richtig übel nehme ich ihnen, daß sie die Wortbedeutung von liberal ins Abstruse verkehrt haben. Denn nix bräuchten wir dringender als eine tatsächlich liberale Partei – eine, die sich dem Schutz der Menschen- und Bürgerrechte verpflichtet fühlt.

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  3. Der Duderich sagt:

    Irgendwie bezeichnend, wenn es für Özdemir anscheinend das größtmögliche Übel ist, wenn die Marktwirtschaft bedroht ist. Dass die Natur und die Gesundheit der Menschen bedroht sein könnte…
    Das steht leider weiter unten in der Prioritätenliste.
    Man ist ja schließlich nur GRÜNER.
    In so fern ist der Schritt von Twesten lediglich ein Sidestep. Einfach nur konsequent.
    Man (Twesten) interpretiert den Wähler-Auftrag der oberen Mittelschicht (und vereinzelt, der unteren Oberschicht) halt nicht als ökologisch, sondern vielmehr (als in der Politklandschaft angekommen) als Statuserhaltend. Das kann die CDU auch, wirkt dabei aber authentischer. Warum sich nicht an der Quelle laben, die Listenplätze verspricht?
    Gewissen?
    Harhar. It’s the economy, stupid!
    Na ja, die GRÜNEN. Der Lebenslauf von Joschka, dem ehemaligen Steinewerfer und [mit Verlaub] Bundestagspräsidenten-Arschloch-Beschimpfer ist eine anschauliche Metapher für die Entwicklung der GRÜNEN…

    Aber zum Glück gibt es ja noch eine kämpferische Sozialdemokratie!
    {Stille. Hüsteln. Vereinzelntes Kichern…}

    Ich hoffe fast, dass die FDP zweistellig gewinnt. Damit der Bevölkerung noch mal (!) vor Augen geführt wird, welche Parteien sich mit wem gemein machen um an der Macht zu bleiben. Selbst die SPD würde lieber mit der FDP als mit den LINKEN koalieren..!
    Na, man steht sich halt näher…

    Wer weder das Parteienkartell (CDU/SPD/GRÜNE/FDP) noch LINKE (wie ich) wählen will, der sollte folgendes tun:

    Die PARTEI wählen!
    https://www.die-partei.de/

    Für mich ein Trost.
    Selbst, wenn die LINKE mich im Laufe der Zeit dermaßen enttäuschen sollte, wie die SPD und die GRÜNEN; selbst dann weiß ich immer noch, wo ich mein politisches Asyl ankreuzen kann…

    Sonneborn 4 Sonnekönig!
    Denn, die PARTEI ist sehr gut!

    LG Duderich
    und ein herzliches Bauchkraulen an den Redaktionshund…

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  4. noemix sagt:

    Dass die CDU Frau Twesten ein unmoralisches Angebot gemacht habe, ist ungewiss. Gewiss hingegen ist, dass die CDU Frau Twesten kein moralisches Angebot gemacht hat. (Kann man, glaub ich, so stehen lassen.)

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    • Pantoufle sagt:

      Ja, darauf könnte man sich festlegen. Romantiker, der ich nun mal bin, würde mich allerdings schon interessieren, ob man ihr nur schnödes Geld versprach oder eine Liebelei dahintersteckt. Man sollte viel weniger Spiegel oder FAZ, dafür mehr das goldene Blatt oder Bunte lesen.
      Sach ich mal so!

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    • Pantoufle sagt:

      Moin Stony

      Von der Figur hatte ich wochenlang ellenlange Traktate im Briefkasten. Besonders schrecklich waren die Adressen, die unter den Schreiben angefügt waren (an wen er das noch alles geschickt hatte). Da blieb kein Forschungsinstitut unverschont und – wenn es denn stimmt – dort kein Auge trocken. Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich es des Spaßes halber veröffentliche, mich dann allerdings dagegen entschieden. Irgend etwas klang da zu sehr nach »deutscher Physik« und selbstverständlich auch nach IHNEN, die diese mauernbrechenden Erkenntnisse verhindern wollten.

      Es gibt so eine Gattung Bekloppter, da weiß ich dann auch weiter. Das ist ein wenig so wie bei meinem Lieblingstroll. Der lebt mittlerweile in seinem selbstgebastelten Gefängnis, zu dem außer ihm keiner mehr Zugang hat. Überall gesperrt, verpönt und außer von sich selbst unkommentiert. Da liegen ebenfalls Perlen wie: »Damit stelle ich der Silly Left eine Falle. Sie ist hineingetappt. Nun muß sie die Randale (in HH) allein verantworten und kann sie nicht mehr anderen in die Schuhe schieben, wie sie anfänglich wollte.« Da fragt man sich auch: soll man das veröffentlichen oder es doch besser dem MEK einer psychiatrischen Klinik überlassen.

      Gemein ist beiden die zucchini-förmige Gestalt der Erde und die unabsehbaren Konsequenzen daraus. Eine Art der spanischen Grippe, deren Ursachen wohl im Internet zu finden sind.

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      • Stony sagt:

        Moin Pantoufle,

        sooo schlimm also? Weia. Gute Entscheidung, imho. (Auch wenn ein kleiner Teil von mir ningelt: Pöses Pantoufle, behält den geilsten Scheiß für sich!¡! Zappzarapp, eins mit dem Paddel drüber und Ruhe ist. Hmm, haste noch? Ach nee, muß nich’… *g*)

        Was den anderen angeht: wär der nicht so ‘ne verdammt miese Gestalt, könnte ich glatt Mitleid entwickeln – so als eigentümliche Version von Verachtung (eine meiner Idiosynkrasien an der ich hänge).

        ***

        btw: Die “Tokioter Prozesse” sagen Dir sicher was. Die Tage kam eine recht interessante Doku bei arte: Death by hanging! (Mediathekviewer führt die noch) Nichts wirklich Neues, wenn man in der Thematik bewandert ist, aber gut in Szene gesetzt – die eingebauten Zeugnisse der Kriegsverbrechen sind allerdings nix für zarte Gemüter.

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