Presseschredder 5.9.2016

Gefunden beim summacumlaude-Blog

Gefunden beim summacumlaude-Blog

Die Analyse der Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorposten… ach ja… später!

Irgend etwas habe ich da falsch verstanden. Eigentlich lag beim Thema Türkei nahe, sich von Seiten der EU im allgemeinen und der Bundesregierung im besonderen mit Erdoğans Aufstieg zum Alleinherrscher und Autokraten zu beschäftigen, zum Beginn einer neuerlichen Diktatur beim »NATO-Partner«.
Nichts davon. Kein Ton. Nichts zum aberwitzigen Feldzug gegen die Kurden, nichts zu den Verhaftungen zehntausender, nichts zum Ende der Pressefreiheit. Nichts! Totenstille!

Die Normalisierung diplomatischer Verhältnisse und Anerkennung des türkischen Staatsstreiches hängt offenbar allein vom Besuchsrecht einiger urlaubswütiger Abgeordneter auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik ab. Und natürlich das Flüchtlingsabkommen; ganz wichtig wegen der Bundestagswahl 2017. Dafür distanziert man sich auch gerne faktisch von der Armenienresolution des Bundestages. Das läßt das Kurdenproblem gleich in einem viel freundlicheren Licht dastehen.

Na gut! Dann eben Mc-Pom.

Die Chancen des Bundesverfassungsgerichtes, die NPD zu verbieten sind enorm gestiegen. Nach den Ergebnissen der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die NPD in der Aufmerksamkeitsschwelle Auge in Auge mit »die Violetten« und den »grauen Panthern«. Es liegt der Verdacht in der Luft, daß man sich an diese Partei nur noch deswegen erinnert, weil sie einmal verboten werden sollte.
Na los jetzt! Wenn nicht jetzt, wann dann?

Die Alternative für Deutschland. Man sollte das Kürzel gelegentlich ausschreiben. Bei daMax wurde in den Kommentarzeilen von einem AFD-Troll in gängiger Manier gefordert, »man müsse sich auch weitergehend inhaltlich mal damit beschäftigen«. Mit ihren Argumenten und so. Die wären ja nicht alle doof.
Das könnte man natürlich machen. Darüber zum Beispiel, daß die AFD OSZE-Wahlbeobachter gefordert hatte. Oder über die Plakate mit »Ami go home« auf ihren Wahl-Veranstaltungen (Putzig, wo die überall klauen!) Der Forderung von Chemtrailverboten im Parteiprogramm oder Aussagen wie »Die Angsträume werden größer, vor allem für blonde Frauen werden sie leider größer«.
Nein, die sind nicht alle doof. Bestimmt nicht, auch wenn’s schwerfällt zu glauben. Vielleicht ist ja doch was dran! An Chemtrails. Darüber sollte man wenigstens mal reden. Oder wo die ganzen Amis in Mc-Pom hausen, die endlich die Heimreise antreten sollen. Wovor hat Gina-Lisa wirklich Angst?

Man merkt schon: Das wird anstrengend. Und wenig nutzbringend obendrein, weil die Diskussion über Gespenster immer die Gespenster bestätigt und nie ihre Nichtexistenz; und wenn die dabei noch so klar bewiesen wird. Das haben Verschwörungstheorien und Aberglaube nun mal an sich.
Kann man sich überhaupt mit Parolen auseinandersetzen? So wenig wie der Troll bei daMax auf die folgenden Kommentare einging (ein integraler Bestandteil des Prinzips: Man fordert die Auseinandersetzung, aber ohne Eigenbeteiligung), so wenig lohnt die »inhaltliche Beschäftigung« mit den Behauptungen der »Politiker« der AFD. In den Köpfen der Anhänger bleibt die marktschreierische Parole, während das todsicher folgende Dementi oder die Relativierung der Aussage als taktischer Zug – wenn überhaupt – wahrgenommen wird.
Man kann nur verlieren. Da mögen die Flüchtlingsströme ins geheiligte Mc-Pom versiegen, tausende von Lehrstellen unbesetzt oder Merkel weg sein: Man hat ja immer noch die Chemtrails.
Das Problem ist nicht die AFD. Es sind die vielen Doofen.

0
Dieser Beitrag wurde unter der Untergang abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Kommentare zu Presseschredder 5.9.2016

  1. derda sagt:

    Ähm, wenn man die Stimmen von CDU und AFD zusammenzählt kommt man auf 40%. Also in etwa den Prozentsatz den die CDU vor 3..4 Jahren alleine erreicht hätte. Ich seh da keinen expliziten Rechtsruck sondern nur daß die CDU sich gerade selber zerlegt. Darauf einen Dujardin 😉

    0

  2. Ich will ja nicht pingelig erscheinen, aber heute ist der 5.9., nicht der 5.8.2016.

    0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *