Presseschredder 25.2.2015

Es drohen soziale Unruhen in der Ukraine? Wer konnte damit rechnen! Die international verbindliche Analyse, daß »Putin« an all dem Schuld ist, steht kurz davor, Eingang in die Wikipedia zu bekommen. Sinnlos also, sich diesem Zeitgeist auch nur mit einer Silbe entgegenzustellen. Putin also.

Was aber die Frage auf ein anderes Detail lenkt. Einmal ganz abgesehen von dem noch nicht beendeten Stellvertreterkrieg des Westens gegen die Achse des Bösen Russland Putin ist die Ukraine pleite. Pleite im Sinne von »kurz vor Zusammenbruch der staatlichen Ordnung.« Keine Frage also, daß sich die Verantwortlichen im Westen Europas gedanklich mit dem Schnüren von Paketen vertraut gemacht haben werden.
Um sich selbst ein Bild der Bedürftigkeit zu machen, besuchte vor ein paar Tagen unter anderem Bundespräsident Gauck die Ukraine. Arm in Arm mit Präsident Petro Poroschenko marschierte man in Würde durch das schöne Kiev. »Sehen Sie mal: Hier könnten wir noch prima eine U-Bahn bauen! Und dort eine schnuckelige Flak-Stellung!« Den Wegesrand säumten Plakate wie »Ruhm den Helden« und »Wir sind Europa!«. Aber wie so viele Staaten in Europa eben pleite.
Um die Sache abzukürzen darf getrost davon ausgegangen werden, daß man sich bereits Papier, Faden und Klebstoff zusammengesucht haben wird, um einen ziemlich großen Haufen Euro-Scheine darin zu verpacken. Adresse: Parlament in Kiew, Werchowna Rada, »Aber prügelt Euch nicht wieder darum!« – Absender: IWF, mit freundlichen Grüßen.

Das alles ist aber gar nicht so interessant, weil vorhersehbar. Viel spannender ist die Frage, unter welchen Bedingungen man aus der temporären Unpässlichkeit helfen wird. Hier wird es für den Interessierten zu einem spannenden Vergleich der Bedingungen gegenüber der Griechenlandhilfe kommen. Wenn das dann noch jemand interessiert.

Petra Pau:
»Angesichts der nun vorliegenden Abschriften der Telefonüberwachungsmaßnahmen bei Andreas T. muß davon ausgegangen werden, daß uns mindestens drei Zeugen im Bundestags – Untersuchungsausschuß belogen haben: Der jetzige hessische Ministerpräsident Bouffier, der ehemalige hessische Verfassungsschutzpräsident Lutz Irrgang und Andreas T.«
Andreas T-Punkt (Spitzname »Klein-Adolf) ist ein sogenannter Verfassungsschützer, der sicherlich gute Gründe dafür hat, daß sein Name nicht publik wird. Temme übrigens – nur der Vollständigkeit halber. Der angesprochene Ministerpräsident nannte die Vorwürfe eine »Ungeheuerlichkeit und Unverschämtheit.«
Da ist jemand gerade sehr, sehr nervös geworden. Aber warum eigentlich? Bouffier ist doch der Ministerpräsident und von daher ein unantastbarer. Deswegen verlangt er nun die übliche »lückenlose Aufklärung«.
Zeit, mal wieder den Schredder anzuwerfen.

Hab ich eigentlich schon erwähnt, daß ich James Bond – Fan bin? Ich hab sie alle! Und regelmäßig gesehen werden sie auch. Meine Frau, die Gute, ja nicht so sehr. Für gewöhnlich schläft sie nach vier Minuten ein – in selteneren Fällen nach derer sieben. Aber ich nicht. Deswegen wird der neue Streifen »Spectre« natürlich atemlos erwartet. Ebenso ist natürlich Sean Connery der einzige James Bond, den es gab, George Lazenby war die Katastrophe und Timothy Dalton ein unerträgliches Weichei.

Die ganz und gar wunderbare Judi Dench ist ja nun leider nicht mehr, diese großartige Dame mit dem bezaubernden Gesicht so wenig wie Desmond Llewelyn.

Daniel Craig ist ein großartiger Bond. Ich liebe ihn so sehr wie Jason Statham in »Transporter«. Und Craig bekommt nun das unvermeidliche Bond-Girl in Form der 50jährigen Monica Bellucci. Seit Daniel Craig als Bond haben die Macher dieser Saga sehr wenig falsch gemacht und ganz, ganz viel richtig. Ich bin sicher: es wird wieder der beste Bond aller Zeiten.
Wie immer.

Dieser Beitrag wurde unter Polemik abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

0 Kommentare zu Presseschredder 25.2.2015

  1. Stony sagt:

    Was ist eigentlich aus dem so wundervollen »brutalstmöglich« geworden? Jenem »lückenlos« fehlt doch der drive, das gewisse etwas.

    ***

    T. Dalton ein »Weichei«, ein »unerträgliches« gar?
    Boah, arrrrgh … erkläre er das und sich!
    Unerhört! *grummel*

    (Ansonsten: FACK & M.B.: rrrrrrh!)

    0
    • pantoufle sagt:

      Brutalstmöglich trägt das Air des Geständnisses in sich; eine andere Schreibweise laute: Brutalstmöglich schneller Wechsel in die Wirtschaft, dem Airbag für korrupte und/oder unfähige Politiker.

      Ich mag Timothy Dalton nicht! Er sieht scheiße aus und ist auf eine unangenehme Art 80′ gelackt. Er ist – symbolisch gesehen – die Kawasaki GPZ500 unter den Bond-Darstellern.

      Hier stehe ich und kann nicht anders!

      0
      • Stony sagt:

        Hmmm, hat so gesehen Pofalla dieser schönen Wortschöpfung die Krone aufgesetzt (und dessen Verwenden für beendet erklärt, ganz subtil)?

        ***

        Nun gut, dagegen kann ich nicht an.

        Herrjeh, das „Symbol“ ist echt fies:

        Kawasaki GPZ 500 S
        Bike-Type: Sporttourer
        Baujahr: 1995
        Leistung: 60 PS
        Gewicht: 0 kg

        …der mathematische Beweis für „als zu leicht befunden“, das muß dir erstmal einer nachmachen. Chapeau! 😀

        In deiner Aufzählung fehlen ja noch Moore, die (gewollte) „Lachnummer“ und Brosnan. Gegen letzteren hege ich eine echte Abneigung (hoffentlich liest der Wortvogel nicht mit!), weil, ja weil … allein der Oberkörper! Sowas von unglaubwürdig in Hinsicht auf die Actionsequenzen geht schlicht gar nicht. Punkt. Und Ausrufezeichen! Voll die Verarsche.

        0
      • pantoufle sagt:

        Philosophische Maßstäbe an James Bond anzusetzen, wäre natürlich der Gipfel der Unverfrorenheit, aber…

        Statt seine Zeit damit zu verschwenden, die Yellow-Press ab 1962 durchzublättern, kann man ersatzweise alle Folgen Bond sehen. Jede Folge wirft den jeweilige herrschenden Zeitgeist kiloweise unters Volk. In dieser Hinsicht sollte ich mir heute Abend vielleicht mal wieder »Hauch des Todes« antun – und sei es nur wegen den heroischen, tapferen, edelmütigen Mudschahidin. Aber na ja: Irren ist männlich 😀 Schade, daß keine Folge in der Ukraine… aber was nicht ist, kann ja noch werden. Bisher war ja alles östlich von Warschau gleichbedeutend mit Russland. Inklusiver der Krim versteht sich.
        Oh Zeiten, Oh Sitten!
        Oder doch lieber 007 gegen Räuber Hotzenplotz? Kann mich gar nicht entscheiden, ist alles so schön schwarz-weiß hier.

        0
        • Bring hier niemand auf Ideen. „James Bond jagt Dr. Iwan“, „Liebesgrüße aus Moskau II“, „Krim Royale“, „Ein Quantum Wodka“ …

          0
        • DasKleineTeilchen sagt:

          bond, *james* bond also, ja? wie wärs zur abwechlung mit des einzigen, wahren BOND kleinem bruder? eat this (als wahrer fan hat man das zu kennen):

          ‚Sean Connery’s brother stars in Steven Spielberg’s mother’s adaptation of Ian Fleming’s best friend’s sister’s cousin’s brother’s former roommate’s screenplay that he wrote at 31 Flavors last night.‘

          0
      • Stony sagt:

        »Kann mich gar nicht entscheiden, ist alles so schön schwarz-weiß hier.«

        Warum nicht einen „Schritt zurück“ in der Zeit wagen – mit Hans Steinhoff z.B. – wenn ich die aktuelle Propaganda so beschaue, sehe ich kaum noch Unterschiede zu dessen „Historiendramen“. Wobei, dem ollen Verklärer kann man zumindest einen gewissen künstlerischen Anspruch nicht absprechen, wohingegen die heutigen Protagonisten nahezu durchweg armselige Banausen sind. Und trotzdem kommen sie damit durch. Das Leben als Film, was ein (schauerlicher) Gedanke, könnt‘ ich glatt trübselig werden (mach’sch aber nich).^^

        0
  2. DasKleineTeilchen sagt:

    „Ungeheuerlichkeit und Unverschämtheit.'“. die ministerpräsidenten hessens und ihr sprachschatz. und meiner; meine.fucking.fresse.

    0
  3. Soziale Unruhen in der Ukraine? Gibt es in Bangladesh ja auch nicht.

    http://www.20min.ch/ausland/news/story/Ukrainer-verdienen-weniger-als-Ghanaer-29150797

    Das ist der Grund, warum der Westen die Ukraine braucht.

    0
  4. waswegmuss sagt:

    Geld hat er doch doch gekriegt, der Schoki. Damit die endlich mal aufhören mit BummBumm. Mit dem USA-Geld, das für Waffenkäufe bestimmt war hat die Admiralität eine gewisse Courtage (>60%) abgezwackt und davon an Immobilien gekauft was nicht niet- und nagelfest war. Wie peinlich wäre es wenn dem Bollwerk des Westens die Knallcharge ausgegangen wäre.

    Die beste Bond Frage wird mit ja beantwortet und zwar bei Goldfinger. Da hat der Mann echt Stil.
    Der zweitbeste Bond war natürlich „Im Angesicht des Todes“. Wie er den guten Steed als Stallbursche runtermacht. Eine Freude. Die Stilfrage: In der Eingangsszene besteigt er. Das Uboot. Stilsicher mit Kaviar und Wodka.
    Der Craig läuft rum wie ein türkischer Gebrauchtwagenhändler.

    0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *