Presseschredder 25.1.2013

Talk dirty to me, Rainer

 Wie das Fachblatt für politisch korrekte Analyse »die Schrottpresse« Ende letzten Jahres vermutete, ist Rainer Brüderle zum sogenannten Spitzenkandidaten der FDP gekürt worden. Einher mit dieser Voraussage ging die Befürchtung, daß Brüderle sich dabei zum wiederholten Male als Fettnapfsuchgerät erweisen würde. Was niemand ahnen konnte, war die Geschwindigkeit, mit welcher der derzeit ämterlose, aber gutbezahlte MDB diese Vermutung wahrmachen würde.
Der Sexismusvorwurf, der gegen den FDP-Politiker geäußert wurde, ist zwar in diesem Fall als eher zahnlos, zeigt aber auf ein Problem, das nicht nur im Kreis der Reichen und Mächtigen eher Alltag als Ausnahme ist. Da kann Außenminister Westerwelle noch so sehr gegen den Zeitpunkt wettern, an dem die Meldung lanciert wurde: Das Problem ist existent. Wenn das FDP-Präsidiumsmitglied Jörg-Uwe Hahn erklärt, »die Geschichte (im Stern) wäre ein Tabubruch«, sagt er damit ungewollt sogar die Wahrheit. Nach Meinung nicht nur der FDP sollte man darüber wohl besser nicht reden. Auf die naheliegende Reaktion, sich bei der belästigten Person zu entschuldigen, kam bisher weder Brüderle noch die FDP.

P.S. Was wurde eigentlich aus dem ehemaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn, der 2011 wegen Vergewaltigungsvorwürfen in den USA vor Gericht stand? Strauss-Kahn steht mittlerweile wegen dem Verdacht »bandenmäßiger Zuhälterei« vor dem Untersuchungsrichter.

Wie das FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki (FDP) mitteilte, werde er sich in Zukunft nicht der Situation an der Hotelbar aussetzen, wenn weibliche Journalisten anwesend sind. »Denn natürlich rutscht einem da schon mal eine lockere und nicht gelungene Bemerkung heraus«.
Die Schrottpresse empfiehlt in diesem Fall, den Alkohol ganz zu meiden, wenn man andernfalls seinen Hoden nicht mehr unter Kontrolle bekommt.

Krieg gegen den Terrorismus® (Folge 389)

Der Eine oder Andere hat sich vielleicht gewundert, wozu französische Fremdenlegionäre und reguläre Truppen (Gesamtstärke ca. 2500 Mann) ohne UN-Mandat in Mali einmarschieren, das nicht nur etwa doppelt so groß wie Frankreich ist, sondern vor ethnischen Interessenkonflikten nur so wimmelt – der Prototyp für den Begriff »Wespennest«. Während die regierungstreue Armee in Mali alte Rechnungen mit den Tuareg begleicht, sichern französische »Spezialeinheiten« die Uranminen des französischen Atomkonzerns AREVA. Das nennt man dann wohl Neokolonialismus mit Hilfe bezahlter Söldner. Damit ist der Kriegsgrund hinreichend geklärt.

Ohne Billigung des Bundestages sind logistische Hilfsleistungen der Bundeswehr angelaufen: Die Stimmen, die auch einen personellen Einsatz fordern, mehren sich. Unklar bleibt dabei, ob es um die Uranminen (Thema Energiewende) oder um die Kupfer-, Bauxit- und Gold-Vorkommen geht.

P.S. Radikale Islamisten hacken Hände ab, steinigen, köpfen, verschleiern und sind den Segnungen der Demokratie vollkommen unzugänglich. Wen wunderts.

P.P.S. Welcher Konzern war eigentlich für den Krieg in Libyen und Muammar al-Gaddafi verantwortlich?

Null Toleranz

Während sich Kardinal Meisner wegen der Vorkommen an den Kölner Kliniken entschuldigt, wurde er von rechts durch die Nachricht überholt, daß radikale Abtreibungsgegener – wahrscheinlich auch unterstützt durch eine Krankenkasse – Krankenhauspersonal denunzierten. Wie bekannt wurde, haben Abtreibungsgegner eine Detektivin engagiert, die in katholischen Kliniken um die »Pille danach« bat und Einrichtungen, die ihrem Wusch entsprachen, denunzierte.

Auffällig in den Pressemeldungen ist dabei der Gebrauch des Wortes »radikal«. Die Wortwahl impliziert, daß besagte Abtreibungsgegner eine extremere Position vertreten als die katholische Kirche: Davon kann überhaupt keine Rede sein. Auch hätte es der Kirchenleitung freigestanden, auf die Denunziationen nicht zu reagieren oder sie der Justiz wegen Verdacht auf Nötigung melden zu können. Das ist nicht passiert. Die Reaktion bestand aus einem Brief des Diözesan-Caritasverbandes an die 54 katholischen Kliniken, in dem dazu aufgefordert wurde, sich »gemäß der Lehre der Kirche zu verhalten«. Und die lautet: Null Toleranz. Der einzige Unterschied zu besagten Abtreibungsgegnern ist die Wahl der Mittel.

P.S. Die gelungene Radikalisierung der eigenen Anhänger scheint den Vatikan mittlerweile etwas zu beunruhigen. Er ruft jedenfalls zu einer Versachlichung der Debatte auf – nicht die gsamte Menschheit ist katholisch.

Warum ich blogge

Jörg Lau beschreibt in der »Zeit« in einem sehr lesenswerten Artikel  ein Verhältnis zur bloggerei. Man könnte Absatzweise daraus zitieren und jedesmal dahinter ein Ausrufungszeichen setzen (ersatzweise ein »hört, hört«). Eine kleine Auswahl dessen, was da Bemerkenswertes steht, würde diesen Artikel zwar deutlich verlängern, aber die Grenzen des Zitatrechtes ebenso deutlich überschreiten.

Einen hamm wa noch

Leider habe ich den eben erst gesehen. So gelacht habe ich schon lange nicht mehr. »Post von Wagner« von Jens Oliver Haas. Gefunden bei Stefan Niggemeiser. Zu schön aber auch!

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0 Kommentare zu Presseschredder 25.1.2013

  1. daMax sagt:

    In Mali gibt es neben Uran wohl auch Öl: http://rt.com/news/france-africa-neo-colonialism-675/ das ist alles so krass 🙁

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  2. lazarus09 sagt:

    Ja der Böse Terrorismus … Moderne Demokratien *huestel* engagieren sich ja nicht militaristisch als Ausdruck nationalen Selbstbehauptungswillens und staatlicher Souveränität um sich Zugang zu Rohstoffen zu sichern, oder um unliebsame Regime aus der Welt zu schaffen Nahahain einzig nur um der leidenden Bevölkerung ewigen Frieden und Wohlstand zu bringen…mann muss nur fest genug daran Glauben 😉

    So ist jeder Militäreinsatz von vornherein moralisch gerechtfertigt…. Ein fettes mäh von mir ..

    Achso …der Rainer ….der ist mir vielleicht ein Brüderle , glotzt der Kleinen auf die Titten und macht flapsige Bemerkungen .. wie das in den Clubs mit dem Bändchen läuft hätte er von dem Strauss-Kahn erfahren können … und ab wann er Sex hat, kann er sich von Clinton erklären lassen . Aber halt … die Kleine beim Schwaben war gar keine Nutte und das Zimmer-Mädel in Strauss-Kahn’s Hotel auch nicht … und auch der Clinton lag voll daneben mit seiner Interpretation …… die hätten mal alle mit dem Wulff reden sollen ..aber der konnte sich bei dem laschen Ehrensold den Escort nicht mehr leisten …traurig ……zum Wetter …

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  3. lazarus09 sagt:

    Sag ich doch 😉 btw. Am schlimmsten sind die Wohlsituierten die sich bei dem Live Event köstlich amüsieren und sich nachher bei ihrem Lieblings Nobel Italiener von dessen Prekärbeschäftigten ein gutes Tröpfchen servieren lassen um sich bei Guter Stimmung über die besten Anlage und Sparmöglichkeiten austauschen ..und den Abend gemütlich ausklingen lassen …und am Wahltag ihr Kreuz wie immer machen 😉

    Ernste Themen fein zum Klamauk und Unterhaltung aufgearbeitet …. als Immunisierung für die nächste Ansprache unseres Kriegsministers ..was der dann sagt, darüber hat man am Wochenende noch gelacht … also ..alles gut …….Doooch ich hab Humor 😉

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