Presseschredder 14.1.2013

Bonn, videoüberwachter Bahnhof

Leute hört, der hat was zu sagen, der Bundesinnenminister Friedrich gibt seinem Volke zu Gehör: Noch mehr Kameras im öffentlichen Raum verbessern die Sicherheit dramatisch! Wenn der radikalislamische Terrorist seine Bombe in unauffälligen blauen Taschen zur Geltung, respektive Explosion bringen will, so kann nur die unauffällig angebrachte Kamera das verhindern.
Pech für den Innenminister, wenn da schon eine Kamera ist. Pech für den Bombenbastler, wenn er die Bauanleitung nur bis  »…und dann ist sie beinahe schon fertig« gelesen hat.
Pech für die Fahnder, wenn sie erst einmal willenlos dunkelhäutige Somalier festnehmen (Schwarze Hautfarbe, Moslems, sitzen beschäftigungslos in der Nähe des Tatortes herum: Der klassische Al Qaida Aktivist!). Ganz großes Pech, wenn die gefundene Haarproben in der Tasche auf eine »hellhäutigen männlichen Person aus Europa oder Nordamerika« schließen lassen.
Jetzt wäre es vielleicht an der Zeit, sich von der liebgewordenen Vorstellung zu trennen, daß es unbedingt ein Islamist sein muß, wenn irgendwo eine funktionsuntüchtige Bombenattrappe ohne Zünder gefunden wird. Auf diese Idee ist sogar die Staatsanwaltschaft gekommen und bindet das neugeschaffene »Gemeinsame Extremismus und Terrorismus-Abwehrzentrum« mit ein. Schade, daß es das gar nicht gibt.
Die Suche nach einem Islamisten der keiner war und seiner Bombe, die keine ist mit einer Behörde, die nicht existiert.
Bananenrepublik

Berlin, Hauptstadt mit Flughafen

»Wahrscheinlich« wird die Bauruine des angedachten Flughafens BER »Willy Millowitsch« doch nicht abgerissen. Wahrscheinlich. Der neue Chef vons Janze Matthias Platzeck erteilte solch naheliegenden Überlegungen bei Günther Jauch eine vorläufige Absage. Obwohl…? Ganz so abwegig scheinen die Überlegungen doch nicht zu sein. Da war doch noch diese stillgelegte russische Airbase Sperenberg. Start – und Landebahnen in ausreichender Dimensionierung existieren schon wie auch Hangars und die grobe Infrastruktur. Schlappe zwei Milliarden Euro in die Industriebrache hineingepumpt und in nur 50km Entfernung hat Berlin endlich seinen modernen Flughafen.

Bliebe die Frage, wie man die Trümmer in Berlin-Brandenburg sinnvoll Nutzen kann. Die Schrottpresse empfiehlt, den Rentner Kurt Beck aus der Versenkung zu holen und einen Freizeit – und Erlebnispark zu installieren. Im Gegensatz zum Nürburgring liegt dieses Areal wenigstens in Sichtweite einer bewohnten Ansiedlung und nicht in der Wüste. Vielleicht klappt es ja diesmal.
Platzeck: »Sind Politiker zu blöd für sowas?« Ja, ganz offensichtlich!
Bananenrepublik.

Die SPD hält fest

»Wahrscheinlich« hält die SPD an ihrem Spitzenkandidaten Peer „Pinot“ Steinbrück fest. Eventuell sogar, wenn sich die kommende Niedersachsenwahl zu dem Desaster entwickelt, mit dem eigentlich jeder rechnet. Wahrscheinlich jedenfalls. Mittlerweile zeigt Steinbrück sogar so etwas wie Einsicht: Bei der letzten Fraktionsklausur seiner Partei sagte er… Was sagte er eigentlich? Sinngemäß irgend etwas wie »Ich habe nie gesagt, daß ich Kanzlerkandidat bin – ich bin Spitzenkandidat!« Wie wahr: Die Kanzlerkandidatur hat sich in der Tat erledigt – außerdem wäre dieser Posten hoffnungslos unterbezahlt. Aber trotzdem halten die Genossen an ihm fest. Wahrscheinlich. Und während die SPD sich langsam darüber klar wird, daß man mit Sigmar Gabriel auch nicht weniger Stimmen bekommen hätte, sucht Steinbrück nach Themen, die eventuell den einen oder anderen Wähler interessieren könnten. Der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel betont jedenfalls, daß die SPD unabhängig vom Ausgang der Niedersachsen-Wahl an Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten festhalten werde. Das sagen die Parteioberen der SPD nun täglich. Bis zur Niedersachsenwahl am 20. Januar. Danach besteht immerhin die Hoffnung, daß einige von ihnen wieder ihren Verstand benutzen und ihren Sinn für Stil wiederentdecken.
Kaviar mit Ketchup schmeckt einfach nicht.
Bananenrepublik.

Nachtrag zur SPD/Niedersachsen: Die SPD-Abgeordnete Sigrid Leuschner wechselt zu »Die Linke«. Ein guter Schritt in die richtige Richtung. Zu den Hintergründen: LINK. Eine interessante Aussage sei an dieser Stelle wiedergegeben: Im Zusammenhang mit Steinbrücks Aussage über Weißweinpreise: »Man macht sich nicht über arme Leute lustig«.
Die Schrottpresse wünscht Frau Leuschner alles Gute bei ihrem Engagement bei der besseren Partei.

Und Michael Spreng hat auch noch etwas Senf zu dem Thema: LINK

Kleiner Nachtrag, ohne den der kleine Presseschredder unvollständig wäre – gefunden bei Flatter und wahrhaft atemberaubend:

»Wir brauchen außerdem realistische Ziele und nicht zu viel menschenrechtlichen Überschwang bei der Entscheidung, Soldaten in ein anderes Land zu schicken.»

Kriegsminister Thomas de Maiziere

Flatter kündigt eine ausführliche Würdigung dieser »verbalen Amokfahrt« an. Die Schrottpresse wartet mit angehaltenem Atem.

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0 Kommentare zu Presseschredder 14.1.2013

  1. Der Emil sagt:

    Ich frage mich, ob ich nur schlafe und bald aus einem Alptraum aufwachen werde …

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  2. pantoufle sagt:

    Moin Emil!
    AUfwachen! Ich bins!
    Ach, schön Dich mal wieder zu sehen. Auf dem anderen Artikel wollen sie mich ärgern. Ich bin politisch nicht korrekt, ich arme Sau.
    Albtraum, aber nicht doch. Das Theater ist hochbezahlt und handelt von der Realität. Oder dem, was sie dafür halten.
    Sach ma: Wann trägst Du eigentlich wieder »Nichtweihnachtsmann«?
    Liebe Grüße
    das Pantoufle

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  3. klausbaum sagt:

    als alzheimer-patient im frühstadium habe ich furchtbare angst, mal meine tasche beim einsteigen in den zug zu vergessen. wie leicht kann man deswegen heutzutage erschossen werden.

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    • pantoufle sagt:

      Lieber Klaus Ich hoffe, daß keiner meiner Meldungen auf Deinem Blog bei Dir Anlaß war, eine Moderation deiner Kommentare zu beschließen. Sollte das doch der Fall gewesen sein, so bitte ich Dich in aller Form um Entschuldigung. Es wäre mir äußerst peinlich – auch wenn ich weiß, daß ich gelegentlich ein große Klappe habe. mit freundlichen Grüße Daniel aka das Pantoufle von der Schrottpresse

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  4. pantoufle sagt:

    Klaus: Da würde ich mir nicht soo viel Sorgen machen. Die Kamera, die das filmen soll, ist gerade zu Wartung bei einer bekannten Deutschen Qualitätsfima und kommt in 9 Wochen defekt zurück. Die ermittelnden Behörden suchen einen Mann mit Turban und wir haben vielleicht das Vergnügen, den Bombenentschärfungsroboter zu sehen, wie er langsam und vorsichtig Dein Frühstücksbrot entschärft.
    Bewege Dich nur unauffällig: Die kriegen Dich NIE!
    Gruß
    das Pantoufle

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