Presseschredder 13.3.2013

Schwarzer Rauch steigt auf!

Mali (Afrika, islamistischer Terror, sauberer Krieg)

Ist eigentlich jemandem aufgefallen, daß es aus Mali – genauer gesagt dem Kriegsschauplatz Mali keine Bilder gibt?
»Stimmt ja gar nicht nich!t« brüllt es aus dem Chor der Qualitätspressephotographen. » Sieh nur: Hier eines von einem Kind, daß die Befreier freudestrahlend begrüßt, das hier zeigt eine Mutter, die den Befreiern einen Banane auf den Panzer reicht (ach, die Malis sind ja so arm und trotzdem so großzügig!). Und jetzt sieh dir das an: Französische Panzer werden aus einem Deutschen Transportflugzeug geladen. Die dunkelhäutigen Waffenbrüder – die zwar etwas nach Guerilla-Armee aussehen, sonst aber ganz nett sind, solange sie kein Massaker anrichten – sie haben malerische Tücher und funkelnde Waffen, die sie selber aus Libyen mitgebracht haben. Nettes Land, nicht wahr? Und so friedlich!«
Am Horizont steigt schwarzer Rauch auf. Wie auch im Vatikan bedeutet das in Mali, daß man sich noch nicht entschieden hat. Von dort gibt es leider keine Bilder. Selbst die »eingebetteten« Journalisten dürfen dort weder filmen noch photographieren. Erst wenn man die Toten von den Straßen geschleift hat, das Blut von den Türschwellen gewischt ist, darf eine malerisch angezogene Eingeborene Afrikas Früchte auf einen Panzer reichen: Es kann photographiert werden!
Die Presse, die nicht »eingebettet« ist, muß solange mit irgend einem rottigen Hotel vorlieb nehmen. Vor die Türe wagen sich die meisten nicht – das ist lebensgefährlich, obwohl doch alles nach heiterstem Frieden aussieht. Die »guten« Soldaten der Mali-Miliz wissen leider noch nichts von Pressefreiheit, Demokratie und dem Interesse der Weltöffentlichkeit an zerfetzten Leichen. Sie warten noch auf die Deutschen Militärberater, die ihnen das beibringen. Solange die aber noch am Frankfurter Flughafen festsitzen, benehmen sie sich wie sich Malis Soldaten immer benommen haben nachdem ein paar Unteroffiziere sich und sie an die Macht geputscht haben. Sie schießen, prügeln, vergewaltigen und morden, daß die Pressearbeit überhaupt keinen Spaß mehr macht.
Wenn man in einem der oberen Stockwerke des Hotel aus dem Fenster sieht, steigt auch hier am Horizont schwarzer Rauch auf. Dort wird noch gekämpft – der Krieg ist noch lange nicht zu Ende. Ungestört von der Presse wird dort gemordet.

Reporter ohne Grenzen
World Socialist Web Site

Deutschland (Nazifreiheitlich demokratische Grundordnung)

Schwarzer Rauch steigt aus den Fenstern des Bundesinnenministeriums – Brandquelle: Der Kopf des Bundesinnenministers. Der Chef dieser Behörde hat sich auf seine Kernkompetenz besonnen und den Kampf gegen den internationalen Terrorismus wieder aufgenommen, den islamistischen. Der NSU per Federstrich beendet, das potemkinsche Dorf »unfertiges Gemeinsames Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus (unGAR)« ist errichtet und weit und breit kein Rechtsradikaler in Sicht, der H.P. »Schredder« Friedrichs Wiederwahl in dieses von ihm so heiter geführte Amt verhindern könnte (wenigstens solange die bekanntgewordenen ca. 300 im Untergrund befindlichen Neonazis die Füße ruhig halten).
Also wird gegen die Lieblingsfeinde der FDGO gekämpft, daß der Schredder qualmt. Opfer von Friedrichs Verfolgungswahn sind mal wieder die Salafisten. Wie der triefäugige »Terrorismusexperte« im ARD zu seinem Bedauern feststellen mußte, sind es zwar wieder keine erklärten Bombenbauer, sondern nur Flugblattschreiber – aber immerhin! Der tut was, der Friedrich. Der Kampf geht weiter. Die Gefahr, die vom Salafismus ausgeht, ist keine zu Unterschätzende. Um sicherzugehen, daß es auch in die senilsten Niederungen tropft, wurde beim Qualitätsblatt »Spiegel Online« gleich ein passender Artikel in Auftrag gegeben: »Mein Freund, der Salafist – Wie sich ein Deutscher in Alexandria missionieren lässt«.
Es kann also nichts schiefgehen. Diesmal werden sie es alle glauben. Denn die Salafisten in den »drei Vereinigungen strebten in aggressiv-kämpferischer Weise eine Veränderung der Gesellschaft an, bei der die Demokratie durch ein salafistisches System und der Rechtsstaat durch die Scharia ersetzt werden solle.«
Die Flugblätter, die man bei den ca. 20 Verhafteten findet, werden vorausichtlich verbrannt. Der Rauch, der sich beim Verbrennen von Papier entwickelt, ist weiß und das ist dann gut.
Die Selbstentzündungstemperatur von Papier beträgt 451 Grad Fahrenheit. Das wird dem Bundesinnenminister mit Sicherheit bekannt sein.

Tagesschau.de

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