Presseschredder 12.4.2013

Pirat unter falscher Flagge

Alexander Schilling, der stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Piraten Nordrhein-Westfalen ist kein Neonazi. Davon ist die Redaktion der Schrottpresse tatsächlich überzeugt. Er ist nur etwas, was nicht allzu weit davon entfernt ist: Abgrundtief dämlich.
Schilling hatte auf seiner Twitter-Page als kleine Photoshopübung den NS-Reichsadler mit dem Piraten-Logo verziert und diesen unkommentiert dort über längere Zeit stehen gelassen. Mal sehen, was passiert.. Es passierte natürlich, was passieren mußte. Irgend jemand regte sich auf. Zu recht nebenbei. Nun ist Schilling angewidert, daß ihn jemand mit mit Faschisten auf eine Stufe stellt. Wie kommen diese bösen Menschen nur darauf?
Weil Alexander Schilling ein politisches Amt bekleidet, mußte also eine offizielle Entschuldigung her. Wie auch schon den Fettnapf mit dem Reichsadler schrub er diese selber, statt jemand zu fragen, der sich damit auskennt. Auszug:

»Über die hohen wellen die die erneute Veröffentlichung des Bildes schlägt, bin ich froh, da es mich beruhigt zu wissen, dass es so viele antifaschistische Mitmenschen, vor allem auch Jugendliche, gibt, die gegen rechtes Gedankengut kämpfen wollen, kämpfen und kämpfen werden. Es bestärkt meinen Glauben an eine offene Gesellschaft, die frei von diskriminierung ist.«

Wozu dieser Dumme-Jungenstreich nun tatsächlich dienen sollte, wird auch dort leider nicht erklärt. An dieser Stelle müßte jetzt ein Fazit der Redaktion stehen, aber leider sind sowohl Redaktionskampfhund Oskar wie auch ich vollkommen sprachlos.

Erika Steinbach. Erika Steinbach!! ERIKA STEINBACH!!!!! (CDU)

Zum Thema geistiger Tiefstflug bei dichtem Bodennebel können wir gleich bei der CDU weitermachen. Wie sich vielleicht (hoffentlich) herumgesprochen hat, macht die Jugendorganisation der Linken/Göttingen gerade eine Aktion unter dem Titel: Ich bin Linksextrem. Mitglieder dieser Organisation stellen sich in Bild und Text vor, was sich dann ungefähr so liest: »Ich bin linksextrem, weil ich mich extrem gegen Rassismus, Sexismus und Nationalismus einsetze!« Nun gut – es kommt das Wort »linksextrem« darin vor. Der Sinn der Übung sollte aber auch dem Dümmsten klar sein. Es ist eine Kampgne gegen den ausufernden und diskriminierenden Begriff »linksextrem«. Daran ist nun wirklich nichts misszuverstehen. Gäbe es da nicht Frau Erika Steinbach, die mit einer geradezu unglaublichen Limbo-Darbietung auch diese tiefliegende Hürde unterschreitet:

»Eine noch so lustig empfundene Bekenner-Kampagne für Extremisten ist kein tolerierbarer Scherz, weder rechts noch links. Wer sich offen in die Traditionslinie von RAF, Roten Brigaden und gewaltbereitem ,Schwarzen Block’ begibt, verliert den Anspruch, in einer Demokratie als demokratische Partei ernst genommen zu werden. […] Die Lage ist mehr als ernst. Jetzt muss gehandelt werden.«

Frau Steinbach fordert dann auch sogleich eine Trennung der Partei von ihrer Jugendorganisation, ein Verbot, Parteiausschluss, ein… Erika Steinbach eben. Dämlich allein auf weiter Flur? Weit gefehlt, liebe Leser! Hermann Gröhe, CDU Generalsekretär, empfindet die Aktion als »Verharmlosung pur […] eine abscheuliche Verhöhnung aller Opfer des Linksextremismus«

Es ist ja nicht so, daß man solche hirnlosen Plattitüden nicht schon von anderer Seite hörte, aber vom konservativen Urgestein Steinbach? Wie sagte die Dame doch gleich?

»Die Nazis waren eine linke Partei! Schon Vergessen? National SOZIALISTISCHE deutsche Arbeiterpartei.«

Man stelle sich die Erde vor. Eine Kugel. Man wandert nach links. Zum Beispiel von Germany aus. Immer weiter. Noch weiter. Dann kommt mal auf einmal ganz außen am rechten Rand wieder hervor… (Zitat: Karl, der Troll.)
Die Bedeutung des menschlichen Gehirns wird in der Regel maßlos überschätzt.

»Hätte, hätte, hätte – Fahrradkette«

Der Phrasendreschautomat Peer »Pinot« Steinbrück ist nun endgültig außer Kontrolle geraten. Auf die Frage, ob man bei der Suche nach einem schlagkräftigen Wahlslogan nicht hätte besser recherchieren sollen, antwortete der »Spitzenkandidat« Steinbrück mit »Hätte, hätte, hätte – Fahrradkette«.
Nicht nur bei der Suche nach dem Slogan der SPD hat man es an der nötigen Sorgfalt fehlen lassen.
Und damit wünsche ich allen Lesern ein ruhiges Wochenende! … und immer dran denken: »Das Wir entscheidet – Ihr SPDLikör /23% vol!«

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0 Kommentare zu Presseschredder 12.4.2013

    • der Doctor sagt:

      Es gibt ,glaube ich,viele in der Union,die diese unerträgliche,ewig vorgestrige Revisionistin gern los werden würden,aber sie erfüllt doch eine für die CDU/CSU wichtige Funktion:Sie fischt und bindet Stimmen vom rechten Rand.

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      • pantoufle sagt:

        Yep: Die ganze Vertriebenen-Mischpoke, deren Präsi sie ist, die Trachtengrüppler, der Nationalkonservativen, denen die NPD zu vulgär ist… da gibt es einige, für die sie steht.
        Der Unterschied zwischen ihr und z.B. H.P. Uhl ist aber eher klein. Der eine ganz ohne Gehirn, die andere berechnend – sie ist also nicht allein auf weiter Flur… fragt sich, wer Uhl auch gerne los wäre.

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  1. S-teinbrück … *facepalm*

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  2. pantoufle sagt:

    Guten Abend zusammen. Ja, unser Peer: Versagen auf höchstem Niveau. Wenn das Diskreditieren des Begriffes Sozialdemokratie strafbar wäre… Dann wäre sowohl Peer wie Karl schon lange weg vom Fenster mit Blick auf den See 🙂
    So aber bleibt nur, darauf zu warten, daß sich wieder einmal genügend Menschen zur Gründung der USPD finden – Vorsitzende des noch zu gründenden Vereins: Sahra Wagenknecht.
    Ach – Und wo wir gerade dabei sind: Der Klaus Jarchow hat sich da auch so seine Gedanken gemacht: Stilstand

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  3. altautonomer sagt:

    Ich musste eine Weile überlegen, was mich an dem “Das Wir entscheidet” stört. Denn diese Wahlslogan erinnerte mich an die über 20 Jahre alte Parole “Wir sind das Volk”! Daran gab es seinerzeit reichlich Kritik, die sich aber in erster Linie auf den Begriff Volk (völkisch) konzentrierte. Bei dem SPD-Slogan stört mich das identifikationsstiftende, entindividualisierende WIR. Denn es impliziert, dass es auch ein ausgrenzendes IHR gibt. Während das “Volk” in der Parole von 1989 eindeutig eine nationalistische Kategorie darstellte, muss ich angesichts der sozialdemokratischen Realpoiltik der letzten 20 Jahre davon ausgehen, dass dies auch jetzt der Fall ist. WIR kann als Synonym für alles mögliche gemeint sein. Wir die Deutschen, wir die Sozen, wir die politische Kaste, wir die Zufriedenen. Oder sollte es etwa auf das WIR der Asylsuchenden, der Obdachlosen, Niedriglöhner, Leiharbeiter, Pflegebedürftige, Knackis, Billiglöhner aus dem europ. Ausland und der armen Rentnerinnen und Rentner “ankommen”?

    Es würde mich im kommenden Wahlkampf mal interessieren, wer damit eigentlich gemeint ist. Provokant gefragt: Gehöre ich auch dazu?

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    • pantoufle sagt:

      Die Ungeschicklichkeit bei Wahlparolen der SPD wird langsam »systemisch«. Ich erinnere an die Frau Kraft, die irgendwann mit Curry-Würstchen auftrumpfte.
      Die Zeit, in der man diesen Parolen irgend eine Bedeutung zumessen konnte, sind so oder so vorbei – wenn es sie jemals gegeben hat. »Mehr Demokratie wagen« hatte etwas… aber was heißt das schon, außer einem Fleißkärtchen in den Geschichtsbüchern. Was das »Wir« betrifft, kann ich mich gar nicht entscheiden, nach welchem Umfaller man mich persönlich ausgeladen hat. Es fing in der Ära Schmidt an und hört bis zum heutigen Tage nicht auf – da muß ich nicht einmal auf der Agenda 2010 rumhüpfen.

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