Presseschredder 12.10.2013

Lets talk about money I

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst fliegt nach Meldungen ungewöhnlich gut unterrichteter Quellen nach Rom. Bischöfe tendieren dazu, das von Zeit zu Zeit zu machen. Bei diesem Inneneinrichtungs-Jongleur ist allerdings der Grund der Reise unklar. Innenarchitektur? Kreditaufnahme oder die Erweiterung des Bischofsitzes als Vergnügungspark?
Irgendwie muß das Geld ja wieder reinkommen. Die Süddeutsche war so freundlich, eine kurze Auflistung der Posten zu veröffentlichen, die dem Bischof das gesalbete Genick zu brechen drohen. Eine Innenausstattung für die Privatwohnung des Gottesmannes schlägt demnach mit 478.000€ zu Buche. Nicht zuviel, bedenkt man den körperlich und geistig angeschlagenen Zustand des Mannes – eine Badewanne mit Kopf- und Fußstütze darf dann auch mal ruhig 15.000€ kosten. Die nicht zu überschätzende Produktivität des Pfaffen – wenn der betet: Dann kracht das aber! – wird wirkungsvoll gefördert durch seine Privatkapelle für faire 2,67 Millionen €. Direkter Draht zum HÖCHSTEN inklusive, vermutlich mit mauscheliger Kammer für hochnotpeinliche Verhöre und Behandlungsraum für Teufelsaustreibungen.
Trotzdem kommen einem beim einen oder anderen Posten Bedenken, ob das Geld nicht in anderen Pretitiosen besser angelegt wäre. Für die 2,3 Millionen Euro des privaten Büros hätte man auch einen Bugatti Veyron 16.4 erstehen können – Franz-Peter Tebartz-van Elst: Der Bischof mit dem höchsten Drehmoment.

Genug der Häme! Die 31 Millionen Euro für den designierten Bischofssitz sind sicherlich sinnvoll angelegt und wie bei 99% aller Skandal-Bauvorhaben ist das Geld vermutlich bereits geflossen oder muß fließen. Skandale dieser Art pflegen erst dann ins Licht der Öffentlichkeit zu treten, wenn das Kind bereits im Brunnen badet; meint: Das Geld perdu ist. Schulterzucken, wo ganz andere Beträge auf Kosten von Steuerzahlern, Bankkunden, Anlegern und anderen Gutgläubigen gewissenlosen Haifischen in den Rachen geworfen wurde. Während man das bei einem Spekulanten aber noch notfalls verstehen kann, warum es immer wieder Menschen gibt, die diesen Gannoven ihren letzten Groschen anvertrauen, steht man bei Tebartz-van Elst vor einem Rätsel. Sitzplatz im Garten Eden? VIP-Lounge beim jüngsten Gericht? Backstagekarten fürs Fegefeuer?
Glaube muß etwas wunderbares sein.

Lets talk about money II

Am 10.10. um 10:10 öffnete das Portal Huffington Post seine Pforten. Wer sich noch Illusionen über die Umsonst-Mentalität des Internets machte: Hier ist sie! Umsonst der ganze Rumor, umsonst alle Überlegungen von Chancen, natürlich auch umsonst die Inhalte, die von Zeitgeistbeflügelten gar zierlich verfasst wurden. »Baby Shower Brombeer Törtchen«, »Das 16-jährige Mädchen aus Pakistan kann auch ohne Friedensnobelpreis lachen« und »Die Todesstrafe aus Opfersicht.« Umsonst ebenso jeder Gedanke über diesen Wechselbalg des Burda-Verlags.
Nuff said.

UpDate

Womit nun wirklich beim allerbesten Willen niemand rechnen konnte, ist grausige Realität geworden. Der Bischofssitz wird um eine Winzigkeit teurer als geplant. Von 2,9 Millionen über 30 Millionen auf jetzt vorausichtlich derer vierzig. Herr Tebartz-van Elst: Einen Maybach als Cabrio? Hubschrauberlandeplatz mit eigenem Schrauber? Oder wenigstens eine Armentafel?

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0 Kommentare zu Presseschredder 12.10.2013

  1. Der Duderich sagt:

    Dieser Bischof ist der neuer Wulff. Herrlich unsympathisch und deshalb geeignet um als Ablenkungsmanöver zu dienen. Letztendlich bin ich nicht überrascht, dass die Oberen der katholischen Kirche nicht in Demut und Bescheidenheit leben, sondern ähnlich abgehoben wie Magnaten und die Majorität der politischen Kaste, über den Köpfen der einfachen Menschen schweben. Verhältigsmässigkeit und Eigenreflexion kann man da lange suchen.
    Wer sich über das Gebaren der Kirche wundert, der verkennt die Kirche, deren gelebten Werte und Ambitionen. Und der Protz wird ja auch willfährig beklatscht.
    Wer in der Kirche ist, weil er Christ ist, der hat den Knall nicht gehört.

    Andererseits sind 31. Millionen lächerliche Peanuts im Vergleich zu Projekten wie BER oder Stuttgardt 21.

    Ich habe mal einen Spruch gehört, der ging so:
    ‘Die gehen mit Milliarden um, als wären es Millionen.’ Witzig irgendwie.
    Was vorgestern die Millionen waren, waren gestern die Milliarden, sind morgen (teilweise schon heute) die Billionen.

    Das Karussell dreht sich immer schneller, die Fliehkräfte nehmen zu.

    Letztendlich haben wir doch alle den Bezug verloren, zu den riesigen Summen, die da hin und her geschaufelt werden. Das in einer Zeit, in denen Manche eine Hartz-IV-Erhöhung im einstelligen Bereich als Untergang des Abendlandes deuten.

    Der ganz normale Wahnsinn eben.

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