Presseschredder 11. 10. 2016

Hacken russische Hacker die US- Präsidentenwahl? Hoffentlich! Bernie Sanders wäre eine personelle Empfehlung. Oder Superman, ersatzweise Donald Duck.

Na, wer erinnert sich noch an den schachspielenden NDAP-Wahlcomputer? Nein, nicht? Na ja: Das ist ja auch schon lange, lange her. 2007 war das und mittlerweile ist es ruhig geworden um elektronische Datenverarbeitung in sensiblen Bereichen. Der Glaube an diese unfehlbare Technik treibt mittlerweile die absurdesten Blüten. Autark fahrende LKW zum Beispiel. Das lohnt sich wenigstens, wenn 30 Tonnen Stahl einen unbeschrankten Bahnübergang nicht als solchen erkennen (wird aber in im nächsten Software-Update berücksichtigt!).

Aber das ist eher nebensächlich. Die zweite Talkshow der US-Präsidentenbewerber ist nun auch über die Bühne gegangen und die Aussagen der berufsmäßigen Kristallkugel-Leser lassen russische Hacker als zwingend notwendig erscheinen. Die Panik der Kandidaten muß so entsetzlich groß sein, daß auch nur die Idee der Zettelwahl nicht mehr laut geäußert wird. Wenn fachliche Eignung keinerlei Rolle mehr spielt, wenn Argumente kilometerhoch über Logik und Tatsachen schweben, wenn selbst das äußere Erscheinungsbild dagegen spricht, jemandem seine Stimme zu geben: Dann geht am Putin-finanzierten Nerd kein Weg vorbei.
Das ist sie also, die Demokratie und ihre Kandidaten, nach der sich alle noch zu befreienden Nationen mit Bodenschätzen sehnen.

Goofy! Die Intelligenz von Trump mit dem blendenden Aussehen der Clinton. Aber man sollte ja nicht allzulaut pöbeln; nächstes Jahr wählt der Klassenprimus.

Syrer feiern Festnahme des dem Terror verdächtigen Landsmannes Chemnitz-Bin-Laden. Man kann nur hoffen, daß sich der Verdacht bestätigt – was wollte der doch gleich? Einen Berliner Flughafen bomben? Nein, diesen Kalauer spare ich mir jetzt, obwohl der Name des Airports auf der Zunge brennt.

Weitere Witze der Woche:

Der türkische Präsident Erdoğan legt Beschwerde gegen die Einstellung der Ermittlungen gegen Jan Böhmermann ein. Man sollte einfach wissen, wann ein Scherz ausgelutscht ist.

Verkehrsminister Dobrindt zu einem kompletten Verbot von Benzin- und Dieselgetriebenen Fahrzeugen bis 2030: »Vollkommener Quatsch!«. Es wäre einem wohler, wenn nicht ausgerechnet Dobrindt das sagen würde.

Bamako, Mali. Merkel verspricht Mali mehr Hilfe für den unruhigen Norden des Landes. Brunnen.

Bündnis90/die Grünen (11% Spaßpartei) laden Daimler-Chef Dieter Zetsche zum Bundesparteitag ein.
Angekommen.

Gegen das Vergessen. Wolf Biermann veröffentlicht Biographie. Der Begriff reaktionär als Bumerang.

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16 Kommentare zu Presseschredder 11. 10. 2016

  1. Zwetschge in die Muppet-Show. Find ick jut. Denen verspricht er das Elektro-Auto, dass natürlich letztlich mit Braunkohle fährt. Hinterher lacht er mit seinen saudischen Aktionären beim Champagner über den Auftritt.

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  2. OldFart sagt:

    > Wenn fachliche Eignung keinerlei Rolle mehr spielt

    Huch. Ein deja-vu. Wie ist denn dieser Querverweis auf unseren Cyberclown Schönbohm jetzt in den Text über die POTUS-Inthronisierung geraten? Oder ist das eine subtile Seitenanspielung auf den digitalen Komtetenzträger Oettinger? Oder ist das gar die Duplizität identischer Entwicklungen dorten wie hierzuland?

    Ich erlebe aus 1. Hand auf kommunaler Ebene, wie sich die Nomenklatura bei „uns“ munter Versorgungsposten in der obersten Gehaltsklasse zuschiebt. Erzähl mir nix von Qualifikation für den jeweils zur Vergabe stehenden Posten. Da gibts noch nicht mal Rededuelle, Bewerbungsunterlagen und öffentliche Ausschreibungen. Da sind wir schon weiter als die Amis.

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  3. Hagnum sagt:

    Der Erpel wäre auch meine erste Wahl.

    „Kommen wir nun zu einem Vorwurf, der es in sich hat.Russische Hacker……(bla und blubb).“
    ZDFs Christian Sievers in der 19Uhr heute.

    Klaro, Putins klandestine Hackerloge is taking sites.Funny.

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  4. pantoufle sagt:

    Moin @all

    Moment noch… bin noch nicht ganz da. Hab gerade beim Kiezneurotiker, der freundlicherweise den Apfelopa verlinkte, »the Chemtrails« gehört. »Denkt doch mal an die Kinder!« hab ich zuerst gedacht und dann wackelten die Schafe durchs Bild. Da hab ich Hunger bekommen und wollte Lammschulter mit Rosmarin und Knoblauch. Es gab aber nur Wirsingkohlsuppe mit leckerer Wursteinlage – war auch ok! Dann bin ich wieder zurück und da fing die an zu singen. Das war dann gar nicht gut. Überhaupt nicht! Jeder Ton ein Rohrkrepierer und der einzige Kompressor/Limiter, den die im Studio hatten, war der MP3-Converter. Hätte die Nummer aber auch nicht gerettet.
    Als die Dame mit dem Doppelkinn dann die Rap-Einlage hatte, bin ich erst mal nach einem Bier und dann kam das Guitarrensolo. Dabei fiel mir dann auf, daß die doch einen Kompressor hatten. Einen über alles und bei der Snare machte der immer ganz lustig »faaaluppp«, weil das Attack von der Behringer-Billigstmöhre irgendwo bei 1,5 Sekunden lag. Wegen dieser Erkenntnis hab ich zum Glück das Solo verschlafen. Danach gabs dann keine Schafe mehr, aber ich bin auch satt von der Kohlsuppe.
    Gips auch als CD.

    Äh-ja!

    @Hagnum: Der verehrte Kollege Wolfgang Michal hat darüber bereits alles gesagt, was es zu erwähnen gibt: Nämlich hier.

    @ OldFart: Nö, Anspielung eigentlich nicht. Wenn man damit beginnen würde, käme wieder so ein ellenlanger Artikel dabei heraus, den kein Schwein durchliest (zu recht nebenbei). Wobei Graf Öttinger ja immer wieder eine Versuchung darstellt und im selben Zug das Paradebeispiel dafür ist, welch groteskes Maß an Unsinn sogenannte Entscheider ohne die Gefahr der Einweisung absondern dürfen. Von den unteren Chargen, die das noch fleißig üben ganz abgesehen.

    @Matthias: Sie wahren nicht einmal mehr den Schein. Nicht einmal dafür reicht es bei denen.

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    • @ Pantoufle

      Im Fachjargon: New Open Assness. Copyright: Wahnfried Krätzmann.

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      • pantoufle sagt:

        Wäre ich jemals in Versuchung gewesen, die Grünen zu wählen: Genau dieses Gerhard-Schröder-Gedächnismodell hätte mich davon abgehalten! So viele Ströbeles können die gar nicht haben um diesen Supergau zu kompensieren.
        Apropos Gau: Der Bundesgauck war ja auch mal grün, genau wie Schily und Vera Lengsfeld. Was liefen da für Pfeifen herum bei denen völlig klar war, daß die alles wollten, nur keine linksdrehenden Pullover. Bei jeder Rotationsbewegung hat der Rest der Bande die Bilder von Kelly und Bastian erneut übertapeziert, so daß nicht einmal eine kleine Beule an der Wand an ihre Existenz erinnert.
        Grün! Wenn ich das schon höre! Da seh ich rot!

        Kossovo-Fischer! Ich krieg die Krätze! Madeleine alright Fischer!!
        Aaaahhhhrghhhh! Ich muß dringend was tun, was mich ablenkt… Weib, meine Medizin!, mein Herz, meine Nerven, meine Hormone! Wer hat das grüne Kissen auf das Sofa gelegt? Der Rasen im Garten, die Gurken in der Küche! Bringt mir meine Sprühdose mit dem mattschwarz, ja die gute, die mit dem FCKW!

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        • Was waren das für Zeiten, als man an einem Jaguar das British Racing Green bewundern konnte? Ich werde nie wieder unschuldig Jalapenos genießen können …

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          • pantoufle sagt:

            Jaguar ist außen vor. Ein XJ12L mit gepflegtem Double Six, der sein verbleites Benzin aus vier mal Zenith säuft und seine Power über eine sabbernde Borg-Warner-Automatik aufs ewig trockene Differenzial drückt.
            Das muß so – auch in british racing green! Schwarz-graue E-Plakette!

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    • pantoufle sagt:

      Wilssu voll krass Präsi, alder? Wenn du wählst krass Tuss Frauke dann Krankenhaus wallah!

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      • DasKleineTeilchen sagt:

        so, jezz gibs mal was zur kulturellen erbauung; einmal wissenschaftlich

        und einmal musika:

        ps. hast du dir diesen schemdreils-bluus etwa in gänze gegeben?!? durchskippen war schon schmerzhaft, alleine die „rap“-einlage hat bei mir schon fast zum finalen bersten meines gehirn-aneurysma geführt.

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        • pantoufle sagt:

          Selbstverständlich habe ich »the Chemtrails« in Gänze und mehrfach analütisch genossen! Der Lehrauftrag der Schrottpresse verlangt gelegentlich Opfer – auch solche. Es hat bei Lichte betrachtet ja auch eine sexuelle Komponente: Zwar eine seltene Spielart, aber für einige Zeitgenossen durchaus attraktiv und erregend. Stell Dir (Alle unter 18 Jahren bitte weitergehen!) eine Ständerbohrmaschine mit einem Schälbohrer vor, der sich Deiner darunter gefesselten Hand unaufhaltsam nähert und Dir die Fingernägel abfräst. Also erst die Fingernägel und dann das selbe erst mit dem linken und dann dem rechten Fuß.
          Ja. Sowas eben! Nicht jedermanns Sache, aber es gibt ja nichts, was es nicht gibt.

          P.S. Besitzer einer Bohrmaschine mit stufenlosen Drehzahlregelung mit zusätzlicher Untersetzung sind natürlich bevorzugt!

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  5. Fluchtwagenfahrer sagt:

    Moin Pantoufle,
    einen wunderschöne Satz hast du da geschrieben.
    „Das ist sie also, die Demokratie und ihre Kandidaten, nach der sich alle noch zu befreienden Nationen mit Bodenschätzen sehnen.“
    Wobei der Begriff Bodenschätze etwas altertümlich daher kommt, da er suggeriert, man kloppt ne Spitzkacke in den Boden und da sind sie die Schätze, Gold, Silber, Diamanten,Uran seltene Erden, Öl, Gas usw. usw.
    Ich würde als Begrifflichkeit „Verwertungschancen“ nehmen. Dieser Begriff umfasst viel mehr, wie z. B. Menschenmaterial, Boden an sich, (kann man prima eine ABWEHRWAFFE draufstellen) Boden zum Durchleiten von Pipelines, zum Aufstellen von Folter äh Gesprächs/-Dialogcenter usw. usw.
    Also willst du Demokratie dann greif zu und nutze die (Verwertungs) Chance.
    Wachstum, Wachstum. Hyper, hyper, Cyber, cyber und tadaaaaa „Rechtstaatlichkeit“.
    (Moral, Ethik bitte links äh rechts, ach falsch in der MITTE an der Garderobe abgeben)
    roger and out.

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    • @ Fluchti

      Du vergisst den Menschen als Konsumenten. Schmeiß eine Bombe auf den Sandneger und du ernährst einen US-Konzern nur einen Tag, verkauf ihm Coca-Cola und du ernährst den Konzern ein ganzes Leben.

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      • Fluchtwagenfahrer sagt:

        @Matthes
        nö, habe ich nicht.
        „Menschenmaterial“ ist hier der Multichancenbegriff.
        Konsument, Nähmaschinenbediener, Sex/-Lohnsklave, Ersatzteilspender, Leihmütter, Stiefkind Hersteller, usw. usw.
        Da geht doch was.

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