Nichtwähler stärken nur die Rechten

Das Wahlergebnis in der Darstellung als Gravitationswelle

Das Wahlergebnis in der Darstellung als Gravitationswelle

Aber wehe, wenn sie alle zur Abstimmung gehen. Eine Wahlbeteiligung von mehr als 70% in Baden-Württemberg und über 60% in Sachsen-Anhalt sind schon ein Wort.

Sieger gibt es nach diesem Wochenende nur einen: Die Front National… ähhh… beziehungsweise auf gut Deutsch »nationale Front«. Jetzt neu mit richtigem Parteiprogramm nur für den Fall, daß Deutschland die Flüchtlinge ausgehen sollten. Als Ein-Punkt-Partei wären die Chancen bei der Bundestagswahl 2017 erheblich geringer. So aber…? Alles was jetzt noch fehlt, wäre ein schwarzer Freitag oder ein gewaltiger, terroristischer Terroranschlag auf Joachim Gauck, Helene Fischer oder Ursula von der Leyen. Oder am besten gleich auf alle zusammen, auch gerne unter Beteiligung von Flüchtlingen®. Dieser Pyrrhussieg der Evolution würde die Alternative zu Deutschland auf ein dreistelliges Ergebnis katapultieren, mindestens und ganz gleich bei welcher Wahl.

Der Berliner Innensenator Frank Henkel zeigt im Gegensatz zur linksautonomen Szene für diese Alternative nach dem Wahlsonntag viel Verständnis. »Die Ergebnisse zeigen, daß wir derzeit in einem schwierigen Umfeld Politik machen. Beide Volksparteien haben einen herben Dämpfer erlitten, die SPD noch viel stärker als die CDU.«
Da hamstert jemand für die Zeit nach der Machtübernahme.

Die schwierige Phase der Umgewöhnung. Eine Volkspartei, die niemand wählt, ist eines eben nicht: Eine Volkspartei. 24% für die AFD in Sachsen-Anhalt, SPD 10,6%. Wie äußerte sich Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel letzte Woche doch gleich? »…regte die Einführung einer Drei-Prozent-Hürde an, um kleine populistische oder „Spaßparteien“ aus den kommunalen Parlamenten fernzuhalten.«
Als Überraschungsgast stolpert noch die FDP mit 4,9% zur Beerdigung – populistische Spaßparteien unter sich.

Irgend ein Fazit?

»Nicht therapierbare Alkohol- und Drogenabhängige sowie psychisch kranke Täter, von denen erhebliche Gefahren für die Allgemeinheit ausgehen, sind nicht in psychiatrischen Krankenhäusern, sondern in der Sicherungsverwahrung unterzubringen.«

Aus dem Parteiprogramm der AFD

Vermutlich zusammen mit störrischen Gewerkschaftern, unheilbaren Linken und anderen Störern der öffentlichen Ordnung.
Zeit, einen genaueren Blick auf sichere Drittländer zu werfen: Marokko, Syrien, Albanien, Iran, Grönland.

18

…und schon wieder keine Testwahl!

Dieser Beitrag wurde unter der Untergang abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Kommentare zu Nichtwähler stärken nur die Rechten

  1. flatter sagt:

    Haste ooch wieda nisch vaschtanden: Wenn de Nischtwähla plötzlisch reschts wählen, nützt denen ditte, und jenau soo isset ja ooch passiat, wa?!

    0

  2. pantoufle sagt:

    Wohl hab ich das verstanden! Jahre habe ich mit Nichtwahl verbracht, um den schlafenden Köter im Koma zu halten. Nenn mich ruhig doof, aber ich war auch lieb, dieses Gesocks gegen alle Kritik aus den Rathäusern und sonstigen Ämtern zu halten.
    Nichtwähler rules!
    Nun aber geht die braune Sonne über dem Horrizont hinter der Sickergrube auf. Und wer ist schuld? Ich natürlich wieder – war ja klar!

    0

  3. Thelonious sagt:

    Ja pantoufle, so isch des halt. Allerorten gibt es nur Vorwürfe. In den vergangenen Wochen war es eine Qual, auf dem Markt einzukaufen. Überall lauerten sie. Neben dem Gemüsestand die Grünen, am Eierstand die SPD, da musste ich ob der Symbolik schon lachen. Am Olivenstand die CDU und die FDP neben dem Käse vor der Post. Die AfD verfolgte eher eine Guerilla-Taktik. Die hatten zwar offiziell auch einen Stand; ebenfalls neben einem Gemüsehändler, doch der war nur mit einer Wache besetzt. Ansonsten sprangen einen die Aktivisten an jeder Ecke des Platzes an und boten ihre Traktätchen feil. Eigentlich hatte ich eher mit SS-Siggi oder wenigstens Karl dem Kahlen gerechnet, aber es waren lauter bebrillte Jüngelchen im Anzug.

    Das mit der Brille war glaube ich Absicht, weil Brillenträger haut man nicht. Sagt man. Glaube ich zumindest. Aber das wäre auch nie nötig geworden, die Jungchen ließen sich schon durch einen bösen Blick oder ein „Rutsch mir den Buckel runter“ vertreiben. Die Penetranz der anderen Parteien müssen sie noch üben.

    Am lächerlichsten war ein grüner Wahlhelfer, der mir unbedingt ein Gespräch ins Knie schrauben wollte. Er lobte mir den Kretschmann in den höchsten Tönen und als ich ihn mit dem Satz unterbrach, dass wenn ich Mappus wöllte ich dann schon das Original nähme und nicht die grüne Kopie davon wurde er vor Eifer ganz rot. Das wäre ganz schön unverschämt von mir, die beiden zu vergleichen. Um die Diskussion zu beenden, erklärte ich ihm, dass ich seinen Kapitalismus nicht durch meine Stimme zu legitimieren gedenken würde. Das war genau das Falsche: „Erinnern sie sich nicht an 33?“ „Nein, da war ich noch nicht auf der Welt.“ „Da haben die linken Nichtwähler den Faschismus erst möglich gemacht.“ Da musste ich dann laut lachen.

    Ehrlich gesagt, ich wusste gar nicht, dass die Grünen eine solche Spaßpartei sind.

    0

  4. pantoufle sagt:

    Moin Thelonious

    Was einem als Landpomeranze alles entgeht! Außerdem wird hier gerade nicht gewählt, und wenn gewählt wird, bekommen die Kinder fürs Zeitungsaustragen extra, weil da dann Flyer von CDU und SPD dabei sind. Das heißt: Die SPD zahlt, die Konservativen nicht! Nicht mal Schokolade oder Marzipan. So wird das nichts mit der Mehrheit und auch so etwas spricht sich herum. Dafür sorge ich dann schon.

    Ja ja – die SPD und ihre Symbolik! Da sind die Eier ja noch direkt harmlos, betrachtet man sich den Vorsitzenden Sigi. Seit der großen Koalition gibt’s von dem nur noch Bilder, auf denen er aussieht als hätte er gerade »Stalingrad« gesagt – nach den Wahlen vom Wochenende ist Gabriel allerdings nur noch eine andere Schreibweise dafür.

    Was die Brillenträger der AFD betrifft, so hat Burks gerade seinen Senf dazu abgesondert: »Hatte ich schon angemerkt, daß die AfD eine Sekte von Volkswirtschaftlern ist, die – wie damals die NSDAP – von kackbraunem Pöbel umgeben ist und vom dem gefüttert wird?«
    Dem könnte man erst einmal zustimmen, käme da nicht schon wieder das Kürzel NSDAP vor. Es ist eben nicht die NSDAP, sondern SS-Sigi und Helmut der Keuler. Ich bin ja immer gerne ganz vorne mit dabei, wenn es um unpassende historische Vergleiche geht, aber in diesem Falle passt es nicht. Oder hinkt wenigstens. Daß jeder Dreck erst einmal in scheinbar vernünftige Watte verpackt wird, ist keine revolutionäre Erkenntnis. Und nach wie vor verweigert mein innerer Gaul davor, die jetzt herumtollenden Nazis in direktem Zusammenhang zum historischen Nationalsozialismus zu sehen. Nur weil man das Erbe beansprucht, wird der Handlanger vom Bau nicht zum Gauleiter. Da fehlt zur Zeit auch noch ein gesellschaftlicher Hintergrund, auf den sich dieser Pöbel stützen kann. Es ist eben nicht Weimarer Republik kurz nach schwarzem Freitag, in der mit Notverordnungen regiert wird, sondern Götterdämmerung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung; etwas vollkommen anderes.

    »Mögest Du in interessanten Zeiten leben!« Dieser Fluch hat uns wohl erreicht. Jetzt möge man es also interessant finden: Welchen Namen das Kind bekommt, ist bis auf weiteres offen. Wir benutzen die Worte, die wir kennen: »Faschist« oder »Nazi«. Als was sie in die Geschichtsbücher eingehen werden wird sich zeigen; deswegen bleibt es vorläufig bei der bekannten Nomenklatur. Aber bei einer sinnvolle Analyse ist es eher hinderlich. Manchmal glaube ich, wir verwenden diese Worte vor allem deswegen, weil sie »starke Begriffe« sind, im Gegensatz zu den Formulierungen, die uns die professionellen Begriffs-Designer täglich um die Ohren schlagen. »Erinnern Sie sich nicht an 1933?« Der letzte Versuch, einem Datum eine ähnliche »Stärke« zu verleihen, lief mit 9/11 trotz aller Bemühungen etwas ins Leere. Auch »Realos«, »Fundis«, »Grundkonsens« oder »Frauenvotum« hinken vorläufig noch hinter »Lebensraum im Osten« nach. Wohlgemerkt: Die Worte. Aber vielleicht sehe ich da eine Bedeutung, die es gar nicht gibt.

    Wovor ich übrigens in letzter Zeit wirklich Angst hatte, waren die Operatorinnen der Kinderwagen im Bezirk Prenzlauer Berg in Berlin. Die zu allem entschlossenen Gesichter, die mit Stahl und Aluminium gepanzerten Behältnisse, diese Aggression, dieser verzweifelte Wille die Brut vor unsagbaren Gefahren zu schützen! Terminator, Bruce Willis, Day after, es kann nur eine geben!, unter dem Begleitschutz der Fahrradfahrer – warum fahren die eigentlich nicht direkt in die Geschäfte? Vermutlich wegen der hundekotverseuchten Gehwege und damit Reifen, die eine Gefahr für den Nachwuchs…
    Aber das ist ein anderes Thema!

    P.S. Und dann waren da noch die eigenthümlichen Essgewohnheiten der Eingeborenen

    0

  5. Fluchtwagenfahrer sagt:

    Moin Pantoufle du alter Outlaw (Mopeddesign),
    von Dir hätte ich aber mehr erwartet. Ich gehe selbstverständlich wählen, 1ste Bürgerpflicht, aber ich bin auch ein bißchen doof, wähle immer ungültig und damit man das versteht, schreibe ich es auch drauf. (UNGÜLTIG!!!! weil auf`m Dorf, verstehst) Der Hund hat was davon und Bewegung an frischer Luft regt den Appetit an.
    LG vom Do(o)rf

    0

    • pantoufle sagt:

      Da unterscheide ich fein: Wenn hier regional gewählt wird, wähle ich SPD, damit Hanno, was unser Bürgermeister ist, auch Bürgermeister bleibt. Der ist sozusagen alternativlos, was nicht zuletzt an den leckeren Brötchen mit Feuerwehrmarmelade liegt, die es bei der SPD-Wahlparty in seiner Garage gibt. Und erst die grobe Leberwurst! Ein Gedicht, sach ich nur – ein Gedicht!

      Außerdem kann ich ja nicht die Leberwurst nehmen und jemand anderen wählen. Das gehört sich nicht. Außerdem sind alle, die für den Klüngel entscheidend sind, in der SPD. Wenn ich also mitklüngeln will, von Schiebung, Betrug und Vorteilsnahme partizipieren, gibt es nur die SPD.
      Ich könnte natürlich auch Grün. Dann gäbe es Kuchen, ein gutes Gewissen und leicht übergewichtige Weiber, die grobe Leberwurst und erst recht Feuerwehrmarmelade strikt ablehnen. Wegen totes Tier und Weltfrieden. Diätkuchen… brrrrr! KEIN BIER + KEIN SCHNAPS!

      Bei den Konservativen ist nie was los. Die werden seit Jahrzehnten nicht gewählt und wissen das auch vorher schon ganz genau. Und genau so sehen die Gesichter dort auch aus. Die »Party« ist dann auch immer ganz schnell zu Ende und dann verziehen sie sich zur SPD. Erstens wegen Klüngel und dann natürlich um dem ehrenhaften Gegner zu gratulieren.
      Aber hauptsächlich wegen der groben Leberwurst und was zu trinken gibt es obendrein. Lediglich der politischen Sitte und Anstand ist es zu verdanken, daß es überhaupt zwei Wahlpartys gibt, die Ökonomie spräche für eine.

      Nur bei der Bundestagswahl bin ich irgendwie immer Staatsbürger mit Migränehintergrund.

      0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *