Nachmittagsbastelei

Gibt es hier jemanden mit Lötkolben und Spaß an Röhren? Nein? Na ja: Vielleicht findet sich ja doch jemand. Und für diejenigen, die sich da finden, eine kleine Bastelstunde.

Röhren sind ja wieder ganz groß im Kommen. Man kann sich praktisch gar nicht retten vor lauter Glaskolben. Bei einigen jedenfalls. Ich kenne zumindest einen!
Und der kam vor einiger Zeit mit einem Gerät, welches im schönen China unter ökologisch kontrollierten Bedingungen zusammengeschossen worden ist. Schwarzer Kasten (schwer), viele Anschlüsse (mehr als ausreichend – sogar RIAA) und es sah eigentlich recht schnuckelig aus. 240€ hatte die Schachtel gekostet, nur irgend etwas schien den stolzen Besitzer zu bedrücken: Das Ding klang leider wie MP3 vom Cassettenrekorder. Das war nicht so schön!
Was er denn nun machen sollte, frug er. Zurückschicken wäre mit Nerv verbunden und eigentlich… ob ich da nicht was machen könnte? Das Gehäuse und Netzteil sind ja ok – beim Selberbauen würde das alleine schon jede Kalkulation sprengen. Der Chinese kann so billig, da bastelst du nicht mehr gegenan!

Fehlerbeseitigung, den genialen Dreh an irgend einer Schraube? Ich würde doch sonst auch immer und zeigte auf den Staubsauger an der Wand, der meinen Kompressor invertierend unterstützte, indem er ein Vakuum erzeugt. Zum Beispiel für den selbstgebauten Vakuumrahmen der Dunkelkammer.

dynavox_tpr3

Dynafox TPR 3, ca. 240€ irgendwo im Netz

Um es kurz zu machen: Ich wollte. Ein kleiner Zeitvertreib und man lernt ja auch immer was dazu.
Die Betriebsspannung ist mit Transistoren stabilisiert (sah unter dem Oszi auch gut aus), saubere Heizung (brummen tat da nix), nur der Klirrfaktor lag in der Größenordnung von einem Marshall auf Stellung 11.
Die ersten Verdächtigen waren schnell ausgeschieden. Auf den ersten Blick sah verkabelungsseitig alles ganz manierlich aus. Auch waren keine Kondensatoren als HF-Blocker am Eingang auszumachen, der Lautstärkepoti saß an der richtigen Stelle – also mal die Schaltung unter die Lupe nehmen.

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Die Bestandsaufnahme zeigt schnell, warum. So eine Gegenkopplung ist mir noch nicht untergekommen. Das heißt, untergekommen schon, aber in einem völlig anderen Zusammenhang. Wer hier die niederohmige Quelle vermisst, vermisst das Richtige. Dem niederohmigen Ausgang zuliebe wurden sämtliche positiven Aspekte einer Röhrenschaltung geopfert. Besonders putzig R9, der zusammen mit dem Poti (100k) eine Privatfehde mit der Gegenkopplung (R11,13) ausficht – von der dem Billigstwiderstand R9 innewohnenden Kapazität einmal ganz zu schweigen. Und da gibt es ja auch immer noch einen zu speisenden Verbraucher. Eine interessante Gefechtslage, die nach kurzer Überlegung und Rücksprache mit dem Besitzer (»die Garantie is mir sowas von wumpe!!!«) zum Ergebnis führte, daß an dieser Schaltung nichts mehr zu retten ist.
Das Ding war vom Ansatz vollkommen vergeigt.
Und dabei hätte ich dem Chinesen an sich erst einmal besseres zugetraut.

Also eine neue (uralte) Schaltung. Nix SRPP oder ähnliche high-endiges Gelumpe: Material aus der Schublade und die originale Platine mit sanften Anpassungen. Keine Unkosten – alles im Gegenwert eines Kasten Bier (Dithmarscher Urtyp!)

Ab hier wird’s spannend! Jeder, der das nachmachen will, sollte es besser schon einmal praktiziert haben! Deswegen gibt es auch keine detaillierte Anweisung: Für jemanden, der es seit Jahrzehnten macht, ist es eine kurzweilige Nachmittagsübung – die anderen lassen besser die Finger davon!
So soll das aussehen:

neu

Wie wir sehen, sehen wir nichts, was wir nicht schon mal gesehen haben. Neu dazugekommen sind 2 Kondensatoren, die eine zulässige Spannung von 400V haben sollten. Weniger geht auch, aber dann raucht es. Oder knallt – kommt ganz darauf an.

Spätestens ab hier erlischt die Garantie.

Die Widerstände hat man entweder in der Kiste oder bestellt bei Reichelt gleich einen komplett neuen Satz – was nicht die schlechteste Lösung ist. 2W – Metalloxyd in der Bauform 0414 sind eine gute Wahl. C3 sollte ein MKT/400V sein (runde Form), bei C2 habe ich mich für einen MKS4 entschieden. Der Fachmann mag dagegen halten, daß bei 250 Jahre alten Geräten die Öl-Papierform klangliche Vorteile hat… das mag schon sein, aber… (cut!)

Mit Hilfe einer Proxon-Minibohrmaschine werden ein paar Löcher gebohrt, einige Leiterbahnen unterbrochen; wie gesagt: Wer das schon mal gemacht hat… Platz ist jedenfalls genug. Man beachte, daß die Gegenkopplung C3,R4 auf kürzestem Wege geführt werden sollte!
Nach einer gründlichen Inspektion der Verdrahtung wird alles wieder brav ins Gehäuse gebaut. Bei meinem Exemplar habe ich die Distanzhülsen der Platine wegen zusätzlicher Drähte auf der Rückseite von 5mm auf 10mm vergrößert.
Deckel drauf, Gebet zum HÖCHSTEN und mit Schwung den Netzschalter betätigt. Wenn nix raucht, zischt oder brodelt, haben wir die erste Hürde bewältigt. Oszi und Tongenerator sollten eine Verstärkung des (unverzerrten) Signals von etwa 3 zeigen. Wem das zuviel oder zu wenig ist, mag sich mit R4 auseinandersetzen.
Der Klirrfaktor spielte sich bei mir mit einer gesunden Null hinter dem Komma ab (Spektralab mit einer UsbPre Soundkarte).

Der Klang: Ganz woanders! Hat mit dem ursprünglichen Gerät nichts mehr gemein. Erster Eindruck: Schnell, sehr sehr schnell, ohne irgendwo aufdringlich zu wirken. Als hätte man einen LM741 gegen einen OPA1664 getauscht.

Was bleibt? Der Ausgang ist jetzt bedauerlicherweise nicht besonders niederohmig. Ein Eingangswiderstand der Endstufe von 5k könnte (wird) dem Pre-Amp viel von seiner Dynamik nehmen. Sitzt dahinter eine Röhre, sorgt man dafür, daß die Eingangsimedanz größer als 50 kOhm ist. Fertig.
In meinem Falle habe ich mich für eine andere Lösung entschieden. Der Besitzer braucht keinen RIAA-Eingang (genauer: Glaubt, ihn nicht zu brauchen). Der im Vorverstärker eingebaute RIAA-Preamp ist von fragwürdiger Qualität. Wer ihn verwenden will, sollte unbedingt die verwendeten NE5534 gegen etwas zeitgemäßes tauschen und den Rest der verwendeten Bauteile am Besten auch gleich. Oder vernünftigerweise einen guten, externen verwenden.
In dem dafür vorgesehenen geschirmten Gehäuse habe ich einen symmetrischen Emitterfolger untergebracht; schnell auf eine Lochrasterplatine gestrickt und mit der vorhandenen stabilisierten +/- 15 Spannung betrieben.

imp

Jetzt sind die Audioausgänge mit 50 Ohm niederohmig genug, um auch komplexere Lasten ohne Murren zu betreiben. Da mögen die Puristen noch so meckern: Das geht, kann man wirklich machen.

Die Transistoren brauchen grundsätzlich keine Kühlkörper, es sei denn, man will einen Kopfhörer damit betreiben. Das sollte man nicht! Auch Dauerkurzschluss ist wenig empfehlenswert.

Was noch zu tun bleibt:

Das Poti ist von gar abenteuerlicher Qualität. Man  sollte es gegen ein Alps tauschen – für ca. 10€ beim Händler Ihres Vertrauens.

Wie der eine oder andere bemerkt haben wird, sind Stützelkos in der Betriebsspannung Mangelware. Es gibt sie nicht in ausreichender Anzahl und Platz dafür ist auch nicht so richtig da. Das ist erst einmal halb so wild: Die Transistor-Stabilisierung sorgt in Grenzen dafür, daß die Kanaltrennung immer noch ok ist. Da ist aber noch klar Luft nach oben. Wenn mir dazu etwas bemerkenswertes einfallen sollte, lass ich es Euch wissen.

Sonst aber sind wir mit dem Ergebnis hochzufrieden. Für das Geld – oder auch mehr als das doppelte – bekommt man nichts besseres. Das kleine Ding macht echten Spaß und jeder, der gerne mit Röhren Musik hört, wird es lieben. In meiner eigenen Vorstufe hatte ich ein anderes Konzept realisiert, aber nach diesem Umbau wird wohl meine alte Schaltung ebenfalls entsprechen modifiziert.

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0 Kommentare zu Nachmittagsbastelei

  1. R@iner sagt:

    “Wer hier die niederohmige Quelle vermisst, vermisst das Richtige.”

    Die zweite Stufe bei deinem Vorverstärker ist als Kathodenfolger ausgelegt. Kennzeichen eines solchen sind die niedrige Ausgangsimpedanz und V<1.

    "…Privatfehde mit der Gegenkopplung (R11,12)…"

    Du meinst sicher den Spannungsteiler R11/R13.

    "…Billigstwiderstand R1 innewohnenden…"

    Hä? In welchem Schaltbild befinden uns jetzt eigentlich?

    Zu deinem Vorverstärker gibt's hier was.

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    • pantoufle sagt:

      Moin R@iner
      Vor allen Stufen ist ein 100k-Poti und ein Reihenwiderstand R9. Das ist gemessen an dem was danach kommt, erheblich zu hoch – kannste drehen und wenden wie Du willst.

      Upps – wird korrigiert! Natürlich R11,R13, die den Schmu mit dem Booster-C wieder geradebiegen sollen.

      uuuund noch einer. R9 natürlich…mannomannomann. Ich fräse mich besser noch mal durch den Text.

      Was der Kollege in dem Link da vorschlägt, krankt meiner Meinung nach an der selben Sache: Der Eingang muß zwingen niederohmig gespeist werden. Ich kenne die Schaltung auch, aber in einem anderen Zusammenhang: Die wird verwendet, wenn Du eine Klangregelung o.Ä. in der Gegenkopplung unterbringen willst.
      In der Dimensionierung, wie ich die von dem Teil skizziert habe, lag der Klirr über 2% bei 5Vss. Der Booster-C macht schon so viel Unsinn, daß danach zwar viel High, aber wenig Fidelity übrig bleibt.

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      • R@iner sagt:

        Moin. Der Ausgangswiderstand der Schaltung ergibt sich, wenn man in den Ausgang von rechts hineinschaut. Guck einfach in diesem pdf S. 27 ff. wonach sich r(aus) direkt durch 1/S errechnet. Der Widerstand R14 spielt keine Rolle, weil er – vom Augang betrachtet – parallel zum sozusagen dynamischen Röhrenwiderstand liegt, der viel kleiner ist.
        Die Bauteile am Eingang von Analogschaltungen sind für die Errechnung des Ausgangswiderstands fast immer wurscht. Das Wort “fast” in meinem Satz rührt alleine daher, dass ich seit über 20 Jahren nix mehr mit dem Zeug mache und mir nicht mehr sicher bin, wie und wo sich der Miller-Effekt auswirkt.

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  2. piet sagt:

    Ich bin ja schon froh, wenn ich das Mikro knapp optimal ausgesteuert bekomme. Den Rest überlasse ich gern den Profis. Das ist hier also so halb böhmisches Dorf für mich, aber der ältere Kollege hat den halben Keller voll mit Röhre und bastelt seit den späten 60ern. Dem mach ich mit dem Artikel sicher eine Freude und ich sag dann schon mal stellvertretend Danke.

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  3. R@iner sagt:

    Wo bekommt man denn zur Zeit gute Potis für alte Gitarrenverstärker her? Müsste auch mal einen reparieren.

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    • pantoufle sagt:

      Du fragst ja Sachen… Da bin ich leider der Falsche. Ich arbeite in der PA-Branche seit mehr als 20 Jahren mit Halbleitern; Röhren eigentlich nur seit 2,3 Jahren, weil ich die immer schon mal wollte. Musikalienhändler können in der Regel den Marshall und Fenderkram besorgen. Wenn da was passendes bei ist, haste Glück. Bei ein paar Teilen bin ich hier fündig geworden; am besten anrufen. Sein Internetkatalog hinkt etwas – der ist schon ziemlich analog, der Laden. Für ganz esoterische Dinge gibt es auch noch den Funk-Amateur.

      Das ist mir schon klar, daß theoretisch an der Zusammenführung von R11,13 alles weitgehend niederohmig ist. ( wobei R13 eigentlich nur den Ausgang DC-frei halten soll – kein Spannungsteiler!) Praktisch leider weniger. Ich hatte über R9 in eingebautem Zustand ohne Röhre 35pF gemessen (abhängig von Potistellung und Luftfeuchtigkeit) und habe ich probeweise ein niederohmiges Signal direkt ohne Poti eingespeist und siehe da: Das war schon mal erheblich besser! Ich will aber gerne gestehen, daß ich die komplexen Zusammenhänge zwischen layoutbedingten (Presspappe) Streukapazitäten , dubiosen Bauteilen und Schaltung nicht bis ins letzte Detail analysiert habe. Neben der Messerei spielt das Gehör ja auch eine Rolle und das sagte nachdrücklich Njet; ganz unabhängig von den gruseligen Messwerten.

      Wie gesagt: In meiner doch recht umfangreichen Sammlung an Schaltplänen fand ich bei all dem alten Zeug niemals eine Schaltung, die für diesen Verwendungszweck so aufgebaut war. Das hat, glaube ich, den Ausschlag gegeben, das Ding neu aufzubauen.

      Schön, mal jemanden mit Lötkolben kennenzulernen 🙂

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  4. bernd_r sagt:

    Kleine Kritik:

    1. Spezial “shop talk”, der zum Diskutieren einladen soll? Wenn ja, dann ganz freundlich mal dies:

    2. Die Gegenkopplung in Bild 1 (1. Röhre Spannungsverstärker, 2. Röhre Kathodenfolger) ist doch völlig normal, außer der merkwürdigen Beschaltung am Eingang, der das mal von mir R1 genannte Eingangs-Poti auch noch zusätzlich in die Gleichspannungsversorgung des Gitters von V1VB einbezieht (wobei man immer hoffen (!) muß, daß das Signal gleichspannungsfrei zugeführt wird).

    2a. Was bedeutet die Anmerkung zum Nichtvorhandensein von HF-Blockern (?) am Eingang, und “das Poti saß an der richtigen Stelle”?

    3. Wieso soll “Musik über Röhren hören” einen besonderen Pfiff haben?

    4. Die Gegenkopplung in Bild 2 ist auch völlig normal, die immer noch zweifelhafte Eingangsbeschaltung immer noch nicht (s.o.). Jetzt aber heftig erhöhter Ausgangswiderstand: R9 || Ausgangsimpedanz von V1VA.

    5. Warum sollte man einen NE5534 gegen “was besseres” austauschen? Man lese z.B. Douglas Self, der solche “HighEnd”-Sprüche entlarvt, als das, was sie sind…

    6. Ich möchte fast garantieren, daß ein korrekt beschalteter 5534 bessere Klirr- und Aussteuerungswerte hat, als Dein symmetrischer 4-Transistor-Emitterfolger – und er braucht dazu auch kein Einstellpoti…

    Woher ich das habe? Ca. 18 Jahre Berufserfahrung in der Tonstudiotechnik, davon 11 im Dienste von Studer-Revox, Ortofon, EMT, Thorens, Beyer Dynamic…

    Anmerkung: Bin über die Verlinkung bei flatter von Feynsinn hierhergekommen, Habe schon viele schöne Beiträge hier gelesen (letztens über Motorräder). Da, wie ich sah, jetzt R@iner in seiner Eigenschaft als EEE seine Meinung dazu geäußert hat, wollte ich doch auch einmal meinen Senf dazu geben. Take it easy!

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    • R@iner sagt:

      3. Wieso soll “Musik über Röhren hören” einen besonderen Pfiff haben?

      Mit 12,13 Jahren war ich oft in der Stadtbücherei und habe die vor Propaganda strotzenden HiFi-Magazine durchgeblättert, in denen sie Werbung für High-End-Verstärker machten. Wie ihr wisst, sollten manche Kisten – räumlich getrennt in PreAmp und Endstufe – schon damals locker 30.000 DM oder mehr kosten.
      In den scheinbar technischen Schwelgereien war z.B. bei Sony von irgendwelchen Verzerrungen von Bipolartransistoren im Bereich von 200.000 kHz die Rede, welche auch die Signale im hörbaren Bereich beeinflussen würden, die Hersteller von Lautsprecherkabeln reden heute noch von luftfreiem Kupfer, Silber, Gold und niedrigen Kapazitäten.
      Manche Verstärker-Bauer protzten mit den dielektrischen Eigenschaften ihrer vergoldeten Platinen, obwohl sich darunter nur normales Epoxydharz befand und wir hier ohnehin von einem Frequenzbereich reden, in dem das alles überhaupt keine Geige spielt.
      Alles unter +/- 500 MHz ist im Grunde ein Gleichspannungsproblem. Das mag sich für die meisten krass anhören, aber ich meine das völlig ernst, denn das ergibt sich direkt aus der physikalischen Betrachtung, weil aufgrund der Relation Signalwellenlänge << mechanische Abmessungen der Bauelemente noch keine TEM-Wellen aufbauen können, die einer anderen mathematischen Behandlung bedürfen.
      Daraus ergibt sich z.B.: Man muss einen UKW-Radio-Tuner nicht auf einer Platine aus Keramik-Substrat mit in allen Raumrichtungen definiertem epsilon(r) in aufbauen, sondern zusammengebackener Staub von der Straße erfüllt elektrisch betrachtet den gleichen Zweck.
      Ein Maschbau-Ing. wollte mir einmal erzählen, dass er seine tausende von Mark teuren Lautsprecherkabel aus Silber auf den Miillimeter genau ablängen ließ (sic!) – Wegen den Signallaufzeiten und der Phase der Signale, die nicht beeinflusst werden sollten…Phase, obwohl unser Gehör überhaupt keine Phaseenempfindlichkeit aufweist und man ja schließlich auch nicht seinen Kopf im Zimmer an einer bestimmten Stelle fixieren will, während man der Wiedergabe lauscht.
      Das Gespräch mit dem Typ endete damit, dass er meinte, ich hätte Null Ahnung, obwohl ich ihn mit technischen Gegenargumenten zuscheissen konnte. Nein, er hatte aus seiner Sicht in allem recht, waren es doch die aneinandergereiten Zitate aus den Prospekten, die er auswendi gelernt hatte und nun als seine Argumente auffuhr.
      Hey, und der Typ war kein Idiot, aber die akkustische Wahrnehmung und die Psyche sind eben auch stark miteinander verwoben, was man spätestens beim Aufkommen von CDs und nach der Verbreitung höher komprimierender Verfahren wie mp3, flac etc. an den bis heute nicht enden wollenden Diskussionen sehr schön sehen, aber im Grunde nicht hören kann.
      Ich ahnte bereits frühzeitig, dass die Verkaufsstrategen in diesem Bereich eine Religion gegründet hatten und die die zahlungswilligen Jünger jedes Bullshit-Pseudo-Gefasel bereitwillig mit der Schöpfkelle aufnehmen. Später wusste ich dann definitiv, dass es Bullshit war.
      Das gleiche wie mir damals passiert "uns" nun in den Diskussionen über Politik, Wirtschaft und sonstiges: Rationale Argumente zählen nicht – Jeder glaubt, was er glauben will und wenn man sich einer ganzen Glaubensgemeinschaft gegenübersieht, dann sollte man immer im Hinterkopf behalten, wo man sein Pferd angebunden hat, wenn man mit den Mitgliedern diskutiert.
      Damit mein Sermon nicht auf die übliche: "Alle sind sind doof, nur ich nicht"-Weise endet, merke ich an, dass ich selbst auch nicht immer wissen kann, an welchen Stellen ich einem Gedankengebäude anhänge, dem mehr Glauben als Wissen zugrunde liegt.

      Aber – um schließlich zum Eingangszitat zu kommen: Das Röhrenthema ist für mich erledigt. Gleiche Kennlinien wie MOSFETs. Die Eingangsgleichung ist eine Parabel, was zu geradzahligen Harmonischen im Gegensatz zu den ungeradzahligen bei Bipolartransistore führt – Ende der Diskussion.
      Äh, und alles unter einem Prozent Klirrfaktor hört man nicht – Ende der Diskussion. *duck*

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      • Stony sagt:

        Tststs R@iner, das sagst du doch nur, weil du kein ‘feinstoffliches’ Gehör hast – das absolute G. ist eh Pillepalle, Schnee von vorgestern (den Eindruck kann man zumindest in gewissen HiFi-Foren gewinnen. Magisches Denken ist schon was feines. (scnr) 😉

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    • pantoufle sagt:

      Hifi-Voodoo?? Alle weg – ich hab es zuerst gesehen! Es gehört mir! Mir ganz alleine und Ihr dürft das nicht!! Ich bin hier der Admin!!

      Öl-Papierkondensatoren
      mit Einhornsperma so groß wie eine Beck´s Dose (0,5l) bei 220nF/35V? Zum Gegenwert der Winterbereifung einer S-Klasse? Find ich Klasse! Steh ich Kopf drauf! Leider bringt man das letzte Quentchen an Durchzeichnung nur dann ans Tageslicht, wenn die Siebkondensatoren des Netzteils in der Größenordnung von mindestens 68mF spielen – ganz gleich, ob es sich um einen MC-Entzerrer-Vorverstärker oder eine Endstufe handelt.

      Wenn man schon beim Netzteil ist, geht kein Weg am Elektromagnetic Stabilizer vorbei. Shakti Innovations präsentiert das Metall-Brikett »the Stone«!
      Technische Daten:
      Beschreibung elektromagnetischer Absorber
      Abgedeckte Feldtypen Mikrowellen, Radiowellen, elektrische Felder
      Anschluss verbindungs [und wirk-] freie Wirkweise
      Positionierung nahe des Netzteils
      Wirkungsbereich Vollverstärker, Vor- / Endstufen, CD-Spieler, D/A-Konverter, Kassettendecks, Plattenspieler, Lautsprecher, Subwoofer, DVD-Spieler, Laserdisc-Spieler, Projektoren
      Abmessungen hoch 40mm, breit 165mm, tief 132mm
      Gewicht 480g
      Wirkungsvolle 240$ für einen Briefbeschwerer sollten nicht zu viel sein, zumal er sparsam im Verbrauch ist und kaum rostet. Wer kann das schon von sich behaupten?

      Vom selben Hersteller sei noch der SHAKTI HALLOGRAPH SOUND FIELD OPTIMIZER© empohlen – für die, die nicht mit den Ohren, sondern der Seele hören. Ihnen werden auch 1199$ (immerhin für das Paar) nicht zuviel sein. Rosten kann er überdies auch nicht, weil aus Holz, das bei regelmäßiger Pflege nicht zum verrotten neigt. Negativ anzumerken wäre lediglich, daß er sich durch eine etwas zu kleine Standfläche nur eingeschränkt als Kleiderständer eignet – mithin aber nichts, was der geschickte Bastler nicht mit Laubsäge und Pattex ändern könnte.

      Frauenstimmen nicht in ihrer ganzen Dreidimensionalität und Würde im Raum – sollte der Mediamarkt – Lautsprecher sein Versprechen nicht erfüllen? Gemach, gemach: Der audiophile Zauberstab OT© (Original Transformer) aus höchstwertiger Bronzelegierung schafft Abhilfe. Der OT© überträgt Energie. Irgend eine. Auf CD´s, Platten oder Staubsauger. Die einen drehen schneller, die anderen anders. »Jeder OT© wird in Handarbeit nachbearbeitet und getestet. Erst dann erhält er ein Echtheitszertifikat mit Seriennummer. Ausgeliefert wird er in einem hochwertigen Etui.[…] Insbesondere Frauenstimmen profitierten besonders durch den OT©. Natürlicher, sanfter und “weiblicher” betörten sie die Zuhörer.« Nicht anwendbar bei österreichischen Drag-Queens.

      Noch Fragen? Ja, die letzte, die bleibt: Hab ich wirklich alles getan, um meinem Equipment den maximalen Wohlfühlfaktor zu vermitteln?
      NEIN!
      Es fehlt noch der Phonosophie-Aktivatorstab. Um Potenzialwirbeln das Handwerk zu legen! »…das eigentliche Hauptärgernis und (sie) würden zudem auch direkt auf den Menschen beziehungsweise dessen Reizleitungssystem einwirken.« Nö: Nicht der altersschwache Hochtöner von Heco – Potenzialwirbel heißt der Feind! Für nur 290€ einen Kristallglasstab (in der 180mm Ausführung) mit Farbmarkierungen, um ihn einzunorden. Oder so.

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      • R@iner sagt:

        Alles gut gemeint von dir. Trotz 100 W-Guyatone und einem Digital-Effect-Teil, zu dessen Bedienung ich fast zwei Jahre gebraucht habe, bis ich merkte, dass mir ein bisschen Reverb und vielleicht noch Distortion völlig reichen.
        Meine wirkliche Liebe gilt aber eigentlich nur dem Sound akkustischer Gitarren oder anderer Instrumente. Am besten gespielt in Zimmern, in denen viel Holz steht.
        Paco de Lucia z.B. ist mir deshalb auch sympathischer als Satriani oder whoever der letzten 60 Jahre. Ist halt so. Kann ich machen nix.
        Konzerte gehen mir inzischen am Arsch vorbei, weil ich keine 110 Euro für etwas zahle, das ich vor 30 Jahren für 14 Mark 50 geboten bekam und Konservenmusik höre auch so gut wie keine mehr.
        So, und weil Du Geburtstag hast und einen Tag älter als gestern bist, noch etwas ganz altes:

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  5. pantoufle sagt:

    Moin erst mal, Bernd_r

    …Und ich hätte meinen Arsch verwetten können, daß das einer meiner Artikel wird, bei denen kein Schwein pfeift, geschweige denn ein Leser kommentiert 😀

    Na, womit beginne ich denn mal? Bei der OP-Ampgeschicht liegt so viel Glatteis: Das nehme ich mir mal als erstes.
    Oder das mit der Qualifikation? Noch größeres Glatteis, aber in diesem Zusammenhang vielleicht hilfreich. Die letzten 30 Jahre (oder so) bin ich im Bereich Bühne/PA/Elektronik/Wartung unterwegs. Abgesehen von meiner Tournee-Tätigkeit die letzten Jahre verstärkt mit der Pflege unserer alten Analog-Schätzchen von Midas, Yamaha & Co beschäftigt – für Midas Pro4/40 und XL3,4 würde ich mich mal ganz unbescheiden als Spezialist bezeichnen.
    Also kein »Hi-End-Voodoo«, sondern ganz normale Anwendungen im professionellen Umfeld; davon die letzten 15 Jahren bei Clair-BrothersGlobal.
    Soviel Privates darf verraten werden.

    Op-Amps also: Grundsätzlich könnte man mit Fug und Recht behaupten, daß überall, wo kein 741 (oder etwas mit einer Slewrate von 0,5Vµsec) werkelt, gut ist, klingt und kann im Blindtest von nur wenigen ausgemacht werden kann. Ob da 4558, TL072 oder NE5534 draufsteht, spielt dabei keine Rolle. Um das Beispiel XL4 zu nehmen: In den EQ´s werkeln Hunderte von TL´s; wahrlich kein »Hi-End-OP«, aber das richtige Werkzeug an der richtigen Stelle. Und Midas ist beileibe nicht die einzige Firma, die den an dieser Stelle nimmt! Diesen Texas-Oldie in der Position als Bus-Addierer zu verwenden, wäre dagegen eine mittlere Katastrophe. Da nimmt man einen 5532 (Nein: Keinen noch so korrekt beschalteten 5534!!) und alles wird gut.
    Es hätte auch überhaupt keinen Sinn, den 5532 an solchen Punkten durch einen esoterischen, mit Klanglack veredelten Voodoo-OP zu ersetzen. Die verlangten Eingangsströme, Verstärungen und Impedanzen sind dergestalt, daß man genau sehen kann, für welches Umfeld solche IC´c vor mehr als 30 Jahren gestrickt wurden.
    Soviel erst mal zu Mittelklasse-OP´s im Berufsverkehr.

    Der Tätigkeitsbereich dieser Arbeitstiere endet dort, wo das Signal das Gehäuse verläßt. Du glaubst allen Ernstes, daß der schmuddelige 4-Transistor-Emitterfolger schlechtere Werte hat als ein amtlich beschalteter 5534? Midas ist da anderer Meinung: Du wirst in den Pulten Dutzende von Platinchen finden, wo genau diese Schaltung überall da verwendet wird, wo das Signal in eine Kabelverbindung – gleich an welcher Stelle – eingespeist werden soll. Überall und ohne Ausnahme, es sei denn, der Kunde ordert einen voll trafosymetrierten Tisch. Das wäre die einzige Alternative!

    BTW: Der 5534 wäre es sowieso nicht – er ist nur für Vu > 5 kompensiert. Man müßte ihn in diesem Fall extern kompensieren, wodurch seine Eigenschaften unter denen eines 5532 liegen würden. Warum also? Wenn man an solchen Stellen partout etwas esoterisches einsetzen will, empfehle ich einen LME49600. Das Innenleben dieses IC´s offenbart eine Überraschung: Es ist nämlich genau dieser popelige 4-Transitor-Emitterfolger 😀

    Und was dessen Werte betrifft, so bin ich nicht auf Vermutungen angewiesen, sondern kann seine Qualität mit handfesten Messungen nachweisen. So! (grummmel…soweit kommts noch…popelig…4-Transistor…. class-a…keine Ahnung, sowas von!)

    Operationsverstärker zeigen sich da am unwilligsten, wo am Ausgang irgend eine Art Strom verlangt, wo (Kabel) Kapazitäten vorhanden sind. Das kann im schlimmsten Fall sogar ein Poti sein, das dieses Bauteil überfordert.
    Um das Ganze mal wieder auf den Boden zu bekommen und auf die Anwendung RIAA-Preamp, so möchte ich einen 5534 an dieser Stelle nicht runtermachen. Allerdings möchte ich auf dessen hohes Alter verweisen! Er kommt nämlich aus einer Zeit, als es nicht möglich war, OP´s für diese Anwendungen als FET in seinen verschiedensten Darreichungsformen zu designen. Und ein extrem rauscharmer FET-OP ergibt nicht nur am Eingang unbedingt Sinn, sondern auch im folgenden Filterteil – ganz gleich, ob das passiv, aktiv oder teilaktiv aufgebaut wird. Filter sind in 99,9% aller Fälle eine Domäne von hochohmigen OP´s und der niedrige Eingangsstrom im Zweifel eine gute Wahl für Pickups von Plattenspielern.

    So, und nun entlarv mal schön… 🙂

    Warum Röhren, wo es doch so schöne OP´s gibt? Oder Plattenspieler trotz CD-Playern?
    Das Gehör ist ein eigen Ding. Es mag bestimmte Dinge, die sich nicht immer mit bestmöglichen Messdaten in Übereinklang bringen lassen. Da kann ein altes Röhrenradio in der Küche mehr Wohlfühl-Potential haben als die ja viiiel bessere Kompaktanlage mit extratollem Hochtöner und CD (der sowieso eine Woche nach Ende der Garantie den Geist aufgibt).
    Und dann gibt es in einer HiFi-Anlage immer noch die Tatsache, daß nicht das einzelne Gerät, sondern die Kette den Klang macht. Bestimmte Geräte »mögen sich«, andere wiederum nicht so gerne.
    Bei mir zu Hause stehen selbstkonstruierte Bass-Eckehörner mit AER-Breitbändern, dem klassischen TD125, einer Revox PR99MKIII und einem Cambridge 7, die wahlweise über einen selbstgebauten Halbleiter-Preamp oder über einen mit Röhren gehört werden. Das kommt auf meine Stimmung an oder ob ich gerade »beruflich« Musik höre. Im Halbleiter-Preamp werkeln übrigens Uralt-Op42 vor sich hin… glaube ich jedenfalls. Ich hatte damals einfach die Schütte mit altem PMI, Analog Device und Burr-Brown Zeugs genommen und solange gewechselt, bis es klang.
    Nicht sehr wissenschaftlich – klingt aber zufriedenstellend.

    P.S. Wo wir hier gerade so schön zusammensitzen: Ist jemand an einem sehr guten Sinusgenerator alter Bauart interessiert? (Nicht von mir, aber trotzdem gut) Vor einiger Zeit hab ich mir einen Gebaut, weil für bestimmte Anwendungsfälle das digitale Gelumpe nicht die letzte Weisheit war (übrigens eine hervorragende Anwedung für den LME !)

    Bei Bedarf gibts den Schaltplan auch im vollständigen Zusammenhang und ggf mit Layout (60x100mm inc. Spannungsregler)

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    • R@iner sagt:

      Ich vertraue PSPICE mehr als meinem Gehör. :-))

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        • R@iner sagt:

          Das war mir bereits klar.

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        • R@iner sagt:

          Hey, ich kann aber dein Gehör mit S-Parametern modellieren.

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          • R@iner sagt:

            Also den mechanischen Teil…

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          • pantoufle sagt:

            Das steht Dir frei! Ich höre solange eine gute Platte bei einem Glas Rotwein. Das darf ich – ich hab nämlich heute Geburtstag 🙂

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          • R@iner sagt:

            Hey, alles Gute von mir und let the good times roll!

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          • lazarus09 sagt:

            Ei denn wie mer in Hesse saache Alles guude zum Gebortzdaach ..der geht uff disch Aldee

            [Habe den Link mal auf eine in D verfügbare Domain geändert. Der Säzzer]

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          • pantoufle sagt:

            Danke, Danke! Mal sehen, ob ich heute noch was vernünftigeres zustande bringe als mich an spitzfindigen Fragen vorbei zu manövrieren 😀

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          • Joachim sagt:

            Wat? Geburstag? Und das sachs’te erst jetzt? Glückwunsch.

            Btw. Warum keinen Kathodenfolger in Deiner Schaltung am Ausgang? Ja, ggF hätten es dann drei (oder gar vier = 2xdoppel und hier fängt die Phantasie an) Röhren sein müssen. Schon klar.

            Außerdem, die Gegelkoppelung findet auch durch die Kathodenwiderstände (ohne parallel-C) schon statt. Gut so. Die Gegenkopplung selbst C3, R4 könne man mal “abknipsen” und dann messen oder/und hören. Mag ja sein, dass es was bringt (wenn dann sowieso so). Ich würde das ausprobieren…

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      • lazarus09 sagt:

        Eben … [ *hust* was nach zig Jahren Werkstatt mit Druckluftluftschrauber auch Ratter genannt und Preßluftmeisel im Karo Bereich eh im Eimer ist .. dazu käme noch “loud pipes save lives” ] also komm mir hier keiner mit Klirrfaktor un so’m Kram.

        Dennoch werd ich mich hier mal als Technics fanboy der 80 outen und bei mir tut es daheim noch immer Plattenspieler Radio und Vorverstärker mit Endstufe mit den fetten analoge Ausgangsleistungsanzeigenadeln 2x120Watt von dem Verein … hab mir später noch einen CD player neueren Baujahrs dazugekauft … für einen der mit dem Bauch hört immer noch geil

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      • lazarus09 sagt:

        Meine Antwort bezog sich auf —> R@iner schreibt:16. Dezember 2014 um 11:25 Ich vertraue PSPICE mehr als meinem Gehör. :-)) damn damn damn *Hust Schnief Trööt*

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  6. pantoufle sagt:

    Moin Joachim

    (ich geh mal hier runter, damit mehr als ein Wort in die Zeile passt)

    Danke, Danke – war mir eigentlich auch nur so rausgerutscht als jemand an meinen Ohren modellieren wollte. Und das am Dienstag Morgen! Glaubste…?!? Da lauf ich doch lieber zu meinem Hifi-Baum, höre Strawinsky und überlege bei einem Riesling, ob ich mir einen Ast aus dem Garten hole und einen Zeta-Wellen-Absorber schnitze. Den setz ich mir dann auf den Kopf – so wie so´n Rentier, wenns echt sauer ist – und höre noch besser. Oder ich lass mir einen modellieren, obwohl selberbauen ja irgendwie geiler ist. Und billiger. Ob gefrorene Kuhfladen auf einem Cinch-Kabel geparkt wohl etwas mehr an Durchzeichnung…?
    Nebbich!

    Das mit dem Durchknipsen habe ich bereits hinter mir. Mein eigener Preamp ist so ein durchgeknipster. Im Vergleich mit dem über alles gegengekoppelten fällt er allerdings merklich ab. Dazu brauchte ich auch nicht 6,7,8mal hin und herzuschalten und pulverisierte Reliquien mit Silberröhrchen vom Tisch wegzurüsseln: Das war ganz eindeutig. Und: Ich will ja hier nicht mit aller Macht rumposen, aber hören und analysieren, was gerade Scheiße ist, ist mein verdammter Job. Das heißt natürlich nicht, daß andere Wege nicht auch nach Rom führen (Pspice z.B.), aber bis jetzt bezahlt man mich noch für die Ohren. Trotz Pspice. Oder weil die Rechenknechte kommen und wissen wollen, ob ihre Simulation in der Praxis auch funktioniert. Da hab ich schon die übelsten Erfahrungen machen müssen! Gaaanz übele! Der Anwohner in der Nachbarschaft (der, der immer bei Lautstärken oberhalb von 52 dBa/LEQ1 die Bullen ruft) war irgendwie nicht in Parameter zu fassen, die wünschenswerten Einfluß auf die Simulation gehabt hätten…
    Lassen wir das!

    Jedenfalls klingt nichtdurchgeknippst irgendwie geiler. (und mißt sich auch entspannter… viel kleinere Zahlen, obwohl man das ja nicht hört)

    @Lazarus

    Halte Deinen Technics in Ehren und bei Laune (ab und zu mal ein wenig schmieren) und alles ist gut! Wie allgemein bekannt ist, gibt es ja auch Menschen, die glauben, daß ohne Carbonverkleidung am Tacho die Beschleunigung wech is… oder war es am Drehzahlmesser? Die Wunderkerze, die speziell angepasste Kennlinienfeldzündung und in der nächsten Kurve kam einer mit a.) mehr Kubik und b.) ohne Angst. Außerdem waren seine Reifen warm (weil keine Angst) und er wollte es auf Teufel komm raus wissen.
    Vergiss das mit dem KlirrfaktorCarbon!

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    • lazarus09 sagt:

      Halte Deinen Technics in Ehren und bei Laune (ab und zu mal ein wenig schmieren)
      Das hat bei der Hintergrundbeleuchtung von den Nadeln nix gebracht drum hat mein Spezi unlängst seinen Obolus da bringen müssen 😉 die einen horten Geld, ich ” Gefallen” [was ja schlimmer ist als Geldschulden haben in meinen Augen ] und der Junge war mir einen schuldig 😉

      Carbonverkleidung..? …nicht zu vergessen die ganzen Additive, ohne die kannst’e quasi die Uhr stellen .. 😉

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  7. bernd_r sagt:

    Moin Pantoufle,

    also erstmal herzlichen Glückwunsch! Au weia, jetzt ist die Uhr schon durch Mitternacht gegangen, weil ich zu spät nach Hause kam, um die ganzen interessanten Beiträge hier zu lesen. Zwotens, ich bin begeistert, köstlich, toller shop talk, die ganze Pallette wird dargeboten, wer hätte das gedacht!

    @R@iner: ja, die armdicken, silbernen Lautsprecherkabel! Doug Self hat mal im Scherz (für solche quasireligiösen HiFi-Idioten, die auf der “Konditionierung” der Netzspannung bestanden) vorgeschlagen, die Leitungen zur nächsten Transformatorstation – und vielleicht sogar die Pylone der Hochspannungsmasten noch vorsorglich zu vergolden!

    Schön der “acoustic cover” von Hey Joe!

    @pantoufle: OK, wir wollen uns ja hier nicht als sog. Spezialisten beharken. Ich bin eben nur über einige Deiner Anmerkungen gestolpert, wie z.B. die erwähnten, plus “schnell, sehr schnell” (das ich dann in der Eile vergessen habe). Mit Deiner Satire über diese abenteuerlichen Kondensatoren hast Du mir denn doch aus der Seele gesprochen. Ich habe mal sehr teure “Spezial-HighEnd-Audio-Elkos mit Bambus – original nur aus malaysischen Urwäldern” annonciert gesehen – ich weiß nicht, war es National-Panasonic? Egal, HigEnd-Humbug, um den Gläubigen das Geld aus der Tasche zu ziehen – it’s profit by seduction, stupid!

    Mein Einwurf mit dem 5534 war eher generisch gemeint, natürlich verwendet man als Entwickler meist den Dual (5532). Selbst habe ich den 5534(A) – wg. der garantierten geringeren Eingangsrauschspannung (und keinen Burr-Brown OPA) nur in Eingangsstufen von RIAA-, Tonkopf-, MC- oder Mic-Verstärkern (mit vorgeschalteten dreifach Transistoren) eingesetzt. Oder, als ich noch keinen Zugriff darauf hatte, für niederohmige Quellen spezial rauscharme Transitoren in Basisschaltung (was man sonst nur bei HF-Anwendungen sieht). Inspiriert wurde ich dazu, als ich einmal eine Mehrspur-Ampex reparieren – und deshalb studieren – mußte (Anfang der ’70ger). Im Tonstudiobereich hat man da – auch aus Symmmetrierungsgründen – meist doppelt mumetallgeschirmte (teuer, teuer) Eingangstrafos von Haufe, Sennheiser oder Beyer gesehen. Der 741 ist mMn zurecht nie in professionellem Audioequipement eingesetzt worden. ich habe zu der Zeit (Ende der ’60er bis Mitte der ’70er) diskret aufgebaute Opamp-Schaltungen mit BC109C o.ä. eingesetzt.

    Es ist mir schon klar, daß es besonderer Überlegungen bedarf, meter- oder zig-meterlange Kabelkapazitäten zu treiben. Ich würde da immer einen OpAmp, ergänzt durch entspr. Emitterfolger nehmen – Geschmackssache. Heute gibt’s ja auch “modernere”, z.B. NJM4556 (treibt 150 Ohm) oder NJM5580 (superrauscharm bzw. tolle slewrate) – tempi passati – das ist lange nach meiner auf diesem Gebiet aktiven Zeit. Also nix für ungut…

    Den Unterschied im Klang in korrekt designten Verstärkern zwischen diversen HQ-Audio-Opamps kann ich allerdings immer noch nicht wahrnehmen – ich halte das in Abwesenheit von ordentlich durchgeführten ABX-Vergleichstests auch für Humbug – und daran ist wohl nicht nur das Alter (Absinken der noch hörbaren oberen Grenzfrequenz) schuld.

    Also, als alter Lötkolbenschwinger sage ich nur: stay cool, baby, and have a nice day…

    P.S. Auch ich habe – und benutze – immer noch einen Plattenspieler zum Anhören meiner Plattensammlung – auch wenn ich das meiste schon digitalisiert und auf CD gebrannt habe…

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    • R@iner sagt:

      Ja, dieser Ratschlag mit dem Vergolden der Netzleitungen bis zum Kraftwerk nützt halt auch nichts, weil der Skineffekt erst bei HF zum Tragen kommt.
      Ich rate den schulpflichtigen Kindern von Bekannten immer, dass sie bei den Naturwissenschaften und in der Mathematik gut zuhören sollen, weil sie das später vielleicht davor bewahren kann, über den Tisch gezogen zu werden.
      Ich kenne eine Gymnasiallehrerin, die kann noch nicht einmal den Dreisatz und versteht deshalb prozentuale Verhältnisangaben oder die Verdünnungsvorschriften auf manchen Medikamentenpackungen nicht.

      Ich höre aber jetzt mit dem Schreiben auf, weil ich mich sonst wieder aufrege und die Bachblüten-Nottropfen nebst der Plutonium-Globuli gegen Panikattacken einwerfen muss.

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  8. bernd_r sagt:

    Ach, da Du keine Editierfunktion hast und ich der Feind der Tippfehler bin: es heißt natürlich Palette…

    Zu dem ganzen Röhrenklimbim fällt mir noch ein: Über Röhren in HiFi-Vor- und Endverstärkern (wenn es sich nicht um Restaurierung klassischer Geräte handelt – das ist natürlich OK) kann ich mir wirklich nur noch ein schmerzverzerrtes Grinsen abringen. Wer wollte denn heute noch ein solch fragiles, der sicheren Abnutzung (Elektronenemision der Kathode) unterworfenes, unökonomisches, technisch in jeder Hinsicht minderwertiges Bauteil in neu konstruierten Geräten einsetzen?

    Bei E-Gitarrenverstärkern handelt es sich da ja um was ganz anderes: Da will man ja absichtlich die speziellen Verzerrungen, sie gehören ja sozusagen originär zur Klangformung des Instuments. Ich erinnere mich an ein Interview mit dem Gitarristen von ZZ Top, der sich absolut begeistert über den “kranken Klang” seiner aus dem letzten Loch pfeifenden Endröhren (ich glaube es waren die berühmten amerikanischen Beam Power Tetroden, und die Platte war “El Loco”) äußerte und es bedauerte, sie demnächst wieder durch neue ersetzen zu müssen. Beim E-Bass weiß ich nicht, da gehen die Meinungen bzw. Geschmäcker mir bekannter Musiker auseinander. Mit Halbleiterverstärkern müßte man diesen Effekt erstmal emulieren, wie perfekt das geht, sei dahingestellt. Bei Piano-, Orgel- und Mic-Verstärkern sieht das dann schon anders aus, da würde ich mehr auf Klangtreue setzen, also möglichst High Fidelity, was mit Halbleiterverstärkern ja bekanntlich viel ökonomischer und preiswerter zu erreichen ist.

    Also, lieber Pantoufle, verzeih mir diesen Nachtrag, aber das war ja diesmal ein ganz tolles Forum, da konnte ich’s dann einfach nicht lassen…

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  9. pantoufle sagt:

    Moin (ganz leise)
    *tastend umhersuch… Tabak, Kaffee, Anti-Dröhntabletten*
    Was ein sehr netter Abend gestern. Sehr, sehr nett. Aber heute Morgen ist … na ja: Langsam bewegen, arbeiten erst heute Abend und besser erst mal nix essen.
    Was schreibt der Kerl da? Plutonium-Globuli? Ich glaub, es hackt! Globuli sowieso, aber jetzt noch atomisch? Das ist jetzt was genau? Produktbeschreibung – oder ist das der Beipackzettel? Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Postboten. Produktbeschreibung also, beziehungsweise… was ist das???
    Google-Übersetzer auf LSD:

    Magie Austreten
    Das Thema der Magie kommt stärker zum Vorschein. Sie suchen nach dem heiligen Stein. Es sind tantrische Erfahrungen, als ob sie bis zum Scheitel mit einem enormen Penis gefüllt wären.
    Es ist, als ob sie über den Dingen stehen. Sie sind sehr lang mit langen Armen, sie treten aus ihrem Körper. Auch in Träumen stehen sie erst oben, machen nicht mit im Traum und schauen nur zu, wie alles zusammenhängt, um in der Wiederholung des Traumes mitzuspielen, um dann im Vorhinein zu wissen, wie sie handeln müssen.
    Es kann auch negative Formen annehmen, in der Form von Träumen von gefallenen Engeln, das verlorene Paradies und umgekehrt hängende Fledermäuse.
    Brechendes Glas
    Brechendes Glas ist ein oft wiederkehrendes Thema wie von brechendem Glas in der “Kristallnacht”.

    ICH FINDE DAS NICHT OK, WENN MAN SOWAS ZUM KAFFEE SERVIERT BEKOMMT!

    Geist und Gemüt
    Träume: Fledermäuse, Himmel, Kompensation, Streit, Krieg, gefallene Engel, groß Penisse, Bär, DNS, Neandertaler, Aboriginal, 94, Blut im Mund, zwischen Himmel und Erde, grünes Meer, blauer Himmel, Radar, Kometen mit einem Schweif, Lichtblitze, Radioaktivität; wiederholend, beim ersten Mal zusehend, beim zweiten Mal teilnehmend.
    Wahnvorstellungen: lang und ausgestreckt sein, Isolation, Nordlicht.
    Reizbarkeit: primitive Aggression.
    Stimmung: allein, leer.
    Sexuell: primitiver männlicher Sex.

    Ich bekomme gerade primitive Aggressionen. Beim ersten Mal zusehend, beim zweiten Mal teilnehmend. Man sollte das besser nicht lesen. Echt nicht. Man sollte den Link an meine esoterische Nachbarin weiterreichen. Oder besser nicht… gewaltige Penisse und so. Ob primitiver männlicher Sex dagegen hilft?
    Und sowas am frühen Morgen.

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    • lazarus09 sagt:

      Moin mein Lieber …Eum ..
      Verlangen: Schweinefleisch, rohes Fleisch, Blut, Schinken, Fett…?

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    • R@iner sagt:

      Moin pantoufle. Ey, sorry, ich dachte, das kennt inzwischen jeder. Ich sollte jetzt besser nicht erwähnen, dass es auch für kurze Zeit “Antimaterie” (sic!) im Angebot gab.
      Nein, jetzt folgt kein Link, damit Du dir nicht noch mit den Splittern des eingeschlagenen Browsersfensters deiner Präferenz lebensbedrohende Verletzungen zuziehst oder der Nachbarin mit den Einhorn- und Engelbildern in der Oberdiele Schlimmes antun möchtest.

      ‘Nen angenehmen Tach!

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  10. pantoufle sagt:

    @ Lazarus
    Kein Verlangen! *Gulp* Ich kann mich grob daran erinnern, daß ich gestern Abend noch gekocht habe. Irgendwer brachte Trüffel mit und dann hab ich geschredderte Pute mit Schmand und Curry und Nudeln mit ordentlich Trüffel drauf… guten Cognac, Winkeler Hasensprung und noch Rotwein. Und dann wird es langsam unscharf.
    Jetzt riecht das halbe Haus nach Curry und Trüffel; ein guter Geist hat abgewaschen und aufgeräumt und ich darf bis 18:00 Uhr noch Haarspitzenweh haben.

    @ R@iner
    Ne, das kannte ich noch nicht. Um diese Scheiße mache ich einen sehr großen Bogen. Man könnte beinahe schon von Verdrängung sprechen. Wobei Globuli und Hi-End-Voodoo eigentlich ganz gut zusammenpasst. Zu einer Erstverschlimmerung kam es allerdings bei der Beschreibung der Mehlkügelchen. Dagegen ist Hifi-Voodoo geradezu Mathematik.
    Das die sich das trauen! Das kapiere ich einfach nicht! Jedem, der das liest müßte es doch wie Schuppen aus den Haaren fallen, daß das Scharlatanerie ist.
    Antimaterie… soso. Plutonium mit garantiert keine Radioaktivität. Wollen wir also hoffen, daß da garantiert keine wirkungsvollen Substanzen enthalten sind.

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    • R@iner sagt:

      Nur zu deiner Info. Focus: Gegen alle Vernunft: Warum Homöopathie „wirkt“

      400.000.000 Euro Umsatz / Jahr. Alleine in Deutschland.

      Wozu haben mich meine Eltern damals überhaupt in den Kindergarten geschickt? Ach so, damit ich jetzt wenigstens keine Globuli kaufe.
      Mannomann, mit dem Geld könnte man Toyotas und Waffen für die ausstehende Revolution kaufen. Dann hätten die Käufer vielleicht auch eine sinnstiftende Anwendung für ihre verkorksten Leben, die sie sich ja so sehr wünschen müssen.

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  11. tikerscherk sagt:

    Alles Gute auch von mir, liebes Pantoufle!
    Du hast zusammen mit Rubinstein und Hindemith Geburtstag. Ist das nicht ein Zeichen, und wenn ja, wofür?
    Egal, auf viele weitere gute Jahre!

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