Nachlese

Wer geglaubt hatte, Wulffs vorläufig letzter Fernsehauftritt hätte die Reihenfolge der Schlagzeilen aller Gazetten des Landes nennenswert verändert, wird enttäuscht sein. Zwar schließen fehlerhafte Brustimplantate und das „Fürst von Metternich Gedächnisrennen“ der CSU langsam auf, aber noch beherrscht das Thema Bundespräsident die erste Seite.

Zeit also für einen kurzen Moment der Besinnung und eines merkelschen Innehaltens. Wenn man dann die Augen für einen Augenblick schließt und an etwas ganz, ganz wunderschönes denkt – zum Beispiel Sahra Wagenknecht als Bundespräsidentin – leicht blinzelnd nur mit einem Auge auf den Monitor schielt…. dann…

Was man eigentlich bereits ahnte, wird zur Gewissheit: „Wulff scheint einen völlig unfähigen Astrologen zu beschäftigen.“ Zu dieser zwar wenig überraschenden aber dennoch originellen Analyse kommt man auf der Seite astrologieklassisch. Zwar ist man dort auch aus vollkommen diesseitigen Gründen gegen Wulff, kann sich aber doch nicht verkneifen, dem Präsidenten ein passendes Horroskop hinterher zu schießen. Der Schrottpresse soll es recht sein – wir nehmen auch Voodoo–Püppchen oder Regentänze, wenn er denn nur verschwindet.

Die Facebook-Seite „Wir wollen unseren Bundespräsidenten Christian Wulff zurück“ hat 135 Liebhaber – ist also noch ausbaufähig. Die am Wochenende angemeldete Demonstration vor dem Schloß Bellevue „Wulff den Schuh zeigen – Shoe for you, Mr. President!“ ist mit 150 Personen angegeben. Auch hier ist noch Luft…. Die Redaktion der Schrottpresse empfiehlt das Mitbringen von Schuhen und Umzugkartons.

Voll Geil! Jetzt gibt’s den Wulff-Anruf auch schon als Klingelton!“ Die Morgenzeitung der WAZ-Gruppe ist in Analyse und Aufmachung zwar eher übelkeitserregend, bietet aber den Karikaturisten Tomicek. Für alle Besitzer eines Jamba-Sparabos: Tomiceks Wulffs-Dudel!

Was sonst noch geschah:

Die FDP beschließt auf dem Stuttgarter Dreikönigstreffen, sich vom Kerngeschäft „Neoliberalismus leichtgemacht“ zu trennen. FDP-Mitgliedern ist ab sofort jede politische Arbeit untersagt. Der nunmehr als „Freizeitverein autistischer Humoristen e.V.“ umbenannte Debatierclub trifft sich ab sofort jeden ersten Mittwoch im Monat im Vereinslokal „zum flackernden Zwielicht“.
Den Vorsitz übernehmen Rösler, Brüderle, Niebel, Westerwelle und Döring zu je gleichen Teilen: Jeder 1,8%.

nun ja…

All denjenigen, die sich bei all dem Gezeter und kindlichem Gerangel nach der guten alten Zeit zurücksehnen, empfehle ich als Wochenendlektüre die Seite der RIA Novosti: „Leonid Breschnew und seine Hobbys“.
Schöne Bilder aus einer Zeit, da die Bösen noch richtig böse waren und die SPD noch einen Willy Brandt hatte.

Ein schönes Wochende wünscht
das Pantoufle
….
Im Übrigen bin ich der Meinung, das Wulff zurücktreten sollte.

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0 Kommentare zu Nachlese

  1. gefällt mir,sobald esden klingelton im sparabo gibt hol ich mir den auch.(aber nur ,wenn mir jemand die kohle dafür gibt .hi-hi!

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  2. pantoufle sagt:

    Moin, Elena
    Sobald der Text draußen ist, werde ich mich bemühen, das Ding als Nokia-kombatibles Dudeln zu verwandeln – liegt dann auf meiner Seite kostenfrei zum runterladen… man tut, was man kann – nein: Keinen Dank… mach ich doch gerne 😉
    Gruß
    Pantoufle

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