Mit Laubsäge und Lötkolben

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Ich war der Handlauf eines 70er Jahre-Architekten-Albtraum-Geländers und wurde mit knapper Not vor dem Kamin gerettet

Angefangen hatte eigentlich alles ganz harmlos. Aber das tut es ja immer. Erst sind das putzige kleine Risse in der Mauer des Staudammes, die lustige Muster bilden und dann artet das Feudeln doch in Arbeit aus.
Jedenfalls ging alles damit los, daß meine Haus- und Hofvorstufe (die mit den Halbleitern) nicht mehr so richtig wollte. Die mit den Röhren stand nach dem Umbau der Vorstufe von Kumpel R. ohnehin auf der Handlungsbedarf-Liste, weil die für Kumpel R. schlicht und ergreifend deutlich besser geworden war als meine. Das eigentliche Unglück begann damit, daß ein Großteil der Gedanken um den zu verwendenden Lautstärkeregler kreisten.

Einen unfassbar teuren 42-Stufigen Schalter mit überteuerten 0,1% Widerständen bestücken kann bekanntlich jeder. Genau so wie Conductive-Plastikpotis vom Hi-End-Voodoohändler kaufen. Alles, was man dazu braucht, ist Großgeld und das richtige Maß an Verblendung, welche im gehobenen Audio-Bereich die federführende Rolle spielt. Das ist fade, das ist Mainstream und das kann – wie bereits gesagt – jeder Idiot.

Etwas vollkommen anderes mußte also her. Es ist ja nicht so, daß es keine guten (sehr guten) Potis gibt. Die Firma Vishay Spectrol hat das 10-Gang-Poti Model 534 im Angebot, was gar nicht sooo teuer, dafür aber nur in Mono erhältlich ist. 2015: Das bedeutet Stereo. Mindestens! Man kann das zwar auch mit Achsen zum Durchreichen des Drehmoments ordern, aber das kostet.
Also 2 von den Dingern koppeln! (Oder 5 + 1!)
Nun fahre ich seit einem Jahr wieder eine Kettensäge in Form der Yamaha FJ1200. Davor war es der Kardan einer XJ900. Kette also. Man muß die Dinger nur mit einem Kettenantrieb verbinden und dann…

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… fängt der Ärger an.

Jedenfalls wurde der Plan geboren, das viktorianische Gegenstück zum Burmester 838 zu bauen. Da kommen jetzt zwei Dinge zusammen: Das eine ist eine alte Liebe zur Firma Burmester und speziell dem Modell 838. Als das damals auf den Markt kam, war ich schon heftig am Löten, sah das Ding in irgend einer Fachzeitschrift und verfiel in bedingungslose Liebe, die sich bis zum heutigen Tage gehalten hat. Glasklares Layout, wenige, aber penibel ausgesuchte Bauteile und alles raketentauglich. Das war Qualität, Ökonomie und der Verzicht auf alles, was streng genommen niemand braucht. Klangregler zum Beispiel oder mehr als zwei Schalter. Es war die Zeit der japanisch-manischer Schalterinvasion, gegen die jede Remote eines heutigen DVD-Players selbsterklärend ist. Oder die einer Kaffeemaschine. Bei den vielen Durchbrüchen für Hebel, Schalter, Drehknöpfe, Skalen, Displays Anzeigeinstrumente und Buchsen an den damaligen Geräten konnte man sich zu recht Sorgen um die strukturelle Integrität dieser Geräte machen. Wie sich zum Glück schnell zeigte, versagte die Elektronik meist weit vor dem mechanischen Zusammenbruch. Dünne Bleche mit labbrigen Platinen und dann die vielen Löcher. Oben, unten, vorne und die ganzen Beschriftungen. Konsequent auf Verschleiß konstruiert und trotzdem lebten sie erheblich länger als jedes moderne »Premium-Gerät«. Zehnmal so lange.
Jedenfalls Burmester! Verchromte Frontplatte! Verchromt! Zwei Schalter! Na ja: Streng genommen drei, denn der Lautstärkeregler war auch ein Mehrstufenschalter. Potis hatte Dieter schon damals abgewählt. Und einen Haufen anderer Gimmicks und Überflüssigkeiten ebenfalls. Dafür war alles, was sich sonst noch in seinen Geräten fand, von überragender Qualität. Das sah man und das hörte man.

Einer der Helden meiner Jugend neben Che und Landauer.

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Einmal von hinten, um die Mechanik zu verdeutlichen – wer Augen hat, der wird schon verstehen

Die zweite Sache ist, daß ich nun einmal Steampunk liebe. Eigentlich alles daran – vor allem die Idee, daß es mit der Technologie der Menschheit durchaus anders hätte gehen können. Vielleicht zum Besseren, vielleicht auch nicht. Es wäre eine Option gewesen, das mit dem Dampf und der Verspieltheit eines Jules Vernes. Nun ja! Es ist anders gekommen. Aber man kann es dennoch leben mit Kreativität, Freude und der Sehnsucht, die einem bleibt. Und ganz nebenbei: Niemals haben die Frauen wunderbarer ausgesehen als damals. Und einige tun es auch noch heute

Besucherinnen des Wave Gotik Treffens (WGT) posieren am Freitag (10.06.2011) in einem Park in Leipzig. Die Stadt wird zu Pfingsten zum 20. Mal zum Mekka für Anhänger der Schwarzen Szene. Zu dem düsteren Spektakel erwartet der Veranstalter bis Pfingstmontag etwa 20.000 aufwändig gekleidete und oft auch stark geschminkte Besucher. Das Wave-Gotik-Treffen in der sächsischen Stadt gilt als größte Veranstaltung seiner Art. Foto: Jan Woitas dpa/lsn +++(c) dpa - Bildfunk+++

Besucherinnen des Wave Gotik Treffens (WGT) posieren am Freitag (10.06.2011) in einem Park in Leipzig. Die Stadt wird zu Pfingsten zum 20. Mal zum Mekka für Anhänger der Schwarzen Szene. Zu dem düsteren Spektakel erwartet der Veranstalter bis Pfingstmontag etwa 20.000 aufwändig gekleidete und oft auch stark geschminkte Besucher. Das Wave-Gotik-Treffen in der sächsischen Stadt gilt als größte Veranstaltung seiner Art. Foto: Jan Woitas dpa/lsn +++(c) dpa – Bildfunk+++

 

Was für ein Traum!

So ergab sich jedenfalls die für den Elektronikbastler unübliche Situation, daß das Gehäuse des Gerätes vor der Elektronik fertig war. Das gibt es eigentlich gar nicht: Normalerweise wird ja erst in letzter Minute versucht, das gebratene Werk irgendwie unters Blech zu bekommen und so sieht es dann auch aus.

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja: Mechanik! Also ging die ganze Sache mit dem Lautstärkeregler los. Laubsäge, Messing, Reißnadel und einer 150 Jahre alten mechanischen Drehbank, die sich leider als Schwachpunkt des Projektes erwies. Oder ich.
Aber dieses Gefühl, zum ersten Mal im Leben einen Zeiger aus Messing zu schnitzen. Was für ein Spaß!
Und wieviele Gedanken, bis sich der Anzeiger analog zu den Reglern bewegt. Die Potis sind ab Werk 10:1 untersetzt – mit der bescheuerten Kurbel-Idee hätte man sonst niemals eine optische Kontrolle über die tatsächlich eingestellte Lautstärke. Ich gestehe: Als ich das Ding zum ersten Male spät in der Nacht zusammengeschraubt und notdürftig justiert hatte, saß ich wie kleines Kind und drehte an dieser Kurbel, drehte, drehte, kurbelte… und der Zeiger wanderte mit.
Was für ein Spaß!

Und Röhre mußte einfach sein. Die machen mit dem Ton irgend etwas, was ich ganz besonders mag. An dem Abend, als meine Frau und ich bei einer Flasche Wein saßen und die (Halbleiter)Vorstufe ausfiel, wurstelte ich ziemlich genervt das Röhrenteil aus dem Staub und schloß es an. »Ach, endlich klingt es wieder schön!« Sie hat das interessanterweise sofort gehört. Ich auch und ich will es eigentlich immer hören.

Ein ganz besonderes Feature ist der Netzschalter! Endlich nie wieder Katzen im Hifi-Departement!
Harharhar!

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Ihr Kinderlein, kommet!

Sollte man eigentlich überall benutzen! Telephon, Licht, Kühlschrank, Auto. Alles, wo Energieverbrauch Geld kostet. Das Oldschool-Modell »Überleg Dir genau, was Du tust!«

Elektronisch gesehen gibt es kein Hexenwerk. Die Röhrenabteilung ist exakt das Selbe wie bereits zuvor beschrieben. Nur noch mal zum Mitschreiben:

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Auch die Impedanzwandler dahinter:

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… und zu guter Letzt noch der RIAA-Entzerrer

riaa

Die AD797 und OPA134 können natürlich gegen jeden anderen pinkompatiblen Typ getauscht werden. Im Originalentwurf wurden OP37 verwendet. Der empfiehlt sich auch trotz des biblischen Alters nach wie vor und ist leicht erhältlich und preiswert. Analog Device empfiehlt den OP37 bis zum heutigen Tag für Sourceimpedanzen um 50kOhm.

Passiv (weil das einzig Wahre) und mit zeitgemäßen Halbleitern. Der Originalentwurf stammt aus der ELRAD 10/85 und ist – oh Wunder! – ziemlich exakt das, was Dieter Burmester in seinem 838 realisiert hatte. Inklusive dem Impedanzwandler. Eine Kopie? Quatsch! Sowenig wie die Tupolew Tu-144 eine Kopie der Concorde war. Es gibt für bestimmte technische Probleme nur eine einzige vernünftige Lösung. Und wenn da jemand spioniert hat, werden es beide Seitengewesen sein. Die Russen hatten schon immer die besseren Aerodynamiker…

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Alles spannungsführernd! Alles!

Die aparte Front mit den Löchern und dem Stöpsel ist genau das, das man sich denkt: Der Signalquellenumschalter. Es werden allerdings Reed-Relais damit geschaltet; auch Oldschool hat seine Grenzen.

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Im Vordergrund Hochspannung für Röhren und 12,3V DC-Heizung (wird von dem Ringkern versorgt). Dahinter Niedervolt + Relais-12V, dahinter die Impedanzwandler, rechts die RIAA-Entzerrer. Der Trafo dafür ist der Ätherwellen-Transformer oben an Deck.

So, das war’s auch schon. Damit habe ich die letzten 2 Wochen verbracht. Ganz fertig ist es noch nicht (na klar!). Mit der Elektronik bin ich völlig unzufrieden. Nicht mit der Schaltung, sondern dem Layout. Auch ist noch kein Namensschild dran, obwohl es eigentlich nur darum ging. Um das Namensschild? Ja, genau darum.

Dieter Burmester ist am 15.August diesen Jahres nach kurzer, schwerer Krankheit in Berlin gestorben. Er war einer der ganz, ganz Großen in dieser Branche und er war mein Held. Das klingt dumm und einfältig? Macht nichts! Ich habe an keinem Gerät geschraubt, nichts eigenes gelötet oder mir auch nur etwas angesehen, angehört, ohne seinen Namen und seine Geräte wenigstens im Hinterkopf gehabt zu haben.
Dieter Burmester hat meinen Sinn für die Ästhetik bei technischen Geräten maßgeblich beeinflußt. Ordnung, Ökonomie, Klarheit und zeitlose Schönheit.

Ich wollte dieses Gerät so bauen. Zur Erinnerung und als Dank. Daß ich nicht im Ansatz die Perfektion eines Dieter Burmester habe, sehe ich mit Gelassenheit.
Aber, lieber Dieter, Du weißt schon… und Du wirst es mit lächelnder Nachsicht sehen, wenn ich Deinen Namen auf eine Messingplakette gravieren lasse und es auf das Gerät schraube.
Aus Respekt, Verbundenheit und Erinnerung.

Sobald ich jemanden gefunden habe, der ordentlich graviert. Auch das kann ich nicht!

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26 Kommentare zu Mit Laubsäge und Lötkolben

  1. Publicviewer sagt:

    Ich verstehe so gut wie nix davon, außer das ich auch gerne Old School höre, wenn auch nicht mit diesem Aufwand.
    Genial…..einfach Zeitlos schön… vielen vielen Dank für den Beitrag… ;-))))))

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  2. Fluchtwagenfahrer sagt:

    Moin Pantoufle, schöne Idee. Machst du noch was gegen die kleinen grünen Haltewinkel für deinen Kurbelmechanismus? Und was ist mit diesem Augenkrebs erzeugenden Teil unterhalb der Röhren??
    Es grünt so grün wenn Pantoufles Adern glühen.
    Mach weiter so, ich find dein Ansinnen und die Durchführung toll.
    Weniger ist oft mehr.
    LG

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    • pantoufle sagt:

      Moin, Fluchtwagenfahrer

      Die Farbe »Maschinengrundierung und blieb dann so« ist das Ergebnis langer wissenschaftlich fundierter Forschung. Hintergrund dieser Arbeiten war die Suche nach einem Farbton, der den unerträglichsten Schmerz zufügt.
      Nach verschiedenen Versuchen mit Hammerschlagblau-Grün und Antifouling-Rot wurde es dann aber die Farbe meiner alten Russen-Ständerbohrmaschine.

      Was sich daran noch ändern wird, sind die fehlenden »Verwitterungsspuren« wie beim Äther-Transformer. Dann wirkt es nicht mehr so statisch.
      Ich brauche nur mal eine kleine Pause mit dem Projekt – es dauert nun schon Wochen und ich würde jetzt gerne erst einmal etwas Musik damit hören.

      Mit der Verwitterung gibt’s dann auch ein paar Messdaten. Bis hierher blieb es bei einer Funktionsprüfung und nur der Übersprechabstand wurde näher untersucht. Der entsprach den Erwartungen und dem Aufwand des Netzteils, der bei der Konfiguration als Hybrid systembedingt recht hoch ist.

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  3. Joachim sagt:

    Gefällt mir ganz gut. Fast schon sehr gut. Nur, davon, vom Lob, hast Du wenig. Also:

    Auffallend ist die konsequente Gleichspannungskoppelung. Das Feuerwerk ist sehenswert, wenn ein Silizium vorne mal hoch gehen sollte. Aber das ist ja nicht viel, was sein Leben mit kleinen Kratern im Gehäuse beenden könnte. Ich habe das allerdings mal live, bei mit ohne Gehäuse bei einem 120 Watt Amp gesehen. Sieht toll aus.

    Immerhin sind Röhren und Impedanzwandler kapazitiv getrennt. Die technische (klangliche) Notwendigkeit der Röhren kann man in Frage stellen. Das ist “Geschmacksfrage”, auch wenn ich persönlich Röhren “sehr mag”. Nur, wenn schon, denn schon… Gib’s zu, das war ein Kompromiss.

    Die Gegenkoppelung der Röhren ist schön einfach. Das müsste aber ausgemessen oder gar auf die Röhren eingemessen werden. Oder? (Anmerkung: ich mag keine Gegenkoppelung, sehe aber die Notwendigkeit ein. Also muss das optimiert und nicht “überdimensioniert” werden).

    Die Stromversorgung des RIAA-Entzerrers finde ich (heute zu) “aufwändig”.

    Den Netzschalter und “alles führt Spannung” finde ich schön. Schön gefährlich. Wenn’s nicht kribbelt, dann isses nix? Oder wie hast Du das gemacht, damit Frau und Kinder nicht gegrillt werden? Vielleicht planst Du einen “mächtig schwarzen Krimi”?

    Das Highlight ist natürlich der Poti. Nur, warum hast Du nicht Kurbel und Anzeige hintereinander gesetzt? Und warum für Linkshänder? Okay, schön isser.

    Ach immer “meckern”. Wer etwas in dieser Richtung mal mit eigenen Händen getan hat, der weiß, was für ein wunderbares Ding Du da gebaut hast. Nun doch ein Lob oder besser, eine Meinung: Ich ziehe den Hut. So geht das. In der Tat!.Vergiss meine inkompetente Meckerei.

    Ich könnte fast in Versuchung kommen… Dummerweise funktioniert mein NAD immer noch und daran scheint sich nie etwas zu ändern. Der Eingangswahlschalter ist bei dem so klassisch wie optimal gelöst. Und klingen oder gar zerren tut der eben genau nicht.

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  4. pantoufle sagt:

    Moin, Joachim

    So konsequent ist die Gleichspannungskopplung nicht. Da finden sich genügend Koppel-Cs an verschiedenen Positionen. Dann aber nur Folien. Im Ausgang nun gerade nicht, aber da ist auch nichts nötig. Erstens vertraue ich auf die DC-Sicherung der Endstufen (da werkeln etwas mehr als 120W). Zweitens ist die Vorstufe Teil einer Aktiv-Anlage und da finden sich noch genügend Kapazitäten im Signalweg (wenn auch nicht gerade Elkos).

    Ja, Röhren sind Geschmacksfrage. Diese hier werkeln aber in so einem angenehmen Umfeld… niederohmige Quelle, konstant relativ hochohmiger Ausgang, stabilisierte Speise- und Heizspannung – da brummt, rauscht oder klirrt bis 1Vss erst einmal gar nichts.
    Wie Dir sicherlich aufgefallen ist, steht bei den Röhren keine Typenbezeichnung im Schaltplan. Da das Ganze keine »My first Tube-Amp« – Anleitung ist [au Scheiße: Besser ich schreibe noch schnell was über die Gefahren bei Hochspannung!], gehe ich davon aus, daß jeder Nachbauwillige die Dimensionierung schon irgendwie hinbekommt. Notfalls mit Hilfe meiner E-Mailadresse. Die Dimensionierung bezieht sich momentan auf eine 6N3, bei mir wird’s die ECC83/12AX7.

    Die RIAA-Stromversorgung scheint Dir überdimensioniert? Da kenne ich aber Leute, die da noch ganz, ganz anders herangehen würden. Voodoo-Kondensatoren mit soviel gespeicherter Energie, daß man damit einen Kühlschrank für eine halbe Stunde betreiben könnte.
    Das ist hier ein wenig ziviler: Die paar Transistoren kosten insgesamt keine 50 Cent und zusammen mit getrennten Versorgungs- und Signalmasseführungen, schön im Stern zusammengefügt, sorgt das für gute Übersprechabstände.
    Außerdem sieht es gut aus!

    Was auch gut aussieht, ist der Netzschalter. Damit er nicht durch verschmorte Fleischfetzen ruiniert wird, ist er vorsichtshalber ohne Funktion. Meine Anlage hat sowieso einen zentralen Schalter, mit dem man den ganzen Klumpatsch am Stück ein– und ausschalten kann. Sollte es aus irgendwelchen Gründen einmal erforderlich sein, kann man den Vorverstärker dadurch vom Netz trennen, indem man den Eurostecker auf der Rückseite zieht.
    Aber schalten kann man damit. Wer weiß…eines Tages, wenn niemand damit rechnet? Die Miezekatzen zum Beispiel…

    Kurbel auf der falschen Seite? Ich hab noch etwas Messingblech übrig – da kannst Du Dich gerne selber einmal dran versuchen 😀
    Meine Hochachtung vor den Künstlern, die im 17. bis ins 19. Jahrhundert die Kunstwerke schufen, die heute in den Messgeräte-Abteilungen technischer Museen zu sehen sind, ist jedenfalls unendlich gewachsen.

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    • Joachim sagt:

      Och schade, der schöne Schalter ohne Funktion? Möglicherweise reichen die C’s aus dem RIAA-Netzteil, um ein Relais zu schalten (Aua, aua, nur ein Witz, hör schon auf!).

      Accu? What ever, mach, das dat geht. 😉

      Nu ernsthaft:

      1) Natürlich hast Du komplett Recht. ECC83 (1948 von RCA!) hätte ich auch genommen (natürlich). Ich bin auf die Messungen gespannt. Wenn geht, dann natürlich auch vom Röhrenpart alleine… Ich glaub’ ich mach mal eine Spice-Simulation. Können wir dann mal vergleichen…. so sich das überhaupt vergleichen lässt.

      2) Die Hochachtung, diese Jules Verne Sicht, die teile ich. Ich denke, das geht über die eigentliche Funktionalität hinaus, auch wenn die damals mit viel Liebe sehr funktional und noch mehr Ahnung gearbeitet haben.

      3) Zum Glück habe ich für die Messingarbeiten meine Frau. Zahntechniker sind echte Handwerker, die können Frickel perfekt, brauchen Ästhetik, können sich in Metalle und andere Materialien einfühlen, wichtiger noch, bearbeiten und sie sogar gießen.

      4) meine “Projekte” sind kleiner. (Elektronik-“Angeberei” gestrichen) …
      Was eben so anfällt, wie die Türklingel, ein Klopf-Engel ohne sonst ein einziges gekauftes Teil, das mehr als Draht ist. Und es gongt wirklich – in der Regel jedenfalls 😉

      Wenn Du mich mal besuchen solltest, einfach mit dem Handteil des Engels “klopfen”. Ist den Meisten nicht klar, was das Natürlichste ist. Neue Postboten raffen das nicht und stehen recht unsicher davor.

      Mit zwei Fingern macht es zaghaft bing …. und dann, nach einer Weile …. bong.

      “Darf ich? Oder fällt mir dann der Himmel auf den Kopf so ganz ohne das Plastik?”

      Ist man dann in zwei Sekunden nicht da, reißen die mir schon mal die (beiden) Dübel aus der Mauer. So weit sind wir schon. Aber gut, ich bin wohl sowieso suspekt.

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  5. Eike sagt:

    circuit diagram to algorithm ist Dein Freund. RIAA geht auch ohne Löten…;)

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  6. Bingx sagt:

    ah-ja nee- is klar. Hab keine Ahnung nich von sowas. Aber wo jibett denn solche Stecheisen – wenn ich mal fragen darf. Stammen die auch aus dem letzten Jahrhundert ?

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    • pantoufle sagt:

      Nö! Ziemlich neu das Eisen. Kirschbaum, eine Drechselbank, Belgischen Stahl geschliffen und in Leder eingefasst. Da wird auch nicht draufgehauen, sondern geschoben. Geht durch Eiche wie durch Schmelzkäse.
      Und um der Frage zuvorzukommen: Nein, das gibt es nicht zu kaufen! Alles was Du brauchst, ist eine Drechselbank, Belgischen (rostenden) Stahl, etwas Messing und Kirsch, Rose, oder Birne. Etwas Wildleder findet sich ja in jedem Haushalt.

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      • Joachim sagt:

        Wo Du gerade bei diesen schönen Bild oben bist, der Hintergrund, da oben links.. ist nun kein Zufall. Doch? Eh, erzähl mir nix.

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        • pantoufle sagt:

          Nein, kein Zufall: Es handelt sich um eine Multifunktions-Werkstatt. XJ900 in diesem Falle. Der sichtbare Beginn der Winterprojektsaison. Überholung der Motoren von 31A und 3CW.

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  7. Bingx sagt:

    is ja gut !? tschuldigung

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  8. Bingx sagt:

    sowas kann man nicht basteln

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  9. Bingx sagt:

    nö- Leute die sowat “basteln” basteln nich

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  10. Farnsworth sagt:

    geil, einfach nur geil. Und das die Anzeige bis elf geht ist das Tüpfelchen auf dem i.

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    • pantoufle sagt:

      Ach, vielen Dank auch! Und ich dachte, das Zitat mit dem Lautstärkeregler geht komplett unter.
      Für diejenigen, die den Witz noch nicht kennen:

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      • Joachim sagt:

        pantoufle, wann lernst Du, dass youtube nicht Internet ist. Ich brauchte den Inspektor um zu erfahren, dass mit der 11 der Class-D Betrieb 😉 gemeint ist.

        Bitte schreibe wenigstens den Titel dran. Nein, ich habe das Video trotzdem (noch) nicht gesehen. Weil, das ist Internet. Internet ist die Wahl zu haben.

        Btw, als alter Rocker finde ich 11 auch ganz normal und unter 3 (zwei bei mir) geht auch nix. Kürzlich ausprobiert. Eine Pappnase in der Nobel-Dose hupte mich Kreisel an, weil ich schon 44° vor der Ausfahrt recht innen im Kreis blinkte und dann doch dem Vordermann doch nicht auffahren wollte. Mich hupt der von hinten an? Mit der Karre?

        Die 11k U/min waren dann reine Notwehr. Loud pipes save live. Gut, das Vorderrad zu lilften war ein wenig Verlust. Doch Verlust ist immer.

        Hmm. Wan lerne ich endlich Mopedfahren?

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  11. Heilige Scheiße, was für ein geiles Projekt, was für ein geiles Produkt, was für ein geiles Posting!

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  12. pantoufle sagt:

    @Joachim

    Youtube ist nicht Internet? Hmm.. na denne! Ach, und der Film heißt »This is Spinal Tab«. Kann man auch im Internet sehen. Ich brauch nicht mehr: Auf jeder Ami-Tournee läuft der Streifen mindestens zwei mal. In ihm kommen alle Klischees vor, die es im Rock’n’Roll gibt und diejenigen, die bis dahin nicht in freier Natur zu finden waren, hat dieser Film erfunden. Damit man sie dann auch in freier Wildbahn sehen konnte.

    Was übrigens Deine Geschichte mit der Türglocke betrifft, ist es bei mir ähnlich. Wir haben an der Tür eine Schiffsglocke hängen. Groß, messingsch und wirklich nicht zu übersehen. Die von der SMS Emden. Die einzig echte natürlich!
    Nun glaub aber bloß nicht, daß der gemeine Postbote oder der unbedarfte Gast die Glocke als das erkennt, was sie ist: Eine Glocke! »Ich hab sie nicht gesehen!!11!!« Aber einen Führerschein hat er (leider)! »Ich wußte nicht, daß man damit klingeln kann« Wenn nicht mit einer Glocke – womit dann?

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    • Joachim sagt:

      pantouflem is jetzt blöd. Natürlich ist youtube Internet. Auch, aber nicht nur. Vor allen Dingen ist nicht selbstverständlich, dass youtube mit FireGloves funktioniert. Da ist youtube eben nicht Internet. Da ist youtube jemand, der mir vorschreibt, was ich tun darf, damit Google meine Daten sammeln kann. Und Du hilfst ihnen dabei. Lass mich doch entscheiden, ob ich das mit Google tun will oder nicht. Außerdem, ich sehe in der Firma keine Videos. Doch manchmal möchte ich den Link für später mitnehmen. Der Inspektor ist mein Freund. Aber umständlich ist das schon.

      Zum Thema:

      “Schiffsglocke”? Wie geil ist das denn? Ich liebe es.

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  13. Stony sagt:

    Echt schönes Stück Technik Pantoufle!

    Eine Frage hätt’ ich noch.
    Wohin guckt der Audionerd (lieber): in die leuchtenden Augen seines Weibes, oder doch in die Röhre(n)?

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