Mal wieder in eigener Sache

Ich bin enttäuscht! Nein, nicht von allen Frauen dieser Welt, sondern… ich weiß eigentlich gar nicht genau, wieso. In meinem letzten Qualitätsartikel über Innenminister Schünemann beschrieb ich mein Unwohlsein über die Tatsache, das ein Innenminister mittels Polizeieinsatz mal eben in einer Uni aufräumen darf, ohne das jemand zuckt (außer den verprügelten Studenten natürlich).
Während man also in der Frankfurter Rundschau lesen darf, daß in einer KITA in Südhessen die lieben Kleinen Hakenkreuze malen und „Gaskammer“ spielen, gehen derweil Innenminister „unnachgiebig gegen linke Störer“ vor.

Was erwartet man eigentlich, wenn man so vor sich hinschreibselt? Einen Schrei der Empörung? Sollte man vielleicht doch den „I Like this“ Button wieder freischalten? Ich will mich ja gar nicht beschweren – es haben doch Einige den Artikel gelesen – aber irgend etwas fehlt! Es ist diese Ungeheuerlichkeit, wie man jederzeit wieder zur Tagesordnung zurückkommt. Bin ich der Einzige, der sich länger als 24 Stunden darüber aufregt, daß in (Hoch)Schulen der staatlich militante Kampf gegen Linke wieder beginnt, während die vorschulische Früherziehung Nazis großzieht?

Nein, das bin ich natürlich nicht… man fühlt sich manchmal einfach nur alleine gelassen.
Nun ja: Jeder hat mal seinen Misanthropischen…
Der „Like“ Button bleibt jedenfalls weg! Man soll nicht dem Reflex des Moments nachgeben.

Neu in der Blogroll: Texttheater.net. Diese Seite sei allen Lesern empfohlen, die der Rechtschreibfehler auf der Schrottpresse müde sind und einmal lustvoll im Stacheldrahtverhau der deutschen Sprache herumrobben wollen.

Bei der Gelegenheit wollte ich daran erinnern, das es auf der rechten Seite unter dem absolut coolen Bild mit der Aufschrift „die Redaktion empfiehlt“ die Rubrik „gerade woanders gelesen“ gibt. Der unbestechliche Klickzähler von WordPress verrät, daß diese Links eigentlich nie benutzt werden. Sind die so schlecht oder einfach nur zu versteckt?

Ein besonders abstoßendes Bild einiger unserer Regierenden habe ich auf ZeitOnline gefunden. Wegen den üblichen Copyright-Querelen verlinke ich nur darauf – es wurde anläßlich des Neujahrsempfanges des Noch-Bundespräsidenten gemacht. Auch hierbei kann ich eigentlich nicht genau sagen, was mir missfällt: Nur für einen Moment vorausgesetzt, ich wüßte nicht, um wen es sich handelt – das sind die, die die Macht haben. Wahr gewordene Mädchenträume aus der Uckermark.

An dieser Stelle meinen Glückwunsch zur Öffentlichkeitsarbeit der deutschen Bundesregierung für das Kunststück, die ethischen Fragen zur Person Christian Wulff auf das Amt des Bundespräsidenten zu beschränken. Da es offensichtlich unmöglich ist, dieses Amt mit einem Träger zu besetzen, der auch nur die moralischen Mindestanforderungen erfüllt, die man eigentlich von jedem Politiker – gleich in welchem Amt – erwarten würde, ist der Diskussion über Sinn und Unsinn des Präsidentenamtes Tür und Tor geöffnet; vollkommen sinnlose Überlegungen, solange andere Funktionen mit Personen besetzt werden, deren einzige Qualifikation die langjährige Mitgliedschaft der entsprechenden Partei ist.

So! Genug Dampf abgelassen. Das muß jetzt für die nächsten 24 Stunden reichen. Danach sollte wieder diese wohltuende Medienamnesie einsetzen – vielleicht einmal was Hübsches… die neue , freche Frühlingskollektion von Lagerfeld… der malt auch Bilder zum politischen Alltag. Durchaus kritisch!

Karl Lagerfeld als politischer Karikaturist! So tief sind wir gesunken!

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0 Kommentare zu Mal wieder in eigener Sache

  1. der_emil sagt:

    Gerade woanders gelesen sind zu weit unten.

    Und so schlecht ist der Lagerfeld doch auch nicht? 😀

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  2. pantoufle sagt:

    JA- WENN ICH EIN TOTAL SÜßES TÜTÜ MIT KNOPFLÖCHERN AUS BIBERPENISLEDER HABEN WILL! WILL ICH ABER NICHT!!

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  3. pantoufle sagt:

    AUSSERDEM HAT NOCH KEINER GESAGT, WIE ABSTOSSEND DAS BILD IN DER ZEIT IST!!!
    Ach, irgend wie ist das nicht mein Tag, fürchte ich. Manchmal stellt sich mein Blögchen für mich so dar, als würde man mit einem Megaphon in die Kanalisation schreien. Das Warten auf die Revolution kann ganz schön nervenzerfetzend sein… sach ich Dir
    Lieben Gruß
    Pantoufle

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  4. derek jefferson sagt:

    Von welcher „Revolution“ist denn hier die Rede,und; wie sollte die wohl aussehen? Klären Sie Ihr Publikum doch einmal auf.
    Mit schönen Grüßen.
    L. Derek Jefferson

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  5. TomInMuc sagt:

    „Gerade woanders gelesen“ klingt für mich nach „ICH habe gerade woanders Dies und Das gelesen“. Das ist schön, dass du woanders etwas gelesen hast. Und jetzt? Muss ich das eigentlich wissen? Vielleicht habe ich es deswegen auch nicht angeklickt (bin übrigens das erste Mal auf dieser Seite – Asht-Effekt!). Weil die Rubrikenüberschrift keine Empfehlung suggeriert?

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    • pantoufle sagt:

      Ja, da streiten sich noch die Gemüter … Über dem unglaublich „coolen“ Redaktionsboten steht ja: Die Redaktion empfiehlt. Das soll sozusagen zusammengehören. Dacht ich so … Aber vielleicht liege ich damit ja falsch.
      Ja, aber trotzdem herzlich willkommen auf der Schrottpresse!
      Ich wollte eigentlich nur Myriel ein wenig Schützenhilfe leisten, aber wie das manchmal so ist, rennen die Leute einem die Tür ein. Man tut sein Bestes – was immer das auch sei … Da warteten noch mehrere Antworten für Hernn Jefferson, einige Leserbriefe und ausgerechnet jetzt habe ich eigentlich meine Blog-Migräne.
      Ich werde mir das mal durch den Kopf gehen lassen, wie ich die externen Links besser verkaufe – hoffentlich gefällt es Dir trotzdem hier und man liest sich mal wieder.
      Gruß,
      das Pantoufle

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      • TomInMuc sagt:

        Ahhh… Das soll eine Unterrubrik von „Die Redaktion empfiehlt“ sein! War für mich nicht erkennbar.
        Es gefällt mir hier und ich habe den RSS abonniert.

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