Liebe Schrottpresse – Leser

Das Fescht steht vor der Türe und klopft mit knochigen, gierigen Fingern an die zugige Türe. Ich mache nicht auf! Aber ich kann Euch nicht unter den Weihnachtsbaum rollen lassen, ohne Euch noch ein schönes Fest – im Rahmen der Möglichkeiten – zu wünschen.

Wunsch!

Exklusiv für unsere Leser haben wir durch allerinvestigativsten Journalismus einen voraussichtlichen Vorabdruck der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten erhalten, den wir Euch keinesfalls vorenthalten wollen. Bevor Ihr also nutzlose Zeit vor der Flimmerkiste verbringt, hier der Vorabdruck – leider unautorisiert!

Fröhliche Weihnachten!

Redaktions-Kampfhund Oskar & das Pantoufle

Der Präsident hat das Wort!

Zu Weihnachten möchte ich Sie, meine lieben Wutbürgerinnen und Wutbürger, herzlich grüßen.

Die meisten von uns ruhen über die Feiertage aus. Das ist recht so. Ausruhen, das heißt zunächst: nicht herumjagen, sondern innehalten. Es tut allen gut, einmal zu lesen, statt Reden im Fernsehen zu sehen, zu wandern, statt zu fahren, uns zu sammeln, statt zu zerstreuen.
Und sammeln wir nicht alle? Auch wenn eine zerstreute Politik uns oft den Eindruck vermittelt, es ginge nur um wohlfeiles Entertainment – nein, lassen wir uns in diesen Festtagen doch vom Gedanken der Sammlung leiten.
Jeder von Ihnen mag in diesen Tagen an das denken, was ihn in seinem Leben bewegt und was die Zukunft bringen wird. Haben wir ein Buch geschrieben, ein abstoßend hässliches Haus gebaut oder eine Flugreise in ferne Länder gemacht? Oder sind unsere Wünsche bescheidener – müssen bescheidener sein, weil wir von der Güte des Gemeinwesens, fälschlicherweise so oft „Staat“ genannt, leben müssen?

Das alles sind Dinge, die in diesen Tagen, da wir Auferstehung des Heilands feiern, nicht mehr so wichtig sind! Jeder in seinem bescheidenen Rahmen, getragen vom Gedanken der Sammlung, auch wenn er nicht aus Hannover ist. Ist dort nicht ein Nachbar – vielleicht sogar ein Migrant – den wir teilhaben lassen können an dem, was wir sammelten? Schmeckt der weihnachtliche Schweinebraten nicht doppelt so gut, wenn wir ihn mit unserem türkischen Nachbarn teilen?

Nehmen wir uns doch in diesen Festtagen ein Beispiel an der EZB! Streut sie nicht mit vollen Händen dort Geld aus, wo schon seit langer Zeit nichts mehr ist? Auch diese Gaben entstammten der Idee der Sammlung! Sie, ich, wir alle haben gesammelt und so streuen wir in diesen Tagen mit freizügigen Liebesgaben gerade an diejenigen, die viele – gerade im linksradikalen Bereich – als den Sprengstoff der Zivilisation bezeichnen. Am Weihnachtsfest, das geprägt ist vom Gedanken der Versöhnung, sollten wir offenen Auges ein Licht entzünden, ein Licht an diese Lunte, die dort vor uns liegt.

Lassen Sie mich dem Gedanken der Vergebung etwas folgen: Dieses Jahr war geprägt durch das plötzliche Auftauchen eines Phänomens, welches seit 60 Jahren vollkommen verschwunden war. Eine handvoll Menschen haben sich durch die wirren Ideen eines Mannes, der in die Geschichtsbücher als „Führer“ einging, dazu verleiten lassen, hässliche Flugblätter zu drucken und Häuser anzuzünden. Das war nicht schön – die Politik hat auch das verstanden! Aber müssen wir auch nicht hier vergeben? Vor allem, wenn man bedenkt, wie viel Unterstützung gerade von staatlichen Stellen nötig war, das Problem in dieser Deutlichkeit aufzuzeigen. Wenn wir jetzt alle von ganzem Herzen vergeben – der NPD, dem Verfassungsschutz, den Innenministern, der Kulturpolitik, den Integrationsbeauftragten, der Polizei und dem lieben Nachbarn auch, so werden wir sehen, wie sich diese Unstimmigkeiten bei meiner nächsten Ansprache in Rauch aufgelöst haben. Das alles, und noch viel mehr, kann Vergebung! Lasset uns vergeben!

Liebe Mitbürger, lieber Herr Maschmeyer: Ich möchte nicht schließen, ohne einen besonderen Dank an alle Menschen in diesem Land abzusondern, die die Leistung aufbrachten, ohne die in Europa heute nicht Deutsch gesprochen würde. Die zurückliegenden zwei Jahre der Regierung Merkel haben diesem Land gezeigt, wie unsere Demokratie auch funktionieren kann! Im diesem Augenblick der Besinnung sollten wir uns vorstellen, mit welch ungläubigen Blicken Menschen wie Willy Brandt oder Kurt Schumacher auf die Leistungen der vergangenen Zeit blicken würden, wären sie noch unter den Lebenden. Leider sind sie das nicht mehr und so ist unser Idol heutzutage eben Michael statt Kurt Schumacher. Sammeln Sie sich und sehen sie sich um! Genießen Sie das Fest – es soll unvergesslich für Sie sein. Die Wolken, die dieser Tage am Horizont stehen, lassen uns ahnen: Es könnte dramatisch unvergesslich sein.

Es geht darum, mit Ideen, Vernunft und Einsatz den Weg für eine gute Zukunft zu finden. Trauen wir uns alles zu! Es geht um eine Politik, die über den Tag hinaus träumt und denkt. Es geht um eine Kultur der Sammlung , überall und alles. Das schafft Vertrauen. Und jeder von uns kann dazu beitragen.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr..

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