Kurz und dreckig 53

Das Chaos begann mit einem Artikel auf Heise.de. Der Firefox Quantum sei nun da, der, nach dem alle gefragt haben. Der »größte Update aller Zeiten« hätte zugeschlagen und nun ist alles noch schneller, bunter und kein Plugin würde mehr funktionieren.
Wer noch einen alten Firefox hätte, sollte unbedingt updaten, weil sonst die Idee der sozialen Marktwirtschaft gestorben wäre.
Oder so ähnlich.

»“It’s really fast”, betont Mark Mayo im Gespräch mit heise online.« Zugegeben: Der Firefox hatte sich im Laufe der Zeit das Benehmen einer sympathischen, wenngleich gemütlichen alten Dame zugelegt. Das kann man nun mögen oder es hassen. Aber mal ehrlich. Wie schnell möchte man die neuesten Ungeheuerlichkeiten aus aller Welt wirklich auf dem Bildschirm sehen?
Und dann waren da noch die Plugins. Zum ersten Mal sah ich für ein paar Wochen das Internet, wie es wirklich ist. Blinkend in innovativen Fenstern, die völlig unvermittelt auftauchten, Stimmen aus dem Off, die mir den ultimativen Kaffeegenuß versprachen – man glaubt ja gar nicht, wovor NoScript und AdBlock einen bewahren! Und all das sollte jetzt nicht mehr funktionieren? Das Internet als quasselnde Litfaßsäule?

Nach einer Woche ohne AdBlock+ jedenfalls empfehle ich, Henrik Aasted Sörensen den Friedensnobelpreis zu verleihen. Henrik hatte 2002 das Plugin aus Langeweile geschrieben (und  Wladimir Palant schreibt weiter daran). Nein, nicht die  Eyeo GmbH! Die vermarktet das nur ziemlich erfolgreich. Die Geschichte kann man hier ein wenig genauer nachlesen.

Nach kurzer Zeit gab es jedenfalls Nachschlag. Ein graphisch völlig mißglücktes AdBlock , ein halbwegs funktionsfähiges Noscript und die gewohnten Meldungen »Wenn Sie die kommentarlos kopierte DPA-Meldung lesen wollen, müssen sie den Blocker ausschalten! Wir zeigen Ihnen mal kurz wie!« erschienen wieder.
Und der Browser an sich? Der Seitenaufbau ging tatsächlich zügiger. In etwa so wie bei Chrome. Wie bei seinem Google-Pendant ist der Speicherverbrauch auch deutlich geringer. Die zwei, drei schlecht geschriebenen Seiten, von denen ich wußte, daß Firefox zum einschlafen tendierte, liefen auch absturzfrei. Erst bei sehr vielen Tabs (so viele waren es gar nicht) begann der Fuchs wieder zu stuckeln und lahm zu werden. So wie früher. Nur, daß man die hängenden Tabs nicht mehr beenden kann.

»Das aktiv genutzte Tab hat immer Vorrang gegenüber denen, die ungenutzt im Hintergrund liegen. So zwingen selbst 1691 geöffnete Tabs den Browser nicht in die Knie, wie Firefox-Entwickler Dietrich Ayala bewies.«

Zehn dargestellte hätten mir auch gereicht. Außerdem ist auf einigen davon AdBlock urplötzlich verschwunden. Ich muß mir mal wieder die Filterlisten ansehen. Schönen Gruß an die Werbeindustrie: Wie kommt Ihr eigentlich auf den verwegenen Gedanken, auf einer Motorrad-Oldtimerseite Werbung für den neuen BMW-Kleiderschrank X3 zu schalten?

Licht scheffeln

Tikerscherk hat ein Post veröffentlicht, der mich einigermaßen ratlos zurückläßt.

»Eine subtile Art der Herabsetzung kann es sein, Komplimente an der falschen Stelle zu machen. Lobe jemanden dort, wo er am Mittelmäßigsten (und sich darüber auch im Klaren) ist er wird sich sehr unwohl fühlen. […] Eine vortreffliche Art, jemanden vorzuführen, und ihm unter dem Deckmantel der Wertschätzung einen einzuschenken. Ein weiterer Pluspunkt dieser Methode: die ahnungslose Außenwelt hält den Verlinkenden für einen noch großherzigen und besseren  Menschen als zuvor.«

Es geht um das Verlinken zu anderen Blogs. Für die Existenz von Blogs gibt es exakt zwei Voraussetzungen. Entweder, die selben Menschen besuchen grundsätzlich die Seite oder sie werden von anderen Blogs darauf aufmerksam gemacht. Wobei die erste Gruppe ja auch irgendwie auf das Blog gekommen sein mußte. Das unterscheidet Blogs von privaten Tagebüchern, die nach Benutzung wieder unter dem Kopfkissen verschwinden.

Über die Gründe der Namensnennung in einer Blogroll lasse ich mich nicht aus. Das ist komplex und hat mit dem Thema direkt nichts zu tun. Aber das mit dem Verlinken… Der Duderich hat gerade sein Blog »Aufzeichnung eines Gutmenschen« geschlossen – letztlich aus dem völlig unmaßgeblichen Grunde, wer warum wen verlinkt oder es bleiben läßt.
»Lobe jemanden dort, wo er am Mittelmäßigsten (und sich darüber auch im Klaren) ist er wird sich sehr unwohl fühlen.«
Wie soll man das als Außenstehender beurteilen? Wie sehr ist diese Lob stimmungsabhängig? Solange das Wort »Lob« an dieser Stelle ohne Einschränkung durch »Verriß« zu ersetzen ist, ergibt die Aussage wenig Sinn.
Wir können uns beim Schreiben nicht in die Augen sehen, die Hand des anderen ergreifen oder ihm ein Bier vor die Nase stellen. Ohne ein Grundvertrauen in die Ernsthaftigkeit und Seriosität des anderen wird alles, was wir schreiben, zu Makulatur.

»Du führst die Heulsuse als einen Blog in Deiner Blogroll! Verantworte Dich dafür!« Lieber Duderich: Es fällt schwer, bei solchen Vorwürfen nicht schallend laut zu lachen. Liebe Tikerscherk: Ich habe Dich schon wieder verlinkt. Weil ich die Bloggerei mit einer gewissen Ernsthaftigkeit betreibe. Über die Seriosität können wir gerne streiten. Aber die Streusalzbüchse der Sympathie Gesetzmäßigkeiten zu unterwerfen, führt in die Irre. Das gilt natürlich auch für Duderich.

»Die Nachrichten über Standortschließungen und Massenentlassungen kommen gerade ziemlich geballt. Es sind Meldungen, die nicht nur die Betroffenen beunruhigen, sondern die auch eine Debatte über die gesellschaftliche Verantwortung der Wirtschaft ausgelöst haben.«

Systemkritik bei Tagesschau.de. Die Schrottpresse wartet gespannt auf die aufgewärmte Versionen von »tickle down theorie« und »sozialer Marktwirtschaft«.

»Faschismus als Herrschaftssystem, das die kapitalistischen Eigentumsverhältnisse und die sozialen Privilegien der Oberklasse unter den Bedingungen der Krise mit den Mitteln terroristischer Herrschaftsmethoden aufrecht erhält.«

Reinhard Kühnl, Deutschland zwischen Demokratie und Faschismus – zur Problematik der bürgerlichen Gesellschaft , München 1969, S. 148f

Ich hielt diese Definition, die zudem im Zusammenhang mit dem Streit der Bewertung Noltes stattfand, immer für zu kurz gegriffen. Aber unter der Bedingung, daß Krisen herbeizitiert oder befördert werden, bekommt sie Farbe und Gesicht.

Ich bleibe dann erst mal bei Chrome!

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28 Kommentare zu Kurz und dreckig 53

  1. tiker sagt:

    Wenn Blogger über´s Bloggen bloggen, bloggen Blogger Bloggern hinterher.

    Liebes Pantoufle,

    wenn mein Artikel Dich ratlos zurück lässt, dann biete ich Dir meine Kommentarspalte an, um Dich zu erkundigen, wie er gemeint sein könnte.

    Niemand meiner Blogfreunde, zu denen ich Dich unbedingt und lange schon zähle, war damit gemeint. Ich habe einfach ein paar Beobachtungen gemacht, wie übrigens die Trippmadam auch, und diese in einem besonders düsteren und griesgrämigen Moment zum Besten gegeben, ohne sie zur universellen Wahrheit erheben zu wollen.

    Eine Freundin von mir, eine bildschöne Frau, war nach einer monatelangen Kortisonbehandlung einigermaßen aufgequollen und entstellt. Das war just der Moment, in dem ihre, seit jeher neidverrammelte, Schwester ein Foto von meiner Freundin machte, es auf Din A4 vergrößern ließ, um es der gesamten Verwandtschaft zu schicken, und es bei sich Zuhause an exponierter Stelle aufzuhängen: “Schaut, das ist meine zauberhafte Schwester!”

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    • Pantoufle sagt:

      Moin, liebe Tikerscherk

      Die Schwester ist – mit Verlaub gesagt – ein Arschloch! Die gibt es leider überall, ob in der buckeligen Verwandtschaft oder im Netz.

      Die Einladung in deine Kommentarspalten ehrt mich, aber es gibt gelegentlich gute Gründe, so etwas im eigenen Wohnzimmer zu kommentieren. In diesem Falle war es zum einen die Verbindung mit der Schließung von Duderichs Blog, den ich ebenfalls schon sehr lange kenne.
      Ein anderer Grund war, daß ich mich von Deinem Artikel nicht persönlich angesprochen fühlte (nach gründlicher Erforschung meines Gewissens). Es ging mir um etwas Grundsätzliches, genügend wichtig, um es auf der Schrottpresse zur Diskussion zu stellen.
      Denn auch in der Art der Gesprächskulturen unterscheiden sich die Blogs: Ich kann hier anders antworten und Stellung beziehen als bei Dir. Das sollte kein Akt der Unhöflichkeit sein – und so ist die Erklärung immerhin auch zu mir gekommen 🙂

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      • tiker sagt:

        Die Schwester hat ein schwaches Selbstbewusstsein.

        Der Duderich ist mir ein Unbekannter und ich weiß nicht, was sich da abgespielt hat, wie ich überhaupt nur wenig mitbekomme von der Blogwelt, seit bei mir die Hütte brennt.
        Ich freu mich umso mehr, wenn ein Text von mir mal wieder ein Thema berührt, mit dem auch andere was anfangen können.

        Schöne Grüße in den nebligen Tag!

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  2. flatter sagt:

    Das geht ja schnell da: 10.09. geschlossen, 21.10. wieder aufgemacht, 23.11. wieder zu, ergibt Wiedereröffnung am 03.12.. Der Andere hat seine wenigstens gelöscht und ne neue Jauchegrube aufgemacht. Außerdem gibt es doch auch noch Twitter, Fäßbuck und Elitepartner. Man kommt schon wieder irgendwo unter.
    Ich habe übrigens eben gelesen, dass er Angst hat, dass ich an die Macht komme. Ich will das Zeug auch rauchen!

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    • Pantoufle sagt:

      Ja, die Machtfrage! Ich will das nicht rauchen. Es scheinen im Moment wieder Drogen unterwegs zu sein, von denen man sich besser fernhält. Wegen Langzeitwirkung und so. Mein Lieblingsbrühwürfel mit seinem Hang zu Pattexverdünner – es ist nicht alles gut, was breit Macht!
      Klappernde Blogtüren gehören auch dazu. Unsicherheit, wohin man auch blickt.
      Solange ich das Gefühl habe, noch genügend Menschen ärgern zu können, werde ich weitermachen! Das gibt mir ein Gefühl von Macht!

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    • Der Duderich sagt:

      Wow, wusste gar nicht, dass Du meine Bloggerei so verfolgt hast. Ich fühle mich geschmeichelt!

      Diesmal ist die Schließung allerdings endgültig. Denn ein 2. Widerruf der Schließung wäre selbst mir zu peinlich.

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  3. Pantoufle sagt:

    Oder wie sag ich immer: Lass uns lieber noch ne geile Scheibe auflegen!

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  4. flatter sagt:

    Zwei Leser weniger!!111! (Ich und meine Frau [fuck, der war dunkelschwarz; bleibt trotzdem stehen]).

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  5. flatter sagt:

    Ist das rechts Alfred E. Neumann? Und habe ich jetzt doch aus Versehen das Zeugs geraucht?

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  6. Pantoufle sagt:

    Keine Ahnung. Der unbekannte Blogger vor dem Herren. Aber wo wir gerade bei Drogenmissbrauch sind: Ich hätte da noch das ultimative Ende eines jeden hoffnungsvoll begonnenden LSD-Trips.

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  7. Der Duderich sagt:

    “Aber die Streusalzbüchse der Sympathie Gesetzmäßigkeiten zu unterwerfen, führt in die Irre. Das gilt natürlich auch für Duderich.”

    Nun, wenn es für mich gilt, dann würde ich es auch gerne verstehen. Tu ich aber nicht!?? 🙂

    Das Plattencover von den Faith Tones hat übrigens meinen Tag gerettet. 😀
    LG
    Duderich

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    • Der Duderich sagt:

      Wenn ich ein Vogel wäre, würde ich definitiv in der Haarpracht der linken Jesus-Braut nisten.

      Und wenn ich diese Platte auf dem Flohmarkt sehen würde, dann würde ich sie definitiv kaufen! Bedauerlicherweise wird schlechter Geschmack immer noch unterschätzt.
      Wenn ich also in dem Besitz dieser Platte wäre, dann würde ich mit Flatter meine Rauchwaren teilen, und dabei diese Platte tatsächlich auch anhören (!!!).
      Dieser gemeinsame Horrortrip würde vielleicht sogar unsere Differenzen als solche relativeren, die sie sind. Letztendlich nichtig und unwürdig im Vergleich zu den kafkaesken Schrecken schlechter Frisuren und vermutlich noch schlechterer Musik.

      Spiele übrigens gerade mit dem Gedanken, mir dieses Cover auf ein T-Shirt drucken zu lassen, um dann damit jede Bad-Taste-Party zu crashen.

      Natürlich ironisch heruntergebrochen… 🙂

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  8. Pantoufle sagt:

    Verstehst Du nicht? Glaubst Du, Dich mag irgend jemand wegen Qualität oder Sympatie für Deine Meinung? Unsinn: Einige werden dich verfolgen, weil sie in der Wahl ihrer Gegner nicht mehr allzu wählerisch sein können, und die anderen werden auch Gründe finden.
    Du suchst Freunde? Tritt einem Sportverein bei. Spiele Golf oder ruder durch Wildwasser. Mein persönlicher Tip: Nimm Freeclimbing! Nur Freunde, die alle insgeheim darauf warten, daß Du Dir das Genick brichst.

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    • Der Duderich sagt:

      Falls Du mich meinst. Das verstehe ich durchaus. Ich verstehe auch, dass es letztendlich nicht um meine Person geht, sondern dass ich für manche lediglich ein Abziehbild bin, auf dass sie sich dann abarbeiten können.

      Aber trotzdem musst Du zugeben, dass Dein Zitat dann doch ein wenig kryptisch ausfällt:
      “Aber die Streusalzbüchse der Sympathie Gesetzmäßigkeiten zu unterwerfen, führt in die Irre.”
      Künftige Gelehrte mögen darüber entscheiden, ob ich zu blöde bin Deine Metaphern zu verstehen (Dummerich), oder Du vielleicht zugänglichere Satzkonstrukte konstruieren solltest.
      🙂
      Tatsächlich fragte ich mich, was er (also Du) mir damit sagen wollte.
      Gut, dass ich nachfragte, denn jetzt begreife ich Deine Intension.

      Nein, ich suchte keine Freunde in meinem zurückliegenden Bloggerdasein.
      Ich wollte lediglich, dass sich mit meinen Aussagen (auch gerne konträr) auseinander gesetzt wird.
      Ist mir dann immer weniger gelungen. Und dann habe ich dann halt die Reißleine gezogen. Der Auslöser dafür mag nichtig sein, und nicht nachvollziehbar. Dieser ist aber letztendlich austauschbar, und hätte auch durch andere Nichtigkeiten ersetzt werden können.

      Aber auch, wenn es sich im ersten Moment wie eine waghalsige These lesen mag:
      Die Welt, wird nicht ärmer sein, ohne meinen Blog.
      Die Welt wird genauso armselig sein, wie sie es nun mal ist.

      Das Weltengefüge wird sich knirschend weiter drehen, auch ohne mich.

      Ich habe Freunde, denn ich bestreite ein Real Life. Um Anerkennung ging es mir nie. Mein Blog hatte nie den Anspruch, mir Zuspruch und freundschaftliche Wärme zu bescheren.
      Vielmehr wollte ich im Austausch, besonders mit konträren Meinungen wachsen. Mit der Auseinandersetzung um Inhalte.
      Aber ich habe da immer mehr versagt. Oder halt die Anderen.
      Letztendlich bleibt das Versagen auf meiner Seite, denn im Umgang mit den Anderen hatte ich nicht die nötige Souveränität.
      Wenn Du kotzen willst (hilft gegen Hüftfett) dann zieh Dir mal die Kommentarspalte von Doctors letzten Post rein.

      Freunde sind sowieso eine Kategorie, die ich nicht im Internet suche. Und, nicht falsch verstehen: Dazu brauche ich Dich nicht, um das zu wissen.

      Trotzdem würde ich mich von Dir sehr viel lieber beim Freeclimbing sichern lassen, als von Anderen, die vorgeben links zu sein.

      Wie auch immer:
      Ich beneide Dich um Deine Souveränität und um die Trollfreiheit Deiner Kommentarspalte.

      Ich bin da letztendlich gescheitert und habe die Konsequenz daraus gezogen.

      Keine große Sache und auch kein Drama.

      Ich bin einfach nur vom toten Gaul, der meine Seite am Ende war, herabgesprungen.

      Man kann das wahlweise feige finden, oder konsequent.

      Beide Haltungen kann ich verstehen.
      Und ich kann noch nicht mal mit Sicherheit sagen, zu welcher Fraktion ich mich selbst zugehörig fühle.

      Aber auch das ist letztendlich unerheblich.

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  9. Pantoufle sagt:

    Oder höre einfach mal auf die Bildzeitung:

    Listen to the Karlsband

    P.S. Bei Trevor Roper handelt es sich übrigens um den Historiker, der maßgeblich als Kronzeuge für die Echtheit der Hitlertagebücher auftrat. »Tief beeindruckt von dem, was er gesehen hatte […] Ein Archiv von großer historischer Bedeutung«

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    • OldFart sagt:

      Wg. Karlsband (aka The Shaggs):

      Schau an, schau an. Ich wußte gar nicht, daß es der Dadaismus auch in die Tonkunst geschafft hat.

      Die drei Damen hatten übrigens unlängst einen Revival-Auftritt. Erfreulicherweise ist es gelungen, die Stimmung der Gitarren des Originals näherungsweise nachzustellen. Das Schlagzeug vermisse ich aber schmerzlich. Könnte man da nicht Tomas Haake …

      Nur so’n Gedanke. Gnihihi. *duckundwech*.

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  10. Pantoufle sagt:

    Moin, OldFart

    Ja,die ist schon sehr schön, diese Musike! Ich fand ja, daß sie mit meiner Montage ein hübsches, kleines Gesamtkunstwerk darstellt. Und Kunst am Bau ist ja Vorschrift. Seit 1928 übrigens, auf Bestreben des Reichswirtschaftsverbandes. Nach dieser Idee sollte es bildenden Künstlern »bei der Errichtung und Ausstattung staatlicher oder kommunaler Bauten mehr als bisher, unter besonderer Berücksichtigung der beschäftigungslosen und in Not geratenen bildenden Künstler, Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten zu schaffen«

    Paßt doch! Fehlt nur noch jemand, der dafür bezahlt 🙂

    P.S. Bei der Stimmung der Guitarren handelt es sich übrigens um die sogenannte »Werksstimmung«. Also die Stimmung ab Werk. Sie ist in der Praxis häufiger als angenommen zu beobachten.

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  11. Hallo Pantufle,
    am neuen Firefox nervt mich primär, dass mal wieder grund- und sinnlos das Layout verändert wurde. Derlei geschieht ja auch manchmal bei wordpress, kürzlich auch bei der Sparkasse. Da ich mein Konto noch in Aachen habe, bin ich auf onlinebanking angewiesen. Kürzlich musste ich dort anrufen, um zu erfragen, wo im neu layouteten Anmeldeformular meine 16-stellige ID-Nummer hin muss. Das Feld heißt jetzt “Anmeldename.” Natürlich werden die Spezialisten nur mit den Schultern zucken, aber mit derlei Änderungen stiehlt man uns Lebenszeit, ohne einen Mehrgewinn zu bieten. Dahinter steckt die neoliberale Scheißidee, dass jeder sich jederzeit neu anzupassen hat.
    Zu tikerscherks Eintrag: Ich habe gedacht, dass sie die Leser überschätzt, wenn sie annimmt, die Leute würden sich wundern, wenn sie ein Blog lobt, aber einen schlechten Text verlinkt. Die meisten lesen zu flüchtig, um solche subtilen Spitzen überhaupt wahrzunehmen. Sie hat ihre Idee oben im Kommentar mit dem unvorteilhaften Foto erklärt, wo das eher zutrifft, weils augenscheinlich ist. Kürzlich habe ich den Unterschied zwischen Kurrent und Sütterlinschrift erklärt. In den Kommentaren schrieben viele weiterhin von Sütterlin, wenn sie eigentlich Kurrent meinten.
    Es ist ein Problem des Mediums. Wer sein Bloggen “ernsthaft” betreibt, wer komplexe Inhalte transportiert, es beispielsweise tut wie du, schreibt in einem flüchtigen Medium wie ein Printjournalist. Aber Texte sind hier viel schwerer zu erfassen als auf Papier. Beispielsweise sehe ich im Kommentarformular nur neun Zeilen, habe also keine Textübersicht. Will ich nochmals nachlesen in deinem Text, riskiere ich Fingerrheuma, beim Hochscrollen des elend langen Kommentarstrangs. Dann ist da noch die Hyperstruktur. Ich hasse es im Print schon, wenn im fortlaufenden Text ein Textkasten steht, der mich im Lesefluss ablenkt, demnach folge ich keinem Link, bin aber im Verständnis gehindert, wenn der Autor sich auf den Inhalt des verlinkten Textes bezieht, wodurch der Stil etwas Restringiertes bekommt. Ich könnte noch eine Weile so weiter schreiben, aber der Kommentar ist eh schon zu lang. Sprichst du zu viele Aspekte an in einem Text, kriegst du lange Kommentare. Ich plädiere für Kürze und Leserfreundlichkeit.
    Beste Grüße!

    2+

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