Kurz und dreckig 50

CC by Igor Hofbauer, http://www.stripburger.org

Niemand beachtet Deine Tweeds, keine Freunde auf dem Schulhof oder bei Facebook? In Marina Weisband verliebt, aber umgehend auf ihrem Account gesperrt?
Einfach mal einen Pick-Up-Truck mieten und ein wenig durch die Gegend fahren! Wenn Du genügend Menschen erwischt, kommt vielleicht sogar D. Trump vorbei und wirft Leukoplast-Päckchen in die aufgebrachte Menge. »New York trotzt der Angst«, »Zehntausende lassen sich nicht einschüchtern und feiern trotzdem Halloween«. Das passende Fest zum Event.
Was tut man nicht alles, um unangenehm aufzufallen. Allahu Akbar!

Och nö, nich?

»Er reiste als Flüchtling nach [belieben auszufüllen] ein.« Als was denn sonst? Als Terrorist?

Thomas Fischer hat bekanntermaßen seinem Namen ein a.D. zu seiner Berufsbezeichnung hinzugefügt. Schreiben tut er aber zum Glück immer noch

»Das “ich auch”, das zurzeit durch den Blätter- und Internetwald rauscht, bezieht sich auf Behelligung von Frauen durch andere Personen (meistens Männer) mittels Bedrängung “sexuell” (geschlechtlich) definierter Art. Als “sexuell” gilt hierzulande jeder noch so absurde Käse, der mit körperlicher Nähe, Zärtlichkeit, Nacktheit in Verbindung gebracht werden kann. Je sexualisierter die Lebenswelt wird, je pornografischer die Werbung, je exhibitionistischer die Selbstpräsentation des Erfolgs, desto verbohrter, kleingeistiger und prüder wird die Moral, die all die Schweineställe angeblich zusammenhält.
Greise Professoren fantasieren über einen “Neustart” mit brünetten Privatdozentinnen, dieweil die faltigen Gattinnen, die ihnen den Weg zum Gipfel flach hielten, mühsam den Zufluss an Rotwein zu begrenzen versuchen. Berater, Sachverständige, Abgeordnete, Abteilungsleiter erlangen nichts und erträumen alles. Im Tiefbauwesen pfeift derweil der Asphaltierer aus Bosnien wie eh und je jeder breithüftigen Dame des Herzens hinterher.«

Wie schön, wenn man so ein Thema in einem Absatz abhandeln kann. Aber Thomas Fischer wäre nicht a.D., wenn er dazu nicht noch mehr Worte finden würde. Wie immer auf Zeit.de hinter der Registrierungsschranke.

Die Dame von Welt fand auch Worte. Für diejenigen, die es noch nicht gelesen haben, sei es ans Herz gelegt.

Der Teilchenbeschleuniger ist natürlich schon lange durch den TÜV! Ich würde ja auch gerne mal wieder über dieses Thema schreiben, aber nur mit Bildern. Die D90 aber habe ich verliehen. An einen Kumpel (ich Idiot!), vor 2 Monaten. Wieviele unbeantwortete Mails muß man eigentlich verschicken, bevor man anfangen sollte, sich Sorgen zu machen? Edit: Es geht doch nichts über alte Kumpels.

Gibt es noch andere da draußen, die das Wort Martin Luther nicht mehr hören können? Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit zentnerweise. Mehr, als daß der Mann als Professor an der Berliner HU heutzutage einen schweren Stand hätte, fällt offenbar niemandem ein. Ein Schicksal, das er mit allen Männern des ausgehenden Mittelalters teilt. Gelegentlich ertappe ich mich bei einem kleinen Dankesgebet, daß ich nicht als Historiker mein Geld verdienen muß.

Notabene »als Historiker«: Bei so vielen Regierungsverlautbarungen, die nur noch auf Twitter oder Facebook veröffentlicht werden, möchte man auch in Zukunft nicht als Historiker arbeiten müssen. Der extrem kurze Duftmarkenstempel der Menschheit.

Der IS bekennt sich zur Pressekonferenz des abgesetzten katalanischen Regierungschefs Carles Puigdemont. Des »Putschdemons«…
(Ich komme überhaupt nicht darüber weg. Gnigger )

Die Idee, einen ICE »Anne Frank« zu nennen, hat mich überrascht. Nach dem ersten Reflex, das für sehr schwarzen Humor zu halten, fand ich die Wahl überraschend gut. Dürfen auch AFD-Wähler in dem Zug mitfahren? Oder diktatorische Schaffnösen aus Sachsen?

Relata refero. War die Oktober-Revolution am 7. bis 8. November? 1,5 Millionen Dollar kostet es jährlich, die Mumie Lenins in halbwegs zumutbarem Zustand zu halten. 56% der befragten Russen halten die Rolle Lenins in der russischen Geschichte für positiv. Die anderen 44% wären für einen behutsamen Übergang von der Barbarei des Zarismus zu einer Demokratie nach dem Vorbild Weimars gewesen. 1917. Karl Marx war zu dem Zeitpunkt 34 Jahre tot. Und im Gegensatz zu Lenin zurück in Mutter Erde.

Lenin ist im Jahr 1924 gestorben. Daß man noch 93 Jahre später seinen Leichnam betrachten kann, ist unglaublich.

Xin Zhui ist im Jahr 160 v. Chr gestorben. Daß man noch 2177 Jahre später ihren Leichnam betrachten kann, ist unglaublich.

Ötzi ist im Jahr 3300 v. Chr. gestorben. Daß man noch 5317 Jahre später seinen Leichnam betrachten kann, ist unglaublich.

Ein Kind des Andenvolkes Chinchorro ist 5050 v. Chr. gestorben. Daß man noch 7070 Jahre später den Leichnam betrachten kann, ist unglaublich.

Gar nicht so einfach, heutzutage eine packende Headline zur Oktober-Revolution zu schreiben.

Erst heute können wir das große Ganze vollständig überblicken und uns ein gesundes Urteil bilden. Ein gesundes Volksurteil. Dazu sollten 140 Zeichen ausreichen.

Die schlimmsten Diktatoren der Welt:
Muhammar Gaddafi
Kim Jong Il
Wladimir Iljitsch Lenin
Wladimir Wladimirowitsch Putin
Adolf Hitler (muß immer im Zusammenhang mit Stalin genannt werden)
Stalin (war so schrecklich, daß selbst sein Vornahme vor ihm geflohen ist)
Mao Zedong
Mohammad Reza Pahlavi
Pol Pot
Fidel Castro
Saddam Hussein

Und nächste Woche die große Enthüllung »Was Frauen im Bett wirklich wollen!«

Das Plugin Private Badger ist gerade wieder rausgeflogen. Wollte mit Root-Rechten unbegrenzt Daten auf der Platte speichern. Geile Idee!

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25 Kommentare zu Kurz und dreckig 50

  1. Thomas Fischer lese ich mit Leidenschaft. Außer zu sexualisierter Gewalt, da verfehlt er Punkt und Ton bei sehr vielem, was er über das Strafrecht hinaus gesellschaftspolitisch äußert.

    Völlig recht hat er a.m.S. mit seinem Gewettere gegen kenntnisfreie Erörterungen in den Medien und mit seiner Skepsis gegen die soundsovielte Verschärfung des Sexualstrafrechtes.

    Strafrecht hilft nicht gegen sexualisierte Gewalt, denn es kommt immer zu spät. Die Strafmaße sind (gemessen an z.B. Eigentumsdelikten) so albern niedrig, daß es auch keinen erwähnenswert großen Beitrag zu einer Abschreckung leistet. In einer möglichen Verhandlung steht sehr oft Aussage gegen Aussage, was für Vergewaltigte eine zusätzliche Katastrophe ist – sie unterschreiben mit ihrer Anzeige bei der Polizei, daß ihr Drama öffentlich verhandelt wird und dann glaubt man ihnen nicht und schickt den Täter als höchstrichterlich reingewaschenen Unschuldigen nach Hause, während Vergewaltigungsopfer sehr oft lange mit den Folgen zu tun haben (nein, ich wünsche mir ganz sicher keine Beweislastumkehr, sondern halte bloß das Strafrecht für wenig tauglich gegen sexualisierte Gewalt). Unser Strafrecht dient dem Schutz der Gesellschaft, nicht der Genugtuung von Opfern (darin war/ist selbst die Talion (auch bekannt als Scharia) in einigen Punkten weiter). Und: eine Gesellschaft, die die überfällige gesamtgesellschaftliche Diskussion über Sexismus ins Strafrecht verschiebt, hat ihren Offenbarungseid unterschrieben.

    Aber: der Fischer fährt über Vergewaltigte drüber wie ein Panzer. In seiner Welt fällt Vergewaltigung z.B. unter “dass es im Leben manchmal einfach schlecht läuft“. Ich halte ihn für bei weitem zu klug, um ihm die berühmte “geschlechtsspezifische Situationsverkennung” zuzubilligen.

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    • Pantoufle sagt:

      Siehste! Und von wegen dem Pluralismus, über den sie neuerdings alle reden, dachte ich, es wäre doch eine gute Idee, Dich als anderen Standpunkt zu verlinken!

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      • Vielendankeschön für die Verlinkung meines anderen Standpunktes. Wie gesagt – einen Teil von Fischers Kritik teile ich ohnehin. Aber: mich irritiert, daß Sie Fischers über_Vergewaltigte_drüber_fahren_wie_ein_Panzer in der soundsovielten Version für einen Standpunkt halten.

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      • Pantoufle sagt:

        Ich halte die zitierte Antwort auf einen Kommentar nicht für einen Standpunkt, sondern für eine Antwort auf einen Kommentar und als solcher muß er gesehen werden. Außerdem von einem 1½ Jahre alten Text, auf den ich mich gar nicht berief. Der »andere Standpunkt« kann sich aus diesem Zusammenhang nur auf den aktuellen Artikel Fischers bezogen haben.

        »Ich muß derzeit täglich unter Schmerzen lesen, daß ein “Schweigen gebrochen”, ein “Tabu enthüllt” werde. Grauhaarige Journalisten der Qualitätsmedien schreiben diesen Unsinn, allesamt prämiert mit allerlei Preisen und Ehren für längstjährigen treuen Dienst an der Wahrheit. Und die dauerempörten jungen Freischaffenden schreiben es ab und fallen schon wieder auf die eigene Besoffenheit herein.
        Aber es ist doch offenkundig falsch! Niemand hatte je einen vernünftigen Zweifel daran, daß Missachtung, Missbrauch von Macht, Sexismus, Ressentiments, Zynismus und Korruption einen ganz erheblichen Einfluss auf die Struktur unserer Gesellschaft und Entscheidungen über Erfolg und Misserfolg haben. Jeder, der heute so tut, als handle es sich um eine soeben offenbarte Wahrheit, ist ein Lügner. Und all den Kommentaren der Qualitätsmedien, die sich empören über die “Schweigespirale” und sich erheben über die im fernen Kalifornien herumfaselnden Selbstdarsteller, läuft in Wahrheit das Blut der Lüge aus den Augen. Es ist alles falsch!«

        Fischer

        Das ist für mich der Kernpunkt in Fischers Artikel. Per se kein Standpunkt, sondern eine meiner Meinung nach zutreffende Zustandsbeschreibung.
        Ich habe an anderer Stelle bereits gesagt, daß ich mich zum Thema an sich nicht öffentlich äußern werde und werde auch jetzt nicht davon abweichen.

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        • Ach Pantoufle, es ist nun wirklich eine Binse, daß Sexismus (inklusive sexualisierter Belästigung und Gewalt) die unschöne Nebenwirkung hat, daß Scham und Schande nicht am Täter, sondern am Opfer kleben.

          Insofern kann man durchaus von „Schweigen gebrochen“ … „Tabu enthüllt“ sprechen, wenn massenhaft Frauen äußern, davon betroffen zu sein. Für die wirds btw. nicht schöner, das alle paar Jahre wiederholen zu müssen, weil immer noch nennenswert viele übergriffiges Verhalten für ihr Naturrecht halten und sich noch mehr “zum Thema an sich nicht öffentlich äußern werden“.

          Das da oben ist Ihr Blog, also Ihre öffentliche Äußerung – auch, wenn Sie sich mit Fischers und meiner Sicht behelfen.

          Sie halten es für ein “Glück“, daß Fischer betroffenen Frauen unterstellt, sie seien Opportunistinnen, würden sich “Opfer” nennen, um daraus Gewinn zu ziehen, einen “Berechtigungsausweis für Zuwendung” zu erwerben und dabei ohnehin nur die nächste Strafrechtsverschärfung anstreben. Solche oder ähnliche Unterstellungen ziehen sich durch alle seine Kolumnen zum Sexualstrafrecht und auch durch seine Kommentare darunter, der zitierte war nur ein Beispiel unter vielen.

          Ich denke schon, daß sich daraus auf Fischers Standpunkt schließen läßt. Aus meiner Sicht ist das übrigens weniger spezielle Verachtung von Vergewaltigten, sondern weit eher, daß der Mann alles und jeden für Pointe und Wortwitz opfert. Fischer erscheint mir mitunter als eitler als seinen Inhalten noch gut tut. Und er kann keine Kritik vertragen, was Sie in x seiner Kolumnen in Form einführender Machtworte nachlesen können. Finde ich schade, denn ich halte ihn in sehr vielem für brilliant.

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    • DasKleineTeilchen sagt:

      Völlig recht hat er…mit seiner Skepsis gegen die soundsovielte Verschärfung des Sexualstrafrechtes

      weiter unten schreibst du

      Unser Strafrecht dient dem Schutz der Gesellschaft, nicht der Genugtuung von Opfern (darin war/ist selbst die Talion (auch bekannt als Scharia) in einigen Punkten weiter)

      bitte was?!? erklär mal genau, ich kann das gerade beim besten willen nicht einordnen, denn *natürlich* dient das strafrecht dem schutz der gesellschaft (was ich schwer hoffe, zumindest auf dem papier tut es das) und nicht in erster linie der befriedigung von rache, right? die “genugtuung” ist das wegsperren des täters und beraubung seiner freiheit, right?

      weiteres

      Strafrecht hilft nicht gegen sexualisierte Gewalt, denn es kommt immer zu spät

      ???? kommt dann das strafrecht auch “zu spät” bei mord, “allgemeiner” körperverletzung, raub, ecetera pp?!? also “hilft” strafrecht ja demnach per se nicht?

      Die Strafmaße sind (gemessen an z.B. Eigentumsdelikten) so albern niedrig, daß es auch keinen erwähnenswert großen Beitrag zu einer Abschreckung leistet.

      ???? schriebst du nicht eben noch

      Völlig recht hat er…mit seiner Skepsis gegen die soundsovielte Verschärfung des Sexualstrafrechtes

      eine Gesellschaft, die die überfällige gesamtgesellschaftliche Diskussion über Sexismus ins Strafrecht verschiebt, hat ihren Offenbarungseid unterschrieben

      tut sie daß gerade?

      again the disclaimer/ ich war 13, als ich das erste mal -aus eigenem willen, haha – mit jemandem geschlafen habe; die person war 20 jahre älter und NATÜRLICH war das missbrauch.

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  2. OldFart sagt:

    > Gibt es noch andere da draußen, die das Wort Martin Luther
    > nicht mehr hören können?

    Ja, hier, ich.

    Habe aus purem Trotz dieser Tage die “Proletenpassion” der Schmetterlinge rausgekramt und gehört. Erstes Kapitel, die Bauernkriege. “Dieses sanftlebende Fleisch zu Wittenberg, welches mit verkehrter Weise durch den Diebstahl der Heiligen Schrift die erbärmliche Christenheit also ganz jämmerlichen besudelt hat.” (Thomas Müntzer).

    Dazu habe ich mich zu Müntzer, seiner Beziehung zu Luther, die Bauernkriege und die Rolle Luthers darin belesen. “Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern […] man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss.“

    So ist aus dem ganzen ekligen Luther-Bohei für mich ein hübsches Kontrastprogramm mit musikalischer Nostalgie und historischer Wissensauffrischung herausgesprungen. Ob das im Sinne der Luther-Jubler war?

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  3. Pantoufle sagt:

    Föllig OT
    Oh je: Was habe ich getan? Man schreibt so fröhlich vor sich hin, dies und das und jenes auch noch – und dann ist jemand tatsächlich unglücklich Marina Weißband verfallen und wurde gesperrt. Kein Pickup, sondern nur ein klapperiges Fahrrad, dessen Fahrt an einer Laterne endete.
    Einziger Trost blieb ein Besäufnis mit Photoshop, dem einzigen, wenn auch gelegentlich unberechenbaren Freund.

    Photoshop-Desaster

    Das ist nun… pruuuust!… sehr engagiert, wenn auch technisch durchaus ausbaubar. Ob es das Problem mit Marina löst, steht dabei allerdings auf einem anderen Blatt. Zweifel sind angebracht. Vielleicht mal bei Jutta Ditfurth oder Tina Müller damit anklopfen?

    Immer wenn er Pillen nahm 🙂

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    • DasKleineTeilchen sagt:

      wtf is this? immer noch die alte pseudo-fehde?

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      • Pantoufle sagt:

        Ein Missverständnis, ein bedauerliches Missverständnis, wo vorher Zuneigung und Harmonie herrschte!
        Ich schrieb über Terror in den USA, er verzweifelten an seinen gesperrten Gefühlen für Marina.
        Ich schrieb über einen vollkommenen Versager, er fühlte sich aus irgend einem Grunde persönlich angesprochen. Ich kann dieses Mal echt nix dafür…schwöre,schwöre, – bei allem was mir heilig ist!
        EDIT:

        Die Schlagwort-Streubüchse winselt wieder auf den Knien um Anerkennung. Man muß ihn einfach gerne haben!

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  4. Pantoufle sagt:

    Noch OTiger

    Neue Grabkammer in der Cheops-Pyramide entdeckt. Sie haben es ja immer schon gewußt! Jetzt noch geheimnisvoller!
    Lange gab es keinen neuen Zündstoff mehr, was Nazi-Flugscheiben, Alien-Landebahnen oder Pyramidenforscher betrifft. Diese öde Zeit ist jetzt vielleicht zu Ende. Die Schrottpresse fiebert den Headlines der Privatforscher entgegen.
    Waren SIE es, Aliens, Hitlers Tagebücher über der großen Grabkammer? Ach, wie sehr ich sowas liebe!

    2+

  5. DasKleineTeilchen sagt:

    britischer verteidigungsminister fällt über hand-aufs-knie-legen O_o ; warum genau ist POTUS immer noch POTUS?

    edit/ hier stand jetzt eigentlich was längeres, aber im zuge der gegenwärtig rasant freihdrehenden “enthüllungen” ist mir das risiko des vorwurfs des victim-blamings und anschliessender vierteilung echt zu hoch.

    disclaimer/ ich war 13, als ich das erste mal -aus eigenem willen, haha – mit jemandem geschlafen habe; die person war 20 jahre älter und NATÜRLICH war das missbrauch.

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    • Pantoufle sagt:

      Moin kleines Teilchen
      Wg. POTUS: Nicht trotz, sonder wegen. Die Missbrauchsdebatte ist in den US of A mit knapper Mehrheit abgewählt worden. Zu einem späteren Zeitpunkt wird dagegen ein Zaun gebaut. Er beginnt in Austin, Texas und geht hoch bis an die kanadische Grenze.

      Die Vierteilung gips im Moment häufiger als Tickets fürs falschparken. Deine Angst ist vollkommen berechtigt! Und bevor man der Nichternstnehmung körperlicher Unversehrtheit in Form von Türaufhalten oder vom Tisch aufstehen, wenn eine Dame den Raum betritt, schuldig macht, nimmt man doch lieber das bißchen Selbstzensur in Kauf. Die Zensur anderer sowieso.

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  6. Hallo Pantoufle,
    die Thomas-Fischer-Verehrung kann ich nur selten nachvollziehen, diesmal überhaupt nicht. Im oben zitierten Auszug knirscht es gewaltig: “Je sexualisierter die Lebenswelt wird, je pornografischer die Werbung, je exhibitionistischer die Selbstpräsentation des Erfolgs, desto verbohrter, kleingeistiger und prüder wird die Moral, die all die Schweineställe angeblich zusammenhält.” Hier verwechselt er doch die Akteure. Frauen, die sich über sexuelle Übergriffe beklagen, sind nicht verantwortlich für pornografische Werbung, sondern sie ist in der Regel von den männlichen Entscheidungsträgern in Marketingabteilungen der Unternehmen veranlasst. Prüderie (wessen überhaupt) ist allenfalls als Reaktion zu sehen gegen die Vermarktung des weiblichen Körpers, diese Form der strukturellen Gewalt gegen Frauen. Der von Fischer konstruierte Gegensatz ist also gar keiner und trägt nichts zur Erhellung bei.
    Du schreibst: “Wie schön, wenn man so ein Thema in einem Absatz abhandeln kann.”
    Kann man wohl doch nicht. Hier macht sich einer mit gewohnt blumiger Sprachgewalt zum Sprachrohr derer, die das Problem nicht verstehen wollen.

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  7. Pantoufle sagt:

    Moin Jules

    Ich gestehe, daß ich mich mit diesem Thema ziemlich schwer tue, mich deswegen mit Bewertungen rausgehalten habe und das auch in Zukunft so halte.

    Die Bewertung, das Thema in einem Absatz abhandeln zu können ist natürlich polemisch, aber das brauche ich Dir nicht zu sagen.
    Was ich an diesem Artikel schätze, ist eine Praxisnähe die ich dort vermute.
    »Greise Professoren fantasieren über einen „Neustart“ mit brünetten Privatdozentinnen, dieweil die faltigen Gattinnen, die ihnen den Weg zum Gipfel flach hielten, mühsam den […]«
    Die Privatdozentinnen werden nicht protestieren, wie so viele andere auch nicht. Weder eine Pornodarstellerin oder auch nur jemand, der sich auf die Fahne geschrieben hat, seine Karriereleiter hochzuschlafen. Die gibt es nicht? Oh doch! Das sind natürlich nicht die, die jetzt dagegen protestieren.
    »Frauen, die sich über sexuelle Übergriffe beklagen, sind nicht verantwortlich für pornografische Werbung, sondern sie ist in der Regel von den männlichen Entscheidungsträgern in Marketingabteilungen […] «
    Das ist in meinen Augen der springende Punkt. Wenn sich der Protest gegen die handelnden »Entscheidungsträgern in Marketingabteilungen« oder wie jetzt gegen VIPs im Showgeschäft oder der Politik richtet, gehen die Anklagen meiner Meinung nach an den tatsächlich Verantwortlichen vorbei. Wir haben keine Zivilgesellschaft, die mit Gewalt und ihren Opfern adäquat umzugehen vermag. Seien es Opfer sexuellen Missbrauchs oder denen anderer Verbrechen. Daran wird der Rücktritt betroffener Politiker oder Schauspieler nichts ändern, so wenig wie eine Schwemme gutgemeinter Gesetze. Ertrunkene Flüchtlinge im Mittelmeer und Opfer sexualisierter Gewalt haben da in den Gründen durchaus Parallelen. Es ist eine herrschende Moral (oder polemisch: Die Moral der Herrschenden), die beides zuläßt. Der Rücktritt beispielsweise eines britischen Verteidigungsministers ändert an fragwürdigen Werten dieser Zivilgesellschaft absolut nichts.

    Die Details und Gründe, die zum Rücktritt Fallons geführt haben, tun meiner Einschätzung nach überhaupt nichts zur Sache – die halte ich für trivial. Aber das die Kritik daran einen sorgsamen Bogen um die politisch-gesellschaftlichen Aspekte macht, nicht.
    Es fehlt der Kritik an jeder politischen Konsequenz. Eine Pornoindustrie, eine sexualisierte Werbung, die Ausnutzung einer gesellschaftlich höheren Position, die sexualisierte Gewalt ermöglicht: Das sind Auswüchse des Kapitalismus. Und der ist bei all dem Getöse nicht im Ansatz in der Kritik, obwohl genau der die Werte einer Zivilgesellschaft maßgeblich vorgibt.

    An diesen Werten wird die momentane Diskussion nichts ändern, weil sie die Quelle ignoriert. Es wird ein paar neue Gesetze geben, ein paar neue Verhaltensregeln, die aus Gründen des Selbstschutzes von den allermeisten akzeptiert werden und eine neue Form professioneller Denunziation. Es wäre nämlich naiv, die Möglichkeit politischer/gesellschaftlicher Einflußnahme außer Acht zu lassen, die in diesem Streit liegt. Das Beispiel des britischen Verteidigungsministers ist dafür vermutlich ein Beispiel. Auch darüber hat Fischer in der Vergangenheit ausführlich geschrieben. Solange aber das dahinterstehende Wertesystem nicht in Frage gestellt wird, wird sich grundlegend überhaupt nichts ändern – soll es wohl auch nicht. Die Debatte folgt darin einer durchaus gewünschten Linie.

    Die Dame von Welt verweist an anderer Stelle zu Recht auf den Umstand, daß die ärztliche Betreuung von Opfern und Tätern maßgeblich vom Einkommen beider abhängig ist, einige Behandlungsmethoden von Krankenkassen überhaupt nicht bezahlt werden. Eine Mauer des Schweigens ist für die Kassen und die Gesellschaft erheblich preiswerter.

    Edit
    Noch zweimal durchgelesen und festgestellt, daß das Thema eigentlich viel zu komplex für einen Kommentar ist. Ich kann also nur hoffen, daß Du meine Intension verstehst – ich bekomme es in der Kürze nicht auf den Punkt (in einer langen Form vermutlich auch nicht).

    1+

  8. Pantoufle sagt:

    Thomas Fischer bleibt in seinem neuen Text bei diesem Thema. Den Schluß möchte ich an dieser Stelle einmal zitieren, auch wenn das vermutlich niemand mehr liest. Der Vollständigkeit halber.

    »Das Sexualstrafrecht ist heute bis an den äußersten Rand des Möglichen ausgedehnt. Arbeitsrecht, öffentliches Dienstrecht und allgemeines Zivilrecht gewähren weitestreichende Möglichkeiten, unterhalb der Schwelle des Strafrechts gegen – sexuell oder sonst wie motivierte – Nachstellungen vorzugehen. Eine angebliche “Kultur des Schweigens” oder eine gesamtgesellschaftliche Verharmlosung von sexuellen Nötigungen (mit Gewalt oder Drohungen) gibt es nicht.

    Was derzeit einmal mehr auf niedrigem Niveau verhandelt wird, ist nicht “Frauen gegen Männer”, sondern “Arm gegen Reich”, also die Aneignung der Welt. Die öffentliche Kommunikation ist bis zum Äußersten in sich verdreht, sie steigert das Unwichtige ins Absurde und vergisst das wirklich Wichtige (oder verschiebt es in ein Feld der unverbindlichen, “unlösbaren” Großprobleme).

    Es wäre doch ganz einfach, 100 Millionen im Elend lebenden Frauen in Afrika zu helfen, “Tanzjungen” aus Afghanistan zu Lokführern auszubilden oder Prostituierte aus Kolkata zu Mechatronikerinnen. Man müsste bloß wollen. Wir wollen aber nicht. Auch nicht all die eifrigen Frauenschützerinnen in den Talkshows. Wir wollen, dass die letzten Thunfische dieser Welt für uns reserviert sind und die letzten SUVs von uns gefahren werden. Und wenn die schönsten Silikonbrüste und die längsten Jachten dieser Welt 100.000 oder 100 Millionen Euro kosten, dann durchschauert es uns aus lauter Freude.«

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  9. DasKleineTeilchen sagt:

    This is something different for a change:

    Comedian Louis C.K. admitted today that he masturbated in front of women

    His statement:

    I want to address the stories told to the New York Times by five women named Abby, Rebecca, Dana, Julia who felt able to name themselves and one who did not.

    These stories are true. At the time, I said to myself that what I did was okay because I never showed a woman my dick without asking first, which is also true. But what I learned later in life, too late, is that when you have power over another person, asking them to look at your dick isn’t a question. It’s a predicament for them. The power I had over these women is that they admired me. And I wielded that power irresponsibly.

    I have been remorseful of my actions. And I’ve tried to learn from them. And run from them. Now I’m aware of the extent of the impact of my actions. I learned yesterday the extent to which I left these women who admired me feeling badly about themselves and cautious around other men who would never have put them in that position.

    I also took advantage of the fact that I was widely admired in my and their community, which disabled them from sharing their story and brought hardship to them when they tried because people who look up to me didn’t want to hear it. I didn’t think that I was doing any of that because my position allowed me not to think about it.

    There is nothing about this that I forgive myself for. And I have to reconcile it with who I am. Which is nothing compared to the task I left them with.

    I wish I had reacted to their admiration of me by being a good example to them as a man and given them some guidance as a comedian, including because I admired their work.

    The hardest regret to live with is what you’ve done to hurt someone else. And I can hardly wrap my head around the scope of hurt I brought on them. I’d be remiss to exclude the hurt that I’ve brought on people who I work with and have worked with whose professional and personal lives have been impacted by all of this, including projects currently in production: the cast and crew of Better Things, Baskets, The Cops, One Mississippi, and I Love You, Daddy. I deeply regret that this has brought negative attention to my manager Dave Becky who only tried to mediate a situation that I caused. I’ve brought anguish and hardship to the people at FX who have given me so much The Orchard who took a chance on my movie and every other entity that has bet on me through the years.

    I’ve brought pain to my family, my friends, my children and their mother.
    I have spent my long and lucky career talking and saying anything I want. I will now step back and take a long time to listen.

    Thank you for reading.

    as someone put it in the commentsection:

    So the comedian steps back from his career a moment and writes an honest remorseful letter to the public to address media accusations while the politician vehemently denies and ignores the recommendations of their peers.

    https://boingboing.net/2017/11/10/louis-c-k-says-these-storie.html

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